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Im Kampf für "Blut und Ehre"

Erstellt von Krajisnik, 27.12.2005, 14:54 Uhr · 190 Antworten · 7.206 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Krajisnik

    Registriert seit
    26.01.2005
    Beiträge
    1.446

    Im Kampf für "Blut und Ehre"

    In Serbien treten immer mehr Jugendliche rechtsradikalen Gruppen bei. Diese profitieren von dem generellen nationalistischen Schwenk der Politik. Dem Staat fehlt ein Konzept
    BELGRAD taz "Wir verdreschen Zigeuner, wir hassen Ungarn, Kroaten, Muslime und Juden", sagt der 22-jährige Nemanja. Er ist ein serbischer Skinhead. Seine Helden sind die vom UNO-Tribunal gesuchten mutmaßlichen Kriegsverbrecher Radovan Karadzic und Ratko Mladic, "weil sie für das Serbentum gekämpft haben". Und Adolf Hitler, weil er die "jüdische Weltverschwörung" durchschaut habe.

    Juden kennt Nemanja zwar keine, aber er "weiß", dass sie Amerika gegen Serbien "aufgehetzt" haben. Der ungarischen Minderheit will er zeigen, "wo es langgeht", nämlich, dass "Serbien den Serben" gehört. Er kommt aus Novi Sad, der Hauptstadt der multiethnischen Provinz Vojvodina.

    Nemanja steht stellvertretend für viele Jugendliche im sozial ruinierten Serbien. 75 Prozent waren nie im Ausland und bezeichnen ihre Zukunftsaussichten als "hoffnungslos". Über 50 Prozent sind arbeitslos. Vor allem in der multiethnischen Vojvodina treten immer mehr junge Leute rechtsradikalen Organisationen bei. Wer kann, kehrt seiner Heimat den Rücken. Mittlerweile haben rund 400.000 junge Menschen Serbien verlassen. Jedoch gibt es keine Institution, die mit Jugendlichen arbeitet.

    Leute wie Nemanja gebe es in der ganzen Welt, meinen Soziologen. Spezifisch für Serbien sei aber, dass rechtsradikale Gruppen die Randerscheinung in einer Gesellschaft seien, die sich weigert, sich mit der eigenen "Blut und Boden"-Ideologie zu konfrontieren und die eigene Schuld für Verbrechen im jugoslawischen Bürgerkrieg einzugestehen. Daher verwundere die intolerante Haltung gegenüber anderen Völkern und Religionen sechs Jahre nach Kriegsende nicht.

    Einerseits hat der Staat keine Strategie gegen chauvinistische Gruppen. Andererseits sind die extremistischen "Serbischen Radikalen" (SRS), die für den kriegshetzerischen, nationalen Radikalismus von Slobodan Milosevic stehen, politisch rehabilitiert und mit über dreißig Prozent die mit Abstand stärkste Partei in Serbien. Mittlerweile versuchen fast alle Parteien, auch die nationalkonservativen, mit nationalistischer und sozialistischer Demagogie bei den Wählern zu punkten. Das spornt rechtsradikale Gruppen an und verwirrt vor allem jüngere Menschen.

    Unlängst hat Serbiens Innenministerium "neonazistische, chauvinistische, rassistische und antisemitische" Organisationen in der Vojvodina aufgelistet: "Nationale Marschkolonne", "Blut und Ehre", "Rassistische Nationalisten" und Skinheads. Alle seien "antiwestlich" orientiert, heißt es im Bericht des Ministeriums. Die der serbisch-orthodoxen Kirche nahe stehende Organisation "Obraz" (Wange) wird als "klerofaschistisch" beschrieben. Die ungarischen Bewegungen "64 Komitaten" und "Honved" in der Vojvodina werden nicht "ausdrücklich" als neonazistisch bezeichnet.

    Das Parlament der Vojwodina hat unlängst gefordert, derartige Gruppierungen zu verbieten, doch bisher ist nichts passiert. Sowohl serbische nationalistische als auch nazistische und faschistische Literatur wie "Mein Kampf" oder "Die Protokolle der Weisen von Zion" kann man problemlos in normalen Buchhandlungen kaufen. Dort finden sich auch Werke des neulich heilig gesprochenen Bischofs der serbisch-orthodoxen Kirche, Nikolaj Velimirovic. Er hatte im "vom Judentum verseuchten" Westen das "Böse" und in Hitler den "Erlöser Europas" gesehen.

    In der Belgrader Fußgängerzone Knez Mihailova werden T-Shirts mit Bildern von Mladic und Karadzic verkauft, die ihren Platz auch in serbischen Volksliedern gefunden haben. Aus den Büros der Hypovereinsbank blickt man auf ein riesiges Poster von Slobodan Milosevic.

    Die Zusammenarbeit serbischer Behörden mit dem UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen erfolgt nur widerwillig, unter gewaltigem Druck der EU und USA. Im Parlament der Staatengemeinschaft Serbien und Montenegro konnte keine Deklaration zum sechzigsten Jahrestag der UNO verabschiedet werden, weil Abgeordnete der SRS die Organisation für den "Zerfall des ehemaligen Jugoslawiens" verantwortlich machten und sie beschuldigten, das Kosovo Serbien "wegnehmen" zu wollen.

    "Stopp dem Faschismus", forderten vor kurzem vierzig serbische Nichtregierungsorganisationen. Sie warnten vor "antiwestlicher" Stimmung, die Serbien wieder in eine internationale Isolation treiben könnte.

  2. #2

    Registriert seit
    14.07.2004
    Beiträge
    9.454

    Re: Im Kampf für "Blut und Ehre"

    Zitat Zitat von Krajisnik
    In Serbien treten immer mehr Jugendliche rechtsradikalen Gruppen bei. Diese profitieren von dem generellen nationalistischen Schwenk der Politik. Dem Staat fehlt ein Konzept
    BELGRAD taz "Wir verdreschen Zigeuner, wir hassen Ungarn, Kroaten, Muslime und Juden", sagt der 22-jährige Nemanja. Er ist ein serbischer Skinhead. Seine Helden sind die vom UNO-Tribunal gesuchten mutmaßlichen Kriegsverbrecher Radovan Karadzic und Ratko Mladic, "weil sie für das Serbentum gekämpft haben". Und Adolf Hitler, weil er die "jüdische Weltverschwörung" durchschaut habe.

    Juden kennt Nemanja zwar keine, aber er "weiß", dass sie Amerika gegen Serbien "aufgehetzt" haben. Der ungarischen Minderheit will er zeigen, "wo es langgeht", nämlich, dass "Serbien den Serben" gehört. Er kommt aus Novi Sad, der Hauptstadt der multiethnischen Provinz Vojvodina.

    Nemanja steht stellvertretend für viele Jugendliche im sozial ruinierten Serbien. 75 Prozent waren nie im Ausland und bezeichnen ihre Zukunftsaussichten als "hoffnungslos". Über 50 Prozent sind arbeitslos. Vor allem in der multiethnischen Vojvodina treten immer mehr junge Leute rechtsradikalen Organisationen bei. Wer kann, kehrt seiner Heimat den Rücken. Mittlerweile haben rund 400.000 junge Menschen Serbien verlassen. Jedoch gibt es keine Institution, die mit Jugendlichen arbeitet.

    Leute wie Nemanja gebe es in der ganzen Welt, meinen Soziologen. Spezifisch für Serbien sei aber, dass rechtsradikale Gruppen die Randerscheinung in einer Gesellschaft seien, die sich weigert, sich mit der eigenen "Blut und Boden"-Ideologie zu konfrontieren und die eigene Schuld für Verbrechen im jugoslawischen Bürgerkrieg einzugestehen. Daher verwundere die intolerante Haltung gegenüber anderen Völkern und Religionen sechs Jahre nach Kriegsende nicht.

    Einerseits hat der Staat keine Strategie gegen chauvinistische Gruppen. Andererseits sind die extremistischen "Serbischen Radikalen" (SRS), die für den kriegshetzerischen, nationalen Radikalismus von Slobodan Milosevic stehen, politisch rehabilitiert und mit über dreißig Prozent die mit Abstand stärkste Partei in Serbien. Mittlerweile versuchen fast alle Parteien, auch die nationalkonservativen, mit nationalistischer und sozialistischer Demagogie bei den Wählern zu punkten. Das spornt rechtsradikale Gruppen an und verwirrt vor allem jüngere Menschen.

    Unlängst hat Serbiens Innenministerium "neonazistische, chauvinistische, rassistische und antisemitische" Organisationen in der Vojvodina aufgelistet: "Nationale Marschkolonne", "Blut und Ehre", "Rassistische Nationalisten" und Skinheads. Alle seien "antiwestlich" orientiert, heißt es im Bericht des Ministeriums. Die der serbisch-orthodoxen Kirche nahe stehende Organisation "Obraz" (Wange) wird als "klerofaschistisch" beschrieben. Die ungarischen Bewegungen "64 Komitaten" und "Honved" in der Vojvodina werden nicht "ausdrücklich" als neonazistisch bezeichnet.

    Das Parlament der Vojwodina hat unlängst gefordert, derartige Gruppierungen zu verbieten, doch bisher ist nichts passiert. Sowohl serbische nationalistische als auch nazistische und faschistische Literatur wie "Mein Kampf" oder "Die Protokolle der Weisen von Zion" kann man problemlos in normalen Buchhandlungen kaufen. Dort finden sich auch Werke des neulich heilig gesprochenen Bischofs der serbisch-orthodoxen Kirche, Nikolaj Velimirovic. Er hatte im "vom Judentum verseuchten" Westen das "Böse" und in Hitler den "Erlöser Europas" gesehen.

    In der Belgrader Fußgängerzone Knez Mihailova werden T-Shirts mit Bildern von Mladic und Karadzic verkauft, die ihren Platz auch in serbischen Volksliedern gefunden haben. Aus den Büros der Hypovereinsbank blickt man auf ein riesiges Poster von Slobodan Milosevic.

    Die Zusammenarbeit serbischer Behörden mit dem UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen erfolgt nur widerwillig, unter gewaltigem Druck der EU und USA. Im Parlament der Staatengemeinschaft Serbien und Montenegro konnte keine Deklaration zum sechzigsten Jahrestag der UNO verabschiedet werden, weil Abgeordnete der SRS die Organisation für den "Zerfall des ehemaligen Jugoslawiens" verantwortlich machten und sie beschuldigten, das Kosovo Serbien "wegnehmen" zu wollen.

    "Stopp dem Faschismus", forderten vor kurzem vierzig serbische Nichtregierungsorganisationen. Sie warnten vor "antiwestlicher" Stimmung, die Serbien wieder in eine internationale Isolation treiben könnte.



    Stopp dem Faschismus", forderten vor kurzem vierzig serbische Nichtregierungsorganisationen. Sie warnten vor "antiwestlicher" Stimmung, die Serbien wieder in eine internationale Isolation treiben könnte
    Üble westliche Propaganda....das sind alles Kroaten,die Serbien schlecht machen wollen....

  3. #3
    Gast829627

    Re: Im Kampf für "Blut und Ehre"

    Zitat Zitat von Krajisnik
    In Serbien treten immer mehr Jugendliche rechtsradikalen Gruppen bei. Diese profitieren von dem generellen nationalistischen Schwenk der Politik. Dem Staat fehlt ein Konzept
    BELGRAD taz "Wir verdreschen Zigeuner, wir hassen Ungarn, Kroaten, Muslime und Juden", sagt der 22-jährige Nemanja. Er ist ein serbischer Skinhead. Seine Helden sind die vom UNO-Tribunal gesuchten mutmaßlichen Kriegsverbrecher Radovan Karadzic und Ratko Mladic, "weil sie für das Serbentum gekämpft haben". Und Adolf Hitler, weil er die "jüdische Weltverschwörung" durchschaut habe.

    Juden kennt Nemanja zwar keine, aber er "weiß", dass sie Amerika gegen Serbien "aufgehetzt" haben. Der ungarischen Minderheit will er zeigen, "wo es langgeht", nämlich, dass "Serbien den Serben" gehört. Er kommt aus Novi Sad, der Hauptstadt der multiethnischen Provinz Vojvodina.

    Nemanja steht stellvertretend für viele Jugendliche im sozial ruinierten Serbien. 75 Prozent waren nie im Ausland und bezeichnen ihre Zukunftsaussichten als "hoffnungslos". Über 50 Prozent sind arbeitslos. Vor allem in der multiethnischen Vojvodina treten immer mehr junge Leute rechtsradikalen Organisationen bei. Wer kann, kehrt seiner Heimat den Rücken. Mittlerweile haben rund 400.000 junge Menschen Serbien verlassen. Jedoch gibt es keine Institution, die mit Jugendlichen arbeitet.

    Leute wie Nemanja gebe es in der ganzen Welt, meinen Soziologen. Spezifisch für Serbien sei aber, dass rechtsradikale Gruppen die Randerscheinung in einer Gesellschaft seien, die sich weigert, sich mit der eigenen "Blut und Boden"-Ideologie zu konfrontieren und die eigene Schuld für Verbrechen im jugoslawischen Bürgerkrieg einzugestehen. Daher verwundere die intolerante Haltung gegenüber anderen Völkern und Religionen sechs Jahre nach Kriegsende nicht.

    Einerseits hat der Staat keine Strategie gegen chauvinistische Gruppen. Andererseits sind die extremistischen "Serbischen Radikalen" (SRS), die für den kriegshetzerischen, nationalen Radikalismus von Slobodan Milosevic stehen, politisch rehabilitiert und mit über dreißig Prozent die mit Abstand stärkste Partei in Serbien. Mittlerweile versuchen fast alle Parteien, auch die nationalkonservativen, mit nationalistischer und sozialistischer Demagogie bei den Wählern zu punkten. Das spornt rechtsradikale Gruppen an und verwirrt vor allem jüngere Menschen.

    Unlängst hat Serbiens Innenministerium "neonazistische, chauvinistische, rassistische und antisemitische" Organisationen in der Vojvodina aufgelistet: "Nationale Marschkolonne", "Blut und Ehre", "Rassistische Nationalisten" und Skinheads. Alle seien "antiwestlich" orientiert, heißt es im Bericht des Ministeriums. Die der serbisch-orthodoxen Kirche nahe stehende Organisation "Obraz" (Wange) wird als "klerofaschistisch" beschrieben. Die ungarischen Bewegungen "64 Komitaten" und "Honved" in der Vojvodina werden nicht "ausdrücklich" als neonazistisch bezeichnet.

    Das Parlament der Vojwodina hat unlängst gefordert, derartige Gruppierungen zu verbieten, doch bisher ist nichts passiert. Sowohl serbische nationalistische als auch nazistische und faschistische Literatur wie "Mein Kampf" oder "Die Protokolle der Weisen von Zion" kann man problemlos in normalen Buchhandlungen kaufen. Dort finden sich auch Werke des neulich heilig gesprochenen Bischofs der serbisch-orthodoxen Kirche, Nikolaj Velimirovic. Er hatte im "vom Judentum verseuchten" Westen das "Böse" und in Hitler den "Erlöser Europas" gesehen.

    In der Belgrader Fußgängerzone Knez Mihailova werden T-Shirts mit Bildern von Mladic und Karadzic verkauft, die ihren Platz auch in serbischen Volksliedern gefunden haben. Aus den Büros der Hypovereinsbank blickt man auf ein riesiges Poster von Slobodan Milosevic.

    Die Zusammenarbeit serbischer Behörden mit dem UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen erfolgt nur widerwillig, unter gewaltigem Druck der EU und USA. Im Parlament der Staatengemeinschaft Serbien und Montenegro konnte keine Deklaration zum sechzigsten Jahrestag der UNO verabschiedet werden, weil Abgeordnete der SRS die Organisation für den "Zerfall des ehemaligen Jugoslawiens" verantwortlich machten und sie beschuldigten, das Kosovo Serbien "wegnehmen" zu wollen.

    "Stopp dem Faschismus", forderten vor kurzem vierzig serbische Nichtregierungsorganisationen. Sie warnten vor "antiwestlicher" Stimmung, die Serbien wieder in eine internationale Isolation treiben könnte.
    da handelt es sich nur um ne minderheit von schwachköpfen die schon immer auf die fresse gekriegt haben....in serbien so rumzulaufen wie die es auf den bildern tun ist lebensgefährlich....wer schon mal in beograd ,novi sad oder egal wo war in serbien wird mir recht geben ...da laufen solche rechte gestalten nicht öffentlich durch die strassen...man würde sie zusammenfixen...

    und so ein thread von dir krajisnik

  4. #4
    Gast829627
    und zwar sooooooooooo....





  5. #5

    Registriert seit
    14.07.2004
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    9.454

    Re: Im Kampf für "Blut und Ehre"

    Zitat Zitat von Legija
    Zitat Zitat von Krajisnik
    In Serbien treten immer mehr Jugendliche rechtsradikalen Gruppen bei. Diese profitieren von dem generellen nationalistischen Schwenk der Politik. Dem Staat fehlt ein Konzept
    BELGRAD taz "Wir verdreschen Zigeuner, wir hassen Ungarn, Kroaten, Muslime und Juden", sagt der 22-jährige Nemanja. Er ist ein serbischer Skinhead. Seine Helden sind die vom UNO-Tribunal gesuchten mutmaßlichen Kriegsverbrecher Radovan Karadzic und Ratko Mladic, "weil sie für das Serbentum gekämpft haben". Und Adolf Hitler, weil er die "jüdische Weltverschwörung" durchschaut habe.

