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Joschka Fischer: Starker Mann am Bosporus

Erstellt von Katana, 10.10.2011, 14:41 Uhr · 11 Antworten · 1.688 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Katana

    Registriert seit
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    Joschka Fischer: Starker Mann am Bosporus

    Starker Mann am Bosporus

    Ohne Not hat Europa den Türken den EU-Beitritt verwehrt - nun suchen sie eine neue Rolle als Regionalmacht. Mit diesem Anspruch reißen sie womöglich neue Konflikte auf, mit Iran, mit Israel, mit den Palästinensern. Dem Nahen Osten stehen entscheidende Tage und Wochen bevor.


    Zwar ist es noch viel zu früh, um nach dem "arabischen Erwachen" den "Neuen Nahen Osten" beschreiben zu können, aber eine fundamentale Veränderung steht schon heute fest: Gleich, ob die Demokratisierung gelingt oder am Ende sich doch wieder das Militär und autoritäre Regierungsformen durchsetzen werden, sie alle werden nicht mehr ohne Rücksicht auf die Mehrheitsstimmungen in den beteiligten Völkern regieren können.

    Damit wird sich aber auch der Nahostkonflikt verändern, und zwar in seinen beiden Dimensionen als israelisch-palästinensischer und israelisch-arabischer Konflikt. Die Friedensverträge mit Ägypten und Jordanien und die Oslo-Vereinbarung mit den Palästinensern haben sich über Jahrzehnte hinweg, trotz mehrerer Kriege im Libanon und in Gaza und dreier Intifadas in den besetzten Gebieten, als erstaunlich stabil erwiesen. Das wird sich jetzt ändern.

    Der Auslöser dieser nahöstlichen Plattentektonik war das arabische Erwachen, aber die Akteure sind mitnichten auf die arabische Welt oder den engeren Raum des Nahostkonflikts beschränkt: Die USA, Europa, die Türkei und in einem gewissen Sinne auch Iran spielen dabei direkt oder indirekt ihre Rollen.

    Fangen wir mit der EU an, die gegenwärtig ja im Wesentlichen mit ihrer eigenen Krise beschäftigt ist. Die Europäer, angeführt von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy, haben in den vergangenen Jahren der Türkei faktisch die europäische Beitrittstür vor der Nase zugeschlagen, sodass sich diese neu orientierte. Für die "neo-osmanische" Außenpolitik Ankaras nimmt der arabische Raum, noch vor dem Kaukasus, Zentralasien und dem Balkan, die zentrale Rolle ein.

    Aber auch jenseits davon bleibt Ankara gar nichts anderes übrig, als sich intensiv um seine südliche Nachbarschaft zu kümmern. Es muss versuchen zu verhindern, dass sich Chaos ausbreitet. Eine europäisch eingebundene Türkei hätte zwar dieselben Risiken zu gewärtigen, aber ihre Prioritäten wären völlig andere. Aber diese Milch haben die Europäer verschüttet.

    Die USA haben mit der Kairoer Rede von Präsident Obama und seiner Positionierung im Nahostkonflikt große Erwartungen geweckt und wenig bis gar nichts davon gehalten. So ließ Washington ein Vakuum entstehen, das durch die Politik der Null-Bewegung der Regierung Netanjahu noch entscheidend verstärkt wurde. Dieses Vakuum wurde dann durch das "arabische Erwachen" ausgefüllt.

    Die Türkei hat sich, dank der Kurzsichtigkeit Europas, faktisch für die Perspektive einer nahöstlichen Regionalmacht und gegen eine EU-Mitgliedschaft entschieden. Das ist das Rational hinter ihrer neo-osmanisch genannten Wende. Sie verbindet darin Interesse mit Ideologie. Einerseits möchte das Land regionale Vormacht auf dem Weg zu einer globalen Rolle werden, andererseits sieht es sich als Vorbild für eine gelungene Modernisierung des Nahen Ostens auf islamisch-demokratischer Grundlage.

    Der Anspruch der regionalen Vormacht wird die Türkei früher oder später in schwere Interessenkonflikte mit Iran führen. Denn Iran und die Radikalen in der Region werden auf der Seite der Verlierer dastehen, wenn sich die türkische Linie durchsetzt. Und Teheran weiß dies. Zwar versucht die Regierung Erdogan gute Beziehungen mit dem Nachbarn Iran aufrechtzuerhalten, aber sowohl in Irak als auch in Syrien und in Palästina werden die Ambitionen der sunnitischen Führungsmacht Türkei über kurz oder lang den Einfluss der Schiiten aus Teheran eindämmen oder gar zurückdrängen müssen. Und das heißt: Konflikt.

