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Kroatische Ex-Lagerinsassen klagen gegen Serbien

Erstellt von TigerS, 24.11.2006, 10:20 Uhr · 11 Antworten · 1.645 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von TigerS

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    Kroatische Ex-Lagerinsassen klagen gegen Serbien

    Nach dem Fall der im Kroatien-Krieg umkämpften Stadt Vukovar hatte die Jugoslawische Volksarmee auch Zivilisten verhaftet und in Lagern der Vojvodina interniert. Nun klagen 19 Opfer in Belgrad gegen den Staat.

    Der serbische Fonds für Menschenrechte (FHP) hat Mitte November bei einem Belgrader Gericht Schadenersatzklage gegen Serbien im Namen von 19 Frauen und Minderjährigen aus Vukovar in Kroatien eingereicht. Die Kläger waren im November 1991 nach dem Fall von Vukovar von Angehörigen der Jugoslawischen Volksarmee (JNA) in die Lager Begejci und Stajicevo in der Gemeinde Zrenjanin sowie ins Gefängnis in Sremska Mitrovica gesperrt worden. Olivera Franicevic, die Anwältin des Fonds, erklärt DW-RADIO die Hintergründe der Klage: "Wir haben Klage gegen die Republik Serbien eingereicht, weil wir der Ansicht sind, dass die Republik Serbien verantwortlich ist für den Schaden, der diesen Leuten zugefügt wurde. Genauer gesagt ist die Jugoslawische Volksarmee verantwortlich für diese Lager in der Vojvodina, somit ist dem Gesetz nach die Republik Serbien verantwortlich."

    Internierung in Serbien

    Nach dem Fall von Vukovar am 20. November 1991 hatten sich mehr als 5000 Einwohner von Borovo Selo, Borovo Naselje und Vukovar den Einheