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Jandrokovic über die Anerkennung Kosovos und den Grenzstreit mit Slowenien.

Erstellt von Popeye, 27.03.2008, 12:34 Uhr · 3 Antworten · 868 Aufrufe

  1. #1
    Popeye

    Daumen hoch Jandrokovic über die Anerkennung Kosovos und den Grenzstreit mit Slowenien.

    Die Presse: Kroatien hat vergangene Woche Kosovo anerkannt, verglichen mit anderen Staaten der Region relativ rasch. Was war der Grund?
    Gordan Jandrokovic: Die Unabhängigkeit des Kosovo ist eine politische Realität, und Kroatien hat dies mit seiner Anerkennung bestätigt. Dabei haben wir berücksichtigt, auf keine Art und Weise die Beziehungen zu Serbien zu beschädigen. Gerade deshalb haben wir uns gar nicht sehr beeilt und gewartet, bis eine Mehrheit der EU-Staaten Kosovo anerkannt hat.


    Die Beziehungen zu Belgrad wurden sehr wohl beschädigt. Serbien zog den Botschafter zurück und Ihre Vertretung in Belgrad wurde bei Ausschreitungen attackiert.
    Jandrokovic: Die Anerkennung Kosovos ist keinesfalls gegen Serbien gerichtet, es ist kein Akt der Feindschaft gegenüber Serbien.

    Aber Serbien nimmt das so wahr.
    Jandrokovic: Serbien hat auch aus anderen Ländern (die Kosovo anerkannten, Anm.) die Botschafter abgezogen. Wir haben alles mögliche getan und zuvor der serbischen Seite angekündigt, dass wir die Unabhängigkeit des Kosovo anerkennen werden. Aber es wäre unrealistisch zu erwarten, dass Kroatien sich anders verhält als die große Mehrheit der EU-Mitglieder.
    Befürchten Sie keine negativen Auswirkungen auf die Beziehungen zur serbischen Minderheit in Kroatien?
    Jandrokovic: Es gibt nicht nur eine serbische Minderheit in Kroatien, sondern auch eine kroatische in Serbien. Ich erwarte aber nicht, dass eine der Minderheiten deswegen irgendwelche Probleme bekommt, das wäre tragisch. Die Partei der serbischen Minderheit ist Koalitionspartner in unserer Regierung, die Serben stellen erstmals in der Geschichte einen Vizepremier. Die Lage dieser Partei ist schwierig, aber es wäre falsch, nun die Koalition aufzukündigen. Das würde auch die Lösung von Fragen wie der Rückkehr der (serbischen, Anm.) Flüchtlinge behindern.

    Im Grenzstreit mit Slowenien warf Laibach Kroatien wegen eines aktuellen Zwischenfalls Vertragsbruch vor. Was sagen Sie dazu?
    Jandrokovic: Wir sind nicht die, die Zwischenfälle provozieren. Was hätten wir für ein Interesse? Unser größtes Interesse ist es, EU-Mitglied zu werden. Slowenische Beamte haben die Grenze überschritten und kamen auf einen unstrittig kroatischen Teil. Dort wollten sie Dinge behandeln, die in die Zuständigkeit Kroatiens fallen. In Slowenien stehen Wahlen bevor, offenbar wollen einzelne politische Kräfte die Grenzfrage mit Kroatien nutzen, um besser abzuschneiden.
    Der Internationale Gerichtshof soll über den Grenzverlauf entscheiden. Die Parlamente beider Länder müssen sich verpflichten, die Entscheidungen des Gerichtes zu akzeptieren. Wir sind dazu bereit.
    Vor dem Haager Kriegsverbrechertribunal findet ein Prozess gegen den (in Kroatien als Held verehrten; Anm.) Ex-General Ante Gotovina statt. Würde Kroatien einen Schuldspruch akzeptieren?
    Jandrokovic: Wir haben ein Verfassungsgesetz über die Zusammenarbeit mit dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag, und selbstverständlich werden wir seine Entscheidungen auch akzeptieren.

    Was würde ein Schuldspruch für das kroatische Selbstverständnis bedeuten?
    Jandrokovic: Wir glauben, dass die Angaben in der Anklageschrift unrichtig sind. Es gab keinerlei Plan, die Serben aus Kroatien zu vertreiben. Kroatien führte einen Verteidigungskrieg, einen gerechtfertigten Krieg mit dem Ziel der Befreiung seiner besetzten Gebiete. Wir glauben, dass das in dem Gerichtsverfahren auch seine Bestätigung finden wird. Aber wie gesagt: Kroatien achtet dieses Gericht und seine Urteile.



    „Die Unabhängigkeit Kosovos ist eine Realität“ « DiePresse.com









    Wahre Worte

  2. #2
    cro_Kralj_Zvonimir
    Jandrokovic:Es gab keinerlei Plan, die Serben aus Kroatien zu vertreiben. Kroatien führte einen Verteidigungskrieg, einen gerechtfertigten Krieg mit dem Ziel der Befreiung seiner besetzten Gebiete.
    Wie wahr!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  3. #3
    Pandabär
    Aber es wäre unrealistisch zu erwarten, dass Kroatien sich anders verhält als die große Mehrheit der EU-Mitglieder.
    es ist schön, noch zu sehen, dass es auch Freigeister und Andersdenker in Europa gibt !

  4. #4
    cro_Kralj_Zvonimir
    Zitat Zitat von Yugo55 Beitrag anzeigen
    es ist schön, noch zu sehen, dass es auch Freigeister und Andersdenker in Europa gibt !

    Kroatien würde sp oder so das Kosovo anerkennen weil wir wissen was die Albaner durchmachen mussten und wir wollen esihnen auch ermöglichen aus Serbien zu befreien wie wir es auch geschafft haben aus Jugoslawien noch.
    Und es steht wirtschaftliches Interesse im Raum, kroatische Firmen werden kosovarische Autobahnen bauen und haben schon in zwei Minen investiert.

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