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Der Jugoslawien - Konflikt / Historisches Institut der RWTH

Erstellt von Cobra, 03.10.2009, 13:01 Uhr · 17 Antworten · 2.055 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Cobra

    Registriert seit
    08.06.2009
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    64.199

    Der Jugoslawien - Konflikt / Historisches Institut der RWTH

    Der Jugoslawien - Konflikt

    Gliederung
    1 Problemaufriß
    2 Begriffsdefinition
    3 Historischer Überblick
    3.1 Frühmittelalterliche Staatenbildung auf dem Balkan
    3.2 Die Jahrhunderte der Fremdherrschaft
    3.2.1 Die kulturelle Inhomogenität der Serben
    3.2.2 Die kulturelle Inhomogenität der Kroaten
    3.3 Das Zeitalter des Nationalismus - die slawische Wiedergeburt"
    3.3.1 Die Entstehung des modernen Nationalismus in Europa
    3.3.2 Die slawische Bewegung
    3.4 Politische Entwicklung bis zum Ersten Weltkrieg
    3.4.1 Die Donaumonarchie und der Balkan
    3.4.2 Die Balkankriege
    3.5 Das Vereinigte Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen
    3.6 Königsdiktatur
    3.7 Der Zweite Weltkrieg
    3.8 Jugoslawien II
    3.9 Der neue Nationalismus
    3.10 Der Krieg in Jugoslawien
    3.10.1 Der "kleine Krieg" in Slowenien (1991)
    3.10.2 Der Krieg in Kroatien
    3.10.3 Der Krieg in Bosnien-Herzegowina (1992-95)
    3.11 Friedensabkommen von Dayton (21. November 1995)
    3.12 Die europäische Jugoslawienpolitik
    3.13 Kriegsverbrechen und Internationaler Gerichtshof
    4 Wissenschaftliche Debatte
    5 Chronologie
    6 Glossar
    7 Literatur
    8 Links
    9 Kurzbiographie des Autors


    Problemaufriß

    Der Bürgerkrieg in Jugoslawien hat ganz Europa erschüttert. Not und Leid herrscht im ehemaligen Urlaubsland der Deutschen! Seit 1990 gibt es kaum eine Nachrichtensendung, die nicht über den Konflikt in Slowenien, Kroatien, Serbien und Bosnien-Herzegowina berichtete.
    Wo einst Touristen mittelalterliche Stadtkerne bewunderten, sind heute nur noch Ruinen zu sehen. Alte Konflikte - religiöse und kulturelle - sind wieder aufgebrochen. Der Sozialismus Titos hat 40 Jahre lang die Probleme offenbar nur verdeckt. Verschärft wurde in den 80er Jahren der Konflikt zwischen den ethnischen Gruppen durch den Machtkampf in Partei- und Staatsapparat. Mit dem Zusammenbruch des Sozialismus ist schließlich die Idee des Jugoslawismus, also der Versuch einer geregelten Kooperation und zunehmenden Integration der Volksgruppen, endgültig gescheitert! Freilich, auch Eingriffe von außen, nach den Veränderungen im internationalen Staatensystem 1989, haben zur Destabilisierung beigetragen.
    Begriffsdefinition

    Das ehemalige Jugoslawien bestand aus sechs Teilrepubliken: Slowenien, Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Makedonien und zwei autonomen Gebieten innerhalb Serbiens: der Vojwodina und dem Kosovo. (Karte: Verwaltungsstruktur Jugoslawiens)
    Vor dem Krieg lebten insgesamt 24 Millionen Menschen in Jugoslawien, davon 36% Serben, 20% Kroaten , 8% Slowenen, 6% Makedonier, 8% Albaner, 9% Moslems (Bosniaken), 3% Montenegriner, 2% Ungarn, sonstige 8%.
    Mit Blick auf die ethnische Struktur sind drei Konstellationen zu unterscheiden (Karte: Wohnbevölkerung Jugoslawiens nach Volksgruppen):
    a) In Slowenien, im serbische Kernland und im Kosovo stellten die jeweiligen Volksgruppen eine Mehrheit von 80-90%.
    b) In Kroatien lebte bis vor kurzem eine serbische Minderheit von 12%, in Makedonien eine starke albanische Volksgruppe von 20%.
    c) Die ausgeprägteste ethnische Inhomogenität wies Bosnien-Herzegowina auf: 32% Serben, 40% Moslems, 18% Kroaten und 10% andere Volksgruppen.
    Offizielle Staatssprachen im ehemaligen Jugoslawien waren: Serbokroatisch, Slowenisch und Makedonisch.
    Die heterogene ethnische Verteilung und die Vielfalt der Religionen waren und sind bis heute die wichtigste Ursache für die wiederkehrenden politischen Krisen im betrachteten geographischen Raum. Will man die Ursachen der Konflikte im früheren Jugoslawien verstehen, so muß man deshalb die Geschichte des Balkanraums seit dem 6./7. Jahrhundert betrachten.
    Historischer Überblick

    Die Geschichte der Südslawen läßt sich in folgende Epochen einteilen :
    1. Früh- und Hochmittelalterliche Staatenbildung (7.-12.Jhr)
    2. Fremdherrschaft
    3. Nationales Erwachen (19.Jhr)
    4. Neuzeitliche Staatenbildung
    4.1 Vor dem Ersten Weltkrieg
    4.1.1 Serbischer Nationalstaat
    4.1.2 Bulgarischer Nationalstaat
    4.2 Nach dem Ersten Weltkrieg
    4.2.1 Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (1918-1929)
    4.2.2 Jugoslawien I (1929-1941)
    4.2.3 Großkroatien (1941-1945)
    4.2.4 Jugoslawien II (1945-1991)
    5. Zerfall und Krieg (1991-1995)
    6. Nationalstaaten und neue Nationalitätenstaaten
    Frühmittelalterliche Staatenbildung auf dem Balkan

    Slowenen und Bulgaren
    Im 6. Jahrhundert wanderten slawische Stämme im Zuge der Völkerwanderung in das Gebiet zwischen Adria und dem Schwarzen Meer ein, das politisch zu Ostrom gehörte, und verdrängten die romanische Bevölkerung.
    Bereits Ende des 7. Jahrhunderts kam es zu ersten Staatsgründungen durch die Slowenen (Karantanien") und die Bulgaren, wobei letztere ursprünglich ein turkmenisches Reitervolk waren, die die slawische Bevölkerung unterwarfen. Die Bulgaren wurden jedoch sehr schnell durch die Slawen absorbiert. Ihre Bedeutung liegt in der frühen Staatenbildung, so daß Bulgarien der erste slawische Staat auf dem Balkan wurde.
    Weitere slawische Staaten bildeten sich erst Jahrhunderte später. Dazwischen lag ein Ereignis das bis heute die Kultur des Balkans prägt:

    Karl der Große
    Im Zuge seiner Eroberungen dehnte Karl der Große sein Reich auch auf die kroatischen Siedlungsgebiete aus (die Slowenen waren bereits im Jahre 748 durch die Franken unterworfen worden). Eine Spaltung der Südslawen resultierte hieraus, die politisch erst im Zuge der Balkankriege 1912/13 überwunden wurde, kulturell aber bis heute prägend ist.
    Slowenen und Kroaten standen fortan unter westlichem, Serben und Bulgaren unter orthodoxen Einfluß.

