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keine neuen grenzen

Erstellt von snarfkafak, 18.01.2008, 12:02 Uhr · 4 Antworten · 620 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von snarfkafak

    Registriert seit
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    727

    keine neuen grenzen

    [h1]Matrjoschka im Kosovo[/h1]
    [h2]Nach der Unabhängigkeit des Kosovo von Serbien könnten die Sezessionswünsche der Serben im Kosovo lauter werden - von Adelheid Wölfl[/h2]
    Boris Tadic ist nicht unbedingt ein Populist, wenige Tage vor der Wahl am Sonntag griff der serbische Präsident dennoch tief in die Gefühlskiste. Serbien werde die serbische Bevölkerung im Nordkosovo beschützen, kündigte er an. Die Angst vor einer Eskalation im serbisch bewohnten Nord-Mitrovica nach einer Unabhängigkeit des Kosovo rührt daher, dass es für diesen Ort tatsächlich keine wirklich befriedigende Lösung gibt.




    Einerseits hat die internationale Kontaktgruppe festgehalten, dass eine Teilung des Kosovo - also, dass sich der serbisch bewohnte Norden vom Rest abspaltet bzw. an Serbien anschließt - nicht akzeptiert wird. Alles andere wäre auch gefährlich, denn dann könnte man argumentieren, dass die Grenzen auch anderswo neu gezogen werden dürfen. Etwa in Mazedonien, wo einige Albaner eine Sezession des albanisch bewohnten Teils noch immer der gesamtstaatlichen Lösung vorziehen.
    Andererseits werden die Serben in Nord-Mitrovica einen unabhängigen Staat Kosovo schlicht nicht akzeptieren und die parallel aufgebauten Institutionen und die Verbindungen mit der serbischen Verwaltung aufrechterhalten. Im täglichen Leben der Kosovo-Serben garantiert Belgrad Strom und Gehälter für Jobs, die es zum Teil schon lange nicht mehr gibt, aber auch Sozialversicherungen. Ohne Belgrad wären viele Kosovo-Serben, die in den Enklaven wohnen, längst fortgezogen. Das wissen auch die internationalen Beobachter. Andererseits kann ein unabhängiger Kosovo und auch die westlichen Staaten, die ihn unterstützen, schwerlich auf Dauer dabei zuschauen, wie sich die Bevölkerung in Nord-Mitrovica dem neuen Staat verweigert.
    Es ist so ähnlich wie beim Spielen mit der russischen Matrojschka-Puppe. Öffnet man sie, taucht eine neue Puppe auf. So könnten nach der Unabhängigkeit des Kosovo von Serbien die Sezessionswünsche der Serben im Kosovo lauter werden. (DER STANDARD, Printausgabe, 18.1.2008)

  2. #2
    Avatar von snarfkafak

    Registriert seit
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    727
    Zitat Zitat von snarfkafak Beitrag anzeigen
    Einerseits hat die internationale Kontaktgruppe festgehalten, dass eine Teilung des Kosovo - also, dass sich der serbisch bewohnte Norden vom Rest abspaltet bzw. an Serbien anschließt - nicht akzeptiert wird. Alles andere wäre auch gefährlich, denn dann könnte man argumentieren, dass die Grenzen auch anderswo neu gezogen werden dürfen. Etwa in Mazedonien, wo einige Albaner eine Sezession des albanisch bewohnten Teils noch immer der gesamtstaatlichen Lösung vorziehen.

    OK.. Kann mir denn jetzt jemand erklären, warum diese Aussage nicht perfid ist, und was dann die Abspaltung des Kosovo ist. Ob jetzt für oder gegen unabhängigkeit ist egal.

