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Wie die Kirche den Kommunismus in Europa stürzte

Erstellt von crolove, 18.11.2009, 09:10 Uhr · 52 Antworten · 2.501 Aufrufe

  1. #1

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    Wie die Kirche den Kommunismus in Europa stürzte

    Ende des letzten Jahrhunderts hatten wir einen Kampf gegen den letzten Drachen in EUropa; den Kommunismus mit seinem totalitären und diktatorischen Regimes in ganz Osteuropa; Der Ostblock verdankt zuallererst Papst Johannes Paul II und Lech Walesa den Gang des Kommunismus zum Galgen, denn ohne die Initiativen dieser beiden Persönlichkeiten wäre der Kommunismus nicht so schnell in die Knie gezwungen worden.

    „Alles, was in Osteuropa geschehen ist, wäre nicht möglich gewesen ohne die Gegenwart dieses Papstes, ohne die große – auch politische – Rolle, die er auf der Weltebene zu spielen verstand“, schrieb der ehemalige sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow 1992.

  2. #2

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    Zitat Zitat von crolove Beitrag anzeigen
    Ende des letzten Jahrhunderts hatten wir einen Kampf gegen den letzten Drachen in EUropa; den Kommunismus mit seinem totalitären und diktatorischen Regimes in ganz Osteuropa; Der Ostblock verdankt zuallererst Papst Johannes Paul II und Lech Walesa den Gang des Kommunismus zum Galgen, denn ohne die Initiativen dieser beiden Persönlichkeiten wäre der Kommunismus nicht so schnell in die Knie gezwungen worden.

    „Alles, was in Osteuropa geschehen ist, wäre nicht möglich gewesen ohne die Gegenwart dieses Papstes, ohne die große – auch politische – Rolle, die er auf der Weltebene zu spielen verstand“, schrieb der ehemalige sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow 1992.
    Immer ein Fehler, zu denken, es sei nunmehr der letzte Drakon gewesen.
    So reiht man sich immer in die Kategorie von Mensch ein, der im Nachhinein alles gewußt habe und es besser gemacht hätte. Hier und jetzt begegnet uns der Drakon, und das täglich.

    Im übrigen: Meinen Respekt an das Volk in Polen.

  3. #3
    Dadi
    "Drakon"

    Amphionysos ich liebe deine Rhetorik

    ´Pflichte dir auch bei, wie töricht und blind muss man sein um zu glauben man hätte alles Böse hinter sich...

  4. #4

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    Zitat Zitat von Amphion Beitrag anzeigen
    Immer ein Fehler, zu denken, es sei nunmehr der letzte Drakon gewesen.
    So reiht man sich immer in die Kategorie von Mensch ein, der im Nachhinein alles gewußt habe und es besser gemacht hätte. Hier und jetzt begegnet uns der Drakon, und das täglich.

    Im übrigen: Meinen Respekt an das Volk in Polen.
    Es war das Ende der totalitären und diktatorischen Regimes, die allein im gottlosen KOmmunismus ihren Terror ausüben konnten.
    Sicher gibt es auch heute Schlechtes, das es gilt zu verbessern. Aber Demokratie war mit dem Kommunismus niemals vereinbar, da dieser andere Optionen oder gar Wahlen kategorisch ausschließte.

    Mein Respekt an Walesa und Wojtila und auch an das polnische Volk, ich erinnere mich noch genau an die vielen Nachrichten im TV, auch an das Attentat, organisiert durch den KGB und ausgeführt durch Agca, da sich der Kommunismus damals sehr bedroht fühlte.

  5. #5
    Magic
    Die Kroaten sehen sich als Vormauer der Christenheit (katholizismus) gegen die Schismatiker (Orthodoxe). Dass die ganze Sache noch ungemütlicher wurde als das osmanische Reich nach dem Fall Byzanz' 1453 seine Finger nach der Region ausstreckte musss ich ja wohl nicht erklären.

    Kroatien wurde Teil Österreich-Ungarns , während Serbien vom osmanischen Reich einverleibt wurde. Nach dem ersten Weltkrieg zerbrachen diese großen Monarchien und der Staat Jugoslawien wurde gebildet. Dieser Staat war allerdings stark durch Serbien, also durch die orthodoxe Kirche dominiert. Dadurch geriet die Belgrader Regierung in Konflikt. Manche Kroaten schlossen sich deshalb in den 30ern der sog. Ustasa-Bewegung an, die Terroranschläge gegen den jugoslawischen Staat verübte. An den tatsächlichen Machtverhältnissen änderte sich allerdings nichts.

