BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Erweiterte Suche
Kontakt
BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Benutzerliste

Willkommen bei BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen.
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 15

Kosovo: 36 Albaner nach Protesten gegen UNMIK festgenommen!

Erstellt von Mr_No, 10.06.2006, 01:20 Uhr · 14 Antworten · 796 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
    01.02.2006
    Beiträge
    92

    Kosovo: 36 Albaner nach Protesten gegen UNMIK festgenommen!

    Auch Chef der Organisation "Selbstbestimmung" Kurti in Haft - Demonstranten forderten Abzug der UNMIK aus Kosovo - Premier Ceku verurteilt Proteste

    36 Demonstranten wurden von einer Sondereinheit der Kosovo-Polizei verhaftet. Die Proteste waren von der Organisation "Selbstbestimmung" organisiert worden, auch der Chef der Gruppe, Albin Kurti, war unter den Festgenommenen.

    Pristina - In Pristina sind am Freitag nach Protesten gegen die UNO-Verwaltung im Kosovo (UNMIK) 36 Albaner festgenommen worden. Bei den Protesten der Organisation "Selbstbestimmung" (Vetevendosje) forderten die Demonstranten erneut den raschen Abzug der UNMIK aus dem Kosovo, berichtete die Nachrichtenagentur Tanjug. Bei der Aktion einer Sondereinheit der Kosovo-Polizei ist auch der ehemalige Studentenführer und nunmehrige Chef der Organisation "Selbstbestimmung", Albin Kurti, festgenommen worden.

    Aktivisten der "Selbstbestimmung", die sich vehement für die sofortige Unabhängigkeit Kosovos einsetzen, haben am gestrigen Donnerstag Zelte vor dem UNMIK-Sitz in Pristina aufgestellt, um die Arbeit der UNO-Mission zu blockieren.

    Wie Medien in Pristina berichteten, sei die Aktion "mit Anwendung von Gewalt" durchgeführt worden. Kurti, ein vehementer Unabhängigkeits-Befürworter, sprach von einer "brutalen Aktion" der Polizei. Etwa zehn Aktivisten seien verletzt worden.

    Der Kosovo-Premier Agim Ceku wiederum verurteilte die Proteste und forderte einen Stopp von Aktivitäten, die "den Anstrengungen, den Status des Kosovo zu lösen, nur schaden können". Angeführt wird die Organisation "Selbstbestimmung" vom ehemaligen Studentenführer Albin Kurti. Er ist gegen jegliche Verhandlungen mit Serbien und fordert die sofortige Unabhängigkeit der Provinz.

    Kosovo wird seit 1999 von der UNO verwaltet, gehört aber völkerrechtlich zu Serbien. Die direkten Gespräche über den Status zwischen Belgrad und Pristina sollen noch im Juli in Wien beginnen. Pristina drängt in die Unabhängigkeit, Belgrad setzt sich für einen Verbleib der Provinz im Rahmen Serbiens ein.

    http://derstandard.at/?url=/?id=2475072


    Ich denke manche sind sogar wieder bereit zu terrorisieren falls sie nicht kriegen was sie wollen.

  2. #2

    Registriert seit
    11.12.2004
    Beiträge
    1.484
    Ein einziges Terrornest da unten.

    Ich denke mal mindestens 50% der Leute träumen von einer gescheiten serbsichen Kontrolle des Kosovo, trauen sich aber das nicht zu sagen weil sie angst haben von eigenen Albanern liquidiert zu werden.

  3. #3

    Registriert seit
    12.03.2006
    Beiträge
    3.755
    „Die UNMIK ist gegen die Einwohner Kosovas“
    Albin Kurti in Kline - Erstmals keine Festnahmen

    Am Dienstag, den 16. August, sprach Albin Kurti im „Haus der Kultur“ in Kline. Kurti war in den neunziger Jahren der populäre und charismatische Führer der Studenten in Prishtina. Anschließend war Albin Kurti der engste Mitarbeiter von Adem Demaci. Demaci war bis März 1999 politischer Sprecher der UCK. Aufgrund seiner Ablehnung des Vertrages von Rambouillet trat Demaci von seinem Posten zurück. Albin Kurti wurde während des Krieges gegen Jugoslawien inhaftiert. Erst Anfang des Jahres 2001 wurde Kurti aufgrund zahlreicher Proteste zusammen mit Flora Brovina aus serbischer Haft entlassen.

    Die politische Biographie Kurtis ist von Mut und zahlreichen Aktionen geprägt. Selbstverständlich kämpfte Kurti zusammen mit Demaci gegen den serbischen Chauvinismus, klar und eindeutig wendet er sich aber auch in seinen Reden und Schriften gegen jegliche „Serbenfeindlichkeit“. Kurti spricht immer wieder davon, „dass kein Volk frei sein kann, wenn es ein anderes unterdrückt“. Mit besonderer Schärfe wandte sich Kurti im März 2004 gegen bestimmte Angriffe auf serbische Zivilisten und serbische Kultureinrichtungen in Kosova. Die albanische Rechte um die Zeitung „Bota Sot“ beschimpfte damals Kurti als „Antialbaner“. Kurti ist jedoch in einer Art und Weise für das Selbstbestimmungsrecht Kosovas aktiv, die sich grundsätzlich vom Nationalismus der albanischen Rechten unterscheidet. Kurti will das demokratische Selbstbestimmungsrecht der Kosovaren gegen die UNMIK erkämpfen und wird nicht müde, den Serben und Roma zu erklären: „Dass nur ein souveränes und demokratisches Kosova, indem sie alle Rechte haben, ihren Interessen entspricht“.

    Die politische Philosophie Kurtis geht davon aus, auch den Menschen in Serbien zu helfen. Denn solange der Kosovo-Mythos die Gehirne vieler serbischer Arbeiter und Bauern vernebelt, sind sie nicht imstande, gegen die sozialen Verwerfungen in Serbien zu kämpfen. Nur ein unabhängiges Kosova enthält die Chance, dass die Menschen in Kosova und Serbien wieder ihre eigentlichen Interessen erkennen. Albin Kurti ist gegenwärtig mit der „Bewegung für Selbstbestimmung“ der Schrecken des albanischen konservativen politischen Spektrums in Kosova sowie der serbischen Chauvinisten im allgemeinen und der UNMIK im besonderen.


    Die „ Bewegung für Selbstbestimmung“

    Es gibt in Kosova an vielen Wänden die Parole „Gegen Fremdbestimmung - Selbstbestimmung“. Gesprüht und gemalt werden solche Parolen von den hauptsächlich jugendlichen Aktivisten der „Bewegung“. Massenhaft sind Parolen gegen den Kolonialismus der UNMIK im Lande zu sehen. In der monatlich erscheinenden Massenzeitung „Vetevendosja“ (Selbstbestimmung) wird das koloniale Gehabe der UNMIK attackiert. In den letzten Wochen reagierte die UNMIK-Polizei mit harten Reppresionsmaßnahmen gegen die Aktivisten. Insgesamt wurden 175 Menschen aus der KAN (Bewegung für Selbstbestimmung) inhaftiert und oftmals brutal mißhandelt. Der Menschenrechtsverein KMDLNJ protestiert gegen dieses Verhalten der UNMIK seit Wochen. Nach dem KMDLNJ bestraft die UNMIK „Meinungsdelikte und handelt gegen die von ihr propagierten Standards“.

    Dieser Meinung hat sich am 16. August auch der internationale Ombudsmann für Kosova, Marek Anton Novicki, angeschlossen. In einem Schreiben an den UNMIK- Protektoratsleiter, Jessen Petersen, verurteilt Novicki die „antidemokratischen Maßnahmen“ der UNMIK-Verwaltung. In der Tat, die Repression widersprach allen demokratischen Prinzipien, zudem verschärft sie die Ablehnung der UNMIK. Am vergangenen Dienstag konnte sich in Kline erstmals die „Bewegung für Selbstbestimmung“ frei versammeln und Albin Kurti sprach ungehindert im vollen Saal des Kulturhauses von Kline. Anschließend wurde die Stadt mit Parolen verschönert und die Polizei wagte keinen Angriff. Die Rede von Albin Kurti verdient es auszugsweise wiedergegeben zu werden.


