"Um den Grund des westlichen Drängens auf Eigenständigkeit der Provinz zu finden, muss man nicht sehr tief schürfen. Die Braunkohlereserven des Kosovo gelten mit einem nachgewiesenen Umfang von 8,3 Milliarden Tonnen - mindestens dieselbe Menge wird zusätzlich vermutet - als die größten in Europa. Außerdem wird in der Trepca-Mine in der Nähe von Mitrovica Kupfer gefördert. Das Vorkommen ist so ergiebig, dasss es im Zweiten Weltkrieg direkt der Wehrmacht unterstellt wurde (der Rest des Kosovo wurde Großalbanien zugeschlagen); in den achtziger Jahren waren 20.000 Arbeiter in Trepca beschäftigt. Last not least gibt es Hinweise auf nennenswerte Lagerstätten von Gold (ebenfalls in Trepca) und von Chrom (an der Grenze zu Albanien). Am 21. Januar 2005 hat Jessen-Petersen die [extern] Schürfrechte über die Bodenschätze in der Provinz für internationale Investoren ausgeschrieben. Bereits innerhalb der ersten zwei Tage meldeten sich über 600 Interessenten. Durch die Vergabe von Abbaulizenzen rechnet die UNMIK mit Einnahmen von 13 Milliarden Euro."

Bodenschätze und Minen sind de jure im Besitz des serbischen Staates bzw. jugoslawischer Kombinate. De facto aber können die rechtmäßigen Besitzer seit dem NATO-Einmarsch im Juni 1999 nicht mehr darüber verfügen. Der investitionshemmende Streit zwischen De-jure-Besitzern und De-facto-Beherrschern wird definitiv erst beseitigt sein, wenn die völkerrechtlichen Ansprüche der Serben auf die Provinz beseitigt sind. :idea: