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Kosovo behalten und Europa umarmen

Erstellt von Yutaka, 29.01.2008, 17:11 Uhr · 1 Antwort · 420 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Yutaka

    Registriert seit
    13.01.2006
    Beiträge
    4.998

    Kosovo behalten und Europa umarmen

    [h3]Kosovo behalten und Europa umarmen[/h3]

    Der serbische Staatspräsident Boris Tadic kämpft um die Wiederwahl. Dabei muss er den Spagat zwischen Patriotismus und der Integration Serbiens in die EU schaffen.

    Neuerdings macht sich auch der bekannte serbische Philosoph Ljubomir Tadic Sorgen. Sein Sohn Boris besitze nichts, nicht einmal eine eigene Wohnung. «Falls sein Mandat als serbischer Staatspräsident ausläuft, ich wüsste nicht, was aus ihm werden soll», sagt der 82-jährige Altmarxist.





    Was aus Boris Tadic wird, entscheidet sich an diesem Sonntag, wenn die Bürger in einer Stichwahl ihren neuen Staatschef bestimmen. Die erste Runde hat der Demokrat gegen den nationalistischen Herausforderer Tomislav Nikolic von der Radikalen Partei (SRS) verloren. Für Tadic, der auch Vorsitzender der regierenden Demokratischen Partei (DS) ist, könnte es eng werden, weil der Kandidat der Radikalen nicht nur bei den so genannten ewiggestrigen Chauvinisten Zuspruch findet. Verlierer der ökonomischen Transformation, desillusionierte Jugendliche, vernachlässigte Bauern, Arbeitslose – auch aus diesen Schichten rekrutieren die Radikalen inzwischen ihre Wähler.


    [h5]Neues Gesicht seines Gegners[/h5]

    Und dann ist da noch die Kosovo-Frage, mit der man die Volksseele in Serbien berühren und oft auch manipulieren kann. In den Augen vieler Serben tönt der Schwur der Radikalen von der «Verteidigung des Amselfeldes» glaubwürdiger als die Zusagen des prowestlichen Politikers Tadic aus dem nationalen Bürgertum Belgrads. Zudem hat Nikolic im Wahlkampf nicht mehr den Hass auf andere Völker und politische Gegner propagiert, sondern plötzlich viel von Liebe zwischen den Menschen gesprochen. Nur für ein paar Sekunden liess er diese Woche die Maske fallen: Gefragt, ob er sich für seine Vergangenheit schäme, sagte Nikolic, er sehe keinen Grund dazu. Menschenrechtler haben ihm oft vorgeworfen, er habe sich als Mitglied einer Freischärlerbande in den 90er Jahren an Kriegsverbrechen beteiligt.

    Tadic versucht, die Radikalen als unbelehrbare Truppe der düsteren 90er-Jahre darzustellen. Sein wahrer Gegner, so der Präsident, sei nicht Nikolic, sondern der Chef der Radikalen Vojislav Seselj. Der Herold grossserbischer Träume sitzt in einer Zelle des Uno-Tribunals in Den Haag, wo ihm der Prozess wegen Kriegsverbrechen gemacht wird.


    Die Bürger haben nun laut Tadic die Wahl zwischen einer Zukunft in Europa oder eines Rückfalls in die Isolation. Bei seinen Auftritten in Provinzstädten spricht Tadic von einer Schicksalsentscheidung. Ob im mittelserbischen Cacak oder in der von slawischen Muslimen bewohnten Stadt Novi Pazar – überall konfrontiert er das Volk mit Fragen: Seid ihr für oder gegen Europa? Seid ihr für die Stationierung russischer Raketen in Serbien, wie der ultranationalistische Nikolic gefordert hat, oder für ein anständiges Leben im vereinigten Europa? Zwei Drittel der serbischen Bürger haben die Antwort in Umfragen gegeben: Sie befürworten die Integration in Europa. Ebenso viele glauben, dass Kosovo verloren ist. Das heisst aber nicht, dass die grosse Mehrheit auch bereit ist, auf die seit 1999 von der Uno verwaltete Provinz zu verzichten. Tadic bemüht sich, den Spagat zu schaffen: Er werde die Unabhängigkeit Kosovos nie anerkennen, aber auch das Ziel einer EU-Mitgliedschaft nicht aufgeben, sagt er.

    [h5]Kontrahent des Ministerpräsidenten[/h5]

    Damit grenzt er sich deutlich ab vom nationalkonservativen Ministerpräsidenten Vojislav Kostunica. Der fordert von Tadic eine Abkehr vom europäischen Pfad, wenn die EU eine «Rechtsstaatsmission» nach Kosovo entsendet, welche die geplante Unabhängigkeit überwachen soll. Dies sei die Bedingung für die Unterstützung Tadics im Wahlkampf, teilte ein Sprecher von Kostunicas Demokratischer Partei Serbiens (DSS) mit. Der Staatschef wies den Erpressungsversuch scharf zurück und erntete dafür viel Lob von Kommentatoren in Belgrad. Denn seit Beginn der Verhandlungen über die Zukunft Kosovos vor zwei Jahren hat nicht der als passiv beschriebene Tadic, sondern sein Koalitionspartner Kostunica die politische Agenda bestimmt. Er hat eine Verfassung durchgesetzt, die Kosovo als Teil Serbiens festschreibt, nach den letzten Parlamentswahlen vor einem Jahr drohte Kostunica erfolgreich mit einer Allianz mit den Radikalen, wenn er – trotz Wahlverlusten seiner Partei – nicht Ministerpräsident bleiben könne, zuletzt war er die treibende Kraft hinter dem Verkauf der staatlichen Erdölgesellschaft an Russland.


    Offenbar will Tadic kein Mitläufer mehr sein. Nun kämpft er auch um die Stimmen jener prowestlichen Wähler, die sich in den letzten Jahren von ihm abgewendet haben. Das Rennen um das höchste Amt im Staat ist offen. Das ist kein Grund zur Freude – weder für Boris noch für Ljubomir Tadic.

  2. #2

    Registriert seit
    14.07.2004
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    11.391
    ich würde auf peer handtke hören , wen ich wählen sollte, der hat sich auch für nikolic eingesetzt- wer sonst ist der beste mann für rest-serbien.....

    SFRJ
    Rest-Yugoslawien
    Serbien-CG
    serbien (einschließlich Kosovo +Vojvodina)
    rest-serbien (einschl. vojv.)
    was kommt dann....

    nur ein nikolic kann die magjaren aufhalten, die türken aus dem sanxhak...

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