    „Die UNMIK ist gegen die Einwohner Kosovas gerichtet“

    Der brilliante Rhetoriker Kurti sagte in seiner Rede: „Die UNMIK, die uns Demokratie predigt, ist selbst eine undemokratische neokoloniale Institution. Sie vertritt keine demokratischen Prinzipien, sondern sie ist ein internationales Konstrukt, indem sich verschiedene mächtige Staaten mit ihrer jeweils besonderen Interessenlage tummeln. Sie (die Staaten) führen ihre Konflikte und ihre Experimente auf unsere Kosten durch. Die UNMIK hat die absolute Macht in Kosova, es gibt keine Institution, die nicht von ihr geschaffen und kontrolliert wird. Die Resultate sind klar, wir sind das ärmste Gebiet in Europa. Die UNMIK plündert unser Land aus (hier spielt Kurti auf den Privatisierungsprozess an) und sie verweigert uns das Selbstbestimmungsrecht“. Kurti nannte die UNMIK-Herrschaft „eine besondere Form von Kolonialismus“.

    Die immer wieder von starkem Beifall unterbrochene Rede enthielt auch Kritik an dem internationalem Berichterstatter für Kosova, Kai Eide. Dieser wurde von der Balkankontaktgruppe auserwählt, um in einem Bericht die Zukunft Kosovas zu bestimmen. Zu dieser Prozedur meinte Kurti: „Zwei Millionen Menschen werden von einer Person beurteilt, der den Wert dieser Menschen taxiert. Uns wird ein Referendum verweigert, dafür erscheint ein Mann der keine Ahnung hat, um über unser Schicksal zu bestimmen“. Kurti nahm auch Stellung zu den „Dezentralisierungsbestrebungen der UNMIK“. Kurti erklärte hierzu: „Belgrad versucht Kosova ethnisch zu teilen, diesen Ball hat die UNMIK aufgefangen“. Am Ende meinte Kurti, dass nur durch Selbstaktivität der Bevölkerung die Probleme zu meistern seien. Kurti forderte ein Referendum in welchem die Bevölkerung selbst ihre staatliche Zukunft bestimmt. Nach den Worten von Kurti darf sich „keiner diesem demokratischen Anliegen entgegenstellen“.

  4. #4

    Registriert seit
    12.03.2006
    Beiträge
    3.755
    Adem Demaci:
    (Der soll auch ein Terrorist sein oder? Hatt ja was mit HErrn Kurti am hug, demzufolge .......)

    „Die UNMIK ist gegen die Einwohner Kosovas“
    Albin Kurti in Kline - Erstmals keine Festnahmen

    Am Dienstag, den 16. August, sprach Albin Kurti im „Haus der Kultur“ in Kline. Kurti war in den neunziger Jahren der populäre und charismatische Führer der Studenten in Prishtina. Anschließend war Albin Kurti der engste Mitarbeiter von Adem Demaci. Demaci war bis März 1999 politischer Sprecher der UCK. Aufgrund seiner Ablehnung des Vertrages von Rambouillet trat Demaci von seinem Posten zurück. Albin Kurti wurde während des Krieges gegen Jugoslawien inhaftiert. Erst Anfang des Jahres 2001 wurde Kurti aufgrund zahlreicher Proteste zusammen mit Flora Brovina aus serbischer Haft entlassen.

    Die politische Biographie Kurtis ist von Mut und zahlreichen Aktionen geprägt. Selbstverständlich kämpfte Kurti zusammen mit Demaci gegen den serbischen Chauvinismus, klar und eindeutig wendet er sich aber auch in seinen Reden und Schriften gegen jegliche „Serbenfeindlichkeit“. Kurti spricht immer wieder davon, „dass kein Volk frei sein kann, wenn es ein anderes unterdrückt“. Mit besonderer Schärfe wandte sich Kurti im März 2004 gegen bestimmte Angriffe auf serbische Zivilisten und serbische Kultureinrichtungen in Kosova. Die albanische Rechte um die Zeitung „Bota Sot“ beschimpfte damals Kurti als „Antialbaner“. Kurti ist jedoch in einer Art und Weise für das Selbstbestimmungsrecht Kosovas aktiv, die sich grundsätzlich vom Nationalismus der albanischen Rechten unterscheidet. Kurti will das demokratische Selbstbestimmungsrecht der Kosovaren gegen die UNMIK erkämpfen und wird nicht müde, den Serben und Roma zu erklären: „Dass nur ein souveränes und demokratisches Kosova, indem sie alle Rechte haben, ihren Interessen entspricht“.

    Die politische Philosophie Kurtis geht davon aus, auch den Menschen in Serbien zu helfen. Denn solange der Kosovo-Mythos die Gehirne vieler serbischer Arbeiter und Bauern vernebelt, sind sie nicht imstande, gegen die sozialen Verwerfungen in Serbien zu kämpfen. Nur ein unabhängiges Kosova enthält die Chance, dass die Menschen in Kosova und Serbien wieder ihre eigentlichen Interessen erkennen. Albin Kurti ist gegenwärtig mit der „Bewegung für Selbstbestimmung“ der Schrecken des albanischen konservativen politischen Spektrums in Kosova sowie der serbischen Chauvinisten im allgemeinen und der UNMIK im besonderen.


    Die „ Bewegung für Selbstbestimmung“

    Es gibt in Kosova an vielen Wänden die Parole „Gegen Fremdbestimmung - Selbstbestimmung“. Gesprüht und gemalt werden solche Parolen von den hauptsächlich jugendlichen Aktivisten der „Bewegung“. Massenhaft sind Parolen gegen den Kolonialismus der UNMIK im Lande zu sehen. In der monatlich erscheinenden Massenzeitung „Vetevendosja“ (Selbstbestimmung) wird das koloniale Gehabe der UNMIK attackiert. In den letzten Wochen reagierte die UNMIK-Polizei mit harten Reppresionsmaßnahmen gegen die Aktivisten. Insgesamt wurden 175 Menschen aus der KAN (Bewegung für Selbstbestimmung) inhaftiert und oftmals brutal mißhandelt. Der Menschenrechtsverein KMDLNJ protestiert gegen dieses Verhalten der UNMIK seit Wochen. Nach dem KMDLNJ bestraft die UNMIK „Meinungsdelikte und handelt gegen die von ihr propagierten Standards“.

    Dieser Meinung hat sich am 16. August auch der internationale Ombudsmann für Kosova, Marek Anton Novicki, angeschlossen. In einem Schreiben an den UNMIK- Protektoratsleiter, Jessen Petersen, verurteilt Novicki die „antidemokratischen Maßnahmen“ der UNMIK-Verwaltung. In der Tat, die Repression widersprach allen demokratischen Prinzipien, zudem verschärft sie die Ablehnung der UNMIK. Am vergangenen Dienstag konnte sich in Kline erstmals die „Bewegung für Selbstbestimmung“ frei versammeln und Albin Kurti sprach ungehindert im vollen Saal des Kulturhauses von Kline. Anschließend wurde die Stadt mit Parolen verschönert und die Polizei wagte keinen Angriff. Die Rede von Albin Kurti verdient es auszugsweise wiedergegeben zu werden.


    „Die UNMIK ist gegen die Einwohner Kosovas gerichtet“

    Der brilliante Rhetoriker Kurti sagte in seiner Rede: „Die UNMIK, die uns Demokratie predigt, ist selbst eine undemokratische neokoloniale Institution. Sie vertritt keine demokratischen Prinzipien, sondern sie ist ein internationales Konstrukt, indem sich verschiedene mächtige Staaten mit ihrer jeweils besonderen Interessenlage tummeln. Sie (die Staaten) führen ihre Konflikte und ihre Experimente auf unsere Kosten durch. Die UNMIK hat die absolute Macht in Kosova, es gibt keine Institution, die nicht von ihr geschaffen und kontrolliert wird. Die Resultate sind klar, wir sind das ärmste Gebiet in Europa. Die UNMIK plündert unser Land aus (hier spielt Kurti auf den Privatisierungsprozess an) und sie verweigert uns das Selbstbestimmungsrecht“. Kurti nannte die UNMIK-Herrschaft „eine besondere Form von Kolonialismus“.

    Die immer wieder von starkem Beifall unterbrochene Rede enthielt auch Kritik an dem internationalem Berichterstatter für Kosova, Kai Eide. Dieser wurde von der Balkankontaktgruppe auserwählt, um in einem Bericht die Zukunft Kosovas zu bestimmen. Zu dieser Prozedur meinte Kurti: „Zwei Millionen Menschen werden von einer Person beurteilt, der den Wert dieser Menschen taxiert. Uns wird ein Referendum verweigert, dafür erscheint ein Mann der keine Ahnung hat, um über unser Schicksal zu bestimmen“. Kurti nahm auch Stellung zu den „Dezentralisierungsbestrebungen der UNMIK“. Kurti erklärte hierzu: „Belgrad versucht Kosova ethnisch zu teilen, diesen Ball hat die UNMIK aufgefangen“. Am Ende meinte Kurti, dass nur durch Selbstaktivität der Bevölkerung die Probleme zu meistern seien. Kurti forderte ein Referendum in welchem die Bevölkerung selbst ihre staatliche Zukunft bestimmt. Nach den Worten von Kurti darf sich „keiner diesem demokratischen Anliegen entgegenstellen“.

  5. #5

    Registriert seit
    12.03.2006
    Beiträge
    3.755
    für die sie besonders INeteressieren:

    Interview mit Adem Demaçi
    (Das Interview mit Adem Demaçi führte Max Brym am 3. März 2000 in Prishtinë.)

    Adem Demaçi war bis zum 2. März 1999 politischer Sprecher der UÇK. Wegen der Unterschrift der albanischen Delegation unter den Vertrag von Rambouillet trat er von seinem Posten zurück. Demaçi gilt als Mandela Kosovas, da er insgesamt 28 Jahre in jugoslawischen Gefängnissen inhaftiert war. Von 1990 bis 1995 war er Vorsitzender des Menschenrechtsvereins in Prishtinë und erhielt 1991 den Sacharow-Friedenspreis.



    Herr Demaçi, in Österreich erschien im Herbst 1999 ein Buch von Wolfgang Petritsch, mit dem Titel: «Kosovo – Kosova», und darin werden Sie als Hardliner bezeichnet, der gegen den Vertrag von Rambouillet war.


    Im Vergleich zu den anderen, die bereit waren, alles zu unterschreiben, hatte ich doch entscheidende Kritikpunkte. Ich war nicht bereit, alles zu unterschreiben, vor allem nicht den Verzicht auf die Unabhängigkeit Kosovas. Diese Konferenz hat die Lage der Albaner nicht richtig bewertet. Insofern war ich radikaler als die anderen. Und zum Vorwurf von Herrn Petritsch, nun, ich bin wahrscheinlich radikaler als diejenigen, die unterschrieben haben.


    Was hat Sie denn konkret am Vertrag von Rambouillet gestört?


    Gestört hat mich erstens, dass in dem Vertragswerk Kosova ein Bestandteil Jugoslawiens beziehungsweise Serbiens bleiben soll, was dasselbe ist. Zweitens dass nach dem Vertragswerk Kosova ein irgendwie gearteter multiethnischer Staat sein sollte, statt ein albanischer Staat bei vollen demokratischen Rechten für alle nationalen Minderheiten. Drittens die Anwesenheit der Jugoslawischen Armee, die das Territorium Kosovas überwachen sollte. Viertens dass 12.000 Angehörige der jugoslawischen Armee in Kasernen in Kosova stationiert bleiben sollten, es sollte also nicht nur die Grenze gesichert werden. Zusätzlich sollten 3.000 jugoslawische Polizisten in Kosova bleiben.


    Ebenso wurde in Rambouillet verlangt, dass sich die Befreiungsarmee UÇK bedingungslos entwaffnen sollte und somit ihren Charakter verliert. Stellen Sie sich vor, wie Kosova aussehen würde, wenn Serbien diesen Vertrag unterschrieben hätte. Es wäre für Serbien vorteilhaft gewesen.


    Aber Gott sei Dank hat Serbien nicht unterschrieben und jetzt sieht die Lage anders aus.


    Wie sehen Sie die heutige Lage Kosovas unter der Verwaltung der UNMIK bzw. der NATO-Truppen?


    Die NATO hat objektiv das albanische Volk gegen die Vernichtung verteidigt. Das ist das einzige, was wir von der NATO hatten. Heute führt die NATO und die internationale Gemeinschaft ein Experiment in Kosova durch.


    Jedes politische Subjekt fordert die Unabhängigkeit des Kosova. Wie könnten sie sich vorstellen, dass man die Unabhängigkeit erreicht?


