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Kroatien will kein Serbisch verstehen

Erstellt von Popeye, 22.02.2008, 21:46 Uhr · 200 Antworten · 5.597 Aufrufe

  1. #161

    Registriert seit
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    Zitat Zitat von Sousuke-Sagara Beitrag anzeigen
    Allein der Begriff "Serbokroatisch" ist meiner Meinung nach unglücklich gewählt. Man hätte da etwas kreativer sein sollen. Vielleicht hätten wir den Salat dann nicht. :?

    Der Begriff Slawisch , wäre wohl besser gewesen.

  2. #162

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    275
    Perun:
    Wie begründest Du das?

  3. #163

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    Zitat Zitat von RexCroatorum925 Beitrag anzeigen
    Perun:
    Wie begründest Du das?

    Damit das Kreisky lange vor dir Lebte , und mehr mit sicherheit mehr Bildung hatte als du.

    Herrgott , such dir endlich mal ne Frau.

  4. #164
    Avatar von Grobar

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    Zitat Zitat von Sousuke-Sagara Beitrag anzeigen
    Allein der Begriff "Serbokroatisch" ist meiner Meinung nach unglücklich gewählt. Man hätte da etwas kreativer sein sollen. Vielleicht hätten wir den Salat dann nicht. :?
    Das ist schon wahr aber kann man das echt kritisieren?
    Schau mal in welcher Zeit die damals lebten!
    Um 1900 dachte man anders.
    Damals war es trotz Franzoesischer Revolution durchaus nicht ungewoehnlich visionen von Staaten als "Koenigreiche" zu haben.
    Das war damals so.
    Man muss sich gut ueberlegen wem man was aus heutiger sicht vorwerfen kann denn die Menschen damals waren einfach anders als wir heute.
    Die Visionen die die damals hatten sind vielleicht nicht perfekt fuer einen heutigen Staat aber die leben ja auch nicht heute...
    Die haben genommen was ihnen logisch erschien und nicht das Wort Serbokroatisch erfunden damit es spaeter probleme gibt.

  5. #165

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    275
    Perun:

    Bin verheiratet!Keine Sorge um mich.

    Bruno Kreisky hat sich überhaupt nicht um diese Zeit auf diesem Gebiet interessiert.
    Seine Domäne, wo es ihm auch bewusst wurde dass es ihn gibt, war der Faschismus.
    Ich rede über die Zeit von 1918.

  6. #166

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    Zitat Zitat von RexCroatorum925 Beitrag anzeigen
    Perun:

    Bin verheiratet!Keine Sorge um mich.

    Bruno Kreisky hat sich überhaupt nicht um diese Zeit auf diesem Gebiet interessiert.
    Seine Domäne, wo es ihm auch bewusst wurde dass es ihn gibt, war der Faschismus.
    Ich rede über die Zeit von 1918.

    Kreisky wurde 1911 geboren , und war studierter Jurist , und als Kanzler hatte er zwangsläufig mit dem Balkan zu tun und dementsprechend hatte er sich auch darüber Informiert und Geschichte gelernt.

  7. #167
    Popeye
    Sprachliche Säuberungen

    Wie Kroatien, Gastland der Leipziger Buchmesse, brachial seinen jugoslawischen Wortschatz entsorgt

