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Jahresbericht 2001 : Serbien

Erstellt von Apophis, 03.03.2008, 18:32 Uhr · 18 Antworten · 1.314 Aufrufe

  1. #1

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    20.01.2008
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    9.280

    Jahresbericht 2001 : Serbien

    Jahresbericht 2001
    JUGOSLAWIEN


    Amtliche Bezeichnung:
    Bundesrepublik Jugoslawien
    Staatsoberhaupt: Vojislav Koštunica
    (löste Slobodan Miloševic im Oktober ab)
    Regierungschef: Zoran Zizic
    (löste Momir Bulatovic im Oktober ab)
    Hauptstadt: Belgrad
    Einwohner: 10,6 Millionen
    Amtssprache: Serbisch
    Todesstrafe: nicht abgeschafft
    Ratifikation / Unterzeichnung völkerrechtlicher Abkommen in 2000: Römisches Statut des Internationalen Strafgerichtshofs


    In der Zeit vor den Präsidentschaftswahlen und der Ernennung einer neuen Regierung im Oktober war ein Anstieg sowohl der Zahl als auch der Schwere der berichteten Menschenrechtsverletzungen zu verzeichnen. Die Mehrzahl der Übergriffe richtete sich gegen Oppositionelle, unabhängige Journalisten und Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen. Zu den bekannt gewordenen Menschenrechtsverletzungen zählten unter anderem willkürliche Inhaftierungen, Misshandlungen, unfaire Gerichtsverfahren und politisch motivierte Strafverfolgung. Hunderte ethnische Albaner, die man mit dem Abzug serbischer und jugoslawischer Truppen aus dem Kosovo in jugoslawische Gefängnisse überstellt hatte, wurden nach unfairen Gerichtsverfahren zu Haftstrafen verurteilt. Bei einigen von ihnen handelte es sich möglicherweise um gewaltlose politische Gefangene. Viele erhoben den Vorwurf, in der Haft misshandelt oder gefoltert worden zu sein. Nach dem Regierungswechsel besserte sich die Situation merklich, doch trafen auch weiterhin Berichte über Misshandlungen durch Polizeibeamte ein. Vier Personen, die amnesty international als gewaltlose Gefangene betreut hatte, kamen gegen Ende 2000 frei. Es wurden mindestens drei Todesurteile verhängt, Hinrichtungen aber haben nicht stattgefunden.
    Im Kosovo sahen sich die UN-Übergangsverwaltung (UNMIK) und die von der NATO befehligten KFOR-Friedenstruppen bei der Erfüllung ihres Mandats mit enormen Schwierigkeiten konfrontiert. Die Leitung der UNMIK und die damit verbundene oberste Amtsgewalt war einem Sondergesandten des UN-Generalsekretärs überantwortet worden. Im Verlauf des Berichtsjahres war zwar eine gewisse Verbesserung der Menschenrechtssituation im Kosovo zu verzeichnen, insgesamt aber blieb die Lage unbefriedigend. Das Schicksal von mindestens 3300 Personen im Kosovo war nach wie vor ungeklärt. Viele waren dem »Verschwindenlassen« zum Opfer gefallen, nachdem sie von serbischen Polizeikräften verhaftet oder von bewaffneten ethnischen Albanern entführt worden waren.

    Folterungen und Misshandlungen
    Mitglieder oppositioneller Parteien und der Widerstandsbewegung Otpor, einem lockeren Zusammenschluss oppositioneller Gruppen, hauptsächlich aus Studenten und Jugendlichen bestehend, wurden häufig von der Polizei festgenommen und über ihre Aktivitäten verhört. Einige sahen sich in der Haft Schlägen oder anderweitigen Misshandlungen ausgesetzt. Bei einer Demonstration gegen die Ausweitung staatlicher Kontrolle auf den unabhängigen Fernsehsender Studio B am 17. und 18. Mai ging die Polizei mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Menschenmenge vor. Dabei wurden zahlreiche Demonstranten verletzt. Landesweite Demonstrationen der Opposition, bei denen der Rücktritt von Präsident Miloševic gefordert wurde, verliefen größtenteils friedlich und ohne polizeiliche Eingriffe. Gleichwohl hat es Fälle gegeben, bei denen Polizeikräfte Demonstranten mit Schlägen traktiert und verletzt haben.
    Nach dem Regierungswechsel wurden mehrere Polizeibeamte, die man beschuldigt hatte, an Misshandlungen beteiligt gewesen zu sein, versetzt und mit anderweitigen Aufgaben betraut. Unabhängige Untersuchungen hatten bis Jahresende allerdings nur vereinzelt stattgefunden. Auch nach dem Regierungswechsel erhielt amnesty international von Berichten über Misshandlungen durch Polizeibeamte Kenntnis. Die Häufigkeit solcher Berichte war allerdings rückläufig.
    Am 23. März wurde Nonad Simonovic während einer Otpor-Demonstration in Kragujevac von Polizisten und Angehörigen eines privaten Sicherheitsdienstes bewusstlos geschlagen. Nachdem er seine Verletzungen medizinisch hatte behandeln lassen, kehrte er nach Hause zurück. Dort wurde er von Männern in Zivilkleidung aufgesucht, die ihn mit dem Tode bedrohten, falls er seine Aktivitäten nicht einstellen sollte.
    Am 8. September wurden Miloš Kitanovic und fünf weitere Männer, die man zu einer informellen Befragung auf die Polizeiwache der Stadt Vladicin Han vorgeladen hatte, von drei betrunkenen Polizeibeamten gehindert, die Wache zu verlassen. Die sechs Männer wurden auf Kopf, Körper und Fußsohlen geschlagen und mit einem Seil stranguliert. Man zwang sie außerdem, regungslos in hockender Position zu verharren, und versetzte ihnen Schläge, wenn sie sich bewegten. Am nächsten Tag ließ man die Männer frei. Es hieß, die verantwortlichen Polizeibeamten
    seien auf andere Posten versetzt worden.