    Das geschah erst 1941, als die Wehrmacht in Jugoslawien einrückte.
    Die Kroaten stellten sich sofort speichelleckerisch auf die Seite der Nazis(schließlich waren sie Katholiken). Die Ustasa kamen aus dem italienischen Exil zurück und errichteten unter ihrem Poglavnik den NDH, den unabhängigen Staat Kroatien. Dieser stand auf Seiten Hitlers und die kroatischen Faschisten töteten selbstverständlich auch Juden.
    Viel mehr noch töteten sie aber Serben. Dieser Völkermord von 1941 übertrifft selbst den Holocaust der Deutschen noch an Quantität(wenn auch nicht an Qualität).

    Und dieser Staat war so katholisch, dass selbst ich mihr das in meinen kühnsten Träumen nie hätte ausmalen können. Der Poglavnik Pavelic hatte in seinem Palast eine Privatkapelle, er lies seine Kinder von Priester unterrichte, er pflegte beste Kontakte zur katholischen Kirche. Der Primas des Landes Erzbischof Aloizije Stepinac unterstützte den faschistischen Staat vom ersten Tag an. So konnte er neben einem anderen Bischof und mehreren Klerikern auch einen Sitz im Parlament des Landes einnehmen. Alle anderen Bischöfe begrüßten den Staat. Am Völkermord an den Serben beteiligten sich viele Franziskanermönche. Sogar manche kroatische Konzentrationslager wurden von Mönchen geleitet.

    Doch wie wir wissen ging der 2. Weltkrieg 1945 zuende. Und mit ihm zerbrach auch der kroatische Staat. Die Kommunisten unter Tito errichteten Jugoslawien neu. Der Primas Stepinac wurde 1946 zu 16 Jahren Hausarrest verurteilt. Mehrere andere Kleriker bekamen ihre gerechte Strafe. Im kommunistischen Staat wurde außerdem die Stellung der Kirchen herabgesetzt. Der Papst war nun äußerst erbost und stellte es so hin, dass die Kroaten die armen Opfer der pöhsen gottlosen Kommunisten geworden wären. Aus Trutz erhob er Erzbischof Stepinac nun auch noch in den Kardinalsrang. Und als dieser immerhin 60jährig (oder so ähnlich) starb, erzählte man rum, Stepiac wäre vergiftet geworden und daher ein Märtyrer.

    Und so ging es halt einige Jahrzehnte weiter. Die katholische Kirche stand Jugoslawien immer im Weg und wollte erneut einen kroatischen Staat. Durch dasMachtvakuum, das zu Beginn der 90er Jahre entstand war nun der Weg reif für die Zerschlagung Jugoslawiens durch die Westmächte. 1991 erklärte sich die jugoslawische Teilrepublik für unabhängig. Der erste Staat der diese Unabhängigkeitserklärung anerkannte war - der Vatikan. Erst danac folgten dann Staaten wie Deutschland. Das war dann derBeginn der Kriege auf dem Balkan.
    Der neue starke Mann der Kroaten war Franjo Tudjman. Wieder ein frommer Katholik und wieder ein Mörder. Er wurde von den Bischöfen seines Landes hochgejubelt und das obwohl er über 200.000 Serben aus ihrer Heimat vertrieb. Dass er die Wahrheit verdrehte, was den Ustasa-Völkermord betraf darf nicht weiter verwundern. Die damaligen Opferzahlen hat er runtergerechnet und zu relativieren versucht. Tudjman empfing in seinem Staat nur wenige Staatsoberhäupter, aber unter den wenigen war - tusch - Johannes Paul II. Und der kam, noch während sich das Land im Kriegszustand befand. Während dieses Besuches lobte er dann immer wieder den faschistischen Bischof Stepinac und während eines Besuches 1998 sprach er ihn sogar seelig.

    Tja und heute freut sich die Kirche, dass sie in nem katholischen Staat wieder alle Privilegien besitzt, Kinder von klein auf mit ihrem Glauben vergiften kann usw...

  6. #6

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    Zitat Zitat von crolove Beitrag anzeigen
    Es war das Ende der totalitären und diktatorischen Regimes, die allein im gottlosen KOmmunismus ihren Terror ausüben konnten.
    Sicher gibt es auch heute Schlechtes, das es gilt zu verbessern. Aber Demokratie war mit dem Kommunismus niemals vereinbar, da dieser andere Optionen oder gar Wahlen kategorisch ausschließte.