    Deutsche kennen das Phänomen aus dem Urlaub oder als Folge eines Umzugs. Wenn sie in Berlin beim Bäcker Brötchen statt Schrippen, in München Rundstücke statt Semmeln, in Hannover Wecken statt Brötchen verlangen, kann es ihnen geschehen, dass sie angeschaut werden, als kämen sie von einem fremden Stern. Erfüllt werden ihre Wünsche dennoch anstandslos.
    In Kroatien dagegen kann es serbischen Kunden durchaus passieren, dass sie leer ausgehen, wenn sie Brot mit dem serbischen Wort hljeb statt mit der kroatischen Vokabel kruh bezeichnen. Und das obwohl beide Begriffe an den Schulen des früheren Jugoslawien als gleichberechtigte Synonyme gelehrt wurden. Natürlich versteht die kroatische Verkäuferin, was ihre serbische Klientel mit hjleb meint. Aber der brachiale Wille zum sprachlichen Purismus, der den Balkankonflikt mit anderen Mitteln fortsetzt, verbietet es ihr, auf die verfemte Wortwahl einzugehen.
    Zugespitzt formuliert: Auf die ethnischen Säuberungen der Serben folgen, auch noch 13 Jahre nach Kriegsende, rhetorische Säuberungen - übrigens nicht nur seitens der Kroaten. Ungeachtet der Tatsache, dass beide Sprachen sehr eng miteinander verwandt sind. Die Bezeichnungen Serbisch und Kroatisch, schreibt der Slawist Milos Okuka in der Studie "Eine Sprache viele Erben. Sprache als Nationalisierungsinstrument in Ex-Jugoslawien", "stehen vom linguistischen Standpunkt aus für ein und dieselbe Sprache. Sie behaupten Verschiedenheit, wo die Unterschiede verschwindend klein sind."
    Seit 1991, als es seine Unabhängigkeit erklärte, und verschärft seit 1995, als das Friedensabkommen von Dayton in Kraft trat und für neue Kriegsschauplätze Raum ließ, ringt Kroatien, das im März Gastland der Leipziger Buchmesse ist, an vielen Fronten darum, sich vom sprachlichen Erbe Jugoslawiens zu reinigen. Dafür genügte von Beginn an keine Katzenwäsche; ein Vollbad sollte es sein. Denn das Emanzipationsprojekt betraf nicht nur die Umbenennungen von Straßen und Plätzen, wie sie nach einer historischen Zäsur gang und gäbe sind, sondern auch die Entfernung und Ersetzung aller Ausdrücke, die an die mit dem verhassten Jugoslawien assoziierte serbokroatische Kunstsprache gemahnten.
    Allein: Das Serbokroatische war keine Erfindung des jugoslawischen Staatsgründers Tito, sondern verdankt sich serbischen und kroatischen Intellektuellen aus Österreich-Ungarn, die sich Mitte des 19. Jahrhunderts im Interesse der nationalen Bewegung auf eine gemeinsame Schriftsprache verständigt hatten. Insofern arbeitet sich der Versuch Kroatiens, auch auf einem symbolischen Feld wie der Sprache Autonomie zu erreichen, am falschen Objekt ab, an einem Popanz. Der Fairness halber muss allerdings erwähnt werden, dass das Ringen um sprachliche Abgrenzung auch andere ehemalige Teilstaaten betrifft - vor allem Bosnien und, mit deutlichen Abstrichen, Montenegro. Nirgends aber erinnert das rhetorische Abnabelungsprojekt so sehr an eine Farce wie in Kroatien.
    Besonders groteske Ausmaße nahmen die sprachlichen Emanzipationsbemühungen Kroatiens in den späten Neunzigerjahren unter der Ägide eines Mannes an, der Kroatien zwar in die Unabhängigkeit geführt hatte, es jedoch durch nationalistische Exzesse gerade im Bereich der Kulturpolitik gleich wieder in eine neue Form der Sklaverei führte: Präsident Franjo Tudjman (1922-1999). Er ordnete an, die kroatische Sprache systematisch von dem zu reinigen, was in der rigorosen Rhetorik der Regierung "serbische Verschmutzung" hieß.
    Zu diesem Zweck erschien jedes Mittel recht. Zum einen abstruse und umständliche Neologismen, zum anderen die Wiederbelebung archaischer Begriffe. Zu den denkwürdigsten Erträgen dieser bizarren Sprachpolitik zählen dalekoumnozitelj (sinngemäß: "Maschine zur weit reichenden Vermehrung" für Telefax) oder zrakomlat (so viel wie: "Apparat, der die Luft schlägt" für Helikopter). Dabei war der Großteil der sprachlichen Neuregelungen, die bis heute kaum in der kroatischen Bevölkerung verfangen haben, dafür aber oft zur Erheiterung beitragen, nicht so sehr gegen serbische Einflüsse gerichtet als vielmehr gegen das Englische, die Sprache der Globalisierung. Davon zeugen angestrengte Neologismen wie sluchbovladar für birokrat (Bürokrat), samokret für automat oder napudbina für software. Gegen Kroatizismen wie diese nahm sich die Besinnung auf das Eigene, wie es sich in der Ächtung des in Serbien gebräuchlichen Wortes hiljada (tausend) zugunsten von tisuca oder in der Verbannung des Wortes stanica (Bahnhof) zugunsten von kolodvor ausdrückt, noch dezent aus.
    Man kann solche auf Eigenart beharrenden Purismen belächeln, sollte es aber nicht tun. Dies darum, weil sich Kroatien mit seinen Strategien der Reinerhaltung durchaus als ein europäischer Trendsetter erwiesen hat. Schließlich schreibt das linguistische Fachorgan "Jezik" (Sprache) schon seit mehr als einem Jahrzehnt einen Wettbewerb für das beste (!), schönste (!!) und kroatischste (!!!) Wort aus. Vergleichbare jüngere Initiativen hierzulande, etwa "Das bedrohte Wort", "Ausgewanderte Wörter" oder auch "Das Festival der deutschen Sprache", müssen sich dagegen erst noch nachhaltig etablieren. Dafür ist die Militanz in Deutschland weniger ausgeprägt als in Kroatien.
    Dort hatten die Macher eines Zagreber Kulturmagazins 1996 tatsächlich die Stirn, drastische Strafen für jene zu fordern, die in Büchern, Artikeln und öffentlicher Rede mehr als fünf serbische Wörter verwenden. Und noch im Frühsommer 2006 liefen Sprachnationalisten Sturm, als eine kroatische Zeitschrift ein Interview mit der in Jugoslawien berühmt gewordenen Sängerin Lepa Brena der Einfachheit halber in der Sprache veröffentlichte, in der das Gespräch geführt worden war: auf Serbisch.
    Kroatiens Intellektuelle sehen solche Wutszenarien und Drohgebärden mit Skepsis und Sorge, weil sie mit gutem Grund deren Fortwirken in Gegenwart und Zukunft fürchten. In der Tudjman-Ära, schreibt der Romancier Miljenko Jergovic in Richard Swartz' Textsammlung "Der Andere nebenan" (2007), sei Kroatien ein "Land des Hasses" gewesen. "Dieser Hass richtete sich weniger nach außen als nach innen. Gegen Teile der eigenen Gesellschaft, gegen die eigene Kultur, Geschichte, Identität und Sprache. In Kroatien wurden auch Wörter gehasst, wenn sie nicht hinreichend kroatisch klangen. Aber der Klang war häufig trügerisch."
    Auf der Leipziger Buchmesse, für die etwa 30 kroatische Autoren angekündigt sind, wird der Kampf um sprachliche Eigenständigkeit ein zentrales Thema sein. Allerdings werden Deutsche, die auf Ohrenhöhe mitdiskutieren wollen, schon im Vorfeld mindestens zwei Bücher kaufen müssen: Langenscheidt und Konsorten haben längst dem Sprachnationalismus Tribut gezollt und veröffentlichen für das Kroatische und das Serbische strikt getrennte Lexika. Serbokroatische Wörterbücher hingegen liegen nur noch in den Kellern der Antiquare - oder auf der Halde der Geschichte.

  8. #168

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    12.04.2007
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    16.107
    Hört endlich auf Verfluchte Romane zu schreiben , wenn ihr auf Intelektuell machen wollt , dann bitte woanders , oder glaubt ihr den Schrott liest jemand wirklich.

  9. #169
    Lance Uppercut
    Zitat Zitat von Perun Beitrag anzeigen
    Hört endlich auf Verfluchte Romane zu schreiben , wenn ihr auf Intelektuell machen wollt , dann bitte woanders , oder glaubt ihr den Schrott liest jemand wirklich.
    Schreiben??
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  10. #170
    Popeye
    Zitat Zitat von Perun Beitrag anzeigen
    Hört endlich auf Verfluchte Romane zu schreiben , wenn ihr auf Intelektuell machen wollt , dann bitte woanders , oder glaubt ihr den Schrott liest jemand wirklich.
    Falls du mich meinst, ich hab sie nicht geschrieben nur copy+paste

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