    Gefangene der ethnisch albanischen Bevölkerungsgruppe
    Die Verfahren gegen ethnische Albaner, die man mit dem Abzug serbischer und jugoslawischer Truppen 1999 aus dem Kosovo in serbische Gefängnisse überstellt hatte, wurden fortgesetzt. Viele von ihnen befand man des »Terrorismus« für schuldig, obwohl das gegen sie verwandte Beweismaterial unzulänglich war oder sich auf Geständnisse stützte, die die Angeklagten nach eigenen Angaben unter Folterungen abgelegt hatten und die sie während des Verfahrens widerriefen. Ende 2000 befanden sich noch zahlreiche ethnische Albaner in Haft, die im Berichtszeitraum oder in den Vorjahren des »Terrorismus« und ähnlicher Delikte für schuldig befunden worden waren. Einige hingegen kamen nach Ablauf ihrer Strafen frei, andere wurden aus dem Gefängnis entlassen, weil sie die gegen sie verhängte Strafe mit der Untersuchungshaft bereits abgebüßt hatten oder in der Berufung eine Verkürzung ihrer Haft hatten erwirken können.
    Ende des Jahres 2000 befanden sich ungefähr 800 ethnische Albaner beiderlei Geschlechts in Haft, von denen ungefähr 600 politischer Straftaten für schuldig befunden worden waren. Andere ethnische Albaner, unter ihnen Minderjährige, hatten unter Verstoß gegen die Strafprozessordnung bis zu 18 Monate ohne richterliche Anweisung in Haft zubringen müssen, bis sie nach dem Regierungswechsel freigelassen wurden.
    Die gewaltlose politische Gefangene Flora Brovina, die des »Terrorismus« für schuldig befunden und zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden war, kam am 1. November frei.
    Am 22. Mai verurteilte das Bezirksgericht in Niš 143 ethnische Albaner zu zwischen sieben und 13 Jahren Freiheitsentzug, nachdem es sie des Terrorismus für schuldig befunden hatte. Bei dem äußerst unfairen Gerichtsverfahren war gegen geltendes innerstaatliches Recht sowie gegen internationale Standards für einen fairen Prozess verstoßen worden. Nach Unregelmäßigkeiten im Ermittlungsverfahren folgte ein Prozess, in dem als Hauptbeweismittel Ergebnisse eines Tests über Schießpulverspuren präsentiert wurden. Dieser Test wird allgemeinhin als unzuverlässig angesehen. Berichten zufolge konnte die Staatsanwaltschaft keine Beweise für die Schuld der Angeklagten vorlegen.

    Das Recht auf freie Meinungsäußerung
    Unter Berufung auf das Mediengesetz, das internationalen Standards zum Schutz des Rechts auf freie Meinungsäußerung nicht gerecht geworden ist, wurden unabhängige Medienunternehmen und Journalisten der Verleumdung angeklagt und mit hohen Geldbußen bestraft. Am 29 Dezember wurden wesentliche Paragraphen des Gesetzes für verfassungswidrig erklärt.
    Am 17. Mai übernahm die Regierung die Leitung des unabhängigen Fernsehsenders Studio B in Belgrad und tauschte die Redaktion komplett aus. Weitere unabhängige Radio- und Fernsehstationen wurden mit der Begründung geschlossen, sie hätten es versäumt, eine Sendelizenz zu beantragen. Nach den Wahlen im November konnten die ursprünglichen Betreiber von Studio B die Sendeleitung wieder übernehmen.
    Der gewaltlose politische Gefangene Nebojša Ristic wurde am 16. März freigelassen, 26 Tage vor Ablauf seiner einjährigen Haftstrafe. Er war der Verbreitung falscher Informationen für schuldig befunden worden.
    Der Journalist Zoran Lukovic wurde am 15. August ebenfalls wegen Verbreitung falscher Informationen zu einer Haftstrafe verurteilt. Es handelte sich bei ihm um einen gewaltlosen politischen Gefangenen. Am 21. Oktober wurde er begnadigt und aus der Haft entlassen.
    Der Journalist Miroslav Filipovic wurde am 26. Juli der Spionage und der Verbreitung falscher Informationen für schuldig befunden und zu sieben Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Grund für diese Maßnahme war offenbar ein Artikel, den Miroslav Filipovic über den Kosovo-Konflikt ins Internet eingestellt hatte, und der Zeugenaussagen über Menschenrechtsverletzungen durch serbische Soldaten und Truppen der jugoslawischen Armee enthielt. Der Großteil der Verhandlung, deren Gegenstand angeblich »Staatsgeheimnisse« gewesen sein sollen, fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das Gericht gab keine genauen Angaben über Anklage und Beweislage gegen Miroslav Filipovic frei. Im August wurde er wegen einer Herzkrankheit in ein Krankenhaus überwiesen, im September allerdings ungeachtet der gesundheitlichen Risiken wieder in ein Gefängnis zurückgebracht. Nachdem das Oberste Militärgericht in Belgrad am 10. Oktober das Urteil gegen Miroslav Filipovic aufgehoben hatte, kam er aus der Haft frei. Allerdings wurde eine Wiederaufnahme des Verfahrens durch das Militärgericht in Niš angeordnet.

    Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen und Deserteure
    In den ersten Monaten des Berichtsjahres wurden Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen sowie Deserteure weiterhin strafgerichtlich verfolgt. Bis Ende November waren jedoch sämtliche Personen, die wegen Kriegsdienstverweigerung oder Desertion Freiheitsstrafen verbüßten, aus der Haft entlassen worden. Diejenigen, die das Land verlassen hatten oder untergetaucht waren, mussten weiterhin mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen. Zwar kündigten die Behörden ein Amnestiegesetz für diese Fälle an, das jedoch bis Ende 2000 dem Parlament noch nicht vorgelegt worden war. Die für den Zivildienst geltenden Regelungen blieben hinter internationalen Standards zurück.

    Kriegsverbrechen
    Die serbische und die Bundesregierung weigerten sich weiterhin, mit dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien zu kooperieren und Personen zu verhaften und auszuliefern, die das Gericht wegen Verstoßes gegen humanitäres Völkerrecht unter Anklage gestellt hat. Zu den Personen zählten der ehemalige Präsident Slobodan Miloševic und vier Mitglieder beziehungsweise ehemalige Mitglieder der serbischen und der Bundesregierung.

    Die Todesstrafe
    In den Strafgesetzbüchern Serbiens und Montenegros war die Todesstrafe weiterhin für den Tatbestand des Mordes verankert, während sie aus dem föderalen Strafgesetzbuchs bereits 1993 gestrichen worden war. Im Verlauf des Berichtsjahres verhängten Gerichte mindestens drei Todesurteile. Seit 1992 haben keine Hinrichtungen mehr stattgefunden, es befanden sich aber weiterhin mehr als 20 zum Tode verurteilte Personen in Haft.