    Mein Respekt an Walesa und Wojtila und auch an das polnische Volk, ich erinnere mich noch genau an die vielen Nachrichten im TV, auch an das Attentat, organisiert durch den KGB und ausgeführt durch Agca, da sich der Kommunismus damals sehr bedroht fühlte.
    Wie kann es das Ende gewesen sein, da die christliche Kirche weiterhin besteht, und weitere vergleichbare 'Religionen'? Dieser christliche Totalitarismus ist der schlimmste, den die Menschheit gesehen hat, eben nur mit göttlichen Märchen gewürzt, damit er besser geschluckt werde.

  7. #7

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    Zitat Zitat von Magic Beitrag anzeigen
    Die Kroaten sehen sich als Vormauer der Christenheit (katholizismus) gegen die Schismatiker (Orthodoxe). Dass die ganze Sache noch ungemütlicher wurde als das osmanische Reich nach dem Fall Byzanz' 1453 seine Finger nach der Region ausstreckte musss ich ja wohl nicht erklären.

    Kroatien wurde Teil Österreich-Ungarns , während Serbien vom osmanischen Reich einverleibt wurde. Nach dem ersten Weltkrieg zerbrachen diese großen Monarchien und der Staat Jugoslawien wurde gebildet. Dieser Staat war allerdings stark durch Serbien, also durch die orthodoxe Kirche dominiert. Dadurch geriet die Belgrader Regierung in Konflikt. Manche Kroaten schlossen sich deshalb in den 30ern der sog. Ustasa-Bewegung an, die Terroranschläge gegen den jugoslawischen Staat verübte. An den tatsächlichen Machtverhältnissen änderte sich allerdings nichts.

    Das geschah erst 1941, als die Wehrmacht in Jugoslawien einrückte.
    Die Kroaten stellten sich sofort speichelleckerisch auf die Seite der Nazis(schließlich waren sie Katholiken). Die Ustasa kamen aus dem italienischen Exil zurück und errichteten unter ihrem Poglavnik den NDH, den unabhängigen Staat Kroatien. Dieser stand auf Seiten Hitlers und die kroatischen Faschisten töteten selbstverständlich auch Juden.
    Viel mehr noch töteten sie aber Serben. Dieser Völkermord von 1941 übertrifft selbst den Holocaust der Deutschen noch an Quantität(wenn auch nicht an Qualität).

    Und dieser Staat war so katholisch, dass selbst ich mihr das in meinen kühnsten Träumen nie hätte ausmalen können. Der Poglavnik Pavelic hatte in seinem Palast eine Privatkapelle, er lies seine Kinder von Priester unterrichte, er pflegte beste Kontakte zur katholischen Kirche. Der Primas des Landes Erzbischof Aloizije Stepinac unterstützte den faschistischen Staat vom ersten Tag an. So konnte er neben einem anderen Bischof und mehreren Klerikern auch einen Sitz im Parlament des Landes einnehmen. Alle anderen Bischöfe begrüßten den Staat. Am Völkermord an den Serben beteiligten sich viele Franziskanermönche. Sogar manche kroatische Konzentrationslager wurden von Mönchen geleitet.

    Doch wie wir wissen ging der 2. Weltkrieg 1945 zuende. Und mit ihm zerbrach auch der kroatische Staat. Die Kommunisten unter Tito errichteten Jugoslawien neu. Der Primas Stepinac wurde 1946 zu 16 Jahren Hausarrest verurteilt. Mehrere andere Kleriker bekamen ihre gerechte Strafe. Im kommunistischen Staat wurde außerdem die Stellung der Kirchen herabgesetzt. Der Papst war nun äußerst erbost und stellte es so hin, dass die Kroaten die armen Opfer der pöhsen gottlosen Kommunisten geworden wären. Aus Trutz erhob er Erzbischof Stepinac nun auch noch in den Kardinalsrang. Und als dieser immerhin 60jährig (oder so ähnlich) starb, erzählte man rum, Stepiac wäre vergiftet geworden und daher ein Märtyrer.

