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Die Krise(n) in der EU oder hat die EU eine Zukunft?

Erstellt von babyblue, 17.07.2015, 00:00 Uhr · 91 Antworten · 5.512 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von babyblue

    Registriert seit
    31.05.2014
    Beiträge
    4.386

    Die Krise(n) in der EU oder hat die EU eine Zukunft?

    Nachdem wir im Nachrichten-Thread nicht mehr weiter "diskutieren" sollen, schlage ich vor, hier weiter zu machen.


    ich fange mal mit meiner Position an:

    Ein Markt ohne staatliche bzw. politische Regulierung kann niemals funktionieren. Markt ohne Staat ist eine theoretische Illusion von dogmatischen Ökonomen (und hier insb die Washington Doktrin) Es gibt unzählige Beispiele für das Nichtfunktionieren: der schwarze Freitag 1928, und zuletzt in 2008. Ich möchte hier klarstellend dazu sagen, dass ich diesen Eingriff sowohl in den USA als auch in Europa (passierte in Wahrheit überall auch in China etc.) für richtig erachte, weil alles andere eine weltweite Depression zur Folge gehabt hätte.

    Aber das Problem ist, was danach passiert ist. Obama hat zwar einen Anlauf gemacht, die Finanzmärkte in die Schranken zu weisen, allerdings ist er damit kläglich gescheitert, weil er zu lange gewartet hatte (die Wallsttreet war inzwischen wieder auf den Beinen) bzw. vllt auch weil er nicht genügend politische Unterstützung hatte. Wir müssen hier weiterhin mit allen möglichen Verwerfungen leben, weil es zu dieser Regulierung insb der Finanzmärkte niemals kam.

    Gleichzeitig wurde auch in Europa diese Krise genützt! Und wie ich glaube, um sich der sozialen Marktwirtschaft endlich zu entledigen. In diesem Zusammenhang wurden nicht bloß internationale Abkommen/Verträge gebrochen, sondern zum ersten Mal wurde in Europa die Gelegenheit genützt mit nicht demokratisch legitimierten Personen, Institutionen etc. (kurz: Technokraten) direkt in die Angelegenheiten eines Mitgliedstaates zu intervenieren, ohne dass es dafür auch bloß ansatzweise eine rechtliche Grundlage dafür gab (auch gemäß EU-Recht gab es dafür keine Legitimation!).

    Gleichzeitig wurden mehrere "Gebilde" geschaffen, die ebenfalls keine demokratische Legitimation haben. Dazu zählen der ESM (besser bekannt unter "Europäischer Rettungschirm"), Europäischer Fiskalpakt (um bloß die Bekannteren zu nennen).

    D.h. in keinster Weise wurde daran gearbeitet, aus der EU auch eine "politische" Union hervorzubringen, sondern ... und jetzt sehen wir die Auswirkungen dieser Gebilde mehr denn je.... genau das Gegenteil davon.

    Der ESM in Kombination mit dem Fiskalpakt trug wesentlich dazu bei, dass sich nunmehr ein deutscher Arbeiter gegen einen griechischen, spanischen, finnischen, italienischen, französischen etc. ausspielen lässt. Ganz nach der Rhetorik von M. Tatcher gibt es keine öffentlichen Haushalt mehr, sondern bloß den Steuerzahler. Inzwischen glaubt jeder, er würde höchstpersönlich Griechenland etc. Geld leihen bzw. man würde die Bürger der Geberländer "berauben". (Ich möchte nicht behaupten, dass es letztendlich durchaus so sein kann und zwar gerade aus der Logik des Fiskalpaktes heraus - Staatsausgaben max. 60 %).

    Ich habe die Vermutung, dass hier anhand der PIGS-Staaten (allein schon dieser Ausdruck ist obszön!) der Gesellschaftsvertrag, der in Europa mit viel Blut erkämpft wurde (soziale Bewegungen des 19. Jahrhunderts), nunmehr aufgekündigt werden soll. In diesem Sinne spricht Schäuble immer wieder davon, dass man gerade in Zeiten der Krise, Änderungen herbeiführen könne und die Bevölkerung sei nicht das Problem.

    Ich frage mich, wie es sein kann, dass so viele Länder in Europa geplündert werden, egal ob das Irland, Spanien, Portugal oder Griechenland waren, und niemanden fällt auf, wie sich diese "Sparprogramme" oder gar wie im Falle Griechenlands "Hilfspakete" auswirken. Griechenland wurde soeben zutiefst gedemütigt und man hat den Eindruck, als ob manche das auch für völlig gerechtfertigt halten.

    Wie oft - glaubt ihr - kann man das noch machen?

    Was auch immer man von Tsipras und/oder Varoufakis halten mag, ABER ihr größtes Verdienst ist, dass sie aufgezeigt haben, dass diese Technokraten nicht einmal diskutieren wollen. Aber kann sich ein Politiker noch Politiker nennen, wenn er nicht diskutieren möchte?

    Für mich bedeutet das: Unsere Politiker wollen gar nicht Politiker sein. Und wir sind lediglich ein total lästiges Stimmvieh! Schafe, die alle paar Jahre ihre Stimme dafür abgeben können, dass sie eh einverstanden sind...

    Auch ist es unglaublich, wie sich in Europa die Sozialdemokratie entwickelt hat: kann da irgendwer noch einen Unterschied zwischen CDU und SPD erkennen? Ein Kabarettist machte gestern folgenden Witz: Die SPD musste sich schon deswegen ganz stark von der SYRIZA abgrenzen, weil man sie sonst für Links halten könnte.

    Ich merke es auch hier bei bestimmten Diskussionen: alles was Richtung sozialer Gerechtigkeit, Umverteilung Richtung sozial Schwächeren geht, wird mit Kommunismus gleichgesetzt. Aber umgekehrt: die Umverteilung, die bereits seit vielen Jahren von Seiten der Ärmsten der Gesellschaft (Hartz IV), Pensionskürzungen, Verlängerung der Erwerbszeiten, Kürzung von Sozialleistungen, während gleichzeitig mehr dafür bezahlt werden muss etc. darüber regt sich niemand auf. Wie kann das sein?





    Europa, quo vadis?

  2. #2
    Avatar von papodidi

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    13.505
    Geht doch!!!

    Mache auch gaanz sicher später mit!

  3. #3
    JazzMaTazz
    Wenns nur noch ums fressen oder gefressen werden geht, frisst man sich irgendwann untereinander.

    Das ist die logische Konsequenz.

    Ein System kann nicht nur darauf aufbauen, inwiefern sich irgendwelchen Banken und Konzerne sich darin als Papa Schlumpf auf Dauer einnisten.

    Ne Demokratie muss gepflegt werden, und Konzerne und Banken die jede Wahl quasi gut überstehen, bekommen irgendwann zu viel Macht.

    Die Griechenlandkriese zeigt wunderbar, das die EU-Gemeinschaft am Ende nur noch ein Zwecksbund beim Geldzählen und ausgeben geworden ist.

    Und das ist keine Familie. Sowas zerbröckelt irgendwann.


  4. #4
    Avatar von Albokings24

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    6.171
    Die erste Kriese in Europa und ihr schreit wie Affen aus dem Wald.

    USA hatte schon paar Krisen, oder besser gesagt waren sie schon paar mal am Boden aber sie sind immer noch United States of Amerika.

    In einer Kriese erkennt man das schwächste Glied !!

    Spruch von meinem Opa: Ein Reh springt erst dann in die Luft wenn sein eigenes Schwäntzchen brennt !

  5. #5
    Avatar von Indianer

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    südliche länder hatten noch nie eine Marktwirtschaft.
    es war schon immer mehr oder weniger eine Planwirtschaft.
    Planwirtschaft für den eigenen Konsum.
    durch die Öffnung der märkte hat am meisten Deutschland verloren.
    das "made in Germany" hatte früher einen sehr hohen Stellenwert.
    da gab es keine Chinesen, Taiwan, Korea u.s.w

    firmen wie AEG, telefunken, grundig, siemens u.s.w haben im europäischem markt dominiert.

    es gab keine märkte in Jugoslawien, Griechenland und türkei.

    das einzigste land welches märkte entwickelt hat, ist die türkei.

    ex jugo und Griechenland werden in den nächsten 100 jahren nix haben.
    das einzige, auf was sie hoffen können, daß ausländische Investoren arbeitsplätze schaffen.
    daß diese aber auch Geld verdienen wollen, ist hoffentlich auch versändlich.

    tut mir leid, aber die menschen in den balkanländern leben immer noch in den tag hinein. (ausgenommen inzwischen die türkei)
    so wie tsipras es bereits sagte " es ist in der Gesellschaft so verankert"

  6. #6
    Avatar von Albokings24

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    Die Ex Jugo Länder hatten keine Zeit für die Marktwirtschaft weil sie mit Krieg beschäftigt waren. Das hat Griechenland, Bulgarien und die Türkei schamlos ausgenützt.