    Kosovo
    Die Lage im Kosovo war weiterhin von Gewalt gekennzeichnet. Zahlreichen Morden und anderen Gewalttaten lagen ethnische oder politische Motive zugrunde Zu den Opfern zählten oftmals Angehörige von Minderheiten, vor allem Serben, Roma oder moslemische Slawen. In Gebieten, in denen die Serben den größeren Bevölkerungsanteil stellten, richtete sich die Gewalt aber auch gegen ethnische Albaner. Zudem wurden politische Morde an namhaften ethnischen Albanern verübt, die gemäßigte politische Positionen vertraten. In der Regel konnten die Täter weder festgenommen werden, noch bekannten sich in den Konflikt verwickelte Organisationen zu den Morden.
    Die Sicherheit, vor allem von Minderheiten, hing größtenteils von der Präsenz der KFOR-Truppen ab. Polizeiliche Ermittlungen wurden von einer internationalen Polizeieinheit unter UNMIK-Befehl durchgeführt.
    Internationales Personal, Polizeibeamte und Soldaten, die der UNMIK und der KFOR unterstellt waren, haben Untersuchungshäftlinge in ihren Rechten verletzt. Darüber hinaus wurden sie in einigen Fällen beschuldigt, Misshandlungen begangen zu haben. Die Mitglieder der KFOR-Truppen sollen wiederholt Menschen erschossen haben. In mindestens einem der Fälle bestanden Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Vorgehens.

    Die Tötung von Avni Hajredini
    Im Februar kam es in Mitrovica und Umgebung zu ethnisch motivierten Ausschreitungen, bei denen 13 Personen getötet und 50 verletzt wurden. Weitere 1500 Menschen sahen sich gezwungen, aus ihren Häusern und Wohnungen zu fliehen. KFOR-Soldaten bemühten sich, die Gewalt einzudämmen. Bei einem Vorfall gerieten KFOR-Truppen unter Beschuss, wobei einige der Soldaten Verletzungen erlitten. Avni Hajredini, ein ethnischer Albaner, wurde Berichten zufolge von KFOR-Truppen erschossen, als diese das Feuer erwiderten. Die KFOR zog ihre anfängliche Version, Avni Hajredini habe die Soldaten von einem Balkon aus unter Beschuss genommen, später wieder zurück, ohne allerdings eine andere Erklärung für die Rechtmäßigkeit ihres Vorgehens zu liefern. Auch wurde im unmittelbaren Anschluss keine unabhängige Untersuchung der genauen Umstände des Vorfalls durchgeführt. Später wurde amnesty international von der UNMIK informiert, dass in diesem Fall nun doch ermittelt würde. Ergebnisse waren bis Ende des Jahres nicht bekannt gegeben worden.

    Das Strafrechtssystem
    Wie wichtig der Schutz und die Förderung der Menschenrechte für den Kosovo sind, haben die Vereinten Nationen mit der Entsendung internationaler Beobachter deutlich gemacht. Dennoch war nicht sichergestellt, dass internationale Polizeitruppen, KFOR-Soldaten und Gerichte des neuen Justizsystems internationale Menschenrechtsstandards konsequent beachten.
    Im November nahm das Büro des internationalen Ombudsmannes, zu dessen Stellvertretern ein Serbe und ein Albaner ernannt wurden, seine Arbeit auf. Zu den Aufgaben des Büros zählt es, Vorwürfen über Menschenrechtsverletzungen nachzugehen, die sich gegen Mitarbeiter der internationalen Übergangsverwaltung oder der Behörden vor Ort richten. Das Mandat, auch gegen KFOR-Truppen ermitteln zu können, war dem Büro bis Ende des Berichtsjahres nicht erteilt worden.

    Untersuchungshaft
    UNMIK-Polizisten und Soldaten der KFOR ignorierten oftmals gesetzliche Vorschriften und internationale Menschenrechtsstandards, die verlangen, dass festgenommene Personen unverzüglich einer richterlichen Instanz vorgeführt werden müssen. So verbrachten im Februar während der Unruhen in Mitrovica 49 Männer, die KFOR-Soldaten festgenommen hatten, mehrere Tage ohne richterliche Überprüfung in Haft. Von ihnen wurden 14 fünf Tage lang festgehalten. Weder erhielten die Häftlinge eine Begründung für ihre Festnahme, noch wurden ihre Familien von dem Vorgang in Kenntnis gesetzt. Darüber hinaus gab man ihnen keine Gelegenheit, Kontakt zu ihren Angehörigen oder Rechtsanwälten aufzunehmen. Einige Häftlinge waren auf Befehl des KFOR-Kommandanten oder des Sondergesandten des UN-Generalsekretärs wochenlang inhaftiert.
    Da nach internationalen Standards und den anzuwendenden Rechtsvorschriften eine Inhaftierung richterlich angeordnet werden muss, handelte es sich in den vorgenannten Fällen um willkürliche und ungesetzliche Inhaftierungen. Einer der Gefangenen, Afrim Zeqiri, wurde auf Anordnung des UN-Sonderbeauftragten vom 26. Juli bis 14.September in Haft gehalten, weitere vier Wochen befand er sich auf richterliche Weisung hin in Gewahrsam. Obwohl das Bezirksgericht am 31. Oktober seine Freilassung verfügte, ordnete der UN-Sonderbeauftragte die Fortdauer der Haft an. Bis Ende des Berichtszeitraums war Afrim Zeqiri nicht freigekommen.

