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Kriegsverbrecherprozess: Karadžić setzt auf Verzögerungstaktik

Erstellt von Emir, 28.02.2010, 21:14 Uhr · 134 Antworten · 5.224 Aufrufe

  1. #1
    Emir

    Kriegsverbrecherprozess: Karadžić setzt auf Verzögerungstaktik

    28.02.2010 | 18:27 | Von unserem Korrespondenten HELMUT HETZEL (Die Presse)
    In Den Haag wird der Prozess gegen den früheren bosnischen Serbenführer Radovan Karadžić fortgesetzt. Sein Plädoyer wird mit Spannung erwartet. Zur Anklage stehen Völkermord und Kriegsverbrechen im Bosnien-Krieg.


    den haag. Nach vielen Anhörungen, dem Boykott des Prozesses durch den Angeklagten und einem viermonatigen Aufschub wird am Montag vor dem Haager UN-Tribunal der Prozess gegen Radovan Karadžić fortgesetzt. Die Strafsache IT-95-5/18 nimmt ihren Lauf. Der 64-jährige Karadžić erhält heute erstmals das Wort. Er verteidigt sich selbst und bekommt zwei Tage lang Zeit, sein mit Spannung erwartetes Plädoyer zu halten.

    Angeklagt ist Radovan Karadžić vor dem Haager UN-Gericht zur Ahndung von Kriegsverbrechen in Ex-Jugoslawien wegen Völkermordes und Kriegsverbrechen im Bosnien-Krieg (1992–1995). Er soll für die Ermordung von 8000 moslemischen Männern im Juli 1995 in Srebrenica und für die Belagerung von Sarajewo, bei der mehr als 10.000 Menschen starben, hauptverantwortlich sein.
    Das Massaker von Srebrenica war der grausamste Völkermord auf europäischem Boden seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Das UN-Gericht muss herausfinden und beweisen, inwiefern Karadžić für diesen Völkermord Verantwortung trägt. Während der Anhörungen hat er auf unschuldig plädiert.
    Prozessbeobachter gehen daher davon aus, dass er dies in seinem ersten Plädoyer erneut tun wird. Zu erwarten ist ferner, dass der einstige bosnische Serbenführer in seiner Verteidigungsrede erneut feststellen wird, dass das Haager UN-Tribunal über ihn nicht zu Gericht sitzen dürfe, da er angeblich vom einstigen US-Bevollmächtigten für Bosnien, Richard Holbrooke, und von der UNO eine Zusicherung erhalten habe, dass man ihn nicht vor Gericht stellen werde, wenn er sich aus der Politik zurückziehe. Holbrooke bestreitet dies, die Richter halten sie für irrelevant für den Prozess.

    Anklage: Über eine Million Seiten

    Geleitet wird der letzte und wohl wichtigste Prozess vor dem UN-Sondergericht vom koreanischen Richter O-Gon Kwon (57), die beiden anderen Richter sind der Brite Howard Morrison und der aus Trinidad und Tobago stammende Melville Baird. Der Chefankläger des UN-Tribunals, der Belgier Serge Brammertz, hat die Anklageführung an zwei seiner Kollegen delegiert, den Amerikaner Alan Tieger und die Deutsche Hildegard Uertz-Retzlaff.
    Das Beraterteam von Karadžić wird vom US-Juristen Peter Robinson geleitet. Für die Dauer des Prozesses erhielt Karadžić vom Gericht ferner fünf Assistenten zugewiesen.
    Ziel des UN-Tribunals ist es, den Prozess gegen Karadžić bis spätestens Ende 2012 abzuschließen, was jedoch nicht gelingen dürfte. Denn Karadžić will nach seinem ersten Verteidigungsplädoyer erneut einen Antrag stellen, um den Prozess zu vertagen. Er habe die mehr als eine Million Seiten umfassende Anklageschrift noch immer nicht lesen können, sagt sein Anwalt Peter Robinson.
    Es ist jedoch davon auszugehen, dass das Gericht einen neuerlichen Aufschub ablehnen wird. Für den Fall, dass Karadžić danach aus Protest das Verfahren wieder boykottieren sollte, wie er das bereits im vergangenen Jahr mehrfach getan hat, hat das Gericht vorgesorgt: Es bestellte den britischen Anwalt Richard Harvey als Pflichtverteidiger. Harvey wird Karadžić verteidigen müssen, falls dieser wieder durch Abwesenheit glänzen sollte. Chefankläger Brammertz und sein Team wollen im Lauf des Prozesses mehr als 400 Zeugen gegen Karadžić aufrufen. Sie sollen die Kriegsverbrechen bezeugen, die dem Angeklagten in der Anklageschrift zur Last gelegt werden.

