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Kosovoalbanians vs Kurds

Erstellt von , 22.11.2005, 13:08 Uhr · 7 Antworten · 469 Aufrufe

  1. #1

    Kosovoalbanians vs Kurds

    Kosovars Vs. Kurds

    Similar Crises Get Divergent Treatment in the New York Times

    An article in the June 24 New York Times reported on the trial in Turkey of captured Kurdish guerrilla leader Abdullah Ocalan. The Times provided background on the war between Kurdish separatist guerrillas and Turkish security forces:

    "The war that Ocalan has waged has cost more than 30,000 lives and made him the object of intense hatred. It has also made him a heroic figure to many Kurds who live in Turkey's southeast."



    Contrast this description with the way the New York Times presents the background of another, very similar, separatist war (3/27/99):

    "The Serbian campaign against the ethnic Albanians has seen more than 2,000 killed in the last year, with hundreds of thousands of Kosovars driven from their homes, according to the United Nations."



    The two news articles quoted above appear to assign responsibility for casualties in each war to one or the other side in the conflict: In the case of Turkey, blame for the 30,000, mostly Kurdish, dead goes to the leader of the Kurdish rebels. In the case of Yugoslavia, blame for the 2,000, mostly ethnic Albanian, dead is put squarely on the shoulders of the Serbian authorities putting down the rebellion.

    This disparity is typical in Times coverage of the two conflicts. In an editorial on the Ocalan trial (6/24/99), the Times explained the Kurdish war:

    "In response to Mr. Ocalan's violence, the country's armed forces have devastated Kurdish-inhabited areas of southeastern Turkey, razing villages, and driving tens of thousands of refugees to Ankara and Istanbul."



    On the other hand, in a March 24 editorial about NATO's bombing ("The Rationale for Air Strikes"), the Times' editoral writers describe the Kosovo conflict this way:

    "Serbian forces are shelling and burning villages, forcing tens of thousands to flee. They have also been killing ethnic Albanian civilians."



    In these editorials, the two very similar conflicts are described in very similar terms. But the editorial about Turkey makes it clear that the security forces are acting "in response to Mr. Ocalan's violence"; whereas the editorial about Kosovo does not mention the existence of the Kosovar guerrillas at all.

    In fact, a reader who knows nothing about the Kosovo conflict would have literally no inkling, from reading this editorial laying out "The Rationale for Air Strikes," that an insurgency has ever taken place there.

    Why the discrepancy?

    The two conflicts are notable for the remarkable parallels between them. In each case, a local ethnic minority has seen its cultural, civil and human rights abused by the central government. In each case, members of the minority responded by organizing an armed guerrilla force in their local territory, aimed at secession and independence. In each case, the guerrillas used terrorism--e.g., sniping at police officers and civilians--to provoke a response from security forces.

    And in each case, the security forces responded with overwhelming force--brutally clearing out villages suspected of providing support to the rebels and committing widespread human-rights abuses against civilians--all the while claiming they were merely preventing terrorists from threatening the territorial integrity of their country.

    In both countries, the human costs of both campaigns were enormous. When the New York Times published its description of the Kosovo campaign, in addition to the 2,000 dead, an estimated 200 villages had been partly or completely destroyed, with approximately 450,000 people displaced in one year of heavy fighting. In Turkey, according to Human Rights Watch, 35,000 people have been killed, while more than 3,000 villages have been destroyed, and an estimated 2 million people have been displaced in 15 years of fighting.

    But the two conflicts differ in one crucial respect: The U.S. militarily opposed Yugoslavia's actions in Kosovo. Turkey, on the other hand, is a close U.S. ally. As a State Department official told reporters in 1992, when Turkey's human rights abuses were reaching a peak:

    "There is no question of halting U.S. military assistance to Turkey. The U.S. sees nothing objectionable in a friendly or allied country using American weapons to secure internal order or to repel an attack against its territorial unity."



    Clearly the U.S. has a double standard when it comes to civil wars--but that doesn't mean that the New York Times ought to.

  2. #2
    Avatar von lupo-de-mare

    Registriert seit
    14.07.2004
    Beiträge
    11.988
    Dann passt dieser Artikel der SZ ziemlich gut.

    Bomben, Agenten und die Tiefen des Staates

    Die Verwicklung von Geheimdienstleuten in einen tödlichen Anschlag reißt in der Türkei den Kurdenkonflikt auf und bringt den Premier in Bedrängnis
    Von Kai Strittmatter



    Istanbul, 21. November - Er ist gekommen. Zwölf Tage hat er sich Zeit gelassen, Tage, in denen Bomben explodierten, Gewehre abgefeuert wurden, in denen Menschen starben. Kritik und Spott konnte er in den Zeitungen zuletzt über die Zögerlichkeit seiner Regierung lesen, jener Premier Tayyip Erdogan, der sich Kopftüchern und Auslandsinvestoren widmete, der in Dubai Hände schüttelte und in Dänemark Pressekonferenzen boykottierte, derweil in seinem eigenen Land Tausende auf die Straße gingen, sich ihre Wut und ihre Hilflosigkeit von der Seele brüllten. Jetzt aber steht er da, am Montagmorgen, an diesem trostlosen Flecken. Völlig überraschend ist er aufgetaucht, stellt sich der Menge, und gibt ein Versprechen: "Lasst euch von den Nebeln nicht täuschen", ruft er mit donnernder Stimme über den Platz: "Wir werden alles aufklären!"

    Sie applaudieren. Es ist ein großes Wort. Aber glauben sie es? Hat der Staat die Größe, sich selbst terroristischer Akte zu überführen? Vor allem: dieser türkische Staat?

    Semdinli. Das Wort wühlt die Nation auf, seit nun fast zwei Wochen. Der Name eines kleinen Städtchens ist es. Weiter weg von Istanbul geht nicht in der Türkei: 20 Kilometer sind es von hier zur irakischen Grenze, 30 Kilometer zur nächsten iranischen Stadt. Kurdenland.

    Die Nebel. Zogen auf am 9. November, da waren gerade die Rauchschwaden der letzten Explosion im Land verweht: Eine Handgranate war es diesmal, explodiert in einem Buchladen in Semdinli. Ein Mensch starb. Wie Reflexe kamen die ersten Meldungen: Das war das Werk von Terroristen der PKK, der Kurdischen Arbeiterpartei. Die PKK hatte erst vergangenes Jahr einen einseitig verkündeten Waffenstillstand aufgekündigt und ihre mörderischen Angriffe in der Türkei wieder aufgenommen. Seither wird fast jede Bombe der PKK zugeschrieben.

    Dann aber wurden die Dinge plötzlich auf den Kopf gestellt, und die Nation rieb sich die Augen: Aufgebrachte Passanten fassten den mutmaßlichen Täter und seine Komplizen, als die unmittelbar nach dem Anschlag flüchten wollten. Beinahe hätte die Menge sie gelyncht, übergab sie aber doch der Polizei. Und siehe da: Zwei wiesen sich aus als Geheimdienstagenten der Gendarmerie; der Dritte war ein Ex-PKK-Mann, der seit einiger Zeit für den Staat als Informant arbeitet. Als man, noch am Tatort, das Auto der drei fand, zeigten die Fernsehsender Bilder wie aus einem schlechten Spionage-Thriller: Im Kofferraum lagen Kalaschnikows, Material zum Bombenbau und eine Karte, auf welcher der Buchladen rot angekreuzt war. Das Auto gehört der Gendarmerie. Noch während der herbeigeeilte Staatsanwalt den Wagen untersuchte, kam ein zweites Auto angerast, aus dem heraus das Feuer auf die Menge eröffnet wurde: Ein Passant wurde tödlich getroffen.

    Seither "kocht der Südosten", wie die liberale Zeitung Radikal schreibt. Und es liegt Nebel über dem Land. Darin tappen sie nun herum, Politiker wie Journalisten, Türken wie Kurden, und versuchen die Wahrheit zu erhaschen. Wird sie je ans Licht kommen? Eine Menge Leute glaubt nicht daran. "Die Türkei ist das Land der Vertuschungen", schreibt der Kommentator Ilnur Cevik aus Ankara.

    Alles nur Schminke?


    Für den Premier Tayyip Erdogan ist es eine Prüfung, vielleicht eine der schwersten seit seinem Amtsantritt. Es ist ein Lackmustest, der zeigen wird, ob die Türkei wirklich auf dem Weg zu einem Rechtsstaat ist. Ob sie die Zeiten hinter sich gelassen hat, da Sicherheitskräfte im Südosten des Landes einen schmutzigen Krieg führten. Oder ob all die Reformen nur Schminke sind, die das Land in seinem Buhlen um die Europäische Union aufträgt. Es geht aber um noch mehr: um das Verhältnis von Kurden und Türken, das sich an einer kritischen Wegscheide befindet. Im Sommer noch hatten viele Erdogan für seinen Mut Beifall gezollt, als er sich in Diyarbakir vor einem kurdischen Publikum hinstellte und sagte, ja, die Türkei habe ein "Kurdenproblem", und man müsse es gemeinsam lösen. Bislang aber ließ Erdogan den Worten keine Taten folgen - und die Vorfälle von Semdinli drohen nun ausgerechnet den Kämpfern von der PKK in die Hände zu spielen, die sie auszuschlachten versuchen: Seht, kurdische Brüder und Schwestern, dieser Staat legt selbst Bomben, dieser Staat lügt, diesem Staat könnt Ihr nie vertrauen.

