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Kompromiss

Erstellt von Benjiee, 24.02.2009, 22:05 Uhr · 110 Antworten · 3.632 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von meko

    Registriert seit
    15.05.2007
    Beiträge
    10.778
    Sinn und Arten des Philosophierens [Bearbeiten]


    Weisheits-Emblem (1635), Ausschnitt: „SAPIENS DOMINABITUR ASTRIS“. Der Text lautet frei übersetzt: „Wer wahre Weisheit erlangt, wird Herrscher über alle Gestirne sein.“


    Viele Menschen betreiben Philosophie um ihrer selbst willen: um sich selbst und die Welt, in der sie leben, besser zu verstehen; um ihr Handeln, ihr Weltbild auf eine gut begründete Basis zu stellen. Wer ernsthaft philosophiert, stellt kritische Fragen an die ihn umgebende Welt und lässt sich in der Regel nicht so leicht täuschen oder manipulieren. Das konstruktive Potenzial der Philosophie liegt im Hinterfragen der gesellschaftlichen Verhältnisse und im Herausarbeiten alternativer Modelle ebenso wie in einer Relativierung der Ansprüche von Wissenschaften und Religionen. Ein selbstbestimmtes und vernunftbasiertes Leben auf der Grundlage eigenen Nachdenkens (sapere aude!) ist das Ziel vieler Philosophierender.
    Bei dem auf individuellen Nutzen gerichteten Philosophieren sind vor allem zwei Arten oder Ausrichtungen zu unterscheiden:
    Das Streben nach Weltweisheit soll dem Verstand Orientierung und Sicherheit in allen lebenspraktischen Bezügen verschaffen und die Fähigkeit zu sinnvoller gedanklicher Einordnung alles Begegnenden begünstigen. Es soll gleichsam die Unerschütterlichkeit des eigenen Verstandes durch das Geschehen in der Welt bewirken, sodass der Intellekt jede Lebenssituation souverän zu verarbeiten vermag. Wem von seinen Mitmenschen Weisheit zuerkannt wird, der vermittelt durch seine Reaktionen und Äußerungen den Eindruck, dass er über solche Souveränität verfügt.
    Demgegenüber legt die Philosophie als Lebensweise den Akzent auf die Umsetzung der Ergebnisse philosophischer Reflexion in die eigene Lebenspraxis. Auf die richtige Weise zu leben und den Lebensalltag zu gestalten, setzt hiernach ein in vertiefter Form eingeübtes und daraus sich entwickelndes richtiges Denken voraus. Und umgekehrt ist es zur Beglaubigung des philosophischen Denkens nötig, dass es sich in der Lebensweise erkennbar spiegelt.
    Datei:Gerome - Diogenes.jpg Jean-Léon Gérôme, „Diogenes“, 1860. Phantasiedarstellung, die auch die namensgebenden Hunde (altgr. κύων) der Kyniker vorführt. Gérômes Werke waren Mitte des 19. Jahrhunderts überaus erfolgreich im Pariser Salon, dessen Akademismus vorsah, dass auch mit der Lupe kein Pinselstrich erkennbar sein dürfe.


