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Jugoslawien, Serbien, Kosovo. Ein Bericht aus 1986

Erstellt von Lepoto, 03.02.2008, 09:53 Uhr · 78 Antworten · 5.780 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Lepoto

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    1.266

    Jugoslawien, Serbien, Kosovo. Ein Bericht aus 1986

    Titel: Wo man in Serbien nicht serbisch reden soll


    Serienti: Nachbar Jugoslawien. 2.


    Text: Die Serben sind ein selbstbewußtes Volk. Trotzdem können sie sich in einem Teil ihrer Heimat nicht mehr wohl fühlen: In der zur Republik Serbien gehörenden Albaner-Provinz Kosovo. In Belgrad will man es offiziell nicht wahrhaben, daß die Albaner nach Serben und Kroaten bereits die drittgrößte Volksgruppe Jugoslawiens sind. Die Kosovo-Albaner vermehren sich mit der höchsten Geburtenrate in Europa. Und je mehr sie sind, desto größer wird ihr nationalistischer Druck für eine eigene Republik Kosovo. 1981 führte der Albaner-Seperatismus zu gewaltsam unterdrückten Unruhen. Seitdem schwelt der Konflikt gefährlich im Hintergrund.


    Mehr als politische Analysen macht folgende selbsterlebte Affäre den Albaner-Nationalismus im Kosovo deutlich:


    Bevor ich in den Kosovo reiste, habe ich die Rezeption meines Hotels in Belgrad gebeten, mir in der Kosovo-Hauptstadt Pristina ein Zimmer vorzubestellen.


    Freundlich griff der Mann in Belgrad zum Telefon und versuchte (serbokroatisch) das Zimmer in Pristina zu bestellen. Zweimal erklärte ihm sein Kollege in Pristina: "Ich versteh' Sie nicht." Auf die Frage "Wieso nicht?" beschied ihm der Mensch in Pristina eisern: "Hier wird albanisch gesprochen!"


    Daraufhin einigte man sich in Englisch: "Dabei leben wir hier in ein und derselben Republik Serbien!" seufzte der Belgrader.


    Das ist bezeichnend, aber harmlos im Vergleich dazu, wie sich der Albaner-Nationalismus in der "autonomen Provinz Kosovo" wirklich abspielt:


    1981 brach der schwelende Konflikt im Kosovo offen aus. Es begann mit Studentenunruhen in Pristina, wo Belgrad den Albanern die inzwischen drittgrößte Universität Jugoslawiens installierte. Die gefährlichen 81er Unruhen wurden von Polizei und Militär niedergeschlagen: mit vermutlich 80 Toten.


    Seitdem  verzeihen Sie diesen Ausdruck  sind die albanischen Nationalisten im Kosovo "nicht mehr so dumm", offen gegen die jugoslawische Staatsmacht anzurennen. Der Konflikt schwelt auch nicht "im Untergrund"  die Kosovo-Nationalisten hüten sich, "subversiv" zu erscheinen. Der Albaner-Nationalismus schwelt im gesellschaftlichen Hintergrund, fast allgegenwärtig im Alltagsleben.


    Da betreiben Albaner im Kosovo eine hartnäckige "Serben-raus- Kampagne", die durch das Bevölkerungswachstum "natürlich angeheizt" wird. Innerhalb von zehn Jahren wurden die Albaner im Kosovo um fast eine halbe Million Menschen mehr.


    "Das drängt" serbische Bauern von ihrem Land, serbische Taxifahrer aus den Autos, serbische Beamte aus dem öffentlichen Dienst und so weiter: Dies alles durch gesellschaftlichen Druck, durch die im Kosovo besonders starke Arbeitslosigkeit (120.000 Arbeitslose bei 220.000 Beschäftigten), aber auch mit kriminellen Methoden. Nachweisbar davon ist kaum einmal etwas. Die jugoslawische Justiz stellt nur immer wieder kleine Agitatoren wegen politischer Delikte vor Gericht und wiederholt wie eine Beschwörungsformel: Die Lage im Kosovo sei ruhig.


    Sucht man im brodelnden Nationalismus, der von der stalinistischen Volksrepublik Albanien geschürt wird, nach politischen Zielen, dann taucht offen die Forderung nach Loslösung von Serbien und nach einer eigenen Teilrepublik Kosovo auf.


