Kosovo: KFOR zieht Einheiten aus Orahovac ab

Serben beunruhigt - Entscheidung der NATO-Truppe sei "unverständlich"
Belgrad - Die von der NATO im Kosovo geführte internationale Schutztruppe KFOR (Kosovo Force) hat ihre Basis in Orahovac offenbar aufgelöst. Durch diesen überraschenden Schritt seien die Serben und Roma in diesem Ort im Zentral-Kosovo zusätzlich beunruhigt, berichteten Belgrader Medien am heutigen Mittwoch unter Berufung auf Vertreter der Kosovo-Serben.


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Serben und Roma leben seit 1999 in Orahovac unter dem Schutz der KFOR. Die KFOR hatten am Montag ohne vorherige Ankündigung ihre Basis in Orahovac abgezogen. Diese Entscheidung der KFOR sei "unverständlich", sagte der Koordinator für Orahovac, Dejan Baljosevic. Jedenfalls hätte die bisherige Präsenz von etwa 30 KFOR-Soldaten den Serben ein Gefühl der Sicherheit gegeben.

In und um Orahovac tobten während des Krieges im Kosovo (1998/99) heftige Kämpfe. Im April vergangenen Jahres wurde in der Nähe von Orahovac in einer Höhle ein Massengrab mit Leichen von über 40 Personen entdeckt. Es handelte sich nach Angaben der UNO-Verwaltung (UNMIK) um Serben und andere Nicht-Albaner, die offenbar von Einheiten der albanischen "Kosovo-Befreiungsarmee" (UCK) ermordet und in der Grotte begraben wurden. (APA


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