    UN-Tribunal schließt 2014

    Allein schon die vielen Zeugenaussagen und die Zeit, die diese in Anspruch nehmen werden, machen es nach Ansicht renommierter Juristen so gut wie unmöglich, dass der Prozess bis Ende 2012 abgeschlossen sein wird; er wird wohl eher drei als zwei Jahre dauern.
    Der schlaue Fuchs Karadžić setzt auf eine Verzögerungstaktik, die er in den vergangenen eineinhalb Jahren schon recht erfolgreich angewendet hat. Denn er weiß, dass das UN-Tribunal im Februar 2014 schließen muss. Seine Strategie dürfte es sein, dass sein Prozess bis dahin immer noch nicht abgeschlossen ist.
    Karadžić wurde am 18. Juli 2008 in Belgrad nach 13-jähriger Flucht verhaftet. Er hatte sich mehrere Jahre erfolgreich als Wunderheiler Dr. Dragan Dabić tarnen können.


    Karad?i? setzt auf Verzögerungstaktik DiePresse.com

  2. #2
    Dado-NS
    Wieso muss das Tribunal denn im Februar 2014 schliessen?

  3. #3
    Shan De Lin
    wieso die sich da so schwul anstellen...der mann ist schuldig...einfach das urteil verkünden, in ein dukles verlies sperren und den fall abschließen.

  4. #4
    Avatar von donmarkos

    Registriert seit
    23.07.2009
    Beiträge
    94
    wieso die sich da so schwul anstellen...der mann ist schuldig...einfach das urteil verkünden, in ein dukles verlies sperren und den fall abschließen.
    egal was er angestellt hat , jeder verdient ein faires verfahren und ein dementsprechendes urteil

  5. #5
    Avatar von TheAlbull

    Registriert seit
    26.07.2009
    Beiträge
    2.492
    Zitat Zitat von donmarkos Beitrag anzeigen
    egal was er angestellt hat , jeder verdient ein faires verfahren und ein dementsprechendes urteil


    hahahahaha das sagt genau Der richtige. Der mit seinen Videos "die Wahrheit ans Licht bringt"

    hast nicht zufällig noch ein anderes Video wo man Karadžić als Unschuldigen darstellt??

    Vollspast!!

  6. #6
    Avatar von AulOn

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    2.789
    Das Ganze muss schneller gehen, die juristischen Möglichkeiten zur Beschleunigung des Verfahrens müssen bis zum Maximum ausgeschöpft werden, sonst kratzt der Wixer noch vor der Urteilsverkündung ab.

  7. #7
    602
    Avatar von 602

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    16.02.2010
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    291
    Einfach einsperren lassen und fertig wozu muss man da noch verhandeln

  8. #8

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    30.08.2008
    Beiträge
    589
    Er ist genau so schuldig wie Haradinaj oder Oric und er wird sicher genau gleich wie die beiden verurteilt.

    Jedem das seine. Jeder wird eines Tages für seine Taten büssen müssen.

  9. #9
    Avatar von BOSs

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    2.322
    Karo wünscht sich wohl ein schnellen Tot. Wie sein Homie Milo.

  10. #10

    Registriert seit
    26.11.2009
    Beiträge
    2.501
    Zitat Zitat von donmarkos Beitrag anzeigen
    egal was er angestellt hat , jeder verdient ein faires verfahren und ein dementsprechendes urteil

    natürlich
    glaub mir mal dei karadzic wird ein faires verfahren bekommen genauso wie alle vor ihm.

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