    Dies wäre das Ende Jugoslawiens, meint der neue Staatspräsident Jugoslawiens, Sinan Hasani. Ein höchst kompetenter Mann für dieses Urteil: Hasani ist Kosovo-Albaner. In Belgrad glaubt man, die Albaner müßten stolz sein, daß einer von ihnen sogar ins höchste Amt im jugoslawischen Staate kam. Die Albaner im Kosovo rührt das in der Tat überhaupt nicht.


    Aber Hasani hat recht: Eingriffe in das fein ausgewogene Gleichgewicht der jugoslawischen Völker  von welcher Seite auch immer  würden die jugoslawische Föderation in nationale Egoismen zerfallen lassen.

    OÖNachrichten - Archiv

    interessant und eine etwas andere version als die sonst dahingelabberte

  2. #2

    Registriert seit
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    18.328
    Mit strikter Geburtenkontrolle wollen Jugos die Kosovo-Albaner dezimieren
    Text: BELGRAD. "Zu strikten Methoden der Geburtenkontrolle im Kosovo" hat am Freitag die jugoslawische Bundesversammlung aufgerufen. Politische Erklärung dazu: Man will die "albanische Bevölkerungsexplosion" in der serbischen Provinz Kosovo stoppen.

    Sollte Belgrad diese Absicht konsequent in die Tat umsetzen, bedeutet das Bürgerkrieg im moslemisch-katholischen Kosovo.

    Rigorose Maßnahmen gegen die Geburtenfreudigkeit moslemischer Volksgruppen ergriffen übrigens auch die Bulgaren gegen die türkische Minderheit und planen die Sowjets gegen Moslemvölker im Süden der UdSSR.

    Tatsache ist, daß die Albaner Jugoslawiens die höchste Geburtenrate in Europa haben (jährlich 25 Geburten auf 1000 Einwohner). Innerhalb von zehn Jahren wurden sie um eine halbe Million Menschen mehr. Nach Serben und Kroaten sind die Albaner drittgrößte Volksgruppe in Jugoslawien geworden. Allein in der zur Teilrepublik Serbien gehörenden "Autonomen Provinz Kosovo" leben 1,8 Millionen Albaner. Kinderreichtum und Armut haben den Kosovo zum Entwicklungsland gemacht, sind aber auch Manifestation des albanischen Nationalismus, der immer mehr Serben aus der Provinz verdrängt. Zu offenen Unruhen war es 1981 gekommen: 80 Tote. Seitdem betreiben die Kosovo-Albaner eine eher hintergründige "Serben-raus-Kampagne".

    Das Präsidium der serbischen Kommunisten hat nun auch gefordert, die Verfassungsrechte der Autonomen Provinzen in der Republik Serbien wieder zu beschränken: Der "albanische" Kosovo, aber auch die reiche Donau-Provinz Vojvodina sollen wieder stärker an Bergrad gebunden werden. Dem steht frontal entgegen, daß die Kosovo-Albaner völlig von Serbien loskommen und eine eigene jugoslawische Republik werden wollen - gefördert von der Volksrepublik Albanien.

    Der serbische KP-Chef Stambolic forderte gleich eine völlige Abschaffung des Autonomiestatus von Provinzen. "Und das duldet keinen Aufschub mehr", heizte er die Vielvölkerproblematik an.



    link

    so eine überschrift war nur vor 20 jahren möglich

  3. #3
    Avatar von illyrian_eagle

    Registriert seit
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    6.793
    Zitat Zitat von Lepoto Beitrag anzeigen
    Titel: Wo man in Serbien nicht serbisch reden soll


    Serienti: Nachbar Jugoslawien. 2.


    Text: Die Serben sind ein selbstbewußtes Volk. Trotzdem können sie sich in einem Teil ihrer Heimat nicht mehr wohl fühlen: In der zur Republik Serbien gehörenden Albaner-Provinz Kosovo. In Belgrad will man es offiziell nicht wahrhaben, daß die Albaner nach Serben und Kroaten bereits die drittgrößte Volksgruppe Jugoslawiens sind. Die Kosovo-Albaner vermehren sich mit der höchsten Geburtenrate in Europa. Und je mehr sie sind, desto größer wird ihr nationalistischer Druck für eine eigene Republik Kosovo. 1981 führte der Albaner-Seperatismus zu gewaltsam unterdrückten Unruhen. Seitdem schwelt der Konflikt gefährlich im Hintergrund.


