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Kroatien: "Alle Politiker hier sind Gauner"

Erstellt von Yutaka, 14.11.2007, 09:49 Uhr · 2 Antworten · 1.009 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Yutaka

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    Daumen runter Kroatien: "Alle Politiker hier sind Gauner"

    Kroatien: "Alle Politiker hier sind Gauner"


    Kroatien wählt am 25. November ein neues Parlament - Der Präsident wünscht sich eine Große Koalition, die Men­schen mehr Wohlstand - Eine Reportage




    "Verkehrsstrafe? Zahlt keiner." Vlado kratzt sich etwas ratlos am weißen Rauschebart, als könnte er sich nicht genau entscheiden, ob das nun prinzipiell ein Vorteil sei oder einfach nur ein Symptom für die desolate kroatische Verwaltung. Eine Verkehrsstrafe könne man getrost ignorieren, zu einer Anzeige komme es fast nie, und wenn, dann verlaufe sich das Ganze im Sand. Verjährung nennt er auch als verlässlichsten Partner des kroatischen Justizssystems. Die Nachbarin zum Beispiel, deren Sohn ihre Zweitwohnung ohne ihr Einverständnis vermietet habe, komme seit Jahren nicht gegen die unliebsamen Mieter an. Und die überlasteten Gerichte sind keinerlei Hilfe. "Was soll man machen".



    Die "Bauernpartei" hat ihre Stammwählerschaft unter der ländlichen und suburbanen Bevölkerung Ostkroatiens.


    Nachholbedarf
    Zwar hat der EU-Fortschrittsbericht Kroatien prinzipiell gute Noten ausgestellt, beim Justizsystem und der Korruption legt man aber auf EU-Ebene den Finger in Wunden. Auch Christian Schmitz vom Zagreber Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung sieht hier Nachholbedarf: "Es gibt zwar viel zu viele Richter, aber die Zuständigkeiten sind vollkommen unklar. Das System müsste radikal gestrafft werden." Schmitz weist darauf hin, dass die Entwicklung vor allem in diesem Bereich mehr Zeit brauchen wird: "Der alte Kader in den unteren Ebenen der Justiz ist noch nicht ausgewechselt, Angehörige des alten Systems tragen den Reformprozess teilweise nur widerwillig mit."


    Die SDP tritt mit einem Duo an, das es "drauf hat". Kroatische Medien bezweifeln das teilweise. Parteichef Zoran Milanovic wird vorgeworfen, nichts von Wirtschaft zu verstehen. Ljubo Jurcic, der Ministerpräsident werden soll, verstehe im Gegenzug nichts von Politik.


    Die Messlatte für Kroatien ist auf alle Fälle hoch, schließlich weiß die EU auch, dass dicht hinter dem jungen Staat auch Serbien und andere postjugoslawische Staaten wie Bosnien-Herzegowina in der Warteschlange stehen. "Man versucht bei Kroatien das einzumahnen, was bei Bulgarien und Rumänien verabsäumt wurde," meint Schmitz. Im Bertelsmann-Transformationsindex liege Kroatien jedenfalls weit vor den beiden EU-Staaten.


    Soziale Probleme
    Thema im Wahlkampf ist die EU jedenfalls keines, erzählt Marija, während ihr Sonntagsbraten im Ofen schmort. Als Hauptaufreger in ihrer Familie habe sich nach wie vor die Korruption in der Politik gehalten. Das ist auch einer der Hauptgründe für sie, die Regierungspartei unter Ivo Sanader bei den Parlamentswahlen am 25. November nicht nochmal zu wählen. Sie hat es satt, dass die Politiker immer in "ihre eigenen Taschen" wirtschaften. "Die Bevölkerung Kroatiens hat es verdient, dass sich die soziale Lage bessert," meint sie und legt sich auch gleich fest. Ihrer Meinung nach steht die Pensionistenpartei, eine mittlerweile bürgerlich-konservative Partei, am glaubhaftesten für soziale Probleme der Menschen ein. Baustelle Nummer Zwei ist für Marija die Wirtschaftspolitik.






    Koalitionen
    Marijas Wahl, die Kroatischen Partei der Rentner (HSU), hat gute Chancen, auch nach den Wahlen wieder im Parlament vertreten zu sein. Das Rennen um den Wahlsieg wird aber eine der beiden Großparteien machen. Nach Einschätzungen der Experten können sowohl Ivo Sanaders HDZ (Kroatische Demokratische Gemeinschaft) als auch die Sozialdemokratische Partei, die derzeit in der Opposition ist, mit je einem Drittel der Abgeordneten im Parlament rechnen. SDP-Chef Zoran Milanovic schloss eine Koalition mit der HDZ schon kategorisch aus, obwohl Staatspräsident Stipe Mesic keinen Hehl daraus macht, dass er sich eine Große Koalition wünscht. Auch der rechten HSP und ihrem Chef Anto Djapic hat Milanovic bereits sein tiefes Misstrauen ausgesprochen. Viele Kombinationsmöglichkeiten bleiben für die Sozialdemokraten, die im Wahlkampf als "Anwalt der kleinen Leute" auftreten, nicht übrig. Bis auf die Unabhängigen Demokraten stehen die weiteren Parteien im kroatischen Parlament in ihrer Ausrichtung der HDZ näher als der SDP.
    Marija wird zur Wahl gehen, sie glaubt fest daran, dass Sanaders Zeit abgelaufen ist. Vlado ist sich nicht so sicher: "Alle Politiker sind Gauner, wen soll ich da wählen?". Ein Satz, den man auch an österreichischen Stammtischen hören kann. (mhe, derStandard.at, 08.11.2007)









    naja halt Kroatien, ein total korruptes Land,das einzige Plus am Land die Schönheit der Natur ansonsten einfach ne riesen Katastrophe

  2. #2

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    16.107
    Jetzt mach dich bald auf Verbalschläge unserer Super- Auslandskroaten gefasst.

  3. #3
    Avatar von Yutaka

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    4.998



    Jo meine Mutter kam wieder von Kroatien zurück, sie sagte wie froh sie ist wieder hier zu sein wo Recht und Ordnung herrscht, sie schlägt sich seit langem mit der Justiz + Behörden dort rum und das Wort Katastrophe sei noch nix zur Realität unten.

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