    Sehr ausgeprägte Anwendungsformen einer philosophisch bestimmten Lebensweise hat es insbesondere in der Antike gegeben, vor allem in den Reihen der Stoiker, der Epikureer und der Kyniker. Für das Ideal der Übereinstimmung von Denken und Tun hat der Kyniker Diogenes von Sinope durch seine von radikaler Enthaltsamkeit gekennzeichnete Lebensweise Anhängern wie Gegnern dieser Art philosophischer Ausrichtung ein oft zitiertes Beispiel gegeben. Die Einheit von Theorie und Praxis wird jedoch auch in der östlichen Philosophie betont.
    Diogenes, der seinem philosophischen Denken Ausdruck verlieh, indem er dem weltlichen Treiben entsagte, zeugt auch davon, dass zum Philosophieren Ruhe und Muße gehören. (Noch unser Wort „Schule“ geht auf das griechische Wort in der alten Bedeutung für Muße [σχολή, scholḗ] zurück.)
    Ein großer Gewinn des Philosophierens besteht in der Schulung des Denkens und des Argumentierens, denn sowohl in methodischer Hinsicht als auch beim sprachlichen Ausdruck werden im fachlichen Diskurs strenge Anforderungen an die Philosophierenden gestellt. Das akademische Philosophieren unterscheidet sich vom alltäglichen Philosophieren nicht prinzipiell durch die Fragen, sondern eher durch den Rahmen – in der Regel die Universität – und durch bestimmte Formen der Aus- und Abgrenzung philosophischer Tätigkeit. Es gelten verschiedene Übereinkünfte über die Formen des Argumentierens und der wissenschaftlichen Publikation sowie die zugelassene Fachterminologie. Die Tätigkeiten des akademisch Philosophierenden umfassen dabei die unten genannten Methoden.
    Philosophisch gebildete Menschen unterscheiden sich von den übrigen nicht darin, dass ihnen mehr (nützliches) Wissen zur Verfügung stünde. Ihnen steht allerdings in der Regel ein besserer Überblick über die Argumente zur Verfügung, die in einer philosophischen Debatte hinsichtlich eines bestimmten Diskussionsgegenstands bereits vorgebracht wurden. So kann es etwa hilfreich sein, bei einem aktuell diskutierten Problem (z. B. Euthanasie) danach zu fragen, welche Antwortmöglichkeiten die Philosophie in den letzten 2500 Jahren dazu angeboten hat und wie die Auseinandersetzungen um diese Vorschläge bisher verlaufen sind. Neben dieser historischen Kenntnis sollte ein ausgebildeter Philosoph eher in der Lage sein, die prinzipiell vertretbaren Positionen zu unterscheiden, deren Folgen vorauszusehen sowie Probleme und Widersprüche zu erkennen.
    Weitere Anwendungen und Aufgaben der Philosophie bestehen darin,
    • die grundlegenden Begriffe, Fragen, Thesen und Positionen, die die einzelnen Wissenschaften verwenden, zu thematisieren. So fragt die Philosophie etwa, was den Begriff der „Würde“ ausmacht, wenn er in Diskussionen der Rechtswissenschaften oder der Soziologie verwendet wird.
    • die unausgesprochenen Begriffe, Fragen, Thesen und Positionen herauszuarbeiten, die anderen Wissenschaften zugrunde liegen. So fragt etwa die Ethik: „Was ist Gerechtigkeit?“ und untersucht dabei auch Begriff, Grundlagen und Bedingungen der Rechtswissenschaften überhaupt.
    • die Fragen nach Denkmustern bzw. Denkgewohnheiten vergangener Zeiten zu beantworten, auf die die überlieferten Artefakte im Museum keine Antworten zu geben vermögen.

  2. #12

    Registriert seit
    16.01.2009
    Beiträge
    17.122
    Zitat Zitat von Perun Beitrag anzeigen
    Was spricht den gegen ein modell wie in der schweiz?
    Zu klein, zu fisselig, keiner stimmt für!

  3. #13
    SarayBosna
    Zitat Zitat von Benjiee Beitrag anzeigen
    Hallo liebe Mitschreiber,

    ich wollte euch mal fragen ob ihr euch in irgendeiner form vorstellen könntet dass es einen jugoslawischen kompromiss geben könnte. also wieder ein land auf dem terretorium der sfrj? dieses müsste demvorherigem nicht ähneln. und wenn ihr dagegen seid, wieso?
    Ja aber nur mit Sarajevo als Hauptstadt, einem Bosniakischen Präsidenten, am besten Alija Izetbegovic, Amtssprache muss Bosnisch sein, dann ja, anonsten nein.

  4. #14
    Benjiee
    swiss is sowieso beschte haha

    aber dann muss auch migros sein. ne im ernst

  5. #15
    Avatar von Hercegovac

    Registriert seit
    06.04.2008
    Beiträge
    15.011
    Was spricht denn dagegen, einen Staat zu gründen, in dem alle Staaten als Förderation/Zusammenschluss zusammen aggieren und jeder Staat seine Autonomie behält aber im Endeffekt einen Staat bilden.

    Jeder Staat soll sein eigenes Parlament haben und im Parlament des gesamten Staates, sollten gleichviele Abgeordnete von jeder Ethnie sitzen.