    Die einzige Möglichkeit, die Unabhängigkeit Kosovas zu erreichen, ist die Durchführung eines Referendums, in dem das ganze Volk seinen freien Willen bekundet.


    Vor kurzem schrieb der SPIEGEL, dass die Gefahr eines neuen Krieges zwischen UÇK-Aktivisten und NATO-Truppen besteht, wenn die NATO sich nicht auf die Unabhängigkeit einlässt.


    Was der SPIEGEL schrieb, liegt nicht weit von der Wahrheit entfernt. Die Albaner haben gesehen, was die Freiheit bedeutet. Es ist undenkbar, dass die Albaner einen neuen Okkupanten akzeptieren werden. Wenn den Albanern das Recht auf Selbstbestimmung abgesprochen wird, kann vieles passieren.


    In derselben Ausgabe des SPIEGEL wurde Herr Bukoshi zitiert, der sagte, in Kosova herrsche eine kriminelle Struktur. In der Umgebung von Hashim Thaçi befänden sich 200 ehemalige Spezialisten des alten albanischen Geheimdienstes Sigurimi. Bukoshi sprach von der Gefahr des Enverismus in Kosova. Was sagen Sie dazu?


    Alles was Bukoshi sagt, hat nur wenig – oder genauer gesagt – gar nichts mit der Wahrheit zu tun.


    Kosova kommt momentan in den westlichen Medien vor allem im Zusammenhang mit der Trennung von Mitrovica dem Problem Trepça vor. Wie wichtig ist der Bergwerks- und Industriekomplex von Trepça für ein unabhängiges Kosova?


    Trepça mit seinem extremen Rohstoffreichtum, und der ganze Industriekomplex, kann und darf nicht geteilt werden; – genauso, wie man Kosova nicht mehr teilen kann. Es wurde schon genug geteilt.


    Ich habe vor kurzem mit dem Vorsitzenden der Bergarbeitergewerkschaft Herrn Xhafer Nuli gesprochen. Er sagte mir genauso, wie der ehemalige Direktor von Trepça Aziz Abrashi, dass Trepça nicht vollständig privatisiert werden darf. Was meinen Sie zur Eigentumsform von Trepça? Sollte die von Jugoslawien durchgeführte Privatisierung anerkannt werden, sollte es anders privatisiert werden, oder sollte es mehrheitlich gesellschaftliches, soziales Eigentum bleiben?


    Ich bin kein Gefangener von Schemen. Ich denke, dass es am besten ist, wenn der Komplex Trepça so arbeitet, dass ganz Kosova davon gut leben kann. Ich bin für eine Privatisierung, die jeden Mitarbeiter beteiligt und ihm das Gefühl gibt, Trepça gehört ihm. Ich denke an eine Gesellschaftsform von Trepça, an der alle Mitarbeiter beteiligt sind. Und ich denke, das ist die einzige Möglichkeit, die Albaner zu motivieren, entsprechend zu arbeiten. Bei staatlichem Eigentum besteht das Problem, dass die Arbeitsmotivation gering ausfällt. Jeder Arbeiter sollte das Gefühl haben, Trepça ist ein Teil von ihm, was ihn motiviert, entsprechend zu arbeiten.


    Könnte das auch eine Form von Gruppeneigentum sein, kombiniert mit einem Joint Venture?


    Da wir zur Zeit kein Kapital haben, ist es möglich, dass wir zusammen mit einem anderen privaten Investor kooperieren, damit die Voraussetzung für den Beginn der Arbeit geschaffen wird.


    Heute wird in den westlichen Medien viel über die Verfolgung der Serben und der Roma geschrieben. Dem albanischen Volk wird dabei der Vorwurf gemacht, sich genauso zu verhalten, wie die Serben früher.


    Man kann das nicht vergleichen, denn alles was die Albaner erleiden mussten, wurde staatlich organisiert und geplant, die Verfolgung der Albaner wurde von staatlichen Organen durchgeführt. Was heute in Kosova bezüglich der nationalen Minderheiten passiert, sind individuelle Racheakte, durchgeführt von Menschen, die im Krieg sehr viel gelitten haben und die ihre Gefühle leider nicht unter Kontrolle haben. Es gibt eine individuelle Verfolgung von Nicht-Albanern, gegen die ich schärfstens bin, aber man kann es mit dem Vorhergegangenen nicht vergleichen.


