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Kosovo, Serbien und ein unanständiges Angebot

Erstellt von Zurich, 26.02.2008, 15:08 Uhr · 104 Antworten · 3.373 Aufrufe

  1. #71
    Avatar von skenderbegi

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    Ausrufezeichen

    Zitat Zitat von Ivo2 Beitrag anzeigen
    [h3]Stets ein treuer Diener seines Staates[/h3]


    Seltsam, wie das Wort «Kosovo» schlagartig jegliche Vernunft aussetzen lässt. Bei dem Publizisten aus Belgrad zum Beispiel, der längst in Wien Wurzeln geschlagen und noch nie einen Fuss auf kosovarischen Boden gesetzt hat: Mit zitternder Stimme erzählt er mir von der Vernichtung serbischer Identität, als hätte er Seite an Seite mit Fürst Lazar die Schlacht auf dem Amselfeld geschlagen. Oder bei der Redaktorin des Österreichischen Fernsehens, deren serbische Wurzeln bis vor kurzem nur im «-ic» am Namensende erkennbar waren. Jetzt schreibt sie eine Verteidigung des Serbentums, die vor nationalem Pathos trieft.
    Meistens spricht für Österreichs 200 000 Serben in den Medien jedoch ein Mann, der stets höflich bleibt, sich mit klaren Worten in fliessendem Deutsch ausdrückt und deshalb gerne von den Journalisten zitiert wird: Goran Bradic schreibt auch selbst Kommentare in Tageszeitungen und nimmt an Diskussionen im Radio teil. Er sei früher Korrespondent der jugoslawischen Nachrichtenagentur Tanjug gewesen und seit 2005 Botschaftsrat an der serbischen Botschaft in Wien, wird er dann vorgestellt. Das ist jener Teil der Wahrheit, den Bradic selbst gerne hört.

    Und dann gibt es noch den anderen Teil: Schon in den 90er-Jahren war Bradic an der jugoslawischen Botschaft in Wien für die Visa-Vergabe an Journalisten zuständig. In seinem Büro an der Adresse «Rennweg 3» (dort, wo schon Staatskanzler Metternich den Beginn des Balkans vermutete) endete so manche Dienstreise in die Krisenregion Jugoslawien, bevor sie richtig losging. Denn Goran Bradic, das war uns Korrespondenten in Wien damals klar, versah nicht einfach Dienst nach Vorschrift, er hatte eine Mission. Wer ihn besuchte, bekam endlose Vorträge über Kosovo als Wiege der serbischen Nation und die Leiden der Serben in der heutigen Zeit zu hören. Wer diese Leiden nicht genug würdigte, kam schnell auf eine schwarze Liste.
    Bradic war für uns das Gesicht und das Sprachrohr des Regimes Milosevic. Und er war immer gut informiert über unsere Arbeit. Betraten wir sein Büro, lagen auf seinem Tisch schon unsere Artikel über Slobodan Milosevic, über Serbien und Kosovo. War darin wenig markiert, bedeutete das gute Chancen auf ein Visum. Meistens aber waren sehr viele Sätze gelb oder rot unterstrichen. Zu viele. Dann zog der Presseattaché die Stirn in Falten, deutete auf eine Zeile und schüttelte den Kopf: «Wie können Sie nur unseren Präsidenten als Diktator bezeichnen?» Oder: «Warum schreiben Sie über die Unterdrückung der Albaner und nie über die Serben in Kosovo?»
    Andere schrieen, schimpften, drohten: «Wenn Sie Lügen schreiben, werden Sie unser Land nie wieder betreten» – das bekam ich von irakischen und von russischen Diplomaten zu hören. Herr Bradic hingegen wurde nie laut und musste nie persönlich ein Visum verweigern. Er schob die Verantwortung auf seine Vorgesetzten: «Leider habe ich keine Antwort aus Belgrad.» In den Milosevic-Jahren kam meistens keine Antwort aus Belgrad. Wer aber aus welchem Grund wie lange auf der schwarzen Liste stand, blieb für uns immer ein Rätsel.
    Kurz nach dem Sturz Milosevics verschwand Bradic aus Wien. Und tauchte vier Jahre später wieder auf. Heute verteilt er an die Presse aufwendig gestaltete Broschüren über vernichtete serbische Kulturgüter in Kosovo und hat, so wie die meisten seiner Landsleute, merkwürdige Erinnerungslücken: Die Vertreibung hunderttausender Kosovo-Albaner, die Zerstörung ihrer Dörfer durch die jugoslawische Armee, die Massaker, der Terror serbischer Spezialeinheiten – das alles kommt nicht vor. Nicht in seinen Reden, nicht in den bunten Broschüren. Goran Bradic als Wendehals zu bezeichnen, wäre deshalb nicht fair. Nichts an ihm ist gewendet. Nichts deutet auf ein schlechtes Gewissen hin, dass er vor wenigen Jahren noch im Dienst eines Regimes stand, das seine Macht mit Mord, Zerstörung und ethnischen Säuberungen festigte. Er sei mit Milosevic nicht einverstanden gewesen, sagte mir der Botschaftsrat unlängst, habe aber seine Kritik in Belgrad deponiert. In Wien hingegen, «diente ich meinem Staat». Und diesem Staat dient er heute noch.