    Mehr als politische Analysen macht folgende selbsterlebte Affäre den Albaner-Nationalismus im Kosovo deutlich:


    Bevor ich in den Kosovo reiste, habe ich die Rezeption meines Hotels in Belgrad gebeten, mir in der Kosovo-Hauptstadt Pristina ein Zimmer vorzubestellen.


    Freundlich griff der Mann in Belgrad zum Telefon und versuchte (serbokroatisch) das Zimmer in Pristina zu bestellen. Zweimal erklärte ihm sein Kollege in Pristina: "Ich versteh' Sie nicht." Auf die Frage "Wieso nicht?" beschied ihm der Mensch in Pristina eisern: "Hier wird albanisch gesprochen!"


    Daraufhin einigte man sich in Englisch: "Dabei leben wir hier in ein und derselben Republik Serbien!" seufzte der Belgrader.


    Das ist bezeichnend, aber harmlos im Vergleich dazu, wie sich der Albaner-Nationalismus in der "autonomen Provinz Kosovo" wirklich abspielt:


    1981 brach der schwelende Konflikt im Kosovo offen aus. Es begann mit Studentenunruhen in Pristina, wo Belgrad den Albanern die inzwischen drittgrößte Universität Jugoslawiens installierte. Die gefährlichen 81er Unruhen wurden von Polizei und Militär niedergeschlagen: mit vermutlich 80 Toten.


    Seitdem  verzeihen Sie diesen Ausdruck  sind die albanischen Nationalisten im Kosovo "nicht mehr so dumm", offen gegen die jugoslawische Staatsmacht anzurennen. Der Konflikt schwelt auch nicht "im Untergrund"  die Kosovo-Nationalisten hüten sich, "subversiv" zu erscheinen. Der Albaner-Nationalismus schwelt im gesellschaftlichen Hintergrund, fast allgegenwärtig im Alltagsleben.


    Da betreiben Albaner im Kosovo eine hartnäckige "Serben-raus- Kampagne", die durch das Bevölkerungswachstum "natürlich angeheizt" wird. Innerhalb von zehn Jahren wurden die Albaner im Kosovo um fast eine halbe Million Menschen mehr.


    "Das drängt" serbische Bauern von ihrem Land, serbische Taxifahrer aus den Autos, serbische Beamte aus dem öffentlichen Dienst und so weiter: Dies alles durch gesellschaftlichen Druck, durch die im Kosovo besonders starke Arbeitslosigkeit (120.000 Arbeitslose bei 220.000 Beschäftigten), aber auch mit kriminellen Methoden. Nachweisbar davon ist kaum einmal etwas. Die jugoslawische Justiz stellt nur immer wieder kleine Agitatoren wegen politischer Delikte vor Gericht und wiederholt wie eine Beschwörungsformel: Die Lage im Kosovo sei ruhig.


    Sucht man im brodelnden Nationalismus, der von der stalinistischen Volksrepublik Albanien geschürt wird, nach politischen Zielen, dann taucht offen die Forderung nach Loslösung von Serbien und nach einer eigenen Teilrepublik Kosovo auf.


    Dies wäre das Ende Jugoslawiens, meint der neue Staatspräsident Jugoslawiens, Sinan Hasani. Ein höchst kompetenter Mann für dieses Urteil: Hasani ist Kosovo-Albaner. In Belgrad glaubt man, die Albaner müßten stolz sein, daß einer von ihnen sogar ins höchste Amt im jugoslawischen Staate kam. Die Albaner im Kosovo rührt das in der Tat überhaupt nicht.


    Aber Hasani hat recht: Eingriffe in das fein ausgewogene Gleichgewicht der jugoslawischen Völker  von welcher Seite auch immer  würden die jugoslawische Föderation in nationale Egoismen zerfallen lassen.

    OÖNachrichten - Archiv

    interessant und eine etwas andere version als die sonst dahingelabberte


    Ja wir wissen es .............

  4. #4

    Registriert seit
    01.02.2008
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    151
    [quote=Lepoto;583469]Titel: Wo man in Serbien nicht serbisch reden soll


    Da betreiben Albaner im Kosovo eine hartnäckige "Serben-raus- Kampagne", die durch das Bevölkerungswachstum "natürlich angeheizt" wird. Innerhalb von zehn Jahren wurden die Albaner im Kosovo um fast eine halbe Million Menschen mehr.