    Kroaten
    Anfang des 10. Jahrhunderts gelang es den Kroaten, ein eigenständiges Königreich zu errichten.
    1102 wurde Kroatien Teil des Königreichs Ungarn und kam später unter habsburgische Vorherrschaft, unter der es bis zum Ende des Ersten Weltkriegs verblieb. Diese frühe Staatenbildung prägt heute besonders stark die emotionale Verfassung des kroatischen Volkes; man leitet daraus das Recht auf nationale Unabhängigkeit ab.

    Serben
    Erst im 12. Jahrhundert, als die Staaten der Slowenen und Kroaten schon nicht mehr existierten, erlangten die Serben ihre Selbständigkeit von der byzantinischen Oberhoheit. Der Kosovo, der heute zu ca. 90% von Albanern bewohnt wird, war Kernland des serbischen Feudalstaates.
    Unter der serbische Nemanjiden-Dynastie wuchs das serbische Staatsgebiet zu ansehnlicher Größe. Unter Zar Stefan Dusan (1331-1355) erreichte es seine größte Ausdehnung und erstreckte sich von der Donau bis nach Griechenland.
    Der Kosovo nimmt heute eine Schlüsselposition im serbischen Bewußtsein ein: er gilt als die Geburtsstätte der serbischen Nation und ist seit dem Mittelalter religiöses Zentrum der Serben.
    In der Schlacht auf dem Amselfeld (Kosovo Polje) 1389 besiegten die Türken das christlich-serbische Heer unter dem Fürsten Lazar. Die später einsetzende Mythenbildung, die von allerlei Wundern berichtet, die sich auf serbischer Seiten zugetragen hätten, hielt den Gedanken einer serbische Zusammengehörigkeit wach und führte dazu, daß sich die serbische Identität durch die Zeiten der Fremdherrschaft hindurch erhielt.
    Das Amselfeld ist Erinnerung an eine gemeinsame Vergangenheit der Serben und Aufruf, die Schmach der Niederlage zu beseitigen und Serbien zu neuer Größe zu führen.
    Der 28.Juni, der Tag der Schlacht (St.Veits-Tag), ist heute der zentrale nationale Gedenktag in Serbien.
    Die Jahrhunderte der Fremdherrschaft

    Die Schlacht auf dem Amselfeld steht für den Beginn der ca. 400jährigen osmanischen Fremdherrschaft auf dem südlichen Balkan.
    In diesen Jahren der türkischen Herrschaft bildete sich jene Konstellation heraus, die den Balkan im Zeitalter des Nationalismus zu einem Pulverfaß werden ließ.
    Zum einen wurde die politische und damit die kulturelle Spaltung zwischen Slowenen und Kroaten auf der einen, Serben und Bulgaren auf der anderen Seite zementiert: Slowenen und Kroaten partizipierten an der abendländisch-christlichen Kultur, an Humanismus und Aufklärung, während die Serben in den orientalisch-osmanischen Kulturkreis eingebunden waren und keinen Zugang zum westlichen Denken fanden.
    Während also Slowenen und Kroaten der römisch-katholischen Kirche angehörten und Anteil nahmen an der österreichisch-deutschen und italienischen Kultur, litten die orthodoxen Serben unter der türkischen Fremdherrschaft . Die serbisch-orthodoxe Kirche fungierte als Wahrerin der serbischen Kultur und hielt den Gedanken an nationale Größe der Vergangenheit wach.
    Zum anderenfindet in der Zeit der Fremdherrschaft die territoriale Zerstreuung der einzelnen Volksgruppen statt. Diese Zersplitterung der Ethnien war einer der Gründe, warum der Zerfall Jugoslawiens im Krieg endete und nicht wie der Zerfall der Tschechoslowakei zu einer friedlichen Trennung der Staatsgebiete führte.
    Die kulturelle Inhomogenität der Serben

    a) Im Zuge der Abwehr der Türken errichteten die Habsburger entlang der Save eine Militärgrenze (die heutige Krajina) und siedelten dort vor den Türken geflohene Serben als freie Wehrbauern an.
    Hieraus entwickelte sich eine nahezu geschlossene serbische Siedlungsinsel auf kroatischem Boden, was im Zuge des großserbischen Nationalismus eine wichtige Rolle im letzten Krieg gegen Kroatien gespielt hat, jedoch mit der Vertreibung der serbischen Bevölkerung durch den kroatischen Präsident Franjo Tudjman 1995 historisch beendet wurde.
    b) Nach dem mißlungenen serbischen Aufstand von 1690 flohen 80000 Serben aus dem Kosovo in die damals ungarische, heute serbische Vojwodina. Die Vojwodina entwickelte sich zum geistigen Mittelpunkt der Serben. Das Bevölkerungsvakuum im Kosovo führte jedoch zu einem Zuzug von Albanern in dieses "urserbische" Land - ein weiterer potentieller Konfliktherd unserer Zeit.
    Die Serben aus der Vojwodina sehen sich bis heute als Mitteleuropäer (sie nahmen fast 300 Jahre an der österreichischen Kultur teil).
    Die kulturelle Inhomogenität der Kroaten

    Auch die Kroaten aus Slawonien und die Kroaten aus Dalmatien unterscheiden sich in ihrem historischen Werdegang: das nördliche Kroatien war ja seit 1102 der Stephanskrone unterstellt, das mittelalterliche Dalmatien entwickelte sich dagegen zum kulturellen Zentrum der Kroaten.
    Nach 400jähriger venezianischer Herrschaft wurde es 1797 ein Teil der Donaumonarchie und auch dann wurde es nicht von Budapest, sondern von Wien aus regiert. Somit entgingen die dalmatinischen Kroaten dem Madjarisierungsdruck im Zuge des österreichisch-ungarischen Ausgleichs (1867).
    Das Zeitalter des Nationalismus - die slawische Wiedergeburt"

    Die Entstehung des modernen Nationalismus in Europa

    Der moderne Nationalismus hat seine Geburtsstunde im Zeitalter der Französischen Revolution und der napoleonischen Kriege. Kennzeichnend für ihn ist die Mobilisierung großer Bevölkerungsteile. Der moderne Nationalismus, der das 19. und 20. Jahrhundert prägte und bis heute prägt, hat seine Voraussetzungen im Aufstieg des Bürgertums als primärem Träger des nationalen Gedankens und in der Entstehung des modernen Zentralstaates. Der Autoritätsverlust der Kirche sowie die langsame Auflösung der absolutistisch-feudalistischen Staats-und Gesellschaftsform führte zu einem Vakuum, welches Raum für neue Ideen und Ideologien bot. Anfänglich wurde der Nationalismus ausschließlich von einigen wenigen Intellektuellen vertreten, bevor er in einer zweiten Phase bei einer breiteren Schicht, vor allem im Bildungsbürgertum, Aufnahme fand. Die nationale Wiedergeburt" führte in den einzelnen Staaten und Regionen zur regen Erforschung der eigenen Geschichte und Literatur mit dem Ziel, das nationale Selbstbewußtsein zu fördern und die Ebenbürtigkeit gegenüber anderen Nationen zu beweisen. Mit dieser geistigen Vorbereitung entwickelte sich der Nationalismus zu einer standes- und klassenübergreifenden Massenbewegung.
    Die Verwirklichung des nationalstaatlichen Konzepts vollzog sich in Europa von Westen nach Osten, wobei man in England, Frankreich, Portugal, aber auch in Schweden auf bereits existierende staatliche Einheiten zurückgreifen konnte, während in Mitteleuropa (Italien, Deutschland) die entstehenden Nationalbewegungen zuerst den extremen Partikularismus zu überwinden hatten, um die politische Einheit als Voraussetzungen für den ersehnten Nationalstaat zu erreichen. In Osteuropa dagegen, waren die slawischen, madjarischen und romanischen Völker in die multiethnischen Großreiche Österreich, Preußen, Rußland sowie im Osmanischen Reich eingebunden. Ziel dieser Nationalbewegungen war deshalb die Separation von den Großreichen. Alle ostmitteleuropäischen Staaten sind auf dem Weg der Sezession von dem einen oder anderen Imperium entstanden. Diese Tendenz des Nationalismus zur Separation hat sich bis heute fortgesetzt, wie die Ereignisse in der ehemaligen Sowjetunion, im ehemaligen Jugoslawien und der einstigen Tschechoslowakei beweisen, was damit zusammenhängt, daß nach den beiden Weltkriegen nicht nur Nationalstaaten durch Sezession entstanden sind, sondern wiederum eine Anzahl kleiner Vielvölkergebilde.
    Die slawische Bewegung