    Wie könnte diese individuelle Form von Verfolgung beendet werden?


    Mit der Zeit wird das zu Ende gehen. Die Albaner haben hundert Jahre gelitten, sie werden dieses Leid vergessen, wenn sie anfangen zu arbeiten. Wenn sie Arbeitsplätze haben, werden sie sich dann nicht mehr mit individueller Rache beschäftigen, sondern über der Beschäftigung wird man vergessen und verzeihen.


    Wie soll die Lage der Nicht-Albaner in einem unabhängigen Kosova aussehen, welche Rechte sollten die nationalen Minderheiten haben und welche Pflichten?


    Nach meinem Konzept sollten alle dieselben Rechte und Pflichten haben, alle Bewohner, egal welcher Nationalität. Die Möglichkeiten müssen für alle gleich sein, man sollte gemeinsam nach einem gutem Leben streben. Auch sollte das Bewahren der eigenen Kultur, Sprache und Tradition für alle ermöglicht werden. Der Kontakt mit den Mutterländern sollte frei und garantiert sein. Ich verlange sogar von den Minderheiten, dass ihre Kultur eine Brücke zu ihren Ländern wird. Denn mein politisches Konzept ist, dass die nationale Abgeschlossenheit der sogenannten Ethnien überwunden wird, dass die Nationalitäten sich mit der ganzen Welt bekannt machen, also offen sind gegenüber der internationalen Kultur. Denn die provinzielle Philosophie sollte durch eine menschliche internationale Philosophie ersetzt werden.


    Wenn ich Sie richtig verstehe, soll es eine Kombination geben aus nationaler und internationaler Kultur?


    Das ist für mich eine Symbiose. Es ist eine permanente Notwendigkeit, sich diese internationale Philosophie und Menschlichkeit anzueignen. Es geht darum, unsere Traditionen zu wahren und sie mit den internationalen Traditionen zu verbinden. Auch die zivilisierte Welt braucht die albanische Tradition und Kultur, aber nur die fortschrittlichen und progressiven Züge aus ihr. Der Inhalt dieser Kultur, die es in Kosova zu entwickeln gilt, muss seinem Inhalt nach international sein, die Form jedoch national.


    Glauben Sie, dass die internationale Staatengemeinschaft an einer Unabhängigkeit Kosovas interessiert ist?


    Wenn sie jetzt daran nicht interessiert ist, so wird sie jeder Tag dazu zwingen, zu verstehen, dass eine Unabhängigkeit des Kosova notwendig ist. Denn wir fordern nicht mehr als andere Nationen, das ist unser demokratisches Recht. Es muss Unabhängigkeit für Kosova geben. Die Befreiung Kosovas wird auch Serbien befreien. Denn auch Serbien schleppt eine hundertjährige Last mit sich herum, von der es sich befreien muss.


    Sie meinen, dass sich Serbien nur befreien kann, wenn es sich von den Amselfeld-Mythos befreit?


    Beide Probleme sind miteinander verbunden.


    In Deutschland hat man sehr viel Sympathie für Herrn Đinđič, er ist oft in den Medien präsent. Was halten sie von der bekannten serbischen Opposition von Đinđič oder Draskovič?


    Ich denke, dass es in Serbien zur Frage Kosovas in Wirklichkeit keine Opposition gibt. Die ganzen Kriege, die Milośevič führte, wurden von der Opposition unterstützt. Sie unterstützten alle Milośevič, nur jetzt, wo er den Krieg verloren hat, spielt man Opposition. Sie wollen Milośevič nur ersetzen und seine Politik bezüglich Kosovas fortführen. Sie hatten keine andere Philosophie und andere Tradition als Milośevič selbst, sie wollen nur an die Macht. Die deutschen Medien hängen sich an Đinđič, weil es keine andere Opposition in Serbien gibt. Aber wenn sie denken, Đinđič wäre eine bessere Lösung, machen sie einen großen Fehler.

  6. #6
    Avatar von lupo-de-mare

    Registriert seit
    14.07.2004
    Beiträge
    11.988
    Zitat Zitat von Karadjordje
    Ein einziges Terrornest da unten.

