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Kosovo-Anerkennung "schwerer Fehler"

Erstellt von Yutaka, 19.02.2008, 21:09 Uhr · 12 Antworten · 1.090 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Yutaka

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    Kosovo-Anerkennung "schwerer Fehler"

    Kosovo-Anerkennung "schwerer Fehler"

    Krieg ums Kosovo: Den wollten Deutschland, die EU und die UN-Mehrheit verhindern. Doch den werden sie erreichen, weil ihre vermeintliche Konfliktlösung den Krieg bringen muss. Die Unabhängigkeit des Kosovo ist nicht das Happy End des Konfliktes, sondern der Anfang einer Eskalation. Warum? Darum:

    Rund zehn Prozent der Kosovaren sind Serben. Seit rund 600 Jahren haben sie die Kosovaren unterdrückt. Nach der Unabhängigkeit Kosovos werden diese sich rächen. Sie meinen: „Jetzt sind wir dran.“ Wie will die meist wortreiche und tatenarme „internationale Gemeinschaft“ das verhindern?

    Die Kosovo-Serben werden sich wehren. Wird Serbien dabei nur zuschauen? Zweifel sind erst recht erlaubt, wenn ein Serben-Exodus nach Serbien beginnen sollte, denn selbst, wenn Serbien die Flüchtlinge aufnehmen will, kann es das kaum schaffen. Neuankömmlinge sind selten beliebt, besonders wenn sie den ohnehin kleinen Kuchen mitessen wollen, ja, müssen, um zu überleben.


    Wird jener Auszug aus dem Kosovo friedlich verlaufen oder eine „ethnische Säuberung“ sein? Selbst bei oberflächlicher Kenntnis der Balkangeschichte bedarf es wenig Fantasie, um die Frage zu beantworten. Das Kosovo ist albanisch. Einen Staat Albanien gibt es längst. Nun haben wir also zwei „Albanien“. Die entstehende Dynamik liegt auf der Hand: „Wiedervereinigung“ wird das Ziel. Wer wird das vereinigte Albanien führen? Albanisch-Albanien oder Kosovo-Albanien? Nationale und religiöse Gemeinsamkeiten lösen keine Machtfrage auf. Wenn die Weltgemeinschaft das unabhängige Kosovo stärkt, was notwendig ist und was sie will, wird sie ungewollt Kosovo in einen gesamtalbanischen Machtfaktor verwandeln. Wird Albanisch-Albanien das einfach so hinnehmen? Angesichts der gesamtalbanischen Gewalttradition ist das unwahrscheinlich, zumal das Austragen von Konflikten außerhalb der Institutionen (Parlament) und nicht innerhalb der Institutionen der Tradition entspricht.

    Ein Doppelalbanien verändert die Kräftekonstellationen auf dem gesamten Balkan. Erst recht, wenn die „Weltgemeinschaft“ beiden Albanien massiv hilft und Serbien vernachlässigt. Und Serbien wird vernachlässigt, weil es sich der Kosovounabhängigkeit widersetzt. Die Katze dreht sich um den eigenen Schwanz.

    Nicht genug der Drehungen, denn rund 40 Prozent der Staatsbürger Mazedoniens sind ebenfalls Albaner. Längst wollen sie „los von Mazedonien“. Wollen sie dann zu Kosovo-Albanien oder zu Albanisch-Albanien oder zu Großalbanien? Oder werden sie durch ihren Beitritt den einen oder anderen Teil von Doppelalbanien als Dritter und Zünglein an der Waage zum Dominanzfaktor Großalbanien küren? Konfliktfrei küren? Nein. Gewaltfrei? Zweifel sind erlaubt.

    Seit Jahren bemüht sich die „Internationale Gemeinschaft“ um Konfliklösungen auf dem Balkan. Ihren vermeintlich besten und hellsten Diplomaten und Politikern fiel nichts anderes ein als die Anwendung des Nationalstaatkonzeptes. Dieses Konzept ließ und lässt sich auf den nationalen und religiösen Flickenteppich Balkan nicht anwenden.