  3. #3

    Registriert seit
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    11.391
    hätte sich serbien an der SFRJ Verfassung 1989 halten müssen???

    kosova war in der sfrj eine autonome provinz, diese autonomie konnte nur mit zustimmung aller republiken ,der vojvodina + der zustimmung des ks-parlamentes aufgehoben werden.

    serbien hat die autonomie von ks verfassungswidrig aufgehoben, kosovo besetzt- es wurde zu süd-serbien deklariert.

    was ist daran nicht zu verstehen?

    wenn eine rep. verfassungsbruch begeht, wie kann diese rep. diese unrechtmäßigkeit als rechtmäßigkeit vor dem eigenen volk und der welt verkaufen???

    ok, in serbien kann man viel verkaufen, da ist der "Aberglaube" sehr weit verbreitet....

    die grenzen die 1974 in der sfrj-verfassung festgeschrieben worden sind, sind unantastbar.
    ansonten kommen andere grenzverschiebungen ins tageslicht, das würde den serben selber nicht passen (Ost-Kosovo, Vojvodina, Sanxhak).

  4. #4

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    3.057
    Zitat Zitat von ZhivkoPisi Beitrag anzeigen
    kosova war in der sfrj eine autonome provinz, diese autonomie konnte nur mit zustimmung aller republiken ,der vojvodina + der zustimmung des ks-parlamentes aufgehoben werden.
    Kosova hatte nie eine richtige Autonomie mit den Rechten, die eigentlich für eine Autonomie vorgesehen waren.

    Ganz zu Anfangs war die Autonomie Kosovas rechtlich tiefer gestellt, als die Autonomie der Vojvodina!

    Erst später, gegen Ende der Rankovic-Ära, gestand man den Albanern eine richtige Autonomie an.

    Aber auch diese Autonomie war mehr schriftlicher Natur und wurde in der Praxis nie ganz umgesetzt.

    Man muss sich vorstellen, im ganzen Jugoslavien hatte es mehr Albaner, als es Mazedonier im eigenen Land hatte und die Mazedonier hatten ihre Republik!

    In Jugoslavien gab es mehr Albaner als es in Montenegro, Montenegriner gab und Montenegro hatte seine Republik, Kosova aber nicht!

    Diese offensichtliche Ungerechtigkeit lässt sich ganz einfach beantworten. Die Kommunisten in Jugoslavien hatten die Wahl , entweder man gibt den Albanern ihre Rechte und sie werden früher oder später von ihrem Selbstbestimmungs- und Sezessionsrechten gebraucht machen und sich ihrem Mutterland Albanien anschliessen oder man beraubte sie ihrer Rechte!

    Für was sich die Kommunisten entschieden haben, wissen wir ja => Höchstens eine Autonomie mit Rechten, die meistens nur auf dem Papier vorzufinden waren, nicht aber in die Praxis umgesetzt wurden.

    Und wie sich der Nachfolger Milosevic entschied, wissen wir auch ==> nicht nur, dass man den Albanern in Kosova ihre Republik nicht gab, man beraubte sie sogar ihrer Autonomierechte!

  5. #5

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    diese "schriftliche" autonomie reichte aus, die grenzen des heutigen kosova zu garantieren.
    vorher gab es auf "dem Papier" keine kosovarischen grenzen,
    es war praktisch serbien.
    zwar wurde die autonome Provinz kosova im vergleich zum vilayet kosova halbiert, natürlich zu gunsten der serben, monenegriner und makedonier. die verfassung der sfrj von 1974 hat uns die heutigen grenzen gegeben.
    hätte man uns nur kulturelle autonomie als albaner gegeben, wären wir wirklich eine große minderheit innerhalb serbiens.

    Im Zuge der fortschreitenden Föderalisierung erhielt Kosovo in der Verfassung von 1974 ein sehr hohes Mass an Autonomie. Die Kosovo-Albaner verbinden mit ihr das Ende der serbischen Willkürherrschaft und der nationalen Diskriminierung. Kosovo erhielt de facto den Status einer Republik mit Stimmrecht im Staatspräsidium. Die autonome Provinz war nicht mehr nur ein Teil Serbiens, sondern zugleich auch ein Teil der jugoslawischen Föderation. Aus diesem Doppelstatus leiten die Albaner das Recht auf Sezession ab.
    Die Serben empfanden die Verfassung von 1974 als Schwächung des serbischen Staates und damit als ein grosses Unrecht.

    http://www.nzzfolio.ch/www/d80bd71b-...433de1487.aspx

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