    Juden kennt Nemanja zwar keine, aber er "weiß", dass sie Amerika gegen Serbien "aufgehetzt" haben. Der ungarischen Minderheit will er zeigen, "wo es langgeht", nämlich, dass "Serbien den Serben" gehört. Er kommt aus Novi Sad, der Hauptstadt der multiethnischen Provinz Vojvodina.

    Nemanja steht stellvertretend für viele Jugendliche im sozial ruinierten Serbien. 75 Prozent waren nie im Ausland und bezeichnen ihre Zukunftsaussichten als "hoffnungslos". Über 50 Prozent sind arbeitslos. Vor allem in der multiethnischen Vojvodina treten immer mehr junge Leute rechtsradikalen Organisationen bei. Wer kann, kehrt seiner Heimat den Rücken. Mittlerweile haben rund 400.000 junge Menschen Serbien verlassen. Jedoch gibt es keine Institution, die mit Jugendlichen arbeitet.

    Leute wie Nemanja gebe es in der ganzen Welt, meinen Soziologen. Spezifisch für Serbien sei aber, dass rechtsradikale Gruppen die Randerscheinung in einer Gesellschaft seien, die sich weigert, sich mit der eigenen "Blut und Boden"-Ideologie zu konfrontieren und die eigene Schuld für Verbrechen im jugoslawischen Bürgerkrieg einzugestehen. Daher verwundere die intolerante Haltung gegenüber anderen Völkern und Religionen sechs Jahre nach Kriegsende nicht.

    Einerseits hat der Staat keine Strategie gegen chauvinistische Gruppen. Andererseits sind die extremistischen "Serbischen Radikalen" (SRS), die für den kriegshetzerischen, nationalen Radikalismus von Slobodan Milosevic stehen, politisch rehabilitiert und mit über dreißig Prozent die mit Abstand stärkste Partei in Serbien. Mittlerweile versuchen fast alle Parteien, auch die nationalkonservativen, mit nationalistischer und sozialistischer Demagogie bei den Wählern zu punkten. Das spornt rechtsradikale Gruppen an und verwirrt vor allem jüngere Menschen.

    Unlängst hat Serbiens Innenministerium "neonazistische, chauvinistische, rassistische und antisemitische" Organisationen in der Vojvodina aufgelistet: "Nationale Marschkolonne", "Blut und Ehre", "Rassistische Nationalisten" und Skinheads. Alle seien "antiwestlich" orientiert, heißt es im Bericht des Ministeriums. Die der serbisch-orthodoxen Kirche nahe stehende Organisation "Obraz" (Wange) wird als "klerofaschistisch" beschrieben. Die ungarischen Bewegungen "64 Komitaten" und "Honved" in der Vojvodina werden nicht "ausdrücklich" als neonazistisch bezeichnet.

    Das Parlament der Vojwodina hat unlängst gefordert, derartige Gruppierungen zu verbieten, doch bisher ist nichts passiert. Sowohl serbische nationalistische als auch nazistische und faschistische Literatur wie "Mein Kampf" oder "Die Protokolle der Weisen von Zion" kann man problemlos in normalen Buchhandlungen kaufen. Dort finden sich auch Werke des neulich heilig gesprochenen Bischofs der serbisch-orthodoxen Kirche, Nikolaj Velimirovic. Er hatte im "vom Judentum verseuchten" Westen das "Böse" und in Hitler den "Erlöser Europas" gesehen.

    In der Belgrader Fußgängerzone Knez Mihailova werden T-Shirts mit Bildern von Mladic und Karadzic verkauft, die ihren Platz auch in serbischen Volksliedern gefunden haben. Aus den Büros der Hypovereinsbank blickt man auf ein riesiges Poster von Slobodan Milosevic.

    Die Zusammenarbeit serbischer Behörden mit dem UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen erfolgt nur widerwillig, unter gewaltigem Druck der EU und USA. Im Parlament der Staatengemeinschaft Serbien und Montenegro konnte keine Deklaration zum sechzigsten Jahrestag der UNO verabschiedet werden, weil Abgeordnete der SRS die Organisation für den "Zerfall des ehemaligen Jugoslawiens" verantwortlich machten und sie beschuldigten, das Kosovo Serbien "wegnehmen" zu wollen.

