Dei Bibel der Geheimdienste JANES warnt erneut, vor den kriminellen Geheimdienst Neben Strukturen der Rugova und Thaci Leute im Kosovo.

Noch peinlicher ist es, wenn der BND den gerade im Kosovo weilenden neuen Deutschen Verteidigungs Minister Jung, über die kriminellen Aktiviäten von Haradinaj, Thaci und Haliti genau informieren.

Political violence on rise as Kosovo's Albanian factions vie for supremacy

By Neil Barnett

As Kosovo's final status negotiations approach in early 2006, several indicators suggest that intra-Albanian power struggles have equal or greater potential to destabilise the province than violence directed at minorities or at the international community.

Although the make-up of the negotiating team is decided, it has made remarkably little progress in setting its agenda owing to internal quarrels over who will perform what function and wield what decision-making power. This is especially striking because the team's members - like the Kosovar Albanian population at large - are remarkably united on their primary objective: full independence for Kosovo. Instead, the more pressing question for the elites is who will control the territory once some form of independence is achieved, an end they now almost take for granted.

The prize appears to be what Russians would call the 'power ministries' of justice and interior, as well as the putative intelligence services. Some form of army and perhaps a defence ministry is also likely to be formed from the Kosovo Protection Corps (Trupat e Mbrojtjes së Kosovës: TMK). Currently, all of these areas are defined as 'reserved powers' for the UN Interim Administration Mission in Kosovo (UNMIK) and NATO's Kosovo Force (KFOR) under UN Security Council Resolution 1244.

However, the present lack of a mandated domestic intelligence body does not mean there is no local intelligence activity. Both President Ibrahim Rugova's Democratic League of Kosovo (Lidhje Demokratike e Kosoves: LDK) and Hashim Thaci's opposition Democratic Party of Kosovo (Partia Demokratike e Kosoves: PDK) maintain what international officials coyly refer to as 'parallel structures'. These are essentially hierarchical intelligence organisations with additional abilities to provide physical security to leaders and to enforce the parties' will both on their members and their rivals, as well as to protect revenue streams.


http://www.janes.com/regional_news/e...1206_1_n.shtml

06.12.2005

Ausland
Jürgen Elsässer

Die Paten von Pristina

Bundesverteidigungsminister Jung auf Visite bei den deutschen Truppen im Kosovo. Bundesnachrichtendienst sieht albanische Spitzenpolitiker als Mafiaführer

Der neue Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) ist am Montag zu einem ersten Truppenbesuch in die serbische Provinz Kosovo gereist. Jung traf am Montag vormittag in der Provinzhauptstadt Pristina ein, von dort ging es weiter zum Bundeswehr-Feldlager Prizren im Südwesten des Kosovo. Insgesamt sind in der Provinz mehr als 2500 Bundeswehrsoldaten stationiert. Seit Juni 1999 sollen sie im Rahmen der internationalen KFOR-Truppe die Entmilitarisierung des Gebiets überwachen. Gelungen ist dies nicht: Albanische Gewalttäter haben seit dem Einrücken der KFOR über 200000 Serben und andere Nicht-Albaner vertrieben und über 2000 von ihnen getötet oder unauffindbar verschleppt.

Bei den Gesprächen Jungs ging es auch um die derzeitigen Verhandlungen über den künftigen politischen Status des Kosovo, das völkerrechtlich zwar nach wie vor zu Serbien-Montenegro gehört, aber derzeit von den Vereinten Nationen verwaltet wird.


Der BND warnt

Im Gepäck des Ministers dürfte sich unter anderem eine Studie des Bundesnachrichtendienstes BND befunden haben, in der vor den kriminellen Aktivitäten führender kosovoalbanischer Politiker gewarnt wird. Dies paßt schlecht zur Intention der NATO-Mächte, die auf eine konditionierte Unabhängigkeit der Provinz drängen, was diesen Politikern einen erheblichen Machtzuwachs bringen würde.

Das BND-Dossier über die organisierte Kriminalität (OK) im Kosovo vom 22. Februar 2005 formuliert schwere Vorwürfe insbesondere gegen Ramush Haradinaj, der bis März Ministerpräsident in der Autonomieregierung war, gegen den heutigen Chef der Demokratischen Partei und früheren Anführer der Untergrundorganisation UCK, Hashim Thaci, sowie gegen Xhavit Haliti, der im Präsidium des Parlaments sitzt. Thaci wird auch als Mitglied der kosovoalbanischen Delegation an den sogenannten Endstatus-Verhandlungen teilnehmen. Wörtlich heißt es in dem als »VS-Vertraulich« gekennzeichneten Dokument des deutschen Geheimdienstes: »Über die Key-Player (wie z.B. Haliti, Thaci, Haradinaj) bestehen engste Verflechtungen zwischen Politik, Wirtschaft und international operierenden OK-Strukturen im Kosovo. Die dahinter stehenden kriminellen Netzwerke fördern dort die politische Instabilität. Sie haben keinerlei Interesse am Aufbau einer funktionierenden staatlichen Ordnung, durch die ihre florierenden Geschäfte beeinträchtigt werden können.« Deshalb, so heißt es weiter, streben »maßgebliche Akteure der OK auf dem Balkan entweder in hohe Regierungs- oder Parteiämter und/oder pflegen gute Beziehungen zu diesen Kreisen.«