  6. #16
    Benjiee
    islamischer staat wäre gar nicht so schlecht wie viele denken

  7. #17
    Avatar von Hercegovac

    Registriert seit
    06.04.2008
    Beiträge
    15.011
    Zitat Zitat von meko Beitrag anzeigen
    Sinn und Arten des Philosophierens [Bearbeiten]


    Weisheits-Emblem (1635), Ausschnitt: „SAPIENS DOMINABITUR ASTRIS“. Der Text lautet frei übersetzt: „Wer wahre Weisheit erlangt, wird Herrscher über alle Gestirne sein.“


    Viele Menschen betreiben Philosophie um ihrer selbst willen: um sich selbst und die Welt, in der sie leben, besser zu verstehen; um ihr Handeln, ihr Weltbild auf eine gut begründete Basis zu stellen. Wer ernsthaft philosophiert, stellt kritische Fragen an die ihn umgebende Welt und lässt sich in der Regel nicht so leicht täuschen oder manipulieren. Das konstruktive Potenzial der Philosophie liegt im Hinterfragen der gesellschaftlichen Verhältnisse und im Herausarbeiten alternativer Modelle ebenso wie in einer Relativierung der Ansprüche von Wissenschaften und Religionen. Ein selbstbestimmtes und vernunftbasiertes Leben auf der Grundlage eigenen Nachdenkens (sapere aude!) ist das Ziel vieler Philosophierender.
    Bei dem auf individuellen Nutzen gerichteten Philosophieren sind vor allem zwei Arten oder Ausrichtungen zu unterscheiden:
    Das Streben nach Weltweisheit soll dem Verstand Orientierung und Sicherheit in allen lebenspraktischen Bezügen verschaffen und die Fähigkeit zu sinnvoller gedanklicher Einordnung alles Begegnenden begünstigen. Es soll gleichsam die Unerschütterlichkeit des eigenen Verstandes durch das Geschehen in der Welt bewirken, sodass der Intellekt jede Lebenssituation souverän zu verarbeiten vermag. Wem von seinen Mitmenschen Weisheit zuerkannt wird, der vermittelt durch seine Reaktionen und Äußerungen den Eindruck, dass er über solche Souveränität verfügt.
    Demgegenüber legt die Philosophie als Lebensweise den Akzent auf die Umsetzung der Ergebnisse philosophischer Reflexion in die eigene Lebenspraxis. Auf die richtige Weise zu leben und den Lebensalltag zu gestalten, setzt hiernach ein in vertiefter Form eingeübtes und daraus sich entwickelndes richtiges Denken voraus. Und umgekehrt ist es zur Beglaubigung des philosophischen Denkens nötig, dass es sich in der Lebensweise erkennbar spiegelt.
    Datei:Gerome - Diogenes.jpg Jean-Léon Gérôme, „Diogenes“, 1860. Phantasiedarstellung, die auch die namensgebenden Hunde (altgr. κύων) der Kyniker vorführt. Gérômes Werke waren Mitte des 19. Jahrhunderts überaus erfolgreich im Pariser Salon, dessen Akademismus vorsah, dass auch mit der Lupe kein Pinselstrich erkennbar sein dürfe.