    "Stopp dem Faschismus", forderten vor kurzem vierzig serbische Nichtregierungsorganisationen. Sie warnten vor "antiwestlicher" Stimmung, die Serbien wieder in eine internationale Isolation treiben könnte.
    da handelt es sich nur um ne minderheit von schwachköpfen die schon immer auf die fresse gekriegt haben....in serbien so rumzulaufen wie die es auf den bildern tun ist lebensgefährlich....wer schon mal in beograd ,novi sad oder egal wo war in serbien wird mir recht geben ...da laufen solche rechte gestalten nicht öffentlich durch die strassen...man würde sie zusammenfixen...

    und so ein thread von dir krajisnik

    da handelt es sich nur um ne minderheit von schwachköpfen die schon immer auf die fresse gekriegt haben.
    Ha Ha....eher umgkehrt...die Minderheiten werden von diesen Schwachköpfen verfolgt.....SRS lässt grüssen....dessen Partei und seine Schlägertrupps Juden,Ungarn und Zigeuner jagen....

    In Serbien treten immer mehr Jugendliche rechtsradikalen Gruppen bei. Diese profitieren von dem generellen nationalistischen Schwenk der Politik. Dem Staat fehlt ein Konzept
    BELGRAD taz "Wir verdreschen Zigeuner, wir hassen Ungarn, Kroaten, Muslime und Juden", sagt der 22-jährige Nemanja. Er ist ein serbischer Skinhead. Seine Helden sind die vom UNO-Tribunal gesuchten mutmaßlichen Kriegsverbrecher Radovan Karadzic und Ratko Mladic, "weil sie für das Serbentum gekämpft haben". Und Adolf Hitler, weil er die "jüdische Weltverschwörung" durchschaut habe.

    Seine Helden....



    Hail Serbia




  6. #6
    Gast829627
    ja klar melovic dann lies mal das hier und wie das kroatische volk dazu steht.....


    Die universale Spache des weißen Rassismus
    Boris Buden

    Hurra, auch wir sind Europa! Das können die Kroaten schon jetzt sagen, noch bevor der offizielle Aufnahmeprozess in die EU überhaupt eingeleitet wurde. In den letzten paar Wochen wurden der Polizei in Zagreb vier schwere Angriffe von Skinheads auf Ausländer anderer Hautfarbe gemeldet. Hätten Zagreber Skins nicht auch einen elfjährigen Buben verprügelt, der zufälligerweise der Sohn eines Bediensteten der ägyptischen Botschaft war, hätte die Story von einer neuen Qualität der kroatischen Gesellschaft keine Öffentlichkeit gefunden. Auch unter Rassismusopfern gibt es Klassenunterschiede. Dass Skins in Zagreb routinemäßig Roma verprügeln, gehört schon zur nicht mehr berichtenswerten Banalität des Alltags.

    Doch was diese rassistischen Übergriffe wirklich interessant macht, ist eine historische Transformation, die von ihnen symbolisch markiert wird. Die Rede ist von einem Übergang vom "klassischen" lokalen Nationalismus, vor allem in seiner Funktion bei der Staatsgründung, in eine neue Form des universalistischen - und auch internationalistischen - Rassismus. In der "heroischen" Periode des so genannten Kampfes für die - tausend Jahre ersehnte - staatliche Unabhängigkeit, kam natürlich auch schon Xenophobie zum Einsatz, und zwar in der Form eines rigiden Ethno-Nationalismus. Eine der unvergesslichen Folgen war die berüchtigte "ethnische Säuberung", auf Basis derer sich die westliche demokratische Öffentlichkeit über die kroatischen (serbischen, bosnischen) Primitivlinge entrüsten durfte, die noch nichts von Toleranz gelernt hätten. Der damalige Nationalismus samt seiner schrecklichen Folgen wurde bekanntlich dem balkanischen Primitivismus zugeschrieben. Andererseits hatten damals die kroatischen ethnischen "Säuberer" auch nichts gegen Schwarze, Schlitzäugige und überhaupt Andersfarbige, solange diese keine Serben waren. Und mehrheitlich waren sie auch keine. Man hat sogar eine "internationale Brigade" organisiert, die auf der kroatischen Seite (auf der serbischen und moslemischen gab es ähnliche Fälle) gekämpft hat. Das ist kein Wunder. Der Kampf um die Unabhängigkeit hatte auch ein universalistisches, internationalistisches Ziel: die Eingliederung der Nation - in der Form eines international anerkannten Nationalstaates - in die als Gesellschaft der "freien und unabhängigen" Nationen verstandene Weltgemeinschaft.

