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Kosovo-Unabhängigkeit laut Regierungschef unumgänglich

Pristina. DPA/baz. Die Unabhängigkeit der abtrünnigen südserbischen Provinz Kosovo ist nach Darstellung ihres Regierungschefs Agim Ceku bereits beschlossene Sache. Die Mehrheit der wichtigen Staaten "stimmt überein, dass die einzig gangbare Lösung die Unabhängigkeit ist", sagte Ceku am Donnerstag der BBC in Pristina.

Gleichzeitig berichtete Ceku indirekt von starken Widerständen Russlands. "Ich glaube nicht, dass Russland den serbischen Standpunkt für den künftigen Status von Kosovo unterstützen will", erklärte Ceku in der Provinzhauptstadt nach einem Treffen mit dem Chef der UN- Kosovo-Verwaltung, Joachim Rücker. Er habe Moskau gebeten, bei einem Besuch die albanischen Argumente für die Souveränität vortragen zu können.

Die fast nur noch von Albanern bewohnte Provinz wird seit 1999 von den Vereinten Nationen verwaltet, nachdem NATO-Bomben die Massenvertreibungen von Albanern durch serbisches Militär und paramilitärische Milizen gestoppt hatten. Politiker der Kosovo- Albaner und der serbischen Regierung hatten seit Monaten in Wien ohne Erfolg über die Zukunft der Region verhandelt. Die Albaner verlangen die Unabhängigkeit, Serbien will die Provinz bei Gewährung grosser Autonomie wieder in seinen Staatsverband eingliedern.