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Jugoslawien ohne Krieg

Erstellt von Mastakilla, 12.01.2012, 17:20 Uhr · 103 Antworten · 8.296 Aufrufe

  1. #41
    Avatar von Indianer

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    o masta, die nachfolge staaten haben doch seit 2006 eine vereinigung.
    aber es funktioniert nicht.
    hat nie funktioniert
    und wird nie funktionieren.

  2. #42
    Avatar von Cobra

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    64.180
    Zitat Zitat von opadidi Beitrag anzeigen
    Zitat von Semberac: Naja, es wurden schon Pläne erstellt, dass Jugoslawien zusammenbleibt und man weiterhin gemeinsam lebt, nur wurden diese meistens abgelehnt

    Das will ich keinesfalls bestreiten, aber gegen die 3 Hauptakteure Tudjman, Milosevic und Izetbegovic und die jeweils hinter ihnen stehenden Interessengruppen hatten solche Pläne überhaupt keine Chance.
    Und dann war da noch die unsäglich frühe und gegen den Willen der EU-Partner ausgesprochene Anerkennung Sloweniens und Kroatiens durch die BRD!!!
    Hätten sie sich wenigstens mit den Partnern vorher abgestimmt und eine Anerkennung nur für den Fall in Aussicht gestellt, das vorher alle ethnischen Probleme (Gebietsteilungen, begrenzte Autonomie etc.) zumindest ansatzweise auf friedlichem Wege gelöst wären, ja dann...
    Dann hätten vielleicht Krieg und Vertreibungen vermieden werden können. Ich hätte es Euch aus vollem Herzen gegönnt!!!

    1986

    Das Memorandum zur Lage der serbischen Nation in Jugoslawien, bekannt als SANU-Memorandum, war eine Denkschrift, die zwischen 1982 und 1986 von Mitgliedern der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste (serbisch: Srpska akademija nauka i umetnosti; SANU) ausgearbeitet wurde. Dieses Memorandum hatte bedeutenden Einfluss auf das Wiederaufleben des Nationalismus in Serbien. Der Text soll vom ehemaligen Mitglied der Akademie und späteren Präsidenten der Bundesrepublik Jugoslawien Dobrica Ćosić redigiert worden sein, was dieser jedoch bestritt, gleichzeitig aber das Memorandum verteidigte.

    Das 74 Seiten umfassende Memorandum ist zunächst eine Kritik aktueller ökonomischer und kultureller Entwicklungen des jugoslawischen Systems. Es wird dabei die zunehmende Fragmentierung und Regionalisierung der Gesellschaft beklagt und auf mangelnde demokratische Strukturen hingewiesen. Der Titoismus wird als „antiserbische Doktrin“ angesehen, durch die die serbische Nation gezielt geschwächt worden sei, was die anderen Teilrepubliken dann zu ihren Gunsten ausgenutzt hätten. Das Memorandum forderte ein Ende der „Diskriminierungen des serbischen Volkes“.

    Neben der „wirtschaftlichen Diskriminierung Serbiens“, beklagte man die „Unterdrückung der Serben in Kroatien“ und sprach sogar von „Völkermord an den Serben im Kosovo“. Der Begriff Genozid bzw. Völkermord wurde damit als Kampfbegriff in die innerjugoslawischen Auseinandersetzungen eingeführt.

    Mit der Behauptung, die Kosovo-Albaner würden Völkermord an den Serben verüben, hatte die Akademie dieser Bevölkerungsgruppe die Hauptschuld an der von ihr festgestellten Misere Serbiens zugewiesen. Untermauert wurde die These mit historischen Argumenten, die weit in die Geschichte und lange vor die Gründung des ersten Jugoslawien im Jahr 1918 zurückreichten, mithin nichts mit der aktuellen Krise des sozialistischen Systems in Jugoslawien zu tun hatten.

    Die Verfasser forderten abschließend die „nationale und kulturelle Integrität des serbischen Volkes, unabhängig in welcher Republik oder Region sie leben“ zu gewährleisten, ohne zu erklären, wie diese Forderung umzusetzen sei.


    In der Zeitung Večernje Novosti wurden einige Auszüge des Memorandums publik gemacht und von der Öffentlichkeit breit diskutiert.

    Intellektuelle und Politiker der anderen Völker Jugoslawiens reagierten auf die Forderung der Akademie mit eigenen nationalen Programmen. Zwischen den Teilrepubliken breitete sich eine zunehmend vergiftete Atmosphäre aus. In den Medien und auch in der Literatur Jugoslawiens wurde immer offener über „Volkszugehörigkeit“ und „Blut und Boden“ geschrieben, die jeweils anderen Nationen wurden immer lauter beschuldigt, die eigene Misere, die Arbeitslosigkeit, die wirtschaftliche und soziale Notlage verursacht zu haben.

  3. #43

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    20.935
    Das SANU Memorandum hatte nicht weniger Einfluss auf die Wiedererwachung des Nationalismus als der kroatische Frühling, der 71 stattfand, von daher verstehe ich die Argumentation nicht !?

  4. #44
    Avatar von Yu-Rebell

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    3.269
    Zitat Zitat von Cobra Beitrag anzeigen
    1986

    Das Memorandum zur Lage der serbischen Nation in Jugoslawien, bekannt als SANU-Memorandum, war eine Denkschrift, die zwischen 1982 und 1986 von Mitgliedern der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste (serbisch: Srpska akademija nauka i umetnosti; SANU) ausgearbeitet wurde. Dieses Memorandum hatte bedeutenden Einfluss auf das Wiederaufleben des Nationalismus in Serbien. Der Text soll vom ehemaligen Mitglied der Akademie und späteren Präsidenten der Bundesrepublik Jugoslawien Dobrica Ćosić redigiert worden sein, was dieser jedoch bestritt, gleichzeitig aber das Memorandum verteidigte.

    Das 74 Seiten umfassende Memorandum ist zunächst eine Kritik aktueller ökonomischer und kultureller Entwicklungen des jugoslawischen Systems. Es wird dabei die zunehmende Fragmentierung und Regionalisierung der Gesellschaft beklagt und auf mangelnde demokratische Strukturen hingewiesen. Der Titoismus wird als „antiserbische Doktrin“ angesehen, durch die die serbische Nation gezielt geschwächt worden sei, was die anderen Teilrepubliken dann zu ihren Gunsten ausgenutzt hätten. Das Memorandum forderte ein Ende der „Diskriminierungen des serbischen Volkes“.

    Neben der „wirtschaftlichen Diskriminierung Serbiens“, beklagte man die „Unterdrückung der Serben in Kroatien“ und sprach sogar von „Völkermord an den Serben im Kosovo“. Der Begriff Genozid bzw. Völkermord wurde damit als Kampfbegriff in die innerjugoslawischen Auseinandersetzungen eingeführt.

    Mit der Behauptung, die Kosovo-Albaner würden Völkermord an den Serben verüben, hatte die Akademie dieser Bevölkerungsgruppe die Hauptschuld an der von ihr festgestellten Misere Serbiens zugewiesen. Untermauert wurde die These mit historischen Argumenten, die weit in die Geschichte und lange vor die Gründung des ersten Jugoslawien im Jahr 1918 zurückreichten, mithin nichts mit der aktuellen Krise des sozialistischen Systems in Jugoslawien zu tun hatten.

    Die Verfasser forderten abschließend die „nationale und kulturelle Integrität des serbischen Volkes, unabhängig in welcher Republik oder Region sie leben“ zu gewährleisten, ohne zu erklären, wie diese Forderung umzusetzen sei.


    In der Zeitung Večernje Novosti wurden einige Auszüge des Memorandums publik gemacht und von der Öffentlichkeit breit diskutiert.