    Eine Mumie wurde scheinbar wiederbelebt. Doch sie ist tot. Tote Gedanken sind weniger dramatisch als Tausende toter Menschen. Unverzeihlich ist deren Tod, wenn er durch gutmeinende, aber nicht zu Ende denkende Menschen ausgelöst wurde. Durch Menschen, die auf ausgetrampelten Gedankenpfaden (Nationalstaat) wandeln und nichts Neues (Staatenbünde) wagen. Wir brauchen eine zweite Aufklärung. Vielleicht schafft diese, was die erste trotz Kants himmlischer Formel nicht vermochte: dass Menschen „den Mut haben, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen“.

  2. #2
    Avatar von Grobar

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    Deine Quelle:
    Das Schlechte lag so nah

  3. #3
    Avatar von Yutaka

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    Zitat Zitat von Grobar Beitrag anzeigen
    falsch

  4. #4
    Avatar von Yutaka

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    Die Kosovo-Unabhängigkeitserklärung sei nicht "das Happy End des Konflikts, sondern der Anfang einer Eskalation", schreibt der deutsche Historiker und Politologe Michael Wolffsohn in einem Beitrag für die Berliner Tageszeitung "Der Tagesspiegel" (Dienstag-Ausgabe). In der Souveränität für die frühere serbische Provinz sieht der Professor der Bundeswehr-Universität in München einen "schweren Fehler".

    "Ein Doppelalbanien verändert die Kräftekonstellationen auf dem gesamten Balkan. Erst recht, wenn 'die Weltgemeinschaft' beiden Albanien massiv hilft und Serbien vernachlässigt. Und Serbien wird vernachlässigt, weil es sich der Kosovo-Unabhängigkeit widersetzt. Die Katze dreht sich um den eigenen Schwanz."

    "Die Kosovo-Serben werden sich wehren. Wird Serbien dabei nur zuschauen? Zweifel sind erst recht erlaubt, wenn ein Serben-Exodus nach Serbien beginnen sollte (...) Wird jener Auszug aus dem Kosovo friedlich verlaufen oder eine 'ethnische Säuberung' sein? Selbst bei oberflächlicher Kenntnis der Balkan-Geschichte bedarf es wenig Fantasie, um die Frage zu beantworten. Kosovo ist albanisch. Einen Staat Albanien gibt es längst. Nun haben wir also zwei Albanien. Die entstehende Dynamik liegt auf der Hand: 'Wiedervereinigung' wird das Ziel. Wer wird das vereinigte Albanien führen? Albanisch-Albanien oder Kosovo-Albanien?"

    "Seit Jahren bemüht sich die 'Internationale Gemeinschaft' um Konfliktlösungen auf dem Balkan. Ihren vermeintlich besten und hellsten Diplomaten und Politikern fiel nichts anderes ein als die Anwendung des Nationalstaatkonzepts. Dieses Konzept ließ und lässt sich auf den nationalen und religiösen Flickenteppich Balkan nicht anwenden. Eine Mumie wurde scheinbar wiederbelebt. Doch sie ist tot. Tote Gedanken sind weniger dramatisch als Tausende toter Menschen. Unverzeihlich ist deren Tod, wenn er durch gut meinende, aber nicht zu Ende denkende Menschen ausgelöst wurde. Durch Menschen, die auf ausgetrampelten Gedankenpfaden (Nationalstaat) wandeln und nichts Neues (Staatenbünde) wagen", meint Wolffsohn.