    Heute ist es anders. Die kroatischen Skins verkünden eine neue universalistische Perspektive - die des weißen Rassismus, und zwar in seiner reinsten Form. Es gibt in Kroatien keine nennenswerte Zahl von Ausländern anderer Farbe (außerhalb des diplomatischen Korps), die die rassische Reinheit des kroatischen Volkes bedrohen könnten. Und trotzdem, wie die letzten Umfragen zeigen, findet die Mehrheit der Kroaten, selbst wenn sie die Prügeleien der Skins nicht befürworten, Verständnis - für ihre Motive. Sie verstehen also die universale politische Sprache des Rassismus und brauchen dafür keine Übersetzung in die Sprache der eigenen sozialen und politischen Realität. Das verspricht dem internationalen Rassismus eine noch bessere Zukunft. Und uns - schon wieder - eine bessere Vergangenheit.

  7. #7

    Registriert seit
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    Zitat Zitat von Legija
    ja klar melovic dann lies mal das hier und wie das kroatische volk dazu steht.....


    Die universale Spache des weißen Rassismus
    Boris Buden

    Hurra, auch wir sind Europa! Das können die Kroaten schon jetzt sagen, noch bevor der offizielle Aufnahmeprozess in die EU überhaupt eingeleitet wurde. In den letzten paar Wochen wurden der Polizei in Zagreb vier schwere Angriffe von Skinheads auf Ausländer anderer Hautfarbe gemeldet. Hätten Zagreber Skins nicht auch einen elfjährigen Buben verprügelt, der zufälligerweise der Sohn eines Bediensteten der ägyptischen Botschaft war, hätte die Story von einer neuen Qualität der kroatischen Gesellschaft keine Öffentlichkeit gefunden. Auch unter Rassismusopfern gibt es Klassenunterschiede. Dass Skins in Zagreb routinemäßig Roma verprügeln, gehört schon zur nicht mehr berichtenswerten Banalität des Alltags.

    Doch was diese rassistischen Übergriffe wirklich interessant macht, ist eine historische Transformation, die von ihnen symbolisch markiert wird. Die Rede ist von einem Übergang vom "klassischen" lokalen Nationalismus, vor allem in seiner Funktion bei der Staatsgründung, in eine neue Form des universalistischen - und auch internationalistischen - Rassismus. In der "heroischen" Periode des so genannten Kampfes für die - tausend Jahre ersehnte - staatliche Unabhängigkeit, kam natürlich auch schon Xenophobie zum Einsatz, und zwar in der Form eines rigiden Ethno-Nationalismus. Eine der unvergesslichen Folgen war die berüchtigte "ethnische Säuberung", auf Basis derer sich die westliche demokratische Öffentlichkeit über die kroatischen (serbischen, bosnischen) Primitivlinge entrüsten durfte, die noch nichts von Toleranz gelernt hätten. Der damalige Nationalismus samt seiner schrecklichen Folgen wurde bekanntlich dem balkanischen Primitivismus zugeschrieben. Andererseits hatten damals die kroatischen ethnischen "Säuberer" auch nichts gegen Schwarze, Schlitzäugige und überhaupt Andersfarbige, solange diese keine Serben waren. Und mehrheitlich waren sie auch keine. Man hat sogar eine "internationale Brigade" organisiert, die auf der kroatischen Seite (auf der serbischen und moslemischen gab es ähnliche Fälle) gekämpft hat. Das ist kein Wunder. Der Kampf um die Unabhängigkeit hatte auch ein universalistisches, internationalistisches Ziel: die Eingliederung der Nation - in der Form eines international anerkannten Nationalstaates - in die als Gesellschaft der "freien und unabhängigen" Nationen verstandene Weltgemeinschaft.

    Heute ist es anders. Die kroatischen Skins verkünden eine neue universalistische Perspektive - die des weißen Rassismus, und zwar in seiner reinsten Form. Es gibt in Kroatien keine nennenswerte Zahl von Ausländern anderer Farbe (außerhalb des diplomatischen Korps), die die rassische Reinheit des kroatischen Volkes bedrohen könnten. Und trotzdem, wie die letzten Umfragen zeigen, findet die Mehrheit der Kroaten, selbst wenn sie die Prügeleien der Skins nicht befürworten, Verständnis - für ihre Motive. Sie verstehen also die universale politische Sprache des Rassismus und brauchen dafür keine Übersetzung in die Sprache der eigenen sozialen und politischen Realität. Das verspricht dem internationalen Rassismus eine noch bessere Zukunft. Und uns - schon wieder - eine bessere Vergangenheit.
    Getroffene Hunde bellen...Ha Ha...


    Andererseits hatten damals die kroatischen ethnischen "Säuberer" auch nichts gegen Schwarze, Schlitzäugige und überhaupt Andersfarbige, solange diese keine Serben waren.
    Ach ja...wo ist deine Quelle ?