    Intellektuelle und Politiker der anderen Völker Jugoslawiens reagierten auf die Forderung der Akademie mit eigenen nationalen Programmen. Zwischen den Teilrepubliken breitete sich eine zunehmend vergiftete Atmosphäre aus. In den Medien und auch in der Literatur Jugoslawiens wurde immer offener über „Volkszugehörigkeit“ und „Blut und Boden“ geschrieben, die jeweils anderen Nationen wurden immer lauter beschuldigt, die eigene Misere, die Arbeitslosigkeit, die wirtschaftliche und soziale Notlage verursacht zu haben.
    Erstens; wüsste ich gerne wen du hier zitiert hast. Und zweitens; Cobra versuche mal überm Tellerrand zu schauen. Wo und wann entstand die EG, heutige EU? Und drittens; ich weiß zwar nicht wie alt du bist, aber ich möchte es gerne wissen was du oder deine Eltern gesagt habt wenn ihr in Urlaub gefahren seid. Wir fahren nach Jugoslawien, oder nach Kroatien? Musst zwar nicht antworten, aber es wäre nett wenn du es tust.

  5. #45

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    88
    Zitat Zitat von Cobra Beitrag anzeigen
    1986

    Das Memorandum zur Lage der serbischen Nation in Jugoslawien, bekannt als SANU-Memorandum, war eine Denkschrift, die zwischen 1982 und 1986 von Mitgliedern der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste (serbisch: Srpska akademija nauka i umetnosti; SANU) ausgearbeitet wurde. Dieses Memorandum hatte bedeutenden Einfluss auf das Wiederaufleben des Nationalismus in Serbien. Der Text soll vom ehemaligen Mitglied der Akademie und späteren Präsidenten der Bundesrepublik Jugoslawien Dobrica Ćosić redigiert worden sein, was dieser jedoch bestritt, gleichzeitig aber das Memorandum verteidigte.

    Das 74 Seiten umfassende Memorandum ist zunächst eine Kritik aktueller ökonomischer und kultureller Entwicklungen des jugoslawischen Systems. Es wird dabei die zunehmende Fragmentierung und Regionalisierung der Gesellschaft beklagt und auf mangelnde demokratische Strukturen hingewiesen. Der Titoismus wird als „antiserbische Doktrin“ angesehen, durch die die serbische Nation gezielt geschwächt worden sei, was die anderen Teilrepubliken dann zu ihren Gunsten ausgenutzt hätten. Das Memorandum forderte ein Ende der „Diskriminierungen des serbischen Volkes“.

    Neben der „wirtschaftlichen Diskriminierung Serbiens“, beklagte man die „Unterdrückung der Serben in Kroatien“ und sprach sogar von „Völkermord an den Serben im Kosovo“. Der Begriff Genozid bzw. Völkermord wurde damit als Kampfbegriff in die innerjugoslawischen Auseinandersetzungen eingeführt.

    Mit der Behauptung, die Kosovo-Albaner würden Völkermord an den Serben verüben, hatte die Akademie dieser Bevölkerungsgruppe die Hauptschuld an der von ihr festgestellten Misere Serbiens zugewiesen. Untermauert wurde die These mit historischen Argumenten, die weit in die Geschichte und lange vor die Gründung des ersten Jugoslawien im Jahr 1918 zurückreichten, mithin nichts mit der aktuellen Krise des sozialistischen Systems in Jugoslawien zu tun hatten.

    Die Verfasser forderten abschließend die „nationale und kulturelle Integrität des serbischen Volkes, unabhängig in welcher Republik oder Region sie leben“ zu gewährleisten, ohne zu erklären, wie diese Forderung umzusetzen sei.


    In der Zeitung Večernje Novosti wurden einige Auszüge des Memorandums publik gemacht und von der Öffentlichkeit breit diskutiert.