    Und so ging es halt einige Jahrzehnte weiter. Die katholische Kirche stand Jugoslawien immer im Weg und wollte erneut einen kroatischen Staat. Durch dasMachtvakuum, das zu Beginn der 90er Jahre entstand war nun der Weg reif für die Zerschlagung Jugoslawiens durch die Westmächte. 1991 erklärte sich die jugoslawische Teilrepublik für unabhängig. Der erste Staat der diese Unabhängigkeitserklärung anerkannte war - der Vatikan. Erst danac folgten dann Staaten wie Deutschland. Das war dann derBeginn der Kriege auf dem Balkan.
    Der neue starke Mann der Kroaten war Franjo Tudjman. Wieder ein frommer Katholik und wieder ein Mörder. Er wurde von den Bischöfen seines Landes hochgejubelt und das obwohl er über 200.000 Serben aus ihrer Heimat vertrieb. Dass er die Wahrheit verdrehte, was den Ustasa-Völkermord betraf darf nicht weiter verwundern. Die damaligen Opferzahlen hat er runtergerechnet und zu relativieren versucht. Tudjman empfing in seinem Staat nur wenige Staatsoberhäupter, aber unter den wenigen war - tusch - Johannes Paul II. Und der kam, noch während sich das Land im Kriegszustand befand. Während dieses Besuches lobte er dann immer wieder den faschistischen Bischof Stepinac und während eines Besuches 1998 sprach er ihn sogar seelig.

    Tja und heute freut sich die Kirche, dass sie in nem katholischen Staat wieder alle Privilegien besitzt, Kinder von klein auf mit ihrem Glauben vergiften kann usw...
    Tito's Dummschwätzer und Verteidiger der zigtausendfachen Partizanen-Massenmorde ergötzen sich jedesmal an der NDH, im grenzenlosen Neid auf Kroatiens Position, die sie sich im Domovinski Rat blutig erkämpft hat, sobald man auch nur einmal die Kirche erwähnt. Wie der Teufel mit dem Weihwasser.
    Dass Kardinal Stepinac eindringlich und mahnend an Pavelic appelierte verschweigen sie.
    Dass Papst Pius XII Tausende Juden rettete, überspringen sie.

    Dass Deine partizani und deren Erben noch heute in enteigneten jüdischen 200-qm-Wohnungen in ZG und anderswo wohnen, ohne die Eigentümer zu entschädigen, verschweigen sie.
    Aber dass Wojtila den Kampf gegen den Drachen Kommunismus gewonnen hat, wie bereit 1913 in Fatima verkündet, ärgert Euch doch am meisten. Jedite se!

    Und im Gegensatz zum pflichtmäßigen Parteibüchlein brauchst Du heute kein Mitglied der Kirche sein um Karriere zu machen.
    In der Kirche besteht kein Zwang; Du kannst Teil dieser Gemeinde sein, Du kannst auch raus; die Tür ist offen.
    In Jugo hieß diese Tür Goli Otok

  8. #8
    Dadi
    Uh jeah Amphionysos gegen Drag-Queen crolove...zeigs ihr hellenischer Freund!!


  9. #9

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    Zitat Zitat von Dadi Beitrag anzeigen
    Uh jeah Amphionysos gegen Drag-Queen crolove...zeigs ihr hellenischer Freund!!

    Oh, das habe ich nicht gewußt, daß Crolove eine Dame ist,
    ich hätte ansonsten etwas freundlicher geschrieben.
    Entschuldigung.

  10. #10
    Magic
    Zitat Zitat von crolove Beitrag anzeigen
    Tito's Dummschwätzer und Verteidiger der zigtausendfachen Partizanen-Massenmorde ergötzen sich jedesmal an der NDH, im grenzenlosen Neid auf Kroatiens Position, die sie sich im Domovinski Rat blutig erkämpft haben, sobald man auch nur einmal die Kirche erwähnt. Wie der Teufel mit dem Weihwasser. Dass Kardinal Stepinac eindringlich und mahnend an Pavelic appelierte verschweigen sie. Dass Papst Pius XII Tausende Juden rettete, überspringen sie. Dass Deine partizani und deren Erben noch heute in enteigneten jüdischen 200-qm-Wohnungen wohnen, ohne die Eigentümer zu entschädigen verschweigen sie.
    Aber dass Wojtila den Kampf gegen den Drachen Kommunismus gewonnen hat, wie bereit 1913 in Fatima verkündet, ärgert Euch doch am meisten. Jedite se!
    Dass der Papst Paul II