    Denn vor 1985 war Jugoslawien allen Ländern im Balkan weit voraus. Dagegen waren Griechenland und Türkei 3. Welt Länder. Von Bulgarien wollen wir gar nicht sprechen, damals bekam man für eine Westliche Jeans ein 18 Jähriges Mädchen geschenkt

  7. #7
    Avatar von Indianer

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    24.855
    ich rede nicht von der zeit des krieges.

    menschen vom Balkan, welche Veränderungen haben wollten und bereit waren etwas dafür zu tun, haben es getan.
    man nennt sie diasporas.

    ich bin etwas älter, als die meisten hier.
    ich kann euch sagen, es hat sich nicht viel verändert in der Heimat, seit 1970 als die ersten die Heimat verlassen haben.

    ausser daß Aldi, lidl und co dazu gekommen sind

    krieg?
    ja der ist auch entstanden, weil die menschen nix besseres zu tun hatten.

    die jugos, welche beim daimler, vw und so weiter beschäftigt waren, hatten keine zeit in den krieg zu gehen.

    - - - Aktualisiert - - -

    albo, ich war das erste mal 1977 in Spanien, dannach 6 weitere male, bis 1983.

    der sommer wurde aufgeteilt.
    3 Wochen Spanien und 3 Wochen Jugoslawien.
    ich konnte keinen unterschied feststellen.

  8. #8
    Avatar von ZX 7R

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    Zitat Zitat von Albokings24 Beitrag anzeigen
    Die Ex Jugo Länder hatten keine Zeit für die Marktwirtschaft weil sie mit Krieg beschäftigt waren. Das hat Griechenland, Bulgarien und die Türkei schamlos ausgenützt.

    Denn vor 1985 war Jugoslawien allen Ländern im Balkan weit voraus. Dagegen waren Griechenland und Türkei 3. Welt Länder. Von Bulgarien wollen wir gar nicht sprechen, damals bekam man für eine Westliche Jeans ein 18 Jähriges Mädchen geschenkt

    Türken und wir Griechen sahen Jahr für Jahr wie weit voraus Jugoslawien war.



    1. Seite und 70% Mist.

    - - - Aktualisiert - - -

    Zitat Zitat von Indianer Beitrag anzeigen
    ich rede nicht von der zeit des krieges.

    menschen vom Balkan, welche Veränderungen haben wollten und bereit waren etwas dafür zu tun, haben es getan.
    man nennt sie diasporas.

    ich bin etwas älter, als die meisten hier.
    ich kann euch sagen, es hat sich nicht viel verändert in der Heimat, seit 1970 als die ersten die Heimat verlassen haben.

    ausser daß Aldi, lidl und co dazu gekommen sind

    krieg?
    ja der ist auch entstanden, weil die menschen nix besseres zu tun hatten.

    die jugos, welche beim daimler, vw und so weiter beschäftigt waren, hatten keine zeit in den krieg zu gehen.

    - - - Aktualisiert - - -

    albo, ich war das erste mal 1977 in Spanien, dannach 6 weitere male, bis 1983.

    der sommer wurde aufgeteilt.
    3 Wochen Spanien und 3 Wochen Jugoslawien.
    ich konnte keinen unterschied feststellen.

    Nicht Dein ernst?

  9. #9
    Avatar von Indianer

    Registriert seit
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    Zitat Zitat von ZX 7R Beitrag anzeigen
    Türken und wir Griechen sahen Jahr für Jahr wie weit voraus Jugoslawien war.



    1. Seite und 70% Mist.

    - - - Aktualisiert - - -




    Nicht Dein ernst?
    mein vollster ernst.
    ich hatte ja beides parallel immer im selben jahr erlebt.

    was glaubt ihr, warum so viele menschen ihre Heimat verlassen hatten und tun es aus ex jugo immer noch?
    machen die 48 Wochen Urlaub im Ausland.

    warum sind wir hier gelandet?

  10. #10
    Avatar von ZX 7R

    Registriert seit
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    Zitat Zitat von Indianer Beitrag anzeigen
    mein vollster ernst.
    ich hatte ja beides parallel immer im selben jahr erlebt.

    was glaubt ihr, warum so viele menschen ihre Heimat verlassen hatten und tun es aus ex jugo immer noch?
    machen die 48 Wochen Urlaub im Ausland.

    warum sind wir hier gelandet?

    Du verstehst mich nicht.....



    Du vergleichst Spanien mit Jugoslawien in welchem Jahr und in welcher Sache nochmal?

Seite 1 von 10 12345 ... LetzteLetzte

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