    Intellektuelle und Politiker der anderen Völker Jugoslawiens reagierten auf die Forderung der Akademie mit eigenen nationalen Programmen. Zwischen den Teilrepubliken breitete sich eine zunehmend vergiftete Atmosphäre aus. In den Medien und auch in der Literatur Jugoslawiens wurde immer offener über „Volkszugehörigkeit“ und „Blut und Boden“ geschrieben, die jeweils anderen Nationen wurden immer lauter beschuldigt, die eigene Misere, die Arbeitslosigkeit, die wirtschaftliche und soziale Notlage verursacht zu haben.
    Informire dich beser und lis nicht imer Tucmans puizer gekronte werke

  6. #46
    Esseker
    Stürm, lerne die deutsche Sprache.

  7. #47
    Avatar von papodidi

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    13.502
    Hallo an alle!!!

    Zitat Cobraas Memorandum zur Lage der serbischen Nation in Jugoslawien, bekannt als SANU-Memorandum, war eine Denkschrift, die zwischen 1982 und 1986 von Mitgliedern der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste (serbisch: Srpska akademija nauka i umetnosti; SANU) ausgearbeitet wurde. Dieses Memorandum hatte bedeutenden Einfluss auf das Wiederaufleben des Nationalismus in Serbien. Der Text soll vom ehemaligen Mitglied der Akademie und späteren Präsidenten der Bundesrepublik Jugoslawien Dobrica Ćosić redigiert worden sein, was dieser jedoch bestritt, gleichzeitig aber das Memorandum verteidigte.

    Ihr schlagt euch also immer wieder irgend welche Memoranden, verfasst von nicht staatlichen Gremien, um die Ohren, um euren jeweiligen - ethnisch bedingten - Standpunkt zu verteidigen.

    Meine abschließende Meinung dazu: in allen Teilrepubliken gab es politische Kräfte, die an einem Weiterbestand des aüßerst erfolgreichen Vielvökerstaats "Yugoslavia" - entgegen der überwiegenden Volksstimmung - nicht interessiert waren.
    Ich nenne nur 3 Namen: Tudjman, Millosevic u. Izetbegovic! Na ok, Genscher darf hier auch nicht fehlen...
    Weil die meisten hier in diesem Forum offensichtlich noch zu jung sind, um überhaupt eine Ahnung von "Yougoslavia" zu haben: dieser Staat inkl. Josip Tito war in der Weltrangliste in den 70er Jahren unter den ersten 10, von ca. 170!!!!
    Ich hab fast ein Jahr (in Skopje) bei Euch leben dürfen, und es war eine der besten Erfahrungen meines Lebens!!!

  8. #48
    Avatar von Kampfposter

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    3.820
    Zitat Zitat von opadidi Beitrag anzeigen
    Hallo an alle!!!

    Zitat Cobraas Memorandum zur Lage der serbischen Nation in Jugoslawien, bekannt als SANU-Memorandum, war eine Denkschrift, die zwischen 1982 und 1986 von Mitgliedern der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste (serbisch: Srpska akademija nauka i umetnosti; SANU) ausgearbeitet wurde. Dieses Memorandum hatte bedeutenden Einfluss auf das Wiederaufleben des Nationalismus in Serbien. Der Text soll vom ehemaligen Mitglied der Akademie und späteren Präsidenten der Bundesrepublik Jugoslawien Dobrica Ćosić redigiert worden sein, was dieser jedoch bestritt, gleichzeitig aber das Memorandum verteidigte.

    Ihr schlagt euch also immer wieder irgend welche Memoranden, verfasst von nicht staatlichen Gremien, um die Ohren, um euren jeweiligen - ethnisch bedingten - Standpunkt zu verteidigen.

    Meine abschließende Meinung dazu: in allen Teilrepubliken gab es politische Kräfte, die an einem Weiterbestand des aüßerst erfolgreichen Vielvökerstaats "Yugoslavia" - entgegen der überwiegenden Volksstimmung - nicht interessiert waren.
    Ich nenne nur 3 Namen: Tudjman, Millosevic u. Izetbegovic! Na ok, Genscher darf hier auch nicht fehlen...
    Weil die meisten hier in diesem Forum offensichtlich noch zu jung sind, um überhaupt eine Ahnung von "Yougoslavia" zu haben: dieser Staat inkl. Josip Tito war in der Weltrangliste in den 70er Jahren unter den ersten 10, von ca. 170!!!!
    Ich hab fast ein Jahr (in Skopje) bei Euch leben dürfen, und es war eine der besten Erfahrungen meines Lebens!!!
    ... und die Moral von der Geschicht?