    Soviel zu Goran Bradic
    Stets ein treuer Diener seines Staates - KOLUMNE - Ausland - Tages-Anzeiger
    danke ivo,
    habe diesen artikel auch schon gepostet..

    hier noch ein anderer artikel;
    Doch mit seiner Apartheidpolitik gegenüber den Albanern hat Serbien sein moralisches

  2. #72

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    Herrschte deiner Meinung nach Apartheid im Kosovo?

  3. #73
    busta
    Zitat Zitat von delija_rs Beitrag anzeigen
    Herrschte deiner Meinung nach Apartheid im Kosovo?
    Meiner Meinung nach auf eine gewisse weise ja, denn sonst wäre das Leben der Kosovo-Albaner nicht möglich gewesen, ua. Bildung u auch weitere notwendige Dinge, die seitens der Serben nicht so ermöglicht worden sie, wie es hätte sein sollen. Wenn es diese "Apartheid" nicht existiert hätte, wäre das Kosovo mit den eigenen Einwohnern damals zugrunde gegangen!

  4. #74

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    899
    Zitat Zitat von busta Beitrag anzeigen
    Meiner Meinung nach auf eine gewisse weise ja, denn sonst wäre das Leben der Kosovo-Albaner nicht möglich gewesen, ua. Bildung u auch weitere notwendige Dinge, die seitens der Serben nicht so ermöglicht worden sie, wie es hätte sein sollen. Wenn es diese "Apartheid" nicht existiert hätte, wäre das Kosovo mit den eigenen Einwohnern damals zugrunde gegangen!
    Weißt du überhaupt was Apartheid ist?
    Ich deute aus deinem Beitrag dass ohne Apartheid die Einwohner des Kosovos zugrunde gegangen wären?!?!

  5. #75
    Avatar von albaner

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    3.862
    zürich hat serbien die zerstörten moscheen wiederaufgebaut ? nein. hat serbien die verbrannten häuser wiederaufgebaut ? nein. nichtmal eine entschuldigung gab es von seiten der serben. die serben wollen nicht zurück ins kosovo. die kriegen ganz neugebaute häuser, aber anstatt selbst da einzuziehen verkaufen sie diese. genauso verkaufen die alles andere was sie im kosovo besitzen und dann heulen die rum '' die albaner sind so böse, wir haben kein haus mehr, kein grundstück''. die wollen nur ein schlechtes licht auf uns werfen. es wurden weitaus mehr moscheen als kirchen zerstört und viel mehr häuser der albaner durch serben verbrannt und mehr albaner vertrieben. die serben sind selber schuld wenn die nicht zurück nach kosovo kommen, wie gesagt neue häuser kriegen die und grundstück haben noch viele, aber es wird alles verkauft.

  6. #76
    busta
    Zitat Zitat von delija_rs Beitrag anzeigen
    Weißt du überhaupt was Apartheid ist?
    Ich deute aus deinem Beitrag dass ohne Apartheid die Einwohner des Kosovos zugrunde gegangen wären?!?!
    Stop. Hab mich verlesen! Korrigiere:

    Ich wollte sagen, dass durch diese Rassentrennung eine Art "innere" Trennung zwischen Kosovo u Serbien im Land selbst zustande gekommen ist, die dazu geführt hat, dass der Kosovo sich selbst versorgt hat, und diese Apartheid durch Serbien, uns dazu gebracht hat, füreinander zu stehen und zusammen zu halten(Albaner natürlich). Diese Apartheid war für uns Albaner der Anfang der ethnischen Säuberung. Ich hab was anderes gelesen und was anderes gemeint, Sry!

  7. #77
    busta
    ---edit---

  8. #78

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    21.09.2007
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    899
    Also bist du der Meinung im Kosovo herrschte Arpartheid?

  9. #79
    Avatar von skenderbegi

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    27.09.2006
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    11.089
    Zitat Zitat von delija_rs Beitrag anzeigen
    Also bist du der Meinung im Kosovo herrschte Arpartheid?
    ja bin ich dieser meinung.
    diese vertritt oder vertrat auch bora cosic;

    Während der Ära Milosevic war Bora Cosic in Belgrad persona non grata. Er gehörte zu den wenigen serbischen Intellektuellen, die schon früh auf die explosive Situation im Kosovo hinwiesen und sie zu Recht als Apartheid gebrandmarkt haben. Doch auch wir hatten nicht gut genug hingehört und viel zu lange weggesehen. Die blutigen drei Balkankriege, der Terror gegen die jeweils ethnisch "falschen" Bevölkerungsteile, die Flüchtlingskatastrophen, die Massenmorde wie von Srebrenica, und dass schließlich nichts anderes übrig blieb, als im Kosovo-Krieg 1999 mit Bomben Menschenrechte durchzusetzen - das alles war kein Ruhmesblatt internationaler, besonders europäischer Politik. Immerhin gibt es Hinweise, dass wir gelernt haben: Europäische Verantwortung bedeutet frühe Einmischung: zivile Krisenprävention, Konfliktlösung, Friedenskonsolidierung und rechtzeitige Terrorbekämpfung - also bevor es zu spät ist.

    -------------------------------------------------------

    wie würdest du es nennen wenn tausende menschen die arbeit verlieren wenn diese nicht die politik der herrschenden akzeptiert haben?

    oder in der schule offiziell nur serbisch erlaubt ist....!

  10. #80

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    Dir sagt bestimmt Mahmut Bakalli etwas?
    Er selbst könnte vor Gericht nicht beweißen dass im Kosovo apartheid herrschte aber du willst es mir mit einer Quelle beweisen?
    Es ist schon paradox im Kosovo lernt man serbisch schlimmmm

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