    Der Vatikan und die Rattenlinie
    Wie die katholische Kirche Nazis und Kriegsverbrecher nach Südamerika schleuste
    von Theo Bruns
    „Der Vatikan ist die größte Organisation, die an der illegalen Weiterleitung der Emigranten beteiligt ist. ... Der Vatikan begründet seine Beteiligung an dem illegalen Menschenhandel mit seinem Wunsch, nicht nur europäische, sondern auch lateinamerikanische Länder mit Menschen – unabhängig von ihrer politischen Einstellung – zu infiltrieren, wenn sie nur Antikommunisten sind und pro Katholische Kirche“, schrieb im Mai 1947 in einem Top-Secret-Bericht der US-amerikanische Geheimdienstagent Vincent La Vista. Der Rolle der katholischen Kirche widmet sich der dritte und letzte Teil der Artikelserie von Theo Bruns zur Flucht hoher Nazis und anderer Kriegsverbrecher nach Lateinamerika.
    Unter der Schirmherrschaft von Papst Pius XII., der zum Holocaust geschwiegen hatte, entfaltete die Kurie eine Fluchthilfeoperation, die die Täter des Judenmordes in Sicherheit brachte. Für die katholische Kirche galt der Kampf gegen den „atheistischen Kommunismus“ als entscheidende epochale Auseinandersetzung; im Vergleich zu ihr erschien der Zweite Weltkrieg nur als Vorspiel. Zur Eindämmung der Sowjetunion träumten die Kirchenführer von einem katholischen „Intermarium“, einem Sperrgürtel, der von Polen und dem Baltikum bis zu einer neu zu bildenden Donauföderation von der Adria bis zum Schwarzen Meer reichen sollte. Die christliche Nächstenliebe erstreckte sich insbesondere auf östliche Kollaborationsregime der Nazis, die von katholischen politischen Parteien geführt worden waren. Dies galt an erster Stelle für die kroatische Ustascha.

    Der von den Nazis 1941 an die Macht gehievte kroatische Satellitenstaat hatte unter der Führung von Ante Pavelic Hunderttausende von orthodoxen Serben, Juden, Roma und Sinti massakriert. Es war ein Völkermordregime von bestialischer Grausamkeit, das mit dem Konzentrationslager Jasenovac ein „Auschwitz des Balkans“ errichtet hatte, in dem ca. 80 000 Menschen umgebracht wurden. Die Weltanschauung der Klerikalfaschisten brachte Erziehungs- und Kulturminister Mile Budak im Juli 1941 folgendermaßen auf den Begriff: „Für Minderheiten wie Serben, Juden und Zigeuner haben wir drei Millionen Kugeln. Wir werden einen Teil der Serben umbringen, den anderen werden wir abtransportieren, und den Rest werden wir zwingen, die römisch-katholische Religion anzunehmen.“

    Im April 1945 flohen die Ustaschen vor Titos Partisanen und der vorrückenden Roten Armee nach Österreich. Mit sich führten sie einen Teil des ihren Opfern geraubten Schatzes. Nun schlug die Stunde des kroatischen Priesters Krunoslav Draganovic, des „erfolgreichsten Nazi-Schleppers des Vatikans“. Er war selbst ein Ustascha-Oberst und Kriegsverbrecher, der an der „Umsiedlung“ von Juden und Serben beteiligt gewesen sein soll. Er ging 1943 nach Rom, wo er als inoffizieller Repräsentant Pavelic' fungierte und die ersten Kontakte nach Argentinien herstellte. Bereits in dieser Zeit wurde er mit der Verwaltung des Ustascha-Schatzes in Verbindung gebracht, was ihm den Beinamen „Goldener Priester“ einbrachte.

    Draganovic' Hauptquartier befand sich im Istituto San Girolamo degli Illirici, einem kroatischen Kloster in der Via Tomacelli nahe der Vatikanstadt. Die Bruderschaft von San Girolamo war vom Vatikan als kroatische Sektion der Päpstlichen Hilfskommission (PCA) anerkannt. Diese Institution war u.a. für die „Flüchtlings- und Gefangenenbetreuung“ zuständig, die Kardinal Giovanni Montini im Staatssekretariat des Vatikans, dem späteren Papst Paul VI., unterstand. Über die PCA und ihre nationalen Unterkomitees sowie die internationale Caritas wurde die Fluchthilfe des Vatikans koordiniert. Es war für alles gesorgt: Unterkunft und Verpflegung, Rote-Kreuz-Pässe, Visa für lateinamerikanische Staaten und Schiffspassagen über den Atlantik.