    Widerstreitende Konzepte: Panslawismus und Austroslawismus
    Panslawismus
    Der Panslawismus (der Begriff wurde 1826 von dem Slowaken Jan Herkel für die Verwandtschaft der slawischen Sprachen geprägt), der für eine politische und kulturelle Vereinigung aller Slawen eintrat, entstand bemerkenswerterweise nicht in Rußland, sondern bei den kleinen westslawischen Völkern, die unter habsburgischer Fremdherrschaft standen und Anlehnung an Rußland, der einzig souveränen slawischen Großmacht, suchten.
    Die panslawische Bewegung, getragen von der westslawischen Intelligenz, war stark vom Slawenideal Herders sowie der deutschen Romantik und des deutsche Idealismus (Arndt, Fichte etc.) geprägt und verlangte eine Stärkung der kleinen slawischen Völker gegen die kulturell überlegenen Germanen und Romanen.
    Austroslawismus
    Einige Intellektuelle (Palacky, Safarik) betonten jedoch die Zusammengehörigkeit der Slawen in der Donaumonarchie, die als Schutzmacht gegen die russischen Hegemonialbestrebungen fungieren sollte (=Austroslawismus); d.h. bereits in der Anfangsphase des Panslawismus traten Gegensätze zwischen den Wortführern der slawischen Bewegung auf. Die Antithetik der panslawischen Philosophie bewegte sich immer zwischen nationaler Eigenart und slawischer Unität.
    Das nationale Erwachen der Westslawen
    Überblick
    Die (pan-)slawische Bewegung, die nationale, übernationale und imperiale Züge zugleich in sich vereinigte, war ein Ergebnis der Französischen Revolution und der napoleonischen Kriege. Großen Einfluß hatte der herdersche Gedanke der Kulturnation. Der Panslawismus berief sich allein auf die Ähnlichkeit der slawischen Sprachen, unter Mißachtung kultureller, historischer und religiöser Unterschiede.
    Die Entstehung der panslawischen Idee bei den Westslawen und ihr Anlehnungsbedürfnis an Rußland läßt sich möglicherweise dadurch erklären, daß die kleinen westslawischen Völker nur mit Hilfe Rußlands einen Weg zur Selbstverwirklichung sahen.
    In seiner Anfangsphase ist der Panslawismus als Kulturkampf" zu verstehen, als Bestreben, die eigene nationale Kultur zu bewahren und gegen fremde Einflüsse zu stärken. Aber je mehr die slawischen Völker sich ihrer Eigenart in Sprache und Tradition bewußt wurden, um so weniger war an eine Realisation der panslawischen Idee zu denken. Nicht nur, daß Panslawismus und Austroslawismus im Widerstreit lagen. Hinzu kamen religiös-konfessionelle Gegensätze: Polen, Tschechen, Slowaken, Slowenen und Kroaten waren in der Mehrheit römisch-katholisch, während die Ostslawen - Russen, Weißruthenen und Ukrainer sowie Serben und Bulgaren - der orthodoxen Kirche unterstanden.
    Jugoslawismus - die illyrische Bewegung
    Der frühe Panslawismus war besonders bei den Kroaten ausgeprägt, wobei aber eher die Vereinigung der Südslawen (= Jugoslawen), als die große slawische Union im Vordergrund stand. Napoleon hatte 1809 eine illyrische Provinz als militärischer Brückenkopf zum Balkan geschaffen. Kroaten und Slowenen waren in einem Staat" vereint. Die kurze französische Besatzungszeit löste bei Kroaten und Slowenen das nationale Erwachen aus.
    Ludevit Gaj (1805-1872), der Vater der illyrischen Bewegung, wie damals der Jugoslawismus genannt wurde, strebte primär die kulturelle Einheit aller Südslawen an. Er ist der Begründer der serbo-kroatischen Schriftsprache, machte Zagreb zum Zentrum seiner Bewegung und schrieb selbst die kroatische Hymne. Insgesamt bewegten sich die illyrischen Aspirationen im Rahmen des Austroslawismus.
    1843 wurde der Name illyrisch verboten, 1861 beschloß der kroatische Sabor offiziell den Namen Jugoslawien" als Bezeichnung für den serbo-kroatische Sprachraum.
    Slowenisch-serbischer Widerstand
    Doch schon bald regte sich Widerstand bei Slowenen und Serben gegen die kroatische Unionsbestrebungen.
    France Presern(1800-1849), damals größter slowenischer Dichter, setzte sich für die Erhaltung des slowenischen Volkscharakters ein und schuf die Voraussetzungen für die slowenische Schriftsprache, um den Willen nach Eigenständigkeit zu betonen.
    Auch die Serben fürchteten eine jugoslawische Union unter kroatischer Führung und setzten diesem Ziel die Forderung nach einem Großserbien entgegen. Zum eigentlichen Streitpunkt zwischen Serben und Kroaten sollte sich freilich der beiderseitige Anspruch auf Bosnien und die Herzegowina entwickeln. Serben kämpften um Bosnien im Ersten Weltkrieg, Kroaten beanspruchten Bosnien im Zweiten Weltkrieg, und in jüngster Vergangenheit kämpften Serben und Kroaten wieder um Bosnien, und es ist ungewiß, ob das Friedensabkommen von Dayton bestand haben wird.
    Ähnlich verhält es sich bis zum heutigen Tag mit Makedonien, um welches sich Serbien und Bulgarien seit jeher streiten . 1913 wurde wegen Makedonien der zweite Balkankrieg geführt und die heute unabhängige Republik wird von serbischen wie bulgarischen Nationalisten gleichermaßen beansprucht.
    Zusammenfassend kann gesagt werden, daß trotz der Einheitsbestrebungen von Illyrismus und Panslawismus, die Südslawen mit Beginn ihres nationalen Erwachens sich primär auf die Schaffung ihrer nationalen Großreiche" konzentrierten, meist mit dem Ziel ihre slawischen Nachbarn zu beherrschen.
    Politische Entwicklung bis zum Ersten Weltkrieg

    Mit der zunehmenden Einflußnahme der Großmächte Österreich und Rußland auf dem Balkan und dem Zurückdrängen der Osmanen aus Südosteuropa, sahen die Balkanvölker die Chance zur politischen Unabhängigkeit gekommen. Im Zuge des nationalen Erwachens der Völker waren es die Serben, die als erstes christliches Balkanvolk ihre Freiheit erkämpften, noch vor den Griechen.
    Anfang des 19. Jahrhunderts begann der serbische Freiheitskampf unter der Führung der Viehhändler Karadordejvic und Obrenovic. Der erste Aufstand 1804-1813 wurde von den Türken niedergeschlagen. Aber schon zwei Jahre später nahm man den Freiheitskampf wieder auf und rang den Türken das Recht auf Autonomie ab. 1817 wurde Serbien ein tributpflichtiges Fürstentum. Die großserbische Bewegung, die sich als Antwort auf die kroatischen Unionsbestrebungen formiert hatte, konnte auf die selbständige Befreiung vom türkischen Joch verweisen.
    Das serbische Fürstentum umfaßte allerdings nur einen kleinen Teil des alten serbischen Feudalreichs. Viele Serben (Vojwodina, Montenegro etc.) lebten außerhalb des Fürstentums. Somit war eine expansive Außenpolitik vorprogrammiert. 1844 formulierte der serbische Innenminister Garasanin zum ersten Mal die Vision eines großserbischen Reiches. Bis zum heutigen Tag wurde dieses Ziel nicht mehr aufgegeben.
    Die Donaumonarchie und der Balkan

    In den sechziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts hatte sich der Nationalitätenkonflikt im Habsburger Reich verschärft. 1848/49 konnten die Habsburger die Emanzipations- und Unabhängigkeitsbestrebungen noch militärisch unterdrücken. Die neue Verfassung von 1849 gestaltete Österreich zu einem zentralistischen Staat ohne Rücksicht auf seinen multiethnischen Charakter.
    Nach 1866, mit dem Ausstoß der Donaumonarchie aus dem Deutschen Bund, konnten die Deutschen ihre Vorherrschaft in der Habsburger Monarchie nicht mehr aufrechterhalten. Die Folge war der "Ausgleich" mit Ungarn. Während in Wien kein Konzept zur Lösung des Nationalitätenproblems gefunden wurde, festigten die Madjaren, die lediglich 50% der Bevölkerung in ihrem Reichsteil ausmachten, ihre Macht durch Gewalt und Unterdrückung.
    Immerhin wurde in Österreich der Schutz von nationaler Eigenheit und Sprache garantiert; in Ungarn gab es nichts dergleichen, vielleicht mit Ausnahme von Zugeständnissen an die Kroaten, die einige autonome Rechte erhielten. Aber seit 1879 war auch dies in Frage gestellt und sahen sich die Kroaten wie alle anderen Minderheiten dem Madjarisierungsdruck ausgesetzt.
    Nach dem russisch-türkischen Krieg (1877/78) erhielt Serbien und Montenegro die volle Souveränität sowie Gebietsgewinne. Österreich-Ungarn bekam das provisorische Besatzungsrecht in Bosnien, der Herzegowina sowie im Sandchat von Novi Bazar. Bulgarien und Rumänien wurden ebenfalls unabhängig.
    Als 1903 Peter I. aus dem Hause Karadjodejvic an die Macht gelangte, stellte sich die serbische Führung in den Dienst des großserbischen Nationalismus, der für ein Großserbien unter Einbezug der österreichischen Südslawen (Slowenen, Kroaten) eintrat. Einige Politiker, darunter Erzherzog Ferdinand, schlugen die Errichtung eines mit Ungarn und Österreich gleichberechtigten Südslawischen Reichsteils vor, was eine Umgestaltung der Doppelmonarchie in eine Tripelmonarchie bedeutet hätte. Dies hätte auch den Intentionen des Bischof Strossmayer (1815-1905) entsprochen, der für ein föderiertes Österreich mit südslawischem Reichsteil eingetreten war. Besonders die Ungarn lehnten eine solche Lösung ab, da diese Umstrukturierung v.a. auf ihre Kosten geschehen wäre. Statt dessen entschied man sich für ein schärferes Vorgehen gegen Serbien. Aber genau dies mußte unweigerlich zu einer Konfrontation mit Rußland führen, denn neben imperialistischen Motiven, mußte der Zar immer mehr auf die antiösterreichisch und antideutsch eingestellte öffentliche Meinung in Rußland Rücksicht nehmen.
    Die Annexion Bosniens und der Herzegowina (1908) durch Österreich-Ungarn verschärfte den russisch-österreichischen Gegensatz und rief große Empörung in der serbischen öffentlichen Meinung hervor. Serbien mobilisierte zum Krieg, doch Rußland war nach der Niederlage gegen Japan nicht gewillt, eine militärische Offensive gegen das von Deutschland unterstützte Österreich-Ungarn zu beginnen. Serbien und Rußland erlitten eine diplomatische Niederlage. In beiden Ländern wuchs gleichzeitig die antihabsburgische Stimmung. Die südslawischen Abgeordneten, freilich, hatten im österreichischen Reichstag der Annexion Bosniens und der Herzegowina zugestimmt.
    Die Balkankriege

    1908 verkündete Bulgarien seine Souveränität von türkischer Oberhoheit. 1912 konnte der durch russische Vermittlung entstandene Balkanbund zwischen Serbien, Montenegro, Bulgarien und Griechenland fast die gesamte europäische Türkei erobern. Damit endete die ca. 400jährige Geschichte des Osmanischen Reichs als europäische Großmacht.
    Der zweite Balkankrieg (1913) offenbarte die unüberwindlichen Gegensätze von Serbien und Bulgarien in ihren beiderseitigen Ansprüchen an Makedonien (Ansprüche, die heute wieder zu Spannungen im südlichen Balkan geführt haben). Bulgarien wurde von seinen bisherigen Verbündeten sowie von Rumänien und der Türkei geschlagen und mußte sich mit bescheidenen Gebietsgewinnen zufriedengeben.
    Infolge der Balkankriege konnte Serbien sein Territorium verdoppeln. Es gewann größeren Einfluß im südosteuropäischen Raum und stärkte die Stellung Rußlands, während die Bedeutung der Türkei, die mit dem deutschen Kaiserreich eng verbunden war, deutlich abnahm. Um Serbiens Machtstellung zu begrenzen, setzte Österreich-Ungarn 1912/13 die Bildung des Staats Albanien durch.
    Am St.Veitstag1914 wurde der österreichische Thronfolger durch serbische Nationalisten ermordet; Europa schlitterte in den Ersten Weltkrieg.
    Das Vereinigte Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen

    Die Sieger des Ersten Weltkriegs waren nicht nur die westlichen Alliierten, sondern auch die kleinen westslawischen Völker, die endlich ihre Souveränität erhielten: Polen, Tschechen und Südslawen.
    An die Stelle des dynastischen Ostmittel- und Südosteuropa traten nach 1918 eine Vielzahl von Nationalitätenstaaten. Allein aus dem ehemaligen Österreich-Ungarn gingen fünf neue Staaten hervor: die Tschechoslowakei, Jugoslawien, Deutsch-Österreich, Ungarn und Polen (Galizien).
    1915 schlossen sich slowenische und kroatische Exilpolitiker zum Südslawischen Ausschuß mit Sitz in London zusammen mit dem Ziel, einen föderativen jugoslawischen Staat zu schaffen. Nach Verhandlungen mit Serbien 1917 vereinbarte man die Gründung eines Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen unter der serbischen Dynastie der Karadjordjevic ('Deklaration von Korfu').
    Am 1.Dezember 1918 wurde das Vereinigte Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen durch den serbischen Thronfolger Alexander proklamiert.
    Eines der größten Probleme bei der Gründung des neuen Staates ergab sich aus dem Umstand, daß keinerlei Vereinbarungen bezüglich der inneren Struktur des Staates getroffen wurde. Dies hatte zahlreiche Verfassungskämpfe in den ersten zehn Jahren des jungen Staates zur Folge.
    Die schwerste Hypothek für den jungen Staat waren aber die vielen Völker und Religionen (zwölf Sprachgemeinschaften), die in den neuen Völkerverband integriert werden mußten.
    Dazu kam ein psychologisches Problem, denn in dem neuen Staat der Südslawen lebten die siegreichen Serben mit den besiegten Slowenen und Kroaten zusammen. Bezeichnenderweise wurde Belgrad und nicht Zagreb Hauptstadt.
    Die Position Serbiens innerhalb des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen glich der Preußens in Deutschland, ohne daß Serbien die militärische und sozioökonomische Überlegenheit von Preußen gehabt hätte. Fast alle Ministerpräsidenten waren Serben. Ebenso dominierten die Serben in den Spitzenpositionen des Militärs. Für viele Serben war das Königreich das langersehnte Großserbien.
    Bereits in den ersten Jahren der jungen Monarchie leisteten die Kroaten Widerstand gegen die serbische Präponderanz im SHS-Königreich (allen voran der Führer der kroatischen Bauernpartei Stepan Radic). Die ersten zehn Jahre waren unter diesen Umständen geprägt von zahlreichen Regierungskrisen (30 Kabinette in zehn Jahren). Es kam zu zahlreichen Attentaten.
    Königsdiktatur