    Die dramatische Verschlechterung der türkischen Beziehungen zu Israel hängt von dieser sich abzeichnenden iranisch-türkischen Rivalität im Nahen Osten ab, was für Israel durchaus auch positive (Schwächung Teherans und der Radikalen) und nicht nur negative Elemente beinhaltet. Allerdings wird eine mit Teheran rivalisierende regionale Führungsmacht Türkei die Interessen der Palästinenser wichtiger nehmen als seine Beziehungen zu Israel. Dies gilt noch mehr angesichts der revolutionären Veränderungen in der arabischen Welt. Tatsächlich hat Erdogan einen klassischen "Wechsel der Koalitionen" vorgenommen.

    Weiter lesen:
    Joschka Fischer zum Nahen Osten - Interessenskonflikte mit Iran - Politik - sueddeutsche.de

  2. #2
    Avatar von Katana

    Registriert seit
    04.06.2011
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    3.543
    Danke an die europäischen Hardliner, dass sie die Türkei mit ihrer "Kurzsichtigkeit" wie Joschka sagt, immer hingehalten haben. Trotzdem haben die EU und die Türkei immer voneinander profitiert und werden es auch in Zukunft selbstverständlich weiterhin tun. Nur durch die "Kurzsichtigkeit" der EU musste (!) die Türkei sich auf ihre regionalen, politischen und geschichtlichen Vorteile berufen und diese weiter ausbauen.


    Vielen Dank oder wie man im türkischen sagt:

    Tesekkür ederim LAN AQ

  3. #3

    Registriert seit
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    2.536
    Ach Joschka Fischer...redet einen Konflikt mir Iran herbei als ob der Iran noch einen Konflikt braucht. und kann noch nicht mal einen Grund nennen worum es bei diesem Konflikt gehen soll.

  4. #4
    Tetraethyllead
    Der Durchschnittstürke ist trotzdem arm und muss mit Brot, Nudeln und selber angebauten Gemüse aus dem Dorf klarkommen.

  5. #5

    Registriert seit
    05.08.2011
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    617




    Weiter so Türkiyem.

    Zitat Zitat von Tetraethyllead Beitrag anzeigen
    Der Durchschnittstürke ist trotzdem arm und muss mit Brot, Nudeln und selber angebauten Gemüse aus dem Dorf klarkommen.
    Halt deine Fresse. Nicht Tausende protestieren in Istanbul, sondern in Tel Aviv.

  6. #6

    Registriert seit
    14.07.2004
    Beiträge
    2.536
    Zitat Zitat von Tetraethyllead Beitrag anzeigen
    Der Durchschnittstürke ist trotzdem arm und muss mit Brot, Nudeln und selber angebauten Gemüse aus dem Dorf klarkommen.
    Ja und wo ist das Problem?
    Es ist vollkommen utopisch, das jeder Mensch auf diese Welt auf dem Wohlstandsniveau eines durchschnittlichen deutschen Bürgers, lebt.

  7. #7

    Registriert seit
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    Beiträge
    3.725
    Iran und Israel sind zu stark

    die beiden teilen sich die Regionalmacht sozusagen
    Türkei naja
    da wird wirklich ein neuer Konflikt im Orient geben

    IRAN vs TURKEY
    Macht um den Orient und die islamische Welt

  8. #8
    ökörtilos
    nun suchen sie eine neue Rolle als Regionalmacht.


    Diesen Regionalmachtdriss liest man noch nicht so lange.Wer hat sich das eigentlich ausgedacht?



    Und interessanterweise will das offenbar nun jeder in der Ecke dort sein.Die Türken genauso wie der Iran aber natürlich auch Israel.

  9. #9

    Registriert seit
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    Die Israelis und Türken kämpfen um die Nummer 1. im Nahen Osten denke ich. Da bleiben Iraner noch weit hinten.

  10. #10

    Registriert seit
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    Beiträge
    3.725
    wenn wir mal die ganzen Konflikte weglassen und die ethnische und religiöse Zugehörigkeit, frage ich mich wie diese Region als "Wirtschaftssektor" funktionieren würde?

    Bsp. eine Union ähnlich der EU




    Nordafrika
    Westafrika: Mauretanien
    Ostafrika: Somalia, Dschibuti und Eritrea , Sudan und Südsudan
    Naher Osten; arabische Länder, Türkei, Iran
    Zentralasien
    Südasien: Afghanistan, Pakistan

    nicht vergessen, hier gehts nicht um die Religion sondern um die Wirtschaftsregion
    ich denke das wichtigste ist sicher mal die Öllieferung und förderung
    aber da es nicht auch ewig sein wird, muss man sich auf andere Dinge spezialisieren

    ich könnte mir diese "Union" nicht so schnell vorstellen, aber, es wäre vom Vorteil, dass all diese Staaten zusammenarbeiten oder zm. bessere Beziehungen haben
    ich meine das sind 37 Staaten mit über 750 Millionen Einwohner

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