    Der Premier hat versprochen, dem Anschlag auf den Grund zu gehen. Ihm muss daran liegen. Schon haben die Proteste auf einen Vorort von Istanbul übergegriffen, wo Demonstranten am Sonntag einen gepanzerten Wagen der Polizei in Brand steckten. Vier Menschen sind inzwischen bei Protesten ums Leben gekommen. Selbst unter denen jedoch, die an Erdogans Willen glauben, gibt es viele, die zweifeln, ob er die Macht dazu hat. Weil es andere Mächte gibt im Land, Mächte, von denen eine Regierung hier besser die Finger lässt.

    Die Armee. Vielen Türken gilt sie, bislang zumindest, als eine der vertrauenswürdigsten Institutionen. Viermal schon haben die Generäle in der Geschichte der Republik geputscht, gegen Regierungen, die sie für unfähig hielten. Oder für zu islamisch, das war der Fall beim letzten, gewaltlosen Coup 1997. Die jetzige AKP-Regierung beruft sich auch auf islamische Wurzeln, man beäugt sich also ohnehin misstrauisch. Was das Militär mit Semdinli zu tun hat? Die Verdächtigen gehören der Gendarmerie an, und die Gendarmerie ist als Milizpolizei der Armee unterstellt. Das Publikum spitzte die Ohren, als der oberste Befehlshaber der Landstreitkräfte, General Yasar Büyükanit, sich zu Wort meldete: Er kenne einen der Festgenommenen, das sei ein "guter Soldat", zu nichts Bösem fähig.

    Zuerst behaupteten die Verdächtigen, sie seien zufällig zum Zeitpunkt der Explosion vor Ort gewesen. Sergeant Ali Kaya sagte, man habe vor dem Buchladen gehalten, um "zur Toilette zu gehen". Nein, man sei "Zigaretten holen" gegangen, erklärte der mutmaßliche Bombenleger Veysel Ates dann, bevor er es sich später anders überlegte: Sie hätten Lotteriescheine kaufen wollen. Mittlerweile streuen Militärkreise auch andere Versionen: Das Ganze sei ein teuflischer Trick der PKK, um die Armee anzuschwärzen. Oder: Gut möglich, dass die Agenten die Bombe gelegt haben - aber sie hätten den Kampf gegen die PKK eben in die eigenen Hände genommen. "Sie dachten, so könnten sie den Staat retten. Indem sie ihre eigenen Regeln machen", zitiert Hürriyet einen anonymen hohen Offizier. Vielleicht war es so. Vielleicht auch nicht. Kaum einer in der türkischen Presse jedenfalls kauft die These von den wildgewordenen Einzelgängern. Welche Probleme die türkische Armee auch habe, schrieb ein Kommentator: Jeder Türke wisse, dass Disziplinlosigkeit nicht dazu zähle.

    Eine dunkle Legende


    Es ist die Zeit für eines der liebsten Hobbys der Türken: Verschwörungstheorien spinnen. Viele raunen nun von "Susurluk", in Anspielung auf einen Skandal, der die Türkei 1996 erschütterte: In der Nähe der Stadt Susurluk verunglückte damals ein Wagen. In den Trümmern starben ein hoher Polizeioffizier, ein rechtsradikaler Gangster und seine Freundin. Der vierte Passagier, ein kurdischer Klanführer und Parlamentsabgeordneter, überlebte. Und schwieg. Bis heute. Versuche, die merkwürdige Fahrgemeinschaft von Staats- und Unterweltsfiguren aufzuklären, wurden im Ansatz erstickt. Als populäre Chiffre aber lebte Susurluk weiter - und gab jenem Mythos Nahrung, den sie in der Türkei den "tiefen Staat" nennen: Irgendwo in den Tiefen des Apparates, so die Legende, treffen sich Elemente des Militärs, der Bürokratie und der Justiz, um sich immer wieder gegen die gewählte Regierung und die Demokratie zu verschwören. Sie tun dies dann, wenn sie ihre ultranationalistische Agenda in Gefahr wähnen, aber auch, wenn sie lukrative Geschäfte bedroht sehen. "Hätten wir damals die Verantwortlichen für Susurluk bestraft - Semdinli wäre nie passiert", sagte der oppositionelle Abgeordnete Esat Canan von der Provinz Hakkari, zu der Semdinli gehört. "Es gibt zwei Staaten in der Türkei", meldete sich Ex-Präsident Süleyman Demirel im Sender NTV zu Wort: "Es gibt den Staat - und es gibt den tiefen Staat." Demirel war als Premier 1971 und 1980 selbst gleich zweimal Opfer eines Militärputsches geworden.

