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Jeder Kandidat will noch patriotischer sein

Erstellt von Popeye, 01.02.2008, 23:07 Uhr · 12 Antworten · 738 Aufrufe

  1. #1
    Popeye

    Ausrufezeichen Jeder Kandidat will noch patriotischer sein

    [h3]Jeder Kandidat will noch patriotischer sein[/h3]

    Die Präsidentschaftskandidaten in Serbien überbieten sich mit nationalen Parolen. Die Wahl vom Sonntag ist völlig offen.

    Keystone Schafft Boris Tadic am Sonntag die Wiederwahl.

    Am Morgen nach den Abschlusskundgebungen herrscht auf dem Platz der Republik im Herzen Belgrads Ruhe. Da und dort liegen noch serbische Fahnen, Wahlplakate und Aufkleber. Über Politik wird nur noch im privaten Kreis gesprochen. Bis am Sonntag, wenn die zweite Runde der Präsidentenwahl stattfindet, gilt die «Wahlruhe». Die Bürger sollen ungestört von Politikerreden eine Antwort auf die folgende Frage finden: Soll der amtierende Staatschef und als Demokrat beschriebene Boris Tadic oder sein ultranationalistischer Herausforderer Tomislav Nikolic für die nächsten fünf Jahre serbischer Präsident werden?
    [h5] 73 Prozent für EU-Beitritt [/h5]
    Darüber wird etwa im Café Ruski Car (Russischer Zar) sinniert. Das traditionsreiche Lokal wurde 1922 eröffnet und bis 1958 von wechselnden Besitzern geführt. Dann beschlagnahmten die kommunistischen Behörden das Gebäude, aus dem Ruski car wurde das Restaurant Zagreb. Nach dem Zerfall Jugoslawiens zu Beginn der 90er- Jahre verschwand der Name der kroatischen Hauptstadt, die Kontrolle übernahmen Geschäftsleute aus der serbischen Unterwelt. Nun erstrahlt der Ruski Car in neuem Glanz. Gewaltige Kronleuchter, Fürstenporträts in Goldrahmen und Kellner in Kosakenhemden prägen die Atmosphäre.
    Doch eine Antwort auf die Frage, wer Staatschef werden soll, haben auch die Damen und Herren in feinen Kostümen nicht, die theatralisch in den Tageszeitungen blättern. Klar ist scheinbar nur so viel: Eine neue Umfrage hat ergeben, dass 73 Prozent der serbischen Bürger einen EU-Beitritt befürworten.