    Also damit bin ich nicht einverstanden

    Die Ks-albaner haben das nicht gemacht um den Serben eine auszuwischen sondern
    damit die vielen kinder auf dem land arbeiten gehen können und ausserdem sind die meisten sexsüchtig hehehe

  5. #5
    Avatar von Zurich

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    05.02.2007
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    18.089
    [quote=Arbenks;583487]
    Zitat Zitat von Lepoto Beitrag anzeigen
    Titel: Wo man in Serbien nicht serbisch reden soll


    Da betreiben Albaner im Kosovo eine hartnäckige "Serben-raus- Kampagne", die durch das Bevölkerungswachstum "natürlich angeheizt" wird. Innerhalb von zehn Jahren wurden die Albaner im Kosovo um fast eine halbe Million Menschen mehr.

    Also damit bin ich nicht einverstanden

    Die Ks-albaner haben das nicht gemacht um den Serben eine auszuwischen sondern
    damit die vielen kinder auf dem land arbeiten gehen können und ausserdem sind die meisten sexsüchtig hehehe
    Das Problem war: Die Serben (aus ihrer Sicht) sahen das als eine Art "ethnische Säuberung auf die feine Art" bzw. eine schleichende ethnsiche Säuberung.
    Ob das so korrekt ist oder nicht, ist Deffinitionssache. Fakt ist aber das seit ethlichen Jahrzehnten der Kosovo ethnisch gesehen immer reiner wurde.

  6. #6
    Avatar von Grobar

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    Krass...dachte mir eigentlich das die Represallien die Serben im Kosovo ausgesetzt waren auch in auslaendischen Medien beachtung gefunden haben muessten.
    Sehr gute Berichte sind Wirklich hilfreich zum einschaetzen der Situation im Kosovo damals.
    Wenn ihr mehr davon findet dann immer rein hier damit.
    Werde mich ebenfalls umschaun.

    @lepoto Respekt! Super fund!

  7. #7

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    lasst uns mit eurer propaganda aus kommunistischen zeiten in ruhe.


  8. #8

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    Das ist typisch für viele Serben, sie versuchen in die Opferrolle zu schlüpfen, das ist wie, wenn man die Nazi-Deutschen plötzlich zu Opfern macht, weil diese von den Allierten bombardiert wurden:

    Diese Filmaufnahmen von den 80ern und 90ern zeigen wer die wahren Terroristen waren. Während die Albaner für mehr Demokratie demonstrierten, antworteten serbische Polizeikräfte mit äusserster brutaler Gewalt!

    Serbien - Kosovo/ Serbien `s Diktatur in Kosovo 1989, Dokumentation in Sinfonie

  9. #9
    Avatar von Grobar

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    9.644
    Zitat Zitat von FREEAGLE Beitrag anzeigen
    Das ist typisch für viele Serben, sie versuchen in die Opferrolle zu schlüpfen
    Du hast schon darauf geachtet von wann diese Zeitungsartikel sind und welches Thema sie behandeln oder?
    Deine Reaktion mit dem Ablenken auf die spaetere Zeit von Milosevic war zu erwarten.
    Ansonsten..schauz dir nochmal an wann das veroeffentlicht wurde undwelche Zeitraeume es behandelt.
    Wette man findet diese Artikel von Oesstereich bis in die USA und dann werden sie hier reingepostet.

  10. #10

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    Zitat Zitat von Grobar Beitrag anzeigen
    Du hast schon darauf geachtet von wann diese Zeitungsartikel sind und welches Thema sie behandeln oder?
    Deine Reaktion mit dem Ablenken auf die spaetere Zeit von Milosevic war zu erwarten.
    Ansonsten..schauz dir nochmal an wann das veroeffentlicht wurde undwelche Zeitraeume es behandelt.
    Wette man findet diese Artikel von Oesstereich bis in die USA und dann werden sie hier reingepostet.
    Ich habe nichts gegen den Artikel, weil er nichtsaussagend ist! Das Problem ist nur, dass es sowohl den Serben als auch den Albanern in Kosova wirtschaftlich schlecht ging, doch während die Serben dann in andere Regionen Jugoslaviens auswanderten, zogen die Albaner in den Westen! Die Serben stellten es dann so hin, als würden sie wegen den Albanern auswandern und nicht wegen der wirtschaftlich schlechten Lage dort unten!

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