    Die »Verschwundenen« und Vermissten
    Das Schicksal von mindestens 3300 Personen aus dem Kosovo war nach wie vor ungeklärt. Bei den meisten von ihnen handelte es sich um ethnische Albaner, die vermutlich im Gewahrsam serbischer Polizei oder Paramilitärs zwischen Anfang 1998 und Juni 1999 dem »Verschwindenlassen« zum Opfer gefallen sind. Vermisst wurden des Weiteren Serben, Roma, Angehörige anderer Nationalitäten sowie ethnische Albaner, die einen gemäßigten politischen Standpunkt vertreten hatten oder der »Kollaboration« mit den serbischen Behörden verdächtigt worden waren. Vermutlich sind viele von ihnen von bewaffneten ethnischen Albanern entführt worden. Die meisten dieser Vorfälle ereigneten sich im Juni 1999 und den darauf folgenden Monaten, es wurden aber auch 2000 weitere Fälle gemeldet.
    Marian Melonasi, ein Journalist aus einer albanisch-serbischen Familie, wurde Berichten zufolge am 9. September in Priština entführt. Er war als serbischsprachiger Reporter für die unter UNMIK-Kontrolle stehenden staatlichen Medien tätig gewesen. Informationen über seinen Verbleib lagen bis Ende 2000 nicht vor.
    Nach der Exhumierung von Gräbern konnte die Identität von rund 260 der Toten ermittelt werden. Die Identität von weiteren 1260 in den Jahren 1999 und 2000 geborgenen Toten blieb hingegen ungeklärt. Ende des Jahres waren einige Gräber noch nicht exhumiert worden.

    Flüchtlinge und Vertriebene
    Bis September 2000 waren rund 82000 ethnische Albaner in den Kosovo zurückgekehrt, von denen etwa 9000 von ausländischen Regierungen zur Rückkehr gezwungen worden waren. Rund 222800 Kosovo-Serben, Roma und Angehörige anderer Minderheiten lebten als Binnenflüchtlinge in Serbien und Montenegro. Auf Grund der anhaltend gefährlichen Situation kehrten nur wenige in ihre ursprünglichen Wohnorte zurück.
    Am 7. November kehrte eine innerhalb des Kosovo vertriebene Gruppe von drei Männern und einem Jungen in das Dorf Dašovac/Dashovc zurück. Die vier gehörten der Gemeinschaft der Ashkali an, einer albanischsprachigen Minderheit, die bei den ethnischen Albanern als Roma gelten. Die Männer beabsichtigten, die Häuser für die Rückkehr ihrer Familien in Stand zu setzen. Zusammen mit internationalen Organisationen hatten sie zuvor mit Anführern der ethnischen Albaner Verhandlungen geführt, um eine Zusage für eine sichere Rückkehr zu erhalten. Dessen ungeachtet wurden die drei Männer und der Junge zwei Tage später ermordet aufgefunden. Die vier hatten das Angebot, zu ihrem Schutz einen KFOR-Soldaten abzustellen, abgelehnt, da sie fürchteten, dass eine solche Maßnahme Misstrauen hervorrufen würde.

    Berichte und Missionen von amnesty international

    Berichte
    Federal Republic of Yugoslavia (Kosovo): Update from the field – January 2000 (ai-index: EUR 70/002/2000)
    Federal Republic of Yugoslavia (Kosovo): AI’s recommendations to UNMIK on the judicial system, February 2000 (ai-index: EUR 70/006/2000)
    Federal Republic of Yugoslavia: Otpor – Students and academics in the Federal Republic of Yugoslavia (ai-index: EUR 70/012/2000)
    Federal Republic of Yugoslavia (Kosovo): Setting the standard? UNMIK and KFORís response to the violence in Mitrovica (ai-index: EUR 70/013/2000)
    Federal Republic of Yugoslavia: »Collateral damage« or unlawful killings? Violations of the Laws of War by NATO during Operation Allied Force (ai-index: EUR 70/018/2000)
    Federal Republic of Yugoslavia: Still forgotten – an update on conscientious objectors after the Kosovo conflict (ai-index: EUR 70/028/2000)
    Federal Republic of Yugoslavia (Kosovo): Amnesty International’s recommendations on the return of refugees to Kosovo (ai-index: EUR 70/031/2000)
    Federal Republic of Yugoslavia: Continuing Concerns (ai-index: EUR 70/057/2000)
    Missionen Vertreter von amnesty international besuchten im Verlauf des Jahres 2000 regelmäßig die Bundesrepublik Jugoslawien, einschließlich den Kosovo. Sie stellten Nachforschungen an und engagierten sich auf dem Gebiet der Menschenrechtserziehung. Bis März waren zwei Ermittler von amnesty international im Kosovo stationiert, ein weiterer Researcher blieb bis Ende des Jahres im mazedonischen Skopje.


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    amnesty international, Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V., 53108 Bonn
    Telefon: 0228/983 73-0 - Telefax: 0228/63 00 36
    Spendenkonto: 80 90 100 - Bank für Sozialwirtschaft - BLZ 370 205 00
    E-mail:info@amnesty.de
    Amnesty Internationel ist eine Menschenrechtsorganisation und seriös

  2. #2
    Popeye
    Wer die ganze Propaganda da oben durchließt, na respekt!

  3. #3

    Registriert seit
    20.01.2008
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    9.280
    Zitat Zitat von Janitschar Beitrag anzeigen
    Wer die ganze Propaganda da oben durchließt, na respekt!
    gebildete kerle wie ich und du

  4. #4
    Popeye
    Zitat Zitat von andrew_reynolds Beitrag anzeigen
    gebildete kerle wie ich und du
    Du gefällst mir, lässt dich ned provozieren

  5. #5

    Registriert seit
    20.01.2008
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    Zitat Zitat von Janitschar Beitrag anzeigen
    Du gefällst mir, lässt dich ned provozieren
    shit, ich hab mit ich angefangen .ich bin ein esel .das mit dem provozieren ich hab vor einer stunde ein bisschen den koran gelesen, hat mir den tag wieder gerettet

  6. #6
    Avatar von coveculjak16

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    Zitat Zitat von andrew_reynolds Beitrag anzeigen
    Jahresbericht 2001
    JUGOSLAWIEN


    Amtliche Bezeichnung:
    Bundesrepublik Jugoslawien
    Staatsoberhaupt: Vojislav Koštunica
    (löste Slobodan Miloševic im Oktober ab)
    Regierungschef: Zoran Zizic
    (löste Momir Bulatovic im Oktober ab)
    Hauptstadt: Belgrad
    Einwohner: 10,6 Millionen
    Amtssprache: Serbisch
    Todesstrafe: nicht abgeschafft
    Ratifikation / Unterzeichnung völkerrechtlicher Abkommen in 2000: Römisches Statut des Internationalen Strafgerichtshofs


    In der Zeit vor den Präsidentschaftswahlen und der Ernennung einer neuen Regierung im Oktober war ein Anstieg sowohl der Zahl als auch der Schwere der berichteten Menschenrechtsverletzungen zu verzeichnen. Die Mehrzahl der Übergriffe richtete sich gegen Oppositionelle, unabhängige Journalisten und Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen. Zu den bekannt gewordenen Menschenrechtsverletzungen zählten unter anderem willkürliche Inhaftierungen, Misshandlungen, unfaire Gerichtsverfahren und politisch motivierte Strafverfolgung. Hunderte ethnische Albaner, die man mit dem Abzug serbischer und jugoslawischer Truppen aus dem Kosovo in jugoslawische Gefängnisse überstellt hatte, wurden nach unfairen Gerichtsverfahren zu Haftstrafen verurteilt. Bei einigen von ihnen handelte es sich möglicherweise um gewaltlose politische Gefangene. Viele erhoben den Vorwurf, in der Haft misshandelt oder gefoltert worden zu sein. Nach dem Regierungswechsel besserte sich die Situation merklich, doch trafen auch weiterhin Berichte über Misshandlungen durch Polizeibeamte ein. Vier Personen, die amnesty international als gewaltlose Gefangene betreut hatte, kamen gegen Ende 2000 frei. Es wurden mindestens drei Todesurteile verhängt, Hinrichtungen aber haben nicht stattgefunden.
    Im Kosovo sahen sich die UN-Übergangsverwaltung (UNMIK) und die von der NATO befehligten KFOR-Friedenstruppen bei der Erfüllung ihres Mandats mit enormen Schwierigkeiten konfrontiert. Die Leitung der UNMIK und die damit verbundene oberste Amtsgewalt war einem Sondergesandten des UN-Generalsekretärs überantwortet worden. Im Verlauf des Berichtsjahres war zwar eine gewisse Verbesserung der Menschenrechtssituation im Kosovo zu verzeichnen, insgesamt aber blieb die Lage unbefriedigend. Das Schicksal von mindestens 3300 Personen im Kosovo war nach wie vor ungeklärt. Viele waren dem »Verschwindenlassen« zum Opfer gefallen, nachdem sie von serbischen Polizeikräften verhaftet oder von bewaffneten ethnischen Albanern entführt worden waren.

    Folterungen und Misshandlungen
    Mitglieder oppositioneller Parteien und der Widerstandsbewegung Otpor, einem lockeren Zusammenschluss oppositioneller Gruppen, hauptsächlich aus Studenten und Jugendlichen bestehend, wurden häufig von der Polizei festgenommen und über ihre Aktivitäten verhört. Einige sahen sich in der Haft Schlägen oder anderweitigen Misshandlungen ausgesetzt. Bei einer Demonstration gegen die Ausweitung staatlicher Kontrolle auf den unabhängigen Fernsehsender Studio B am 17. und 18. Mai ging die Polizei mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Menschenmenge vor. Dabei wurden zahlreiche Demonstranten verletzt. Landesweite Demonstrationen der Opposition, bei denen der Rücktritt von Präsident Miloševic gefordert wurde, verliefen größtenteils friedlich und ohne polizeiliche Eingriffe. Gleichwohl hat es Fälle gegeben, bei denen Polizeikräfte Demonstranten mit Schlägen traktiert und verletzt haben.
    Nach dem Regierungswechsel wurden mehrere Polizeibeamte, die man beschuldigt hatte, an Misshandlungen beteiligt gewesen zu sein, versetzt und mit anderweitigen Aufgaben betraut. Unabhängige Untersuchungen hatten bis Jahresende allerdings nur vereinzelt stattgefunden. Auch nach dem Regierungswechsel erhielt amnesty international von Berichten über Misshandlungen durch Polizeibeamte Kenntnis. Die Häufigkeit solcher Berichte war allerdings rückläufig.
    Am 23. März wurde Nonad Simonovic während einer Otpor-Demonstration in Kragujevac von Polizisten und Angehörigen eines privaten Sicherheitsdienstes bewusstlos geschlagen. Nachdem er seine Verletzungen medizinisch hatte behandeln lassen, kehrte er nach Hause zurück. Dort wurde er von Männern in Zivilkleidung aufgesucht, die ihn mit dem Tode bedrohten, falls er seine Aktivitäten nicht einstellen sollte.
    Am 8. September wurden Miloš Kitanovic und fünf weitere Männer, die man zu einer informellen Befragung auf die Polizeiwache der Stadt Vladicin Han vorgeladen hatte, von drei betrunkenen Polizeibeamten gehindert, die Wache zu verlassen. Die sechs Männer wurden auf Kopf, Körper und Fußsohlen geschlagen und mit einem Seil stranguliert. Man zwang sie außerdem, regungslos in hockender Position zu verharren, und versetzte ihnen Schläge, wenn sie sich bewegten. Am nächsten Tag ließ man die Männer frei. Es hieß, die verantwortlichen Polizeibeamten
    seien auf andere Posten versetzt worden.

    Gefangene der ethnisch albanischen Bevölkerungsgruppe
    Die Verfahren gegen ethnische Albaner, die man mit dem Abzug serbischer und jugoslawischer Truppen 1999 aus dem Kosovo in serbische Gefängnisse überstellt hatte, wurden fortgesetzt. Viele von ihnen befand man des »Terrorismus« für schuldig, obwohl das gegen sie verwandte Beweismaterial unzulänglich war oder sich auf Geständnisse stützte, die die Angeklagten nach eigenen Angaben unter Folterungen abgelegt hatten und die sie während des Verfahrens widerriefen. Ende 2000 befanden sich noch zahlreiche ethnische Albaner in Haft, die im Berichtszeitraum oder in den Vorjahren des »Terrorismus« und ähnlicher Delikte für schuldig befunden worden waren. Einige hingegen kamen nach Ablauf ihrer Strafen frei, andere wurden aus dem Gefängnis entlassen, weil sie die gegen sie verhängte Strafe mit der Untersuchungshaft bereits abgebüßt hatten oder in der Berufung eine Verkürzung ihrer Haft hatten erwirken können.
    Ende des Jahres 2000 befanden sich ungefähr 800 ethnische Albaner beiderlei Geschlechts in Haft, von denen ungefähr 600 politischer Straftaten für schuldig befunden worden waren. Andere ethnische Albaner, unter ihnen Minderjährige, hatten unter Verstoß gegen die Strafprozessordnung bis zu 18 Monate ohne richterliche Anweisung in Haft zubringen müssen, bis sie nach dem Regierungswechsel freigelassen wurden.
    Die gewaltlose politische Gefangene Flora Brovina, die des »Terrorismus« für schuldig befunden und zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden war, kam am 1. November frei.
    Am 22. Mai verurteilte das Bezirksgericht in Niš 143 ethnische Albaner zu zwischen sieben und 13 Jahren Freiheitsentzug, nachdem es sie des Terrorismus für schuldig befunden hatte. Bei dem äußerst unfairen Gerichtsverfahren war gegen geltendes innerstaatliches Recht sowie gegen internationale Standards für einen fairen Prozess verstoßen worden. Nach Unregelmäßigkeiten im Ermittlungsverfahren folgte ein Prozess, in dem als Hauptbeweismittel Ergebnisse eines Tests über Schießpulverspuren präsentiert wurden. Dieser Test wird allgemeinhin als unzuverlässig angesehen. Berichten zufolge konnte die Staatsanwaltschaft keine Beweise für die Schuld der Angeklagten vorlegen.