    1928 führte dieser Zustand zur Staatskrise, als ein montenegrinischer Abgeordnete Stepan Radic und weitere Abgeordnete erschoß (bis heute gilt Radic als kroatischer Nationalheld). Daraufhin löste der König das Parlament auf und setzte die Verfassung außer Kraft. Per Dekret übernahm er die alleinige Macht, verbot alle unangenehmen Parteien und verhängte die Pressezensur. Damit war das Ende des SHS-Staates besiegelt. Was nun folgte, war eine monarchische Diktatur.
    Jugoslawien
    1929 wurde 'Jugoslawien' als offizielle Staatsbezeichnung eingeführt.
    Die Grundrechte waren faktisch aufgehoben, die Unabhängigkeit der Judikative beseitigt. Kommunisten und Nationalisten wurden bedingungslos verfolgt.
    Bereits 1928 wurde durch Ante Pavelic die Revolutionäre Kroatische Aufstandsorganisation, kurz Ustascha, gegründet, die sich den bewaffneten Aufstand gegen die Belgrader Fremdherrschaft zum Ziel gesetzt hatte. Angehörige der Ustascha waren auch für die Ermordung König Alexanders 1934 bei einem Staatsbesuch in Frankreich verantwortlich.
    Für den zehnjährigen Thronfolger übernahm ein dreiköpfiger Regentschaftsrat die Staatsführung. Zahlreiche Regierungen wechselten in der Folge, bis es unter Stojadinovic zu einer politischen Stabilisierung kam. Er baute die wirtschaftlichen Beziehungen zum Deutschen Reich aus; innenpolitisch ignorierte er die 'Kroatische Frage'. Erst nach seinem Sturz 1939 genehmigte die Belgrader Führung die Gründung einer Banschaft Kroatien, der weitreichende Autonomierechte zugesagt wurden.
    Der Zweite Weltkrieg

    Am 25. März 1941 trat Jugoslawien unter deutschen Druck dem Dreimächte-Pakt bei. Aber schon zwei Tage später wurde diese Abmachung nach einem Militärputsch und dem Sturz der Regierung widerrufen. Berlin reagierte mit dem Einmarsch deutscher Truppen.
    Elf Tage dauerte der Feldzug, bis die jugoslawische Armee am 17. April kapitulierte. Die Gründe für die Niederlage sind nur z.T. auf militärische Schwäche zurückzuführen. Ebenso wichtig war, daß ein jugoslawischer Staatspatriotismus fehlte und es keinerlei Solidarität zwischen den Südslawen gab. Damit hatte das monarchische Jugoslawien sein Ende gefunden.
    Am 10. April wurde in Zagreb ein "Unabhängiger Staat Kroatien" unter Führung der Ustascha ausgerufen. In diesem neuen politischen Gebilde lag der kroatische Bevölkerungsanteil bei lediglich 50%. Die Ustascha versuchte, durch ethnische Säuberung einen homogenen Staat zu schaffen. Zwangskatholisierungen kamen ebenso vor wie die Beschlagnahme von Eigentum, Verhaftungen, Vertreibungen, Mord, Todschlag. Dem Rache- und Ausrottungskrieg fielen Zehntausende von Menschen zum Opfer.
    Slowenien wurde zwischen Deutschland und Italien aufgeteilt, die serbische Vojwodina von Ungarn besetzt, der Banat kam unter deutsche Verwaltung. Bulgarien erhielt einen Teil Serbiens und fast ganz Makedonien. Der Kosovo und Westmakedonien wurden mit Albanien vereinigt (Großalbanien).
    Die Bedeutungen dieser Gebietsaufteilungen liegt darin, daß die Erinnerung an Großalbanien, Großkroatien, Großbulgarien in den Köpfen vieler Menschen erhalten geblieben ist.
    Schon bald formierte sich Widerstand, in Slowenien (slowenische Befreiungsfront), doch v.a. in Serbien. Hier reorganisierten sich die national-monarchistischen Chetnik-Verbände, die schon in den Balkankriegen gegen die Türkei gekämpft hatten. Die Kommunisten handelten unter Tito auf eigene Faust und leisteten mit dem Angriff Deutschlands auf die Sowjetunion hartnäckigen Widerstand gegen die deutsche und italienische Besetzung. Die willkürliche Zerteilung Jugoslawiens entfachte einen blutigen Bürgerkrieg, dessen Wunden bis heute nicht verheilt sind. Die Chetniks bekämpften Titos Partisanen, um die Errichtung einer kommunistischen Herrschaft nach dem Krieg zu verhindern; die kroatische Ustascha führte einen Vernichtungsfeldzug gegen die serbische Zivilbevölkerung in Kroatien, und die serbischen Chetniks schlachteten regelrecht die bosnischen Muslime ab. Mit dem Rückzug der Besatzungstruppen gegen Ende des Krieges gewannen die Kommunisten die Oberhand.
    Jugoslawien II

    Auf kommunistische Initiative hin, beschloß man bereits Ende 1943 die Neugründung eines "föderativen Jugoslawien" auf Basis der Gleichheit der Völker. Die Monarchie wurde nicht wieder hergestellt, Peter II. die Rückkehr versagt. Wegweisend war der Versuch, durch territoriale Neuordnung, die ethnischen Gegensätze zu mildern. Serbien mußte die größten Opfer bringen. Es verlor seinen Süden durch die Schaffung einer Teilrepublik Makedonien. Außerdem wurde auf serbischem Boden das autonome Gebiet Vojwodina" (im Norden) sowie das autonome Gebiet Kosovo" (im Südwesten) geschaffen.
    Aber auch mit der endgültigen Übernahme der Macht durch die Kommunisten nach dem Krieg nahm die Gewalt kein Ende: Kollaborateure, Anhänger der Ustascha und der Chetniks sowie Klassenfeinde wurden bedingungslos verfolgt, eingesperrt oder ermordet. Allein diesen Vergeltungsmaßnahmen fielen nach 1945 schätzungsweise 20000 bis 30000 Menschen zum Opfer. Die historische Chance einer Versöhnung wurde vertan.
    Hinzu kam eine konstitutionelle Schieflage: Die föderale Verfassungsstruktur stand im krassen Gegensatz zum faktischen Zentralismus und dem Machtmonopol der kommunistischen Partei. Staat und Wirtschaft wurden nach sowjetischen Vorbild aufgebaut.
    Das Nationalitätenproblem war in dieser Zeit tabuisiert. Den latenten Nationalismus konnten freilich die kommunistischen Parolen nur oberflächlich verdecken.
    Der neue Nationalismus

    Unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklung in den Teilstaaten
    Das Wiederaufleben des Nationalitätenpoblems, welches seinen vorläufigen Höhepunkt im letzten Krieg fand, nahm seinen Anfang in der unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklung zwischen dem reichen Nordwesten (Slowenien, Kroatien) und dem rückständigen Südosten (Serbien, Montenegro, Makedonien). Dies führte zu einer ständigen machtpolitischen Auseinandersetzung zwischen der Belgrader Zentralregierung und den Regierungen der Teilrepubliken v.a. um die Verteilung der Staatsgelder.