    Ich denke mal mindestens 50% der Leute träumen von einer gescheiten serbsichen Kontrolle des Kosovo, trauen sich aber das nicht zu sagen weil sie angst haben von eigenen Albanern liquidiert zu werden.
    Albert Kurti hat einen Dachschaden und ist für die Kosovaren nicht repräsentant.

  7. #7

    Registriert seit
    29.01.2006
    Beiträge
    3.160
    Die sollen ruhig weiter demonstrieren. Werden ja schon sehen was sie davon haben!

  8. #8
    Avatar von albaner

    Registriert seit
    05.05.2006
    Beiträge
    3.862
    Zitat Zitat von Karadjordje
    Ein einziges Terrornest da unten.

    Ich denke mal mindestens 50% der Leute träumen von einer gescheiten serbsichen Kontrolle des Kosovo, trauen sich aber das nicht zu sagen weil sie angst haben von eigenen Albanern liquidiert zu werden.
    träum weiter , kein einziger albaner will das die serben die kontrolle über kosovo haben , bevor der krieg anfing haben die serben schon damals albaner geschlagen und sogar gefoltert. mein cousin wurde vor dem krieg von serbischen polizisten zusammengeschlagen , die feiglinge benutzten knüppel dafür und das nur weil er bei der heckscheibe , von innen die albanische flagge hatte. viele albaner können erzählen was ihnen die serben vor dem krieg angetan haben , mit schläge meistens ohne das es ein richtigen grund gab.
    du kannst jeden in kosovo fragen , jeder albaner willl nie wieder die serben da haben , nur ein paar zigos wollen die wieder haben oder die serben , aber was die sagen da sinteressiert mehr keinen ( was auch gut ist).

  9. #9
    Avatar von albaner

    Registriert seit
    05.05.2006
    Beiträge
    3.862
    Zitat Zitat von USER01
    Die sollen ruhig weiter demonstrieren. Werden ja schon sehen was sie davon haben!
    die unabhängigkeit

  10. #10

    Registriert seit
    11.12.2004
    Beiträge
    1.484
    Zitat Zitat von albaner
    Zitat Zitat von Karadjordje
    Ein einziges Terrornest da unten.

    Ich denke mal mindestens 50% der Leute träumen von einer gescheiten serbsichen Kontrolle des Kosovo, trauen sich aber das nicht zu sagen weil sie angst haben von eigenen Albanern liquidiert zu werden.
    träum weiter , kein einziger albaner will das die serben die kontrolle über kosovo haben , bevor der krieg anfing haben die serben schon damals albaner geschlagen und sogar gefoltert. mein cousin wurde vor dem krieg von serbischen polizisten zusammengeschlagen , die feiglinge benutzten knüppel dafür und das nur weil er bei der heckscheibe , von innen die albanische flagge hatte. viele albaner können erzählen was ihnen die serben vor dem krieg angetan haben , mit schläge meistens ohne das es ein richtigen grund gab.
    du kannst jeden in kosovo fragen , jeder albaner willl nie wieder die serben da haben , nur ein paar zigos wollen die wieder haben oder die serben , aber was die sagen da sinteressiert mehr keinen ( was auch gut ist).
    Ich würde sagen das war ein klassischer Fall vom Regen in die Traufe. Man hat sich das so schön ausgemalt und jetzt sitzt man bei Menschenhändlenrn, Drogendealern, Organhändlern etc. etc.

    Von Jahr zu Jahr wird es immer schlimmer und die alten Sprechen insgeheim wie es damals besser war.

    Die Erfahurungen machen alle Volksgruppen am Balkan mit ihrer Poizei. Die Polzei geht anders am Balkan um. Nur die Albaner wollen das für ihre Propaganda ausschlachtem was mal wieder in die Hose geht.

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 52
    Letzter Beitrag: 28.06.2011, 18:28
  2. Regierung nach Protesten zurückgetreten
    Von Perun im Forum Aussenpolitik
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 01.02.2011, 15:09
  3. Nach Protesten: Mazedonien ändert Enzyklopädie ORF.at
    Von Dardania im Forum Geschichte und Kultur
    Antworten: 40
    Letzter Beitrag: 26.09.2009, 19:54
  4. Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 31.01.2007, 22:13
  5. Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 27.10.2005, 14:31