    Das Recht auf freie Meinungsäußerung
    Unter Berufung auf das Mediengesetz, das internationalen Standards zum Schutz des Rechts auf freie Meinungsäußerung nicht gerecht geworden ist, wurden unabhängige Medienunternehmen und Journalisten der Verleumdung angeklagt und mit hohen Geldbußen bestraft. Am 29 Dezember wurden wesentliche Paragraphen des Gesetzes für verfassungswidrig erklärt.
    Am 17. Mai übernahm die Regierung die Leitung des unabhängigen Fernsehsenders Studio B in Belgrad und tauschte die Redaktion komplett aus. Weitere unabhängige Radio- und Fernsehstationen wurden mit der Begründung geschlossen, sie hätten es versäumt, eine Sendelizenz zu beantragen. Nach den Wahlen im November konnten die ursprünglichen Betreiber von Studio B die Sendeleitung wieder übernehmen.
    Der gewaltlose politische Gefangene Nebojša Ristic wurde am 16. März freigelassen, 26 Tage vor Ablauf seiner einjährigen Haftstrafe. Er war der Verbreitung falscher Informationen für schuldig befunden worden.
    Der Journalist Zoran Lukovic wurde am 15. August ebenfalls wegen Verbreitung falscher Informationen zu einer Haftstrafe verurteilt. Es handelte sich bei ihm um einen gewaltlosen politischen Gefangenen. Am 21. Oktober wurde er begnadigt und aus der Haft entlassen.
    Der Journalist Miroslav Filipovic wurde am 26. Juli der Spionage und der Verbreitung falscher Informationen für schuldig befunden und zu sieben Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Grund für diese Maßnahme war offenbar ein Artikel, den Miroslav Filipovic über den Kosovo-Konflikt ins Internet eingestellt hatte, und der Zeugenaussagen über Menschenrechtsverletzungen durch serbische Soldaten und Truppen der jugoslawischen Armee enthielt. Der Großteil der Verhandlung, deren Gegenstand angeblich »Staatsgeheimnisse« gewesen sein sollen, fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das Gericht gab keine genauen Angaben über Anklage und Beweislage gegen Miroslav Filipovic frei. Im August wurde er wegen einer Herzkrankheit in ein Krankenhaus überwiesen, im September allerdings ungeachtet der gesundheitlichen Risiken wieder in ein Gefängnis zurückgebracht. Nachdem das Oberste Militärgericht in Belgrad am 10. Oktober das Urteil gegen Miroslav Filipovic aufgehoben hatte, kam er aus der Haft frei. Allerdings wurde eine Wiederaufnahme des Verfahrens durch das Militärgericht in Niš angeordnet.

    Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen und Deserteure
    In den ersten Monaten des Berichtsjahres wurden Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen sowie Deserteure weiterhin strafgerichtlich verfolgt. Bis Ende November waren jedoch sämtliche Personen, die wegen Kriegsdienstverweigerung oder Desertion Freiheitsstrafen verbüßten, aus der Haft entlassen worden. Diejenigen, die das Land verlassen hatten oder untergetaucht waren, mussten weiterhin mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen. Zwar kündigten die Behörden ein Amnestiegesetz für diese Fälle an, das jedoch bis Ende 2000 dem Parlament noch nicht vorgelegt worden war. Die für den Zivildienst geltenden Regelungen blieben hinter internationalen Standards zurück.

    Kriegsverbrechen
    Die serbische und die Bundesregierung weigerten sich weiterhin, mit dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien zu kooperieren und Personen zu verhaften und auszuliefern, die das Gericht wegen Verstoßes gegen humanitäres Völkerrecht unter Anklage gestellt hat. Zu den Personen zählten der ehemalige Präsident Slobodan Miloševic und vier Mitglieder beziehungsweise ehemalige Mitglieder der serbischen und der Bundesregierung.

    Die Todesstrafe
    In den Strafgesetzbüchern Serbiens und Montenegros war die Todesstrafe weiterhin für den Tatbestand des Mordes verankert, während sie aus dem föderalen Strafgesetzbuchs bereits 1993 gestrichen worden war. Im Verlauf des Berichtsjahres verhängten Gerichte mindestens drei Todesurteile. Seit 1992 haben keine Hinrichtungen mehr stattgefunden, es befanden sich aber weiterhin mehr als 20 zum Tode verurteilte Personen in Haft.

    Kosovo
    Die Lage im Kosovo war weiterhin von Gewalt gekennzeichnet. Zahlreichen Morden und anderen Gewalttaten lagen ethnische oder politische Motive zugrunde Zu den Opfern zählten oftmals Angehörige von Minderheiten, vor allem Serben, Roma oder moslemische Slawen. In Gebieten, in denen die Serben den größeren Bevölkerungsanteil stellten, richtete sich die Gewalt aber auch gegen ethnische Albaner. Zudem wurden politische Morde an namhaften ethnischen Albanern verübt, die gemäßigte politische Positionen vertraten. In der Regel konnten die Täter weder festgenommen werden, noch bekannten sich in den Konflikt verwickelte Organisationen zu den Morden.
    Die Sicherheit, vor allem von Minderheiten, hing größtenteils von der Präsenz der KFOR-Truppen ab. Polizeiliche Ermittlungen wurden von einer internationalen Polizeieinheit unter UNMIK-Befehl durchgeführt.
    Internationales Personal, Polizeibeamte und Soldaten, die der UNMIK und der KFOR unterstellt waren, haben Untersuchungshäftlinge in ihren Rechten verletzt. Darüber hinaus wurden sie in einigen Fällen beschuldigt, Misshandlungen begangen zu haben. Die Mitglieder der KFOR-Truppen sollen wiederholt Menschen erschossen haben. In mindestens einem der Fälle bestanden Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Vorgehens.