    San Girolamo war ein Tummelplatz gesuchter Kriegsverbrecher. Viele der flüchtigen Top-Ustascha-Verbrecher lebten eine Zeit lang in dem Kloster, von dem sie zuweilen zum Vatikan pendelten. „Das Auto kommt aus dem Vatikan und lässt seine Fahrgäste innerhalb des Klosters aussteigen“, berichtete ein US-amerikanischer Geheimdienstbericht. Bereits 1946 arrangierte Draganovic die Ausreise von ungefähr 50 Ustascha-Faschisten über Spanien nach Argentinien. Ende 1946 erhielt er von der Regierung Peróns eine Blanko-Einreisegenehmigung für 250 Kroaten. In Argentinien wurden sie vom Franziskanerpriester Blas Stefanic empfangen. Stefanic betreute im Namen der kroatischen Caritas auch eine kollektive Einwanderungsakte in Buenos Aires, die Ende des Jahrzehnts schließlich 2000 Kroaten umfasste. Die von Draganovic telegrafierten Namenslisten wurden in die Einwanderungsbehörde gebracht, wo sie umgehend genehmigt wurden. Fast die gesamte Führungsriege des Ustascha-Staates wurde auf diesem Wege nach Argentinien geschleust: Minister, KZ-Kommandanten, Plünderer und Massenmörder, unten ihnen Ante Pavelic, das ehemalige Staatsoberhaupt. In Buenos Aires bildete Pavelic eine Exilregierung und avancierte zum Sicherheitsberater Peróns, dessen Leibgarde ebenfalls aus geflohenen Ustascha-Faschisten bestand.

    Auch der US-amerikanische Geheimdienst machte sich die Rattenlinie von Draganovic zunutze. Seit 1947 arbeitete Draganovic für den amerikanischen CIC, um Fluchtwege für Displaced Persons aus Osteuropa zu organisieren. Viele von ihnen waren Kollaborateure der Nazis, die im beginnenden Kalten Krieg von Nutzen sein konnten. Im Gegenzug schleuste der CIC die Schützlinge Draganovic' aus Deutschland und Österreich heraus.

    Der bekannteste Fall ist Klaus Barbie. Der „Schlächter von Lyon“, verantwortlich für die Folterung und Ermordung von Widerstandskämpfern der französischen Résistance sowie die Deportation der jüdischen Kinder von Izieu nach Auschwitz, wurde nach dem Krieg vom amerikanischen CIC als „antikommunistischer Experte“ rekrutiert. Als die Sache zu heiß wurde, baten die Amerikaner Ende 1950 Draganovic, ihren Mann über die Rattenlinie nach Lateinamerika zu bringen. Draganovic verschaffte Barbie ein Visum nach Bolivien, wo er später als Sicherheitsberater für den Militärdiktator Banzer sein schmutziges Handwerk wieder aufnahm. Nur dem unermüdlichen Einsatz von Beate und Serge Klarsfeld ist es zu verdanken, dass Barbie schließlich im Februar 1983 doch noch an Frankreich ausgeliefert und vor Gericht gestellt werden konnte.

    Neben Draganovic war eine ganze Schar weiterer kirchlicher Würdenträger, deren Klientel nach Nationalitätengruppen sortiert war, in der Fluchthilfe aktiv. Zum Beispiel Erzbischof Iwan Butschko, der sich für die Freilassung einer ganzen Division der ukrainischen Waffen-SS einsetzte, die sich im Mai 1945 in britische Kriegsgefangenschaft begeben hatte und nun in Rimini interniert war. Für die Rettung dieser „Blüte der ukrainischen Nation“ konnte er die persönliche Fürsprache von Pius XII. gewinnen. Mit Erfolg: Die Mordhelfer der Nazis konnten schließlich nach Großbritannien und danach in verschiedene Länder des Commonwealth ausreisen.