Über Thaci heißt es: »Thaci gilt neben Haliti (...) als Auftraggeber des Profikillers Afrimi«. Auf dessen Konto sollen mindestens elf bestellte Morde gehen. Zu Haradinaj heißt es: »Die im Raum Decani auf Familienclan basierende Struktur um Ramush Haradinaj befaßt sich mit dem gesamten Spektrum krimineller, politischer und militärischer Aktivitäten, die die Sicherheitsverhältnisse im gesamten Kosovo erheblich beeinflussen. Die Gruppe zählt ca. 100 Mitglieder und betätigt sich im Drogen- und Waffenschmuggel und im illegalen Handel mit zollpflichtigen Waren. Außerdem kontrolliert sie kommunale Regierungsorgane.« Über Haliti schreibt der BND, er werde »mit Geldwäsche, Drogen-, Waffen-, Menschen- und Treibstoffschmuggel in Verbindung gebracht« und sei »dem inneren Zirkel der Mafia zuzuordnen.«


Die März-Pogrome 2004

Insbesondere sollen diese Strukturen federführend in die Pogrome vom März 2004 verstrickt gewesen sein, bei denen 19 Menschen zu Tode kamen. In der BND-Studie, über die der Journalist Jürgen Roth erstmals in der Zürcher Weltwoche berichtet hatte, heißt es dazu: »Anfang April 2004 wurde aus Sicherheitskreisen auf dem Balkan bekannt, daß die jüngsten Unruhen im Kosovo durch die organisierte Kriminalität vorbereitet und in deren Auftrag durchgeführt worden sein sollen.« Während der Mob tagelang Jagd auf die Serben machte und UNO wie KFOR damit beschäftigt waren, das Morden einzudämmen, habe die Mafia ganze Lastwagen voll Heroin und Kokain über die dann nicht mehr bewachten Grenzen verschieben können.

Bei den damaligen Unruhen spielte insbesondere die Bundeswehr eine unrühmliche Rolle. Der Spiegel verhöhnte die deutschen Soldaten als »die Hasen vom Amselfeld«, weil sie in der von ihr kontrollierten Zone nicht energisch gegen die Gewalttäter vorgingen. Der seinerzeitige Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) geriet in die öffentliche Kritik, nachdem er die Nachricht über einen Mordfall in der deutschen Besatzungszone lange gedeckelt hatte. Wenig spricht dafür, daß sein Nachfolger diese klammheimlichen Komplizenschaft mit den Gewalttätern beenden wird.

(Siehe auch Interview mit Sanda Raskovic-Ivic)


Chronik zunehmender Gewalt

Parallel zu den Gesprächen, die der UN-Sonderbeauftragte Marrti Ahtisaari über den Endstatus des Kosovo begonnen hat, verstärkte sich der Terror gegen die nicht-albanischen Minderheiten in der Provinz. Eine Übersicht über die Vorkommnisse der letzten vier Wochen:

* Am 4. November wird das wiederaufgebaute Haus eines zurückgekehrten serbischen Flüchtlings in Kosovo Polje bei einem Brandanschlag vollständig zerstört.

* Am 7. November wird ein Bus mit vertriebenen Serben, die den Friedhof in ihrer ehemaligen Heimatstadt Djakovica besuchen wollen, mit einem Steinhagel empfangen.

* Am 8. November wird ein tschechischer KFOR-Soldat von Albanern angeschossen. Tschechien unterstützt den serbischen Vorschlag zu einer Teilung des Kosovo.

* Am 9. November zerstört eine Bombe ein parkendes Auto in der Nähe des OSZE- Hauptquartiers in Pristina.

* Am 16. November wird ein Polizeifahrzeug in der Provinz von einer Autobombe in die Luft gesprengt. Bei einem Brand in einem von Roma bewohnten Haus in Kosovo Polje sterben fünf Menschen – Ursache unklar.

* Am 17. November explodiert ein Sprengsatz in der Nähe des UN-Hauptquartiers in Pristina. Am selben Tag wird ein serbisches Haus in Suvi Do beschossen. Während bei diesen Vorfällen niemand zu Schaden kommt, verwundet eine Bombe auf dem Marktplatz in Strpce vier Menschen, und beim Beschuß eines Autos bei Bresalce gibt es einen Toten und einen Verwundeten.

* Am 21. November wird das Auto eines Serben auf der Straße zwischen Kosovska Mitrovica und Suvi Do mit Steinen beworfen.

* Am 30. November wird ein Serbe in Gracanica aus einem vorbeifahrenden Auto beschossen und verwundet.

* Am 2. Dezember werden Schüsse auf einen serbischen Minibus auf der Strecke zwischen Gracanica und Kosovska Mitrovica abgegeben.

* Am 3. Dezember wird ein unter anderem von Serben besetzter Bus auf der Strecke zwischen Dragac und Prizren mit Panzerfäusten beschossen.

http://www.jungewelt.de/2005/12-06/004.php