    Die Tötung von Avni Hajredini
    Im Februar kam es in Mitrovica und Umgebung zu ethnisch motivierten Ausschreitungen, bei denen 13 Personen getötet und 50 verletzt wurden. Weitere 1500 Menschen sahen sich gezwungen, aus ihren Häusern und Wohnungen zu fliehen. KFOR-Soldaten bemühten sich, die Gewalt einzudämmen. Bei einem Vorfall gerieten KFOR-Truppen unter Beschuss, wobei einige der Soldaten Verletzungen erlitten. Avni Hajredini, ein ethnischer Albaner, wurde Berichten zufolge von KFOR-Truppen erschossen, als diese das Feuer erwiderten. Die KFOR zog ihre anfängliche Version, Avni Hajredini habe die Soldaten von einem Balkon aus unter Beschuss genommen, später wieder zurück, ohne allerdings eine andere Erklärung für die Rechtmäßigkeit ihres Vorgehens zu liefern. Auch wurde im unmittelbaren Anschluss keine unabhängige Untersuchung der genauen Umstände des Vorfalls durchgeführt. Später wurde amnesty international von der UNMIK informiert, dass in diesem Fall nun doch ermittelt würde. Ergebnisse waren bis Ende des Jahres nicht bekannt gegeben worden.

    Das Strafrechtssystem
    Wie wichtig der Schutz und die Förderung der Menschenrechte für den Kosovo sind, haben die Vereinten Nationen mit der Entsendung internationaler Beobachter deutlich gemacht. Dennoch war nicht sichergestellt, dass internationale Polizeitruppen, KFOR-Soldaten und Gerichte des neuen Justizsystems internationale Menschenrechtsstandards konsequent beachten.
    Im November nahm das Büro des internationalen Ombudsmannes, zu dessen Stellvertretern ein Serbe und ein Albaner ernannt wurden, seine Arbeit auf. Zu den Aufgaben des Büros zählt es, Vorwürfen über Menschenrechtsverletzungen nachzugehen, die sich gegen Mitarbeiter der internationalen Übergangsverwaltung oder der Behörden vor Ort richten. Das Mandat, auch gegen KFOR-Truppen ermitteln zu können, war dem Büro bis Ende des Berichtsjahres nicht erteilt worden.

    Untersuchungshaft
    UNMIK-Polizisten und Soldaten der KFOR ignorierten oftmals gesetzliche Vorschriften und internationale Menschenrechtsstandards, die verlangen, dass festgenommene Personen unverzüglich einer richterlichen Instanz vorgeführt werden müssen. So verbrachten im Februar während der Unruhen in Mitrovica 49 Männer, die KFOR-Soldaten festgenommen hatten, mehrere Tage ohne richterliche Überprüfung in Haft. Von ihnen wurden 14 fünf Tage lang festgehalten. Weder erhielten die Häftlinge eine Begründung für ihre Festnahme, noch wurden ihre Familien von dem Vorgang in Kenntnis gesetzt. Darüber hinaus gab man ihnen keine Gelegenheit, Kontakt zu ihren Angehörigen oder Rechtsanwälten aufzunehmen. Einige Häftlinge waren auf Befehl des KFOR-Kommandanten oder des Sondergesandten des UN-Generalsekretärs wochenlang inhaftiert.
    Da nach internationalen Standards und den anzuwendenden Rechtsvorschriften eine Inhaftierung richterlich angeordnet werden muss, handelte es sich in den vorgenannten Fällen um willkürliche und ungesetzliche Inhaftierungen. Einer der Gefangenen, Afrim Zeqiri, wurde auf Anordnung des UN-Sonderbeauftragten vom 26. Juli bis 14.September in Haft gehalten, weitere vier Wochen befand er sich auf richterliche Weisung hin in Gewahrsam. Obwohl das Bezirksgericht am 31. Oktober seine Freilassung verfügte, ordnete der UN-Sonderbeauftragte die Fortdauer der Haft an. Bis Ende des Berichtszeitraums war Afrim Zeqiri nicht freigekommen.

    Die »Verschwundenen« und Vermissten
    Das Schicksal von mindestens 3300 Personen aus dem Kosovo war nach wie vor ungeklärt. Bei den meisten von ihnen handelte es sich um ethnische Albaner, die vermutlich im Gewahrsam serbischer Polizei oder Paramilitärs zwischen Anfang 1998 und Juni 1999 dem »Verschwindenlassen« zum Opfer gefallen sind. Vermisst wurden des Weiteren Serben, Roma, Angehörige anderer Nationalitäten sowie ethnische Albaner, die einen gemäßigten politischen Standpunkt vertreten hatten oder der »Kollaboration« mit den serbischen Behörden verdächtigt worden waren. Vermutlich sind viele von ihnen von bewaffneten ethnischen Albanern entführt worden. Die meisten dieser Vorfälle ereigneten sich im Juni 1999 und den darauf folgenden Monaten, es wurden aber auch 2000 weitere Fälle gemeldet.
    Marian Melonasi, ein Journalist aus einer albanisch-serbischen Familie, wurde Berichten zufolge am 9. September in Priština entführt. Er war als serbischsprachiger Reporter für die unter UNMIK-Kontrolle stehenden staatlichen Medien tätig gewesen. Informationen über seinen Verbleib lagen bis Ende 2000 nicht vor.
    Nach der Exhumierung von Gräbern konnte die Identität von rund 260 der Toten ermittelt werden. Die Identität von weiteren 1260 in den Jahren 1999 und 2000 geborgenen Toten blieb hingegen ungeklärt. Ende des Jahres waren einige Gräber noch nicht exhumiert worden.