  8. #8
    Gast829627
    Faschistische Gotteswerk in Kroatien


    Nach dem Zerfall Jugoslawiens ist das Gedenken an die Opfer kommunistischer Willkür auch auf den Balkan zurückgekehrt. Die Anstifter waren kroatische Nationalisten. Seit den Anfängen der Sezession des Landes haben sie nie verhehlt, dass sie politisch in dem Ustaša-Staat[3] daheim sind, der während des Zweiten Weltkriegs bestand. Er wurde nach der Eroberung des Balkans durch Hitlers Truppen gebildet und verband faschistische Elemente mit einem rechten Klerikalismus. Während des Kriegs rühmten sich die Ustaše ihres großen Einsatzes bei der Ermordung von Serben und Juden. Das allerdings wird in der neuen Geschichtsschreibung nicht erwähnt. Man erwähnt auch nicht, dass die Kroaten selber eigene Konzentrationslager einrichteten, und dass die Morde, die sie verübten, so grausam waren, dass selbst in der Region stationierte Wehrmachtsoffiziere abgestoßen waren.

    Zu allem kamen noch die Übeltaten der Kirche hinzu. Katholische Würdenträger starteten Aktionen zur Zwangskonversion von Orthodoxen. Diese konnten zum Katholizismus übertreten oder wurden von den Ustaše abgeschlachtet. In vielen Fällen nahmen Geistliche mit der Haffe in der Hand an Massakern teil.

    Einer der geistlichen Unterstützer des Faschismus, der Zagreber Erzbischof Alojzije Stepinac (1898-1960), wurde in der katholischen Kirche sogar ein Heiliger.[4] Dieses wunderliche Muster an Tugend pries die Entstehung des kroatischen Staates (von Hitlers Gnaden) als ein Gotteswerk. „für das wir dankbar sind“.
    Die Ustaše und die mit ihnen kollaborierenden Priester, die von Titos Partisanen getötet oder nach dem krieg wegen Kriegsverbrechen verurteilt wurden, sind im heutigen Kroatien als Opfer politischer Verfolgungen anerkannt. Während des Bürgerkriegs in Jugoslawien (1991-1995) rühmten sich viele kroatische Militäreinheiten damit, an die Waffentraditionen der Ustaše anzuknüpfen. Manche von ihnen übernahmen die Embleme der Freiwilligengruppen, die während des Zweitens Weltkriegs in der SS dienten.

    Die Faszination des Faschismus ist in Kroatien etwas abgefallen, aber nach wie vor sind die Zagreber Machthaber stolz auf die Kampftraditionen für die Unabhängigkeit. Denkmäler für Ustaše und SS-Männer haben die Plätze der Monumente eingenommen, die an die antifaschistischen Partisanen erinnerten.

  9. #9
    Gast829627
    Kosovo-Albaner bauen der SS Denkmäler

    Letzthin haben auch die Kosovo-Albaner eine neue Geschichtsversion in Umlauf gebracht. Die Behörden der Hauptstadt dieser Region, die durch NATO-Angriffe von Serbien abgetrennt wurde, Prishtina, haben beschlossen, ein monumentales Denkmal zu bauen. Es soll an die Aktivisten der faschistischen Liga von Prizren erinnern.[5] Diese Organisation wurde in den 1940-er Jahren mit deutscher Hilfe gegründet, um Freiwillige für Hilfsformationen in der Hitler-Armee zu werben. Auf dieser Basis wurden eine albanische Gendarmerie und die SS-Division „Skanderbeg“ gebildet. Diese kämpften gegen kommunistische Banditen, gelegentlich aber auch gegen serbische Zivilisten und Juden. Militärische Siege sind in ihrer Historie kaum verzeichnet, aber bei ethnischen Säuberungen haben sie sich ausgezeichnet.

    Das Denkmal, das an ihren Heroismus erinnern soll, wird an dem Platz stehen. Wo viele albanische Faschisten einen Märtyrertod von der Hand der Partisanen starben. Für den Stadtrat von Prishtina sind die Toten sogar „unschuldig ermordete Patrioten“. So wiederholt sich auch hier das Szenario der Verschiebung der Vergangenheit, da an den Platz des Gedenkens an Antifaschisten andere Überbleibsel gestellt werden.

  10. #10
    Avatar von Krajisnik

    Registriert seit
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    Re: Im Kampf für "Blut und Ehre"

    und so ein thread von dir krajisnik [/quote]

    Wieso? Ich liebe zwar Serbien und die Krajina...aber so was finde ich scheiße!

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