    In der ersten Runde der Präsidentenwahl vor zwei Wochen hat Tomislav Nikolic, stellvertretender Chef der oppositionellen Radikalen Partei (SRS), die meisten Stimmen gewonnen. Vor dem Stichentscheid versuchte Tadic, seinen Gegner mit national gefärbten Reden rechts zu überholen. Während Nikolic am Donnerstagabend in der Belgrader Arena vor fast 30’000 Sympathisanten eine Wende in Serbien ankündigt, spricht Tadic vor nur etwa 5000 Anhängern auf dem Platz der Republik. In kurzen Zeitabständen bekräftigt Tadic die Zugehörigkeit des Kosovo zu Serbien, schwört vor dem Volk, er werde eine Unabhängigkeit der Südprovinz nie anerkennen, und dann sagt er noch, das serbische Volk wolle mit allen Minderheiten in Frieden leben. Tadic zählt sie auf, die Muslime, «unsere Roma-Brüder», Kroaten, Walachen, Bunjewatzen (eine winzige Volksgruppe römisch-katholischer Konfession in der nordserbischen Provinz Vojvodina).
    [h5] Den Haag ist kein Thema [/h5]
    Die Albaner im Kosovo oder jene im Süden des Landes, immerhin die grösste Minderheit innerhalb der serbischen Staatsgrenzen, erwähnt er nicht. Gleichzeitig betont Tadic, Serbien könnte unter seiner Führung eine «brillante Gesellschaft» werden und bis Ende Jahr den Status des EU-Beitrittskandidaten erhalten. Die Festnahme von Kriegsverbrechern ist kein Thema an diesem Abend. Ein westlicher Botschafter macht sich deshalb Sorgen um die EU-Aussenpolitik: «Brüssel hat in den letzten Jahren gegenüber Belgrad ständig nachgegeben; hier ist der Eindruck entstanden, Serbien könne zu Discountbedingungen der EU beitreten.»
    Auf dem Platz der Republik fällt auf, dass die Menge klatscht, als Tadic ihr Hoffnungen macht, bald könnten serbische Bürger visumsfrei nach Westeuropa einreisen. Der Präsident muss aber seine Anhänger auffordern, für die verbliebenen Serben im Kosovo zu applaudieren. Ob sich Tadics patriotische Selbstdarstellung auszahlt, weiss niemand in Belgrad. Das Rennen ist völlig offen, mit leichten Vorteilen für Tadic, der auch Vorsitzender der regierenden Demokratischen Partei (DS) ist.
    [h5] Anbiederung an Kostunica [/h5]
    Im Kampf um jede Stimme biedert Tadic sich bei seinem Koalitionspartner Vojislav Kostunica an. Die Partei des Ministerpräsidenten unterstütze ihn, brüllt er ins Mikrofon. Tatsächlich hat ihn Kostunica kurz vor der Stichwahl im Stich gelassen. Für eine Wahlempfehlung stellte er eine Bedingung, die für Serbiens Zukunft weit reichende Folgen gehabt hätte: Er verlangte, dass die Integration des Landes gestoppt würde, sollten die EU-Staaten eine Unabhängigkeit des Kosovo anerkennen. Für Kostunica und seine Demokratische Partei Serbiens (DSS), die an Popularität eingebüsst hat, gibt es nur ein Thema: Das Schicksal des Kosovo. Das Amselfeld als Referenzpunkt der serbischen Geschichte lässt sich emotional gut vermarkten in der serbischen Innenpolitik und lenkt von der schlechten Wirtschaftslage ab.

    «Bereitet euch vor, Tschetniks»

    Vom Dauerstreit unter jenen demokratischen Parteien, die im Herbst 2000 das Regime von Slobodan Milosevic gestürzt haben, profitieren nur die Radikalen. «Viele sagen: lieber das Original wählen als die Kopie», erklärt Zivorad Kovacevic von der Europäischen Bewegung in Serbien in Anspielung auf die nationalistischen Töne im so genannten demokratischen Lager. Der Mix der Radikalen Partei aus sozialer Demagogie und Selbstmitleid kommt gut an. Aber die SRS bleibt vor allem die politische Heimat der Nationalisten. «Bereitet euch vor, bereitet euch vor, Tschetniks» - mit diesem Lied zu Ehren der Freischärler begann die Kundgebung der Radikalen. Und sie endete mit dem Schlachtruf, dass «einige Funktionäre des aktuellen Regimes auf dem Müllhaufen der Geschichte landen werden oder im Gefängnis».


    Jeder Kandidat will noch patriotischer sein - Ausland - Tages-Anzeiger

  2. #2
    Avatar von Grobar

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    Zitat Zitat von El Turko Beitrag anzeigen
    [h5] 73 Prozent für EU-Beitritt [/h5]
    Darüber wird etwa im Café Ruski Car (Russischer Zar) sinniert. Das traditionsreiche Lokal wurde 1922 eröffnet und bis 1958 von wechselnden Besitzern geführt. Dann beschlagnahmten die kommunistischen Behörden das Gebäude, aus dem Ruski car wurde das Restaurant Zagreb. Nach dem Zerfall Jugoslawiens zu Beginn der 90er- Jahre verschwand der Name der kroatischen Hauptstadt, die Kontrolle übernahmen Geschäftsleute aus der serbischen Unterwelt. Nun erstrahlt der Ruski Car in neuem Glanz. Gewaltige Kronleuchter, Fürstenporträts in Goldrahmen und Kellner in Kosakenhemden prägen die Atmosphäre.
    Doch eine Antwort auf die Frage, wer Staatschef werden soll, haben auch die Damen und Herren in feinen Kostümen nicht, die theatralisch in den Tageszeitungen blättern. Klar ist scheinbar nur so viel: Eine neue Umfrage hat ergeben, dass 73 Prozent der serbischen Bürger einen EU-Beitritt befürworten.

    Das heisst fuer mich als Demokrat mich dem Willen des Volkes natuerlich zu beugen.
    Ich hoffe das irgendwann auch werte um die 70% fuer einen Austritt zu erzielen sind.

    Mit 73% pro-EU ist die sache eigentlich klar sein.
    Nun bleibt nur zu hoffen das es Tadic machen wird.

    so viel ich gehoert habe hat Tadic Kostunicas unterstuetzung nicht.
    Sollte er trotz allem gegen Nikolic in der Stichwahl siegen waere das ein Super zeichen da er die unterstuetzung des anderen Rechten Blocks nicht gebraucht haben wuerde um zu Siegen.

  3. #3

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    Es ist logisch nachvollziehbar, dass auch ein Tadic, der ja als gemässigter, EU-Orientierter gilt, gegen die kosovarische Unabhängigkeit ist. Es geht darum, sein Gesicht vor dem serbischen Volk zu wahren, wäre er für die überwachte Unabhängigkeit nach dem Athisaari-Plan, wäre das sein politischer Selbstmord gewesen...

  4. #4
    Avatar von Grobar

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    Zitat Zitat von FREEAGLE Beitrag anzeigen
    Es ist logisch nachvollziehbar, dass auch ein Tadic, der ja als gemässigter, EU-Orientierter gilt, gegen die kosovarische Unabhängigkeit ist. Es geht darum, sein Gesicht vor dem serbischen Volk zu wahren, wäre er für die überwachte Unabhängigkeit nach dem Athisaari-Plan, wäre das sein politischer Selbstmord gewesen...
    Der hat das bei Amtsantritt schwoeren muessen.
    So schwer das hier vielleicht fuer einige hier verstaendlich ist muss er sich an seinen Amtseid halten was die bemuehungen um das Kosovo betrifft da haben einfach alle waehler einen anspruch drauf egal wie "verloren" die sache vielleicht sein mag.
    Deswegen werbe ich auch in sachen Tadic fuer Nachsicht von allen seiten, wenn er sich fuer den Verbleib Kosovos zu Serbien einsetzt.

  5. #5
    Avatar von Grobar

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    Zitat Zitat von Nefertiti Beitrag anzeigen
    Also ich persönlich glaube nicht das 73 prozent der serben für die eu sind woher sie das entnehmen dazu gibt es keine fakten nur spekulationen.
    Meine meinung nach sollte sich serbien nach moskau orientieren den die eu verfolgt nur ein interesse, das ist die ausbeutung anderer länder, kredite zu überhöhten zinsen, einhalten von eu verordnungen wobei sich ca 80 prozent der führenden eu staaten selber nicht daran hält
    Wohl wahr aber mir ist auch klar das ich und andere "EU-Gegner" einfach auch keine Mehrheit gegen die EU haben.
    Angesichts der kommenden entwicklung das die EU Serbien schlussendlich sogar sozusagen "zwingen" wird beizutreten (ein schwarzes loch in Europa darf nicht existieren-blabla) macht es fuer mich mehr Sinn darueber nachzudenken wie man rauskommt sollte die Zeit dafuer kommen!

    Fuer einen Austritt gilt es ein bewusstsein zu schaffen und daran kann man jetzt schon arbeiten!

  6. #6
    Avatar von Grobar

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    Zitat Zitat von Nefertiti Beitrag anzeigen
    Das ist doch eine wahl wie jede andere!!
    Tagtäglich finden irgendwo auf der welt wahlen statt gibt es denn einen politiker der jemals was eingehalten was er versprochen hat oder sind die versprechungen im gewirr anderen politischen ziele untergegangen!!!
    Noe, diese wahl ist was besonderes.
    Das wird sich spaetestens dann zeigen wenn man Nikolic aus dem Amt jagen muss unter massenprotesten wie damals Milosevic.

