Den Angeklagten wird Folter und Mord in drei bosnisch-serbischen Gefangenenlagern angelastet

Sarajevo/Belgrad - Vor einem Gericht in Sarajevo hat am heutigen Mittwoch ein Prozess gegen vier bosnische Serben begonnen, denen Kriegsverbrechen in den bosnisch-serbischen Gefangenenlagern Omarska, Keraterm und Trnopolje im Jahr 1992 angelastet werden. Die Anklage gegen den ehemaligen Leiter des KZ-Lagers Omarska, Zeljko Mejakovic, und drei weitere Serben wurde vom Haager UNO-Kriegsverbrechertribunal erhoben.

Von den gefährten Mejakovics waren zwei, Momcilo Gruban und Dusan Fustar, Wächter in Omarska und Keraterm gewesen. Der dritte Angeklagte, Dusko Knezevic, hatte zwar keine offiziellen Aufgaben in den Gefangenenlagern gehabt, soll aber ebenfalls an Morden und Folter teilgenommen haben.

Prozess in Sarajevo

Das Haager Gericht hatte dem bosnischen Gericht für Kriegsverbrechen in Sarajevo im Mai die Prozessführung überlassen. Im Rahmen eines Plans zur Zwangsaussiedlung der nichtserbischer Bevölkerung aus dem Gebiet der west-bosnischen Stadt Prijedor wurden laut der Anklage zwischen Mai und Ende August 1992 rund 7.000 Bosniaken (Moslems) und bosnische Kroaten in drei KZ-Lagern unter unmenschlichen Verhältnissen gefangen gehalten und gefoltert worden.

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