    Sprachenstreit
    Seit Mitte der sechziger Jahre setzten sich zahlreiche Intellektuelle für mehr kulturelle Rechte der Einzelstaaten ein. 1967 entbrannte in Kroatien der sogenannte Sprachenstreit. In einer Deklaration kroatischer Kulturorganisationen wurde Kroatisch als offizielle Sprache Kroatiens bezeichnet. Dies war eine unerhörte Provokation gegenüber den Serben, die die Einheit der serbo-kroatischen Sprache betonten.
    1968 demonstrierten Albaner im Kosovo zum ersten Mal für mehr autonome Rechte.

    Der neue serbisch-kroatische Gegensatz
    Die erste große Krise erlebte Jugoslawien Anfang der siebziger Jahre, als der alte serbisch-kroatische Gegensatz wieder aufbrach. Belgrad beschuldigte die Parteiführung in Kroatien nationalistischer Tendenzen. Dort reagierten die Politiker, indem sie der Zentrale unitaristische Ambitionen vorhielten. Die Auseinandersetzung, die auf höchster Ebene geführt wurde, löste in Kroatien eine Massenbewegung aus (sogenannter kroatische Frühling"). Als während der kroatischen Protestkundgebungen 1971 Forderungen nach einem eigenen kroatischen Staat laut wurden, ließ Tito die zumeist studentischen Führer verhaften. Protestdemonstrationen wurden mit Polizeigewalt unterdrückt.
    Die seit den 70er Jahren beginnende Wirtschaftskrise führte in den 80ern, nach dem Tod Titos, zu einer Staatskrise mit scharfen politischen Auseinandersetzungen. Ein Prozeß der Enttabuisierung kam in Gang, und die kommunistischen Verbrechen wurden publik.

    Der albanische Aufstand
    Als Fanal des wiederaufflammenden Nationalitätenkonflikts wirkte die Studentendemonstration im Kosovo 1981. Hier forderten die Teilnehmer die Gründung eines eigenständigen albanischen Bundeslandes. Der Demonstration schlossen sich bald viele Arbeiter, und so konnte die Führung in Belgrad die Bewegung nur mit Gewalt unterdrücken. Der Vorfall verstärkte in der Folge den Gärungsprozeß in den Teilrepubliken. Diese verlangten immer mehr Autonomie. Belgrad antwortete mit propagandistischer Stimmungsmache. Man warnte vor angeblich nationalistischen Tendenzen und beschuldigte Kroaten und Slowenen einer antiserbischen Koalition. Serbien sei seit dem Krieg stets benachteiligt worden und sei damit Hauptopfer des Titoismus.
    In Wahrheit fürchtete die serbische Parteinomenklatur um ihre führende Position in Jugoslawien. Die Zentrale selbst schreckte vor nationalistischer Stimmungsmache nicht zurück. Kernziel serbischer Propaganda wurde der Kosovo (Urserbien). Dort hielten die Albaner einen Anteil von 90%. Belgrad beschuldigte nun die einheimische Bevölkerung, daß sie in einer ethnischen Säuberung dieses "urserbische Land" entfremdet hätte. 1988 begann Belgrad mit dem systematischen Abbau der Autonomierechte. 1989 führte dies zu landesweiten Streiks und Demonstrationen der albanischen Bevölkerung. Belgrad reagierte hierauf mit der Verhängung des Ausnahmezustands. 1990 wurden das Provinzparlament und die Regierung aufgelöst und Massenverhaftungen durchgeführt.
    Anschließend richtete sich die Aufmerksamkeit auf Slowenien. Slowenien hatte sich seit Anfang der 80er zum Promotor der Reformbewegung entwickelt, wobei es von Kroatien unterstützt wurde. Auf die zunehmend zentralistischen Bestrebungen antwortete das slowenische Parlament im Herbst 1989 mit einer Verfassungsänderung, in der Slowenien das Recht auf Souveränität und Separation erhielt. Als man von Belgrad aus zu Protestkundgebungen aufrief, schloß Slowenien seine Grenzen; Belgrad brach daraufhin jegliche Beziehungen zu Slowenien ab.
    Im Frühjahr 1990 fanden in Slowenien und Kroatien freie Wahlen statt. In Kroatien errang die rechtsgerichtete KDU von Franjo Tudjman die absolute Mehrheit, er selber wurde vom Sabor zum Präsident Kroatiens gewählt. Das alarmierte die Krajina-Serben, die sich in einer Volksabstimmung für ihre Autonomie aussprachen.
    Der Krieg in Jugoslawien

    Der "kleine Krieg" in Slowenien (1991)

    Nach längerem Tauziehen auf diplomatischer Ebene verkündeten Slowenien und Kroatien am 25.Juni 1991 ihre Souveränität. Der Kosovo, Bosnien-Herzegowina und Makedonien folgten dem Beispiel. Serbien reagierte, indem es die Volksarmee mobilisierte und gegen Slowenien militärisch vorging. Eine weitere Eskalation des Konflikts konnte durch das rechtzeitige Eingreifen der EG und der KSZE indes verhindert werden.
    Der Krieg in Kroatien

    In Kroatien kam es wiederholt zu Zusammenstößen zwischen kroatischen Einheiten und den Serben aus der Krajina und aus Slawonien, in die schließlich die nationale Volksarmee eingriff.
    Während die Belgrader Führung sich rasch mit dem Ausscheiden Sloweniens abfand, lagen die Verhältnisse in Kroatien anders: hier lebten 12% Serben. Serbische Milizen begannen mit der Vertreibung der Kroaten aus der Krajina. Mit Hilfe der jugoslawischen Bundesarmee eroberten die Krajina-Serben fast 30% Kroatiens. 1992 wurde der Krieg in Kroatien vorläufig beendet. 1995 konnten die Kroaten mit einem militärischen Gegenschlag die Krajina zurückerobern. Der Großteil der Serben wurde vertrieben.
    Der Krieg in Bosnien-Herzegowina (1992-95)