    Die deutschen NS-Täter nahm der Leiter der österreichischen Sektion der Päpstlichen Hilfskommission, Bischof Alois Hudal, unter die Fittiche. Der gebürtige Österreicher war Rektor des deutschen Priesterkollegs und Vorsteher der deutschen Nationalkirche Santa Maria dell'Anima in der Via della Pace in Rom. Der Träger des „Goldenen Ehrenzeichens der NSDAP“ hatte sich für eine Symbiose von Katholizismus und Nationalsozialismus stark gemacht und 1936 das Buch „Die Grundlagen des Nationalsozialismus“ veröffentlicht. Ein an Hitler verschicktes Exemplar hatte Hudal mit der Widmung versehen: „Dem Siegfried deutscher Größe“. Nach 1945 fühlte er sich, wie er unverblümt zugab, verpflichtet, sein „gesamtes wohltätiges Werk hauptsächlich früheren Nationalsozialisten und Faschisten zu widmen, besonders den so genannten Kriegsverbrechern“.

    Hudal war neben Draganovic die zweite zentrale Figur der kirchlichen Fluchthilfeoperation. Ihre Netzwerke ergänzten sich in perfekter Weise. Verbindungsmann in Genua war Franz Ruffinengo, ein ehemaliger Offizier Mussolinis, der später ein bei Nazis beliebtes Reisebüro in Buenos Aires eröffnen sollte. Schutz boten der Erzbischof von Genua, Giuseppe Siri, sowie der ungarische Priester Edoardo Dömöter, dem eine „ausgesprochene Schwäche für Hardcore-Nazis“ nachgesagt wurde und der 1950 Eichmanns Antrag auf einen Rote-Kreuz-Pass unterzeichnete. Hudals wichtigster Gehilfe war Reinhard Kopps, ein ehemaliger Agent der Abwehr, der potenzielle Fluchtkandidaten aufspürte. Mitte 1948 flüchtete Kopps selbst nach Argentinien, von wo aus er den Kontakt zu Hudal aufrechterhielt und unter dem Namen Juan Maler eine rege neonazistische Propagandatätigkeit entfaltete.

    Hunderte von Flüchtlingen verdankten Hudal ihre Flucht, neben den Topverbrechern Eichmann, Priebke und Schwammberger (s. Kasten) auch der „Henker von Riga“, Eduard Roschmann, der in Forsyths Roman „Die Akte Odessa“ als Kopf der „Odessa“ auftritt, Franz Stangl, der als Kommandant der Vernichtungslager von Treblinka und Sobibor den Tod von 400 000 Menschen zu verantworten hatte, sowie der höchstdekorierte Soldat der Wehrmacht und bekennende Nazi, Fliegeroberst Hans-Ulrich Rudel. Letzterer erinnerte sich noch Jahre später in den wärmsten Worten an Hudal, der „das rasende Verlangen der Sieger nach Rache und Vergeltung wirksam vereitelt“ habe.

    Es ist bis heute Gegenstand einer hitzig geführten Kontroverse, ob Papst Pius XII. in das Nazifluchthilfenetzwerk involviert war. Unstrittig ist, dass er sich persönlich bei den Alliierten für die von Draganovic protegierten kroatischen Kriegsverbrecher einsetzte, um sie vor der Auslieferung an Jugoslawien zu retten. Er attestierte den Ustascha-Generälen Vladimir Kren und Ante Moskov, „standhaft für die Anwendung humanitärer Prinzipien eingetreten zu sein“. Pius XII. verwandte sich zudem für zum Tode verurteilte Massenmörder wie Otto Ohlendorf, der als Führer der Einsatzgruppe D die Ermordung von 90 000 Juden befahl, oder Oswald Pohl, der als Chef des SS-Wirtschaftsverwaltungshauptamtes für die Verwaltung der Konzentrationslager verantwortlich war.

    Simon Wiesenthal zog als bittere Bilanz: „Die NS-Verbrecher waren die Hauptnutznießer des kalten Krieges.“ Und Uki Goñi kommt auf dem Hintergrund seiner Recherchen zu dem Schluss: „Für den Vatikan und die alliierten Geheimdienste war die Rettung von Nazi-Kollaborateuren und SS-Mördern Teil ihrer gemeinsamen antikommunistischen Agenda.“ Die Archivquellen belegen: „Kardinäle wie Montini ... waren das Hirn des Fluchthilfeunternehmens. Bischöfe und Erzbischöfe wie Hudal, Siri und Barrere brachten die notwendigen bürokratischen Verfahren auf den Weg. Priester wie Draganovic, Heinemann und Dömöter unterschrieben die Passanträge. Angesichts dieser nicht zu widerlegenden Beweise ist die Frage, ob Papst Pius XII. über diese Vorgänge Bescheid wusste oder nicht, völlig naiv.“

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