    Flüchtlinge und Vertriebene
    Bis September 2000 waren rund 82000 ethnische Albaner in den Kosovo zurückgekehrt, von denen etwa 9000 von ausländischen Regierungen zur Rückkehr gezwungen worden waren. Rund 222800 Kosovo-Serben, Roma und Angehörige anderer Minderheiten lebten als Binnenflüchtlinge in Serbien und Montenegro. Auf Grund der anhaltend gefährlichen Situation kehrten nur wenige in ihre ursprünglichen Wohnorte zurück.
    Am 7. November kehrte eine innerhalb des Kosovo vertriebene Gruppe von drei Männern und einem Jungen in das Dorf Dašovac/Dashovc zurück. Die vier gehörten der Gemeinschaft der Ashkali an, einer albanischsprachigen Minderheit, die bei den ethnischen Albanern als Roma gelten. Die Männer beabsichtigten, die Häuser für die Rückkehr ihrer Familien in Stand zu setzen. Zusammen mit internationalen Organisationen hatten sie zuvor mit Anführern der ethnischen Albaner Verhandlungen geführt, um eine Zusage für eine sichere Rückkehr zu erhalten. Dessen ungeachtet wurden die drei Männer und der Junge zwei Tage später ermordet aufgefunden. Die vier hatten das Angebot, zu ihrem Schutz einen KFOR-Soldaten abzustellen, abgelehnt, da sie fürchteten, dass eine solche Maßnahme Misstrauen hervorrufen würde.

    Berichte und Missionen von amnesty international

    Berichte
    Federal Republic of Yugoslavia (Kosovo): Update from the field – January 2000 (ai-index: EUR 70/002/2000)
    Federal Republic of Yugoslavia (Kosovo): AI’s recommendations to UNMIK on the judicial system, February 2000 (ai-index: EUR 70/006/2000)
    Federal Republic of Yugoslavia: Otpor – Students and academics in the Federal Republic of Yugoslavia (ai-index: EUR 70/012/2000)
    Federal Republic of Yugoslavia (Kosovo): Setting the standard? UNMIK and KFORís response to the violence in Mitrovica (ai-index: EUR 70/013/2000)
    Federal Republic of Yugoslavia: »Collateral damage« or unlawful killings? Violations of the Laws of War by NATO during Operation Allied Force (ai-index: EUR 70/018/2000)
    Federal Republic of Yugoslavia: Still forgotten – an update on conscientious objectors after the Kosovo conflict (ai-index: EUR 70/028/2000)
    Federal Republic of Yugoslavia (Kosovo): Amnesty International’s recommendations on the return of refugees to Kosovo (ai-index: EUR 70/031/2000)
    Federal Republic of Yugoslavia: Continuing Concerns (ai-index: EUR 70/057/2000)
    Missionen Vertreter von amnesty international besuchten im Verlauf des Jahres 2000 regelmäßig die Bundesrepublik Jugoslawien, einschließlich den Kosovo. Sie stellten Nachforschungen an und engagierten sich auf dem Gebiet der Menschenrechtserziehung. Bis März waren zwei Ermittler von amnesty international im Kosovo stationiert, ein weiterer Researcher blieb bis Ende des Jahres im mazedonischen Skopje.


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    Spendenkonto: 80 90 100 - Bank für Sozialwirtschaft - BLZ 370 205 00
    E-mail:info@amnesty.de
    Amnesty Internationel ist eine Menschenrechtsorganisation und seriös
    Kannst du mir gebildeter Kerl bitte sagen wer ZORAN ZIZIC ist ?

  7. #7

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    Zitat Zitat von coveculjak16 Beitrag anzeigen
    Kannst du mir gebildeter Kerl bitte sagen wer ZORAN ZIZIC ist ?
    du hast den ganzen text gelesen um diesen fehler zu entdecken, respekt. zoran dindic solltest du als serbe besser wissen

  8. #8
    Avatar von coveculjak16

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    Zitat Zitat von andrew_reynolds Beitrag anzeigen
    du hast den ganzen text gelesen um diesen fehler zu entdecken, respekt. zoran dindic solltest du als serbe besser wissen
    Du scheinst orientierungsschwierigkeiten zu haben oder weisst du nicht wo oben und wo unten ist ???
    Der fehler von Dir ist oben im Text wie kommst du dann darauf das ich den ganzen Text gelesen habe ?
    Bitte erkläre es mir wir Serben sind lernfähig

  9. #9

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    Zitat Zitat von coveculjak16 Beitrag anzeigen
    Du scheinst orientierungsschwierigkeiten zu haben oder weisst du nicht wo oben und wo unten ist ???
    Der fehler von Dir ist oben im Text wie kommst du dann darauf das ich den ganzen Text gelesen habe ?
    Bitte erkläre es mir wir Serben sind lernfähig
    1. ich habe den text nicht geschrieben . es war jemand von amnesty international sollte dir wahrscheinlich nichts sagen.
    2. wen du gebildet wärst hättest du den ganzen text gelesen bevor du hier so einen mist mit rechtschreibfehlern schreibst. wen du noch einen findest kannst du ihn behalten.
    3.dachte du wärst ein gebildeter ,jedoch hab ich mich geirrt du bist wie der durchschnitt hier

    eine frage hast du den text überhaupt gelesen? das gilt an alle bevor ihr hier spamt solltet ihr euch das thema durchlesen

  10. #10
    Avatar von coveculjak16

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    Zitat Zitat von andrew_reynolds Beitrag anzeigen
    1. ich habe den text nicht geschrieben . es war jemand von amnesty international sollte dir wahrscheinlich nichts sagen.
    2. wen du gebildet wärst hättest du den ganzen text gelesen bevor du hier so einen mist mit rechtschreibfehlern schreibst. wen du noch einen findest kannst du ihn behalten.
    3.dachte du wärst ein gebildeter ,jedoch hab ich mich geirrt du bist wie der durchschnitt hier

    eine frage hast du den text überhaupt gelesen? das gilt an alle bevor ihr hier spamt solltet ihr euch das thema durchlesen
    Ich masse mir gar nicht an zu behaupten das ich gebildeter binn wie andere hier im Forum , aber du scheinst es von dir selber zu behaupten das zeugt nicht von Grösse aber egal sag mal wieso bist du gleich mit dem Arsch an der Decke ?
    Reg dich doch nicht auf es war ein Fehler von Amnesty International und nicht von dir die würde doch sowas niemals passieren

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