    Sehr ausgeprägte Anwendungsformen einer philosophisch bestimmten Lebensweise hat es insbesondere in der Antike gegeben, vor allem in den Reihen der Stoiker, der Epikureer und der Kyniker. Für das Ideal der Übereinstimmung von Denken und Tun hat der Kyniker Diogenes von Sinope durch seine von radikaler Enthaltsamkeit gekennzeichnete Lebensweise Anhängern wie Gegnern dieser Art philosophischer Ausrichtung ein oft zitiertes Beispiel gegeben. Die Einheit von Theorie und Praxis wird jedoch auch in der östlichen Philosophie betont.
    Diogenes, der seinem philosophischen Denken Ausdruck verlieh, indem er dem weltlichen Treiben entsagte, zeugt auch davon, dass zum Philosophieren Ruhe und Muße gehören. (Noch unser Wort „Schule“ geht auf das griechische Wort in der alten Bedeutung für Muße [σχολή, scholḗ] zurück.)
    Ein großer Gewinn des Philosophierens besteht in der Schulung des Denkens und des Argumentierens, denn sowohl in methodischer Hinsicht als auch beim sprachlichen Ausdruck werden im fachlichen Diskurs strenge Anforderungen an die Philosophierenden gestellt. Das akademische Philosophieren unterscheidet sich vom alltäglichen Philosophieren nicht prinzipiell durch die Fragen, sondern eher durch den Rahmen – in der Regel die Universität – und durch bestimmte Formen der Aus- und Abgrenzung philosophischer Tätigkeit. Es gelten verschiedene Übereinkünfte über die Formen des Argumentierens und der wissenschaftlichen Publikation sowie die zugelassene Fachterminologie. Die Tätigkeiten des akademisch Philosophierenden umfassen dabei die unten genannten Methoden.
    Philosophisch gebildete Menschen unterscheiden sich von den übrigen nicht darin, dass ihnen mehr (nützliches) Wissen zur Verfügung stünde. Ihnen steht allerdings in der Regel ein besserer Überblick über die Argumente zur Verfügung, die in einer philosophischen Debatte hinsichtlich eines bestimmten Diskussionsgegenstands bereits vorgebracht wurden. So kann es etwa hilfreich sein, bei einem aktuell diskutierten Problem (z. B. Euthanasie) danach zu fragen, welche Antwortmöglichkeiten die Philosophie in den letzten 2500 Jahren dazu angeboten hat und wie die Auseinandersetzungen um diese Vorschläge bisher verlaufen sind. Neben dieser historischen Kenntnis sollte ein ausgebildeter Philosoph eher in der Lage sein, die prinzipiell vertretbaren Positionen zu unterscheiden, deren Folgen vorauszusehen sowie Probleme und Widersprüche zu erkennen.

    Weitere Anwendungen und Aufgaben der Philosophie bestehen darin,
    • die grundlegenden Begriffe, Fragen, Thesen und Positionen, die die einzelnen Wissenschaften verwenden, zu thematisieren. So fragt die Philosophie etwa, was den Begriff der „Würde“ ausmacht, wenn er in Diskussionen der Rechtswissenschaften oder der Soziologie verwendet wird.
    • die unausgesprochenen Begriffe, Fragen, Thesen und Positionen herauszuarbeiten, die anderen Wissenschaften zugrunde liegen. So fragt etwa die Ethik: „Was ist Gerechtigkeit?“ und untersucht dabei auch Begriff, Grundlagen und Bedingungen der Rechtswissenschaften überhaupt.
    • die Fragen nach Denkmustern bzw. Denkgewohnheiten vergangener Zeiten zu beantworten, auf die die überlieferten Artefakte im Museum keine Antworten zu geben vermögen.

    Verpiss dich kleines Mäddchen, du bist der Erste, der rumheult, wenn jmd in deinen Threads Scheiße schreibt.

  8. #18

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    17.122
    Zitat Zitat von Smajcin Beitrag anzeigen
    Ja aber nur mit Sarajevo als Hauptstadt, einem Bosniakichen Präsidente, am besten Alija Izetbegovic, Amtssprache muss Bosnisch sein, dann ja, anonsten nein.
    Gegenvorschlag: Hauptstadt Brcko, an der Spitze steht nicht ein Präsident sondern ein Kollegium, das jedes konstitutionelle Volk repräsentiert (Izetbegovic geht ja schlecht) und bosnisch ist unter anderem Amtssprache! Deal, or no deal?

  9. #19

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    Zitat Zitat von Smajcin Beitrag anzeigen
    Ja aber nur mit Sarajevo als Hauptstadt, einem Bosniakischen Präsidente, am besten Alija Izetbegovic, Amtssprache muss Bosnisch sein, dann ja, anonsten nein.

    Izetbegovic ist Tot du Dummkopf , und soweit bekannt ist gibt es noch kein gegenmittel dafür.

  10. #20

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    Zitat Zitat von Benjiee Beitrag anzeigen
    islamischer staat wäre gar nicht so schlecht wie viele denken
    Vor allem weil die christlichen Bosanci dafür wären.

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