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Kroatien: Die großen Tücken der Versöhnung

Erstellt von snarfkafak, 09.07.2010, 13:54 Uhr · 9 Antworten · 1.003 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von snarfkafak

    Registriert seit
    17.08.2007
    Beiträge
    727

    Kroatien: Die großen Tücken der Versöhnung






    Home » Politik

    Kroatien: Die großen Tücken der VersöhnungDie einstigen Parteien der Balkankriege reden wieder über früher. Vor allem Kroatiens Präsident Ivo Josipovic öffnet zugemauerte Türen. Doch nicht alle empfinden diese neue Welle als Erlösung.
    Foto © ReutersIvo Josipovic (links) im Gespräch mit Danilo Turk (rechts)

    Noch kein halbes Jahr ist Ivo Josipovic im Amt. Aber kaum eine Woche ist seither vergangen, ohne dass Kroatiens neuer Präsident nicht eine sorgfältig zugemauerte Tür eingetreten hätte. Zweimal schon war er in Bosnien. In Zagreb traf er sich mit seinem serbischen Amtskollegen Boris Tadic. In einem ehemals serbischen Dorf in Kroatien besuchte er heimgekehrte serbische Flüchtlinge und stärkte ihnen den Rücken gegen die Schikanen der kroatischen Bürokratie: Es sei "unannehmbar", hörten die erfreuten Bauern aus Präsidentenmund, dass man sie so lange auf die Rückgabe ihres Eigentums habe warten lassen.


    "In den letzten Monaten ist wirklich etwas passiert", sagt anerkennend ein führender westlicher Diplomat. Gemeint sind nicht nur die Initiativen von Josipovic. Als Durchbruch werten EU-Vertreter die Verurteilung des Massakers von Srebrenica durch das Belgrader Parlament. Nicht überall in Ex-Jugoslawien wird die Versöhnungswelle aber als Erlösung empfunden: Mühsam fixierte Gewissheiten werden aufgeschnürt, vertraute Feindbilder geraten ins Wanken.
    "Böswilligkeit, Unwissen, Arroganz und Wahnsinn", hatte Josipovic im April in Sarajewo gesagt, hätten in den Neunzigerjahren glauben gemacht, "die Lösung für Bosnien sei die Teilung" - und fügte deutlich an: "Ich bedaure zutiefst, dass Kroatien mit seiner Politik dazu beigetragen hat, dass Menschen umkamen und Trennungen sich auftaten, an denen wir noch heute laborieren." Kaum waren die Worte verklungen, fiel Premierministerin Jadranka Kosor ihrem Staatschef ins Wort: Kroatien habe nie einen Angriffskrieg geführt.
    Die reflexhafte Abwehr zeigt, wie dünn die Basis ist, auf der das offizielle Kroatien seine Unschuldslegende aufbaut. Tatsächlich haben reguläre kroatische Truppen in Bosnien gegen die Regierungsarmee gekämpft. Erst auf Druck der USA musste der damalige bosnische Präsident die Anwesenheit der fremden Truppen nachträglich gutheißen. Besonders heikel, wenn die Rede auf den "Vaterländischen Krieg" gegen die Jugoslawische Volksarmee kommt. Die Republik habe von 1991 bis 1995 einen "gerechtfertigten und legitimen, defensiven Befreiungskrieg" gegen eine "großserbische Aggression" geführt, hat schon vor zehn Jahren das Zagreber Parlament mit großer Mehrheit erklärt. Von der Vertreibung von etwa 200.000 Serben innerhalb weniger Tage findet sich in der Erklärung so wenig wie ein Wort über die Provokationen kroatischer Extremisten, die den Angriffen der Jugo-Armee vorausgingen.
    [h2]Versöhnung braucht Praxis[/h2]
    Das Wort Versöhnung allein irritiert niemanden; es ging schon den Kriegsherren der Neunzigerjahre glatt von den Lippen. Schon 1995, kurz vor der großen Vertreibung der Serben, verglich Kroatiens Präsident Franjo Tudjman das künftige Verhältnis zwischen beiden Völkern mit der deutsch-französischen Freundschaft. Gemeint war: Wenn "klare Verhältnisse" herrschen und Grenzen uns trennen, werden wir uns vertragen. Diese Auffassung von Versöhnung vertritt noch immer der bosnisch-serbische Premier Milorad Dodik, mit dem Josipovic sich im Mai in Banja Luka traf. "Man muss die Geschichte auslöschen", sagte Dodik diese Woche.
    Dass individuelle Kriegsverbrechen verfolgt werden, Minderheiten unbehelligt bleiben und Regierungen unparteiisch agieren sollen, ist wenigstens auf der Ebene der Erklärungen schon lange Konsens. Josipovics Initiativen gehen aber darüber hinaus, sagt der Völkerrechtler Joseph Marko, einst Verfassungsrichter in Bosnien. Zwar gebe es keine Kollektivschuld, trotzdem müssten Regierungen das Erbe ihrer Vorgänger annehmen, wenn es zu echter Versöhnung kommen solle - etwa durch "Gesten von Führungsfiguren" wie dem Kniefall Willy Brandts vor den Opfern des Warschauer Gettos.
    Marko hält auch nichts von der Idee der Präsidenten Josipovic und Tadic, dass Kroatien und Serbien ihre Klagen gegeneinander vor dem Internationalen Gerichtshof zurückziehen. "Ein Urteil verteilt wenigstens Licht und Schatten", sagt der Völkerrechtler. Nach einem internationalen Spruch können Geschädigte auf Schadenersatz klagen. Ein Urteil stelle sicher, dass sich nicht zwei Staaten zulasten Dritter einigen.
    [h2]Gemeinsame Geschichte[/h2]
    Versuche gemeinsamer Geschichtsschreibung stehen aber noch am Anfang - jede Seite sieht sich noch immer als Opfer der je anderen. 2002 brachte eine übernationale Autorengruppe immerhin ein vierbändiges Werk über die Geschichte des Balkans bis 1945 heraus. Aber in Ostslawonien, wo Kroaten und Serben auch heute zusammenleben, werden historisch heikle Fragen im Schulunterricht sorgsam umschifft. "Wahrheitskommissionen" wie in Südafrika sind gescheitert oder nicht zustande gekommen. Nicht nur aus schlechten Gründen: Er fürchte sich vor "großen Wahrheiten", hat etwa der serbische Völkerrechtler Vojin Dimitrijevic gesagt: "Es geht nicht darum, wer recht und unrecht hatte, sondern darum, wer sich als Mensch benommen hat und wer nicht."




    Kroatien: Die großen Tücken der Versöhnung > Kleine Zeitung


    Alles braucht seine Zeit...

  2. #2
    Emir
    Turcine


    (geiles gefühl)





















    Josipovic ->

  3. #3
    Avatar von Thrakian

    Registriert seit
    10.06.2010
    Beiträge
    2.437
    Zitat Zitat von Emir88 Beitrag anzeigen
    Turcine


    (geiles gefühl)





















    Josipovic ->
    hetz net

  4. #4
    Emir
    Zitat Zitat von Thrakian Beitrag anzeigen
    hetz net
    Das musste ich ausnutzen!

  5. #5
    Avatar von Domoljub

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    Beiträge
    4.883
    Josipovic ist schon irgendeiner, entschuldigt sich für Sachen, die nicht passiert sind....

  6. #6
    Avatar von Šumadinko

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    1.331
    was für Tüken ...Frieden und über Vergangenheit reden ist das erste was wir mahcen sollten...besser als in der Vergangenheit zu leben

    für alle dies nicht wissen

    Der krieg ist vorbei


    und zum schluss

    jebes mrznju !

    jer sve prolazi...cak i mrznja ovde pada


  7. #7

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    279
    naja dass josipovic und die ganze sdp sippe antikroaten sind, ist nicht wirklich eine neue erkenntnis.

  8. #8
    Avatar von Krosovar

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    9.112
    Neuer Tito

  9. #9
    Emir
    Zitat Zitat von Krosovar Beitrag anzeigen
    Neuer Tito
    Josip Broz -> Josipovic -> Sohn von Josip


  10. #10

    Registriert seit
    08.02.2009
    Beiträge
    951
    Zitat Zitat von Krosovar Beitrag anzeigen
    Neuer Tito
    Er ist ein pragmatischer Linksliberaler, weder Tito, noch Tudjman noch jemand aus der Kategorie "minkenska bojna -U-" so wie unsere grossen Patrioten die anderen Ländern die Finanzhaushalte aufbessern und ihrem Land so dienlich sind wie jeder X beliebige Tschechische Urlauber der einmal im Jahr an die Adria kommt.

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