  9. #49
    Avatar von Kampfposter

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    Zitat Zitat von Mastakilla Beitrag anzeigen
    Das SANU Memorandum hatte nicht weniger Einfluss auf die Wiedererwachung des Nationalismus als der kroatische Frühling, der 71 stattfand, von daher verstehe ich die Argumentation nicht !?
    Welche negativen Auswirkungen hatte der kroatische Frühling auf die anderen Republiken oder Völker in Jugoslawien?

  10. #50
    Avatar von Fitnesstrainer NRW

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    Zitat Zitat von opadidi Beitrag anzeigen
    Zitat von Semberac: Naja, es wurden schon Pläne erstellt, dass Jugoslawien zusammenbleibt und man weiterhin gemeinsam lebt, nur wurden diese meistens abgelehnt

    Das will ich keinesfalls bestreiten, aber gegen die 3 Hauptakteure Tudjman, Milosevic und Izetbegovic und die jeweils hinter ihnen stehenden Interessengruppen hatten solche Pläne überhaupt keine Chance.
    Und dann war da noch die unsäglich frühe und gegen den Willen der EU-Partner ausgesprochene Anerkennung Sloweniens und Kroatiens durch die BRD!!!
    Hätten sie sich wenigstens mit den Partnern vorher abgestimmt und eine Anerkennung nur für den Fall in Aussicht gestellt, das vorher alle ethnischen Probleme (Gebietsteilungen, begrenzte Autonomie etc.) zumindest ansatzweise auf friedlichem Wege gelöst wären, ja dann...
    Dann hätten vielleicht Krieg und Vertreibungen vermieden werden können. Ich hätte es Euch aus vollem Herzen gegönnt!!!
    Sehr guter Beitrag, dem ich nur beipflichten kann.

    Hier ein Spiegel-Artikel, der es ganz anschaulich thematisiert:

    DER SPIEGEL 26/1995 - Brennend nach Aktion

    Zitat Zitat von Kampfposter Beitrag anzeigen
    Welche negativen Auswirkungen hatte der kroatische Frühling auf die anderen Republiken oder Völker in Jugoslawien?
    Der kroatische Frühling 71 hatte als Folge die Verfassung von 74, was de facto die weitere Schwächung des jugoslawischen Zentralstaates, durch Erweiterung der Republikskompetenzen und die Ausstattung der 2 autonomen serbischen Provinzen Vojvodina und Kosovo mit allen Republikrechten ausser dem Recht sich Republik zu nennen, nach sich zog, was wiederum eine Prämisse für das Sanu-Memorandum, sowie für den serbischen Nationalismus war.

    Eine weitere nicht zu unterschätzende Folge durch die Verfassung von 74 war die Legitimation nationaler Symbole (kroatische, serbische etc.) was bis dato in der SFRJ verboten war und dem "nationalen Bewußtsein" entgegen dem "jugoslawischem Einheitsgeist" Vorschub leistet.

    Eine eindeutige Prämisse fü den Zerfall der SFRJ liegt ebenfalls inder Verfassung von 1974 -nämlich das im deklarativen Teil der Verfassung erwähnte Recht der Völker auf Selbsbestimmung, einschliesslich des Rechtes auf Sezession.

    Die genannten Faktoren waren selbstverständlich nicht die einzigen, jedoch hängen die Ereignisse durchaus zusammen.


    P.S. Nicht zu vergessen das der kroatische Frühling als direkte Folge einen lange Zeit eingesperrten Tudjman als Folge hatte, welcher vom Sozialisten zum Nationalisten gewandelt, schliesslich einer der Hauptakteure im blutigen Zerfall der SFRJ sowie dessen diplomatischer Vorgeschichte war.

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