  7. #7
    Avatar von Grobar

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    Zitat Zitat von Nefertiti Beitrag anzeigen
    Meinst du das sakastisch?
    Nein, das mein ich real.
    Wenn die Waehler nach einer Wahl von Nikolic merken was sie da
    gewaehlt haben koennte es durchaus zu Buergerkriegsaehnlichen
    zustaenden kommen woran mir zumindest nicht liegt.

    Es gibt nichts was nikolic in der momentanen Situation in der Serbien sich befindet zum Positiven wenden kann.
    Dabei ist es wirklich schade denn Nikolic hat sich Rhetorisch wundervoll entwickelt und fehlt als Taktiker in der breiten Politischen Linken Serbiens.
    Der Mann ist eindeutig in der falschen Partei.

    Sollte er gewaehlt werden hoffe ich das er die Wahl nicht akzeptiert!
    Mein Respekt(wenn auch fuer ihn wertlos) waere ihm dafuer sicher!

  8. #8

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    Zitat Zitat von Grobar Beitrag anzeigen
    Dabei ist es wirklich schade denn Nikolic hat sich Rhetorisch wundervoll entwickelt und fehlt als Taktiker in der breiten Politischen Linken Serbiens.
    Der Mann ist eindeutig in der falschen Partei.
    Wiirklich Schade dass sich Hitler umgebracht hatt, dabei hatte er sich so wundervoll entwickelt...

    kaum zu glauben was ich hier lese..."wundervoll" "gehört in die linke ecke"....

    Du hast auch keie Ahnung von Nikolic he.... Nikolic ist ein ecter Milosevic,...ein typischer serbischer Nationalist...der am liebsten gleich alle Bosnier und Albaner vertreiben und ein Grosserbien bilden würde....

    der schreit "Serbien wacht auf meine Cetniks"...... und der Grobar nennt ihn "wundervoll"


    ich sage dazu: Der unterschied zum Westen und Serbien ist, dass Serbien sich der Aufklärung weigert.

  9. #9
    Avatar von Grobar

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    Zitat Zitat von kapsamun Beitrag anzeigen
    Wiirklich Schade dass sich Hitler umgebracht hatt, dabei hatte er sich so wundervoll entwickelt...

    kaum zu glauben was ich hier lese..."wundervoll" "gehört in die linke ecke"....

    Du hast auch keie Ahnung von Nikolic he.... Nikolic ist ein ecter Milosevic,...ein typischer serbischer Nationalist...der am liebsten gleich alle Bosnier und Albaner vertreiben und ein Grosserbien bilden würde....
    ...boeser-grobar-geblubber...

    Zitat Zitat von kapsamun Beitrag anzeigen
    der schreit "Serbien wacht auf meine Cetniks"...... und der Grobar nennt ihn "wundervoll"
    Ich nenne nicht ihn sonder seine Entwicklung wundervoll.
    Das haette naemlich auch anders laufen koennen.
    Der Mann weiss 100% wie er sich im Serbischen Volk verkaufen muss und macht dies zu 95% ohne grosse sprueche und drohgebaerden.
    Aussergewoehnlich wenn man sich das Profil der Partei anschaut.
    Er verhaelt sich taktisch superklug!
    Das fehlt in der linken!


    Zitat Zitat von kapsamun Beitrag anzeigen
    ich sage dazu: Der unterschied zum Westen und Serbien ist, dass Serbien sich der Aufklärung weigert.
    Vielleicht ist das bezueglich des Jugoslawischen Buergerkriegs und der Gesammtsituation auf dem Balkan eher etwas das Serbien mit "dem Westen" gemeinsam hat.

  10. #10

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    16.107
    Ich würde mir keine Sorgen machen 95% aller Wahlversprechen werden sowieso gebrochen.Er wird sich mehr nach Wirtschaftlichen
    Gesichtspunkten Orientieren müßen als nach Nationalen.

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