    [h2] Kosovo ohne Staatsgewalt[/h2]
    Der neu proklamierte Staat Kosovo erfüllt nach Auffassung des deutschen Völkerrechtlers Michael Bothe die erforderlichen Staatskriterien nicht. Die Ausrufung der Unabhängigkeit könne nichts daran ändern, dass die kosovarische "Staatsgewalt" von der internationalen Militärpräsenz abhängig ist und "formell und faktisch der Oberhoheit der UN-Verwaltung" untersteht, erklärte der Frankfurter Gelehrte der "Mitteldeutschen Zeitung" (Dienstag-Ausgabe).



    Als Minderheit im serbischen Staat hätten die Albaner Anspruch auf Minderheitsrechte, aber "keinen Anspruch auf die staatliche Abspaltung". "Es gibt im Völkerrecht kein allgemein anerkanntes Recht auf Sezession, sonst müsste etwa Spanien das Baskenland in die Unabhängigkeit entlassen." Eine Ausnahme wäre nur im Fall schwerer Menschenrechtsverletzungen denkbar, und die Kosovo-Albaner seien unter dem Milosevic-Regime von den Serben massiv unterdrückt worden. Doch käme es nicht auf die Vergangenheit an, "nur gegenwärtige Unterdrückung kann eine Abspaltung rechtfertigen", sagte Bothe.



    Für eine Staatswerdung bestünden im Völkerrecht drei Kriterien: "Man braucht Staatsvolk, Staatsgebiet und effektive Staatsgewalt. Beim Letzteren habe ich meine Zweifel. Zwar hat Serbien im Kosovo faktisch nichts mehr zu sagen, aber eine eigene souveräne Staatsgewalt des Kosovo wird es so schnell wohl nicht geben", so der deutsche Völkerrechtler.

  5. #5
    Avatar von Grobar

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    9.644
    Zitat Zitat von T1TT0L4R0CC4 Beitrag anzeigen
    falsch
    Zitat:
    Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 19.02.2008
    Das Schlechte lag so nah



  6. #6

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    Man was soll dieser polemische Angstmacherei-Artikel? Stimmt hinten und vorne nicht...

  7. #7
    Avatar von Grobar

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    14.07.2004
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    9.644
    Zitat Zitat von FREEAGLE Beitrag anzeigen
    Man was soll dieser polemische Angstmacherei-Artikel? Stimmt hinten und vorne nicht...
    ...Der mann sagt nur was viele richtigerweise denken....

  8. #8
    Avatar von Jana

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    643
    Aber doch nicht in näheren Zukunft, was später wird, darüber kann nur spekuliert werden. Jetzt gibt es viel wichtigere Sachen zu erledigen, es denkt keiner an ein Grossalbanien nach, somit finde ich dieses Thema überflüssig.

  9. #9
    Crane
    Zitat Zitat von Reyna Beitrag anzeigen
    Aber doch nicht in näheren Zukunft, was später wird, darüber kann nur spekuliert werden. Jetzt gibt es viel wichtigere Sachen zu erledigen, es denkt keiner an ein Grossalbanien nach, somit finde ich dieses Thema überflüssig.
    Naja... "keiner" halte ich für untertrieben. Die Frage lautet wie viele unter den Regierenden tatsächlich so denken oder davon träumen. Ich glaube im Moment sind einige am schwärmen. Entweder kommen die auf den Boden der Tatsachen zurück oder versuchen tatsächlich ihre Träume wahr zu machen.
    Aber die ganzen Spekulationen nutzen auch nichts, solange alles nur auf Gerüchten und Vermutungen beruht.

  10. #10
    Avatar von Jana

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    Könnte sein, könnte sein, doch ich nehme mir die Freiheit ohne jemanden provozieren zu wollen , oder versuchen zu hetzen, dass die Albaner von AL, MK und KS sich sicher mögen aber nicht all zu sehr lieben. Vielleicht bin ich auch nicht die einzige, dieser Meinung. Denn es würde jeder selber regieren wollen und es gäbe einen Bürgerkrieg und viel erreicht wäre nicht damit. Aber eben wie gesagt meine Meinung, und ich bin nur ein Tropfen im Ozean.

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