    Die EU fordert schon lange, die türkische Armee müsse sich der zivilen Regierung unterordnen. Erdogan hat entsprechende Reformen durchgesetzt. Teile des Militärs sind unglücklich mit der AKP-Regierung: Mit all der Rücksicht auf Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit seien ihnen die Hände gebunden im Kampf gegen den Terrorismus der PKK, sagen sie. Sind es solche Zirkel, die nun wieder außergerichtliche Morde planen? Sind es welche, die gar nicht wollen, dass der Terrorismus abstirbt? Weil sie sich ganz gut darin eingerichtet haben, mit Pfründen legaler und illegaler Art? Oder weil sie die Regierung untergraben und zurück zu autoritärer Herrschaft wollen? Fragen, die in der alten Türkei ohne Antwort geblieben wären. Und diesmal?

    Semdinli ist eine Chance. "Eine Chance für den Staat, seine Bande zu den Kurden zu stärken", sagt der kurdische Bürgermeister von Diyarbakir, Osman Baydemir. Wenn die Verantwortlichen bestraft werden. Eine Chance, Europa zu zeigen, dass die Türkei tatsächlich einen weiten Weg zurück gelegt hat seit Susurluk 1996. "Aus allem Schlechten kann etwas Gutes entstehen", schreibt der bekannte Kolumnist Mehmet Ali Birand. Sein Wunsch, fast flehentlich: "Bitte vertuscht es nicht wieder. Sonst sehen wir nie das Licht."

    (SZ vom 22.11.2005)

  3. #3
    Avatar von Schiptar

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    Bei der regionalen Antifa war's genau anders herum: die ganzen 90er Jahre über den Kampf der Kurden verherrlicht, und dann 1998/99 die UCK als nationalistische separatistische Terrorgruppe gescholten.

    Welchen Unterschied sie gesehen haben? Vermutlich Hauptsache gegen die Seite, die von Deutschland unterstützt wird.
    Sehr traurig, so eine beschränkte, kurzsichtige Sichtweise, ist aber so...

  4. #4

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    Die "New York Times" gilt hier in den Staaten als "linke" Zeitung, welche keine Geheimnisse daraus macht, dass sie das oeffentliche Sprachrohr der "Liberals" sprich DemoCRAPS sind...

    Das gleiche kann man im uebrigen auch ueber CNN sagen....

  5. #5
    Avatar von Schiptar

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    Zitat Zitat von Partibrejker
    Die "New York Times" gilt hier in den Staaten als "linke" Zeitung, welche keine Geheimnisse daraus macht, dass sie das oeffentliche Sprachrohr der "Liberals" sprich DemoCRAPS sind...

    Das gleiche kann man im uebrigen auch ueber CNN sagen....
    Und was soll uns dieser Eimer republikanischer Gülle sagen?!?

    Beschwert sich über die Tendenz der besten amerikanischen Zeitung aber ignoriert die viel gewichtigere Propaganda von Murdochs Fox TV...

  6. #6

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    Zitat Zitat von Schiptar
    Und was soll uns dieser Eimer republikanischer Gülle sagen?!?

    Beschwert sich über die Tendenz der besten amerikanischen Zeitung aber ignoriert die viel gewichtigere Propaganda von Murdochs Fox TV...
    http://www.timeswatch.org/

    http://www.aim.org/

    Im uebrigen ist FOX News der meistgesehenste Nachrichtensender in den USA....

  7. #7

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    ist das jetzt eine art vergleich? wer schlimmer ist?

  8. #8
    Avatar von Schiptar

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    Zitat Zitat von Partibrejker
    Im uebrigen ist FOX News der meistgesehenste Nachrichtensender in den USA....
    Das ist ja das Perverse...