    Im April 1992 wurde Bosnien-Herzegowina als unabhängiger Staat durch die EG anerkannt.
    Daß der Krieg keine zwangsläufige Folge dieser Sezession sein mußte, zeigt die friedliche Scheidung von Tschechen und Slowaken. Ohne die territoriale Zersplitterung der serbischen Volksgruppe und ohne den von der Belgrader Führung forcierten großserbischen Chauvinismus wäre den Menschen auf dem Balkan vielleicht ein anderes, weniger blutiges Schicksal beschieden worden. Wie die Serben in der Krajina riefen die bosnischen Serben ihren eigenen Staat aus (7.4.1992). Gleichzeitig kam es zu ersten Kämpfen zwischen der Regierungsarmee und den Serben. In wenigen Monaten eroberten letztere fast 70% des Landes.
    Die Kroaten antworteten mit der Errichtung der Republik Herzeg-Bosna", deren Hauptstadt Mostar sein sollte. Dies wiederum führte zu einem Bruch der moslemisch-kroatischen Militärallianz gegen die Serben. Seit dem Januar 1993 kam es sogar zur militärischen Konfrontation zwischen Kroaten und Moslems. Erst im März 1994 gelang die Schaffung eines neuen Bündnisses zwischen Kroaten und Muslime, was die Wende des Krieges herbeiführte und die Serben in die Defensive drängte. Aufgrund der veränderten Frontstellung war es nun möglich, den Krieg zu beenden.
    Die Bilanz des Bosnienkonflikts ist erschütternd: 250.000 Menschen wurden getötet und noch viel mehr verletzt. Frauen wurden systematisch vergewaltigt (40.000-70.000 Fälle). 90% der Kraftwerke und Stromleitungen sind zerstört, ein Drittel aller Schulen und Krankenhäuser. Die Wirtschaftsleistung betrug 1994 nur noch 10 bis 20% des Vorkriegswertes.
    Friedensabkommen von Dayton (21. November 1995)

    Die Interventionen der UNO, der Kriegsverlauf selbst, schließlich die aktivere Rolle der USA zwangen die Gegner an den Verhandlungstisch. Der Vertrag von Dayton beinhaltet einen militärischen und einen politischen Teil. Der militärische Teil enthält Abmachungen über Rückzug, Entmilitarisierung und Gefangenenaustauch in Bosnien. Außerdem wurde die Stationierung einer 60.000 Mann starken Truppe (IFOR) unter NATO-Kommando vereinbart, die die Umsetzung des Friedensvertrags überwachen soll.
    Im politischen Teil wurde der staatliche Fortbestand Bosnien-Herzegowinas in Form einer Föderation garantiert. Die Serben behalten 49% des Staatsgebiets, die muslimisch-kroatische Föderation 51%. Hauptstadt bleibt Sarajewo. Die Bundesregierung hat sämtliche Bereiche der Außenpolitik sowie Transportwesen und Geldpolitik inne. (Karte: Die territorialen Vereinbarungen des Vertrags von Dayton)
    Die Teilstaaten erhalten dagegen weitreichende Kompetenzen, nämlich alle Kompetenzen die nicht ausdrücklich der Bundesregierung zugewiesen wurden, z.B. Vertragsschlüsse mit anderen Staaten oder die Vergabe einer eigenen Staatsangehörigkeit.
    Hinzu kommt die Anerkennung des Heimatrechts der Flüchtlinge, die Verpflichtung, Kriegsverbrecher von öffentlichen Funktionen auszuschließen, die Einhaltung der Menschenrechte sowie die Abhaltung demokratischer Wahlen innerhalb von neun Monaten.
    Die europäische Jugoslawienpolitik

    Problematik: Als sich Slowenien und Kroatien entschlossen, aus dem Jugoslawischen Staatenverband auszutreten, beriefen sie sich auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Die Belgrader Zentrale konterte mit der Feststellung, daß die Grenzen Jugoslawiens nur mit Zustimmung aller Staatsvölker verändert werden könnten. Andererseits beriefen sich auch die Serben in Kroatien und Bosnien auf das Selbstbestimmungsrecht und drohten mit Abspaltung, falls Kroatien und Slowenien den jugoslawischen Staatenverband verlassen würden. Zagreb und Sarajewo betonten, wie bereits die Belgrader Zentrale die territoriale Integrität. Das Problem bestand also darin, wie das Recht auf Selbstbestimmung und das Recht auf territoriale Integrität in Einklang gebracht werden konnten. Besonders die ungelöste serbische Frage" war die Hauptursache für die Eskalation der Gewalt, denn das slowenische Beispiel zeigt, wie ohne das serbische Problem eine friedliche Lösung möglich gewesen wäre.
    Die Rolle der EG: Mit Ausnahme Deutschlands waren die meisten anderen EG-Staaten gegen einen Zerfall Jugoslawiens, weil sie negative Folgen hinsichtlich ihrer eigenen Minderheitenprobleme fürchteten. Deutschland konnte sich jedoch durchsetzten. Im Januar 1992 wurden Slowenien und Kroatien, im April Bosnien-Herzegowina von den EG-Staaten anerkannt.
    Bereits im September 1991 riefen die Europäer die UNO um Hilfe, nachdem die neugeschaffene Gemeinsame Außen-und Sicherheitspolitik (GASP) gescheitert war.
    Mit der Anerkennung der jugoslawischen Teilrepubliken als souveräne Staaten wurde der Krieg zu einen zwischenstaatlichen Krieg.
    Bis 1993 verzichtete die internationale Staatengemeinschaft auf militärische Gewalt; statt dessen verhängte man einerseits ein Wirtschaftsembargo gegen Restjugoslawien, andererseits versuchte man den Konflikt über den Verhandlungsweg zu lösen.
    1992 wurde die Internationale Jugoslawienkonferenz in Genf eingerichtet; 1994 wurde diese durch die Kontaktgruppe abgelöst.
    Die zahlreichen Friedensinitiativen und Friedenspläne für Bosnien ignorierten bis 1993 den Willen der Serben und Kroaten auf nationale Einheit. Bosnien-Herzegowina sollte ein neues Jugoslawien im Kleinen werden. Paradebeispiel für die ignorante Diplomatie des Westens war der Vance-Plan. Ungeachtet der historischen Erfahrungen sollte Bosnien-Herzegowina in zehn ethnisch gemischte(!) Regionen aufgeteilt und diese unter eine Zentralregierung gestellt werden. Erst mit dem Owen-Stoltenbergplan ging man zu föderalen Lösungsversuchen über.
    Die Lösung im Friedensabkommen von Dayton ist aller Wahrscheinlichkeit nach allerdings nur eine Zwischenlösung.
    Kriegsverbrechen und Internationaler Gerichtshof

    1993 regte die von der UNO beauftragte Menschenrechtskommission die Schaffung eines internationalen Strafgerichtshofs an. Im Zentrum standen die Verbrechen, die im Zuge der ethnischen Säuberungen an der Zivilbevölkerung begangen wurden.
    Nach Schätzungen befanden sich 1992 1,4 Millionen Menschen auf der Flucht, 1995 waren es bereits 4 Millionen.
    Trotzdem, so grausam die Vertreibungen auch gewesen sein mögen, Bosnien-Herzegowina ist heute in drei weitgehend homogene Gebiete geteilt und vielleicht bietet dies die Möglichkeit den Friedensprozeß auf eine sichere Grundlage zu stellen.
    Wissenschaftliche Debatte

    Eine wissenschaftliche Debatte in dem Sinne, daß sich verschiedene Theorien und Denkansätze gegenüberstehen, gibt es nicht. Vielmehr gibt es Kontroversen in einzelnen Fragen: z.B., inwiefern traditionelle Bindungen zu der einen oder anderen Kriegspartei die Balkanpolitik der europäischen Mächte beeinflußt haben, ob die völkerrechtliche Anerkennung Sloweniens und Kroatiens durch Deutschland die Eskalation des Kriegs erst ermöglicht hat oder ob durch die Lähmung der Gemeinsamen Europäischen Außen-und Sicherheitspolitik (GASP) eine Deeskalationspolitik verhindert wurde.
    In jüngster Vergangenheit gibt es zunehmend Hinweise, daß einflußreiche Personen in Großbritannien, z.B. der britische Außenminister Rifkind, das Regime von Milosevic aktiv unterstützt haben (siehe Leigh D., Vulliamy, E.: Sleaze - The Corruption of Parliament).
    Diskutiert wird vor allem auch über die europäische Dimension des Balkankrieges und des osteuropäischen Zerfallsprozesses: wird durch die Demokratisierung Osteuropas die Voraussetzung einer gesamteuropäischen Integration geschaffen, oder führt die Sezession die Europäische Integration ad absurdum?
    Dissens besteht auch in der Frage, ob die bosnischen Muslime als eigenes Volk anerkannt werden müssen. Ein Großteil der Wissenschaftler vertritt die These, daß die bosnischen Muslime zum Islam übergetretene Südslawen sind, die im Laufe der Zeit eine eigene nationale Identität angenommen haben.
    Chronologie

    6.-8.Jrh. Slawische Besiedlung des Balkans
    788-796 Karl der Große unterwirft Slowenen und Kroaten
    925 Königreich Kroatien
    1000 Eroberung Dalmatiens durch Venedig
    1170/1217 Königreich Serbien
    1346 Krönung Stefan Dusans zum serbischen Zar
    1389 Schlacht auf dem Amselfeld
    1583 Vereinigung Bosniens und der Herzegowina zum Paschalyk
    Bosnien
    1804-1813 Erster serbischer Aufstand
    1809-1814 Napoleons illyrische Provinzen
    1815 Zweiter serbischer Aufstand unter Milos Obrenovic
    1817 Tributpflichtiges Fürstentum Serbien
    1867 Volle Souveränität Serbiens/österreichisch-ungarischer
    Ausgleich
    1868 Ungarisch-kroatischer Ausgleich
    1878 Berliner Kongreß: Besetzung Bosnien-Herzegowinas durch
    Österreich-Ungarn; staatliche Anerkennung Serbiens und
    Montenegros
    1882 Königreich Serbien
    1908 Annexion Bosniens und der Herzegowina durch
    Österreich-Ungarn
    1912/13 Erster Balkankrieg
    1913 Zweiter Balkankrieg
    1914 Attentat von Sarajevo
    1917 Deklaration von Korfu
    1918 Austritt Kroatiens aus der Donaumonarchie/Königreich der
    Serben, Kroaten und Slowenen
    1929 Königsdiktatur Jugoslawien
    1941 Zerschlagung Jugoslawiens
    1945 Neugründung Jugoslawiens
    1971 Kroatischer Frühling
    1981 Studentenunruhen im Kosovo
    1988 Trennung von Partei und Staat
    1990 Freie Wahlen in Slowenien, Kroatien und Serbien. Kosovo
    und Vojwodina verlieren ihre Autonomie
    1991 Ausrufung der Republik Krajina.
    Unabhängigkeitserklärungen Sloweniens und Kroatiens
    (25.6.). In Slowenien Kämpfe mit der Jugoslawischen
    Bundesarmee (3 Tage).
    1992 Bosniens Moslems stimmen für Unabhängigkeit (3.3.).
    Kämpfe zwischen Serben und bosnischen Regierungstruppen.
    Beginn der ethnischen Säuberungen. UNO verhängt
    Sanktionen gegen Restjugoslawien
    1993 Kämpfen zwischen den bislang verbündeten Kroaten und
    Moslems in Bosnien. Vance-Owen-Friedensplan
    Entsendung von Blauhelmsoldaten durch die UNO
    1994 Bosnienkontaktgruppe: Friedensplan
    1995 Friedensabkommen von Dayton
    Glossar

    Chetniks
    militärische Verbände großserbischer Monarchisten
    Herder
    dt. Philosoph und Dichter *1744, +1803; definierte die Kulturnation nach gemeinsamer Sprache, Kultur und Geschichte; pries die Slawen als friedliebendes Volk, das die kommenden Jahrhunderte prägen sollte.
    Krajina
    ehemals serbisch bewohntes Gebiet in Kroatien, hervorgegangen aus der österreichischen Militärgrenze
    Madjarisierungsdruck
    Bestreben der Ungarn, nach dem Ausgleich 1867, die nichtmadjarischen Bevölkerungsteile durch Zwang zu assimilieren.
    Orthodoxe Kirche
    auch Ostkirche; seit 1054 durch Schisma der christlichen Kirche entstanden. Gesamtheit der Kirchen in Osteuropa und im Vorderen Orient. Die einzelnen Kirchen sind selbständig. Ehrenvorrang hat der Patriarch der griechisch-orthodoxen Kirche in Konstantinopel.
    Präponderanz
    politisches Übergewicht eines Staates
    Sabor
    kroatischer Landtag
    Ustascha
    1929 durch kroatische Nationalisten gegründete Organisation, die 1941-45 unter Ante Pavelic in Kroatien herrschte.

    Literatur


    • Kohn, H.: Die Slawen und der Westen (1993)
    • Libal, W.: Das Ende Jugoslawiens (1993)
    • Libal, W.: Mazedonien (1993)
    • Libal,W., von Kohl, C.: Kosovo. Gordischer Knoten des Balkan (1992)
    • Meier V.: Wie Jugoslawien verspielt wurde (1995)
    • Stiglmayer A.: Das Ende Jugoslawiens, in: Informationen zur politischen Bildung, aktuell (1992)

  2. #2

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    "Staat und Wirtschaft wurden nach sowjetischen Vorbild aufgebaut"

    Mir ist nicht bekannt, dass die Sowjetunion Lada-Kleinwagen in den Westen exportierten...

    Oder dass sie amerikanische Militärausrüstung kauften....

  3. #3

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    willst du mich verarschen

  4. #4
    Avatar von Krosovar

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    Hmmm ich glaube in dem Text ist auch viel Propaganda enthalten...

  5. #5

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    wieso steht nichts über "Kosovo-Krieg"?

  6. #6

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    Zitat Zitat von Krosovar Beitrag anzeigen
    Hmmm ich glaube in dem Text ist auch viel Propaganda enthalten...
    Manche Dinge wurden auch einfach ausgelassen, siehe Osmanisches Reich oder Kosovo Krieg. Jugoslawien wird mit Stalins Sowjetunion gleichgesetzt...

    Schrott...

  7. #7
    Avatar von Vasile

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    Zitat Zitat von Cobra Beitrag anzeigen
    Nach dem russisch-türkischen Krieg (1877/78 ) erhielt Serbien und Montenegro die volle Souveränität sowie Gebietsgewinne. Österreich-Ungarn bekam das provisorische Besatzungsrecht in Bosnien, der Herzegowina sowie im Sandchat von Novi Bazar. Bulgarien und Rumänien wurden ebenfalls unabhängig.
    Bulgarien wurde nicht 1879 unabhängig, sondern erst 1909, nach der Bosnienkrise.

  8. #8

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    Serbien ist schuld an jedem Krieg im Balkan.

  9. #9
    Emir
    Zitat Zitat von Ivo3 Beitrag anzeigen
    Serbien ist schuld an jedem Krieg im Balkan.
    Nein, quatsch ^^

  10. #10

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    Zitat Zitat von Emir88 Beitrag anzeigen
    Nein, quatsch ^^
    doch doch, er hat Recht.

    Zum Beispiel, als die Serben aus Lazars Knochen Uran gewannen und dann damit Kosovo und Bosnien angriffen...

    Wenn du nicht glaubst, dann schlag in der Illyrischen Großenzyklopädie nach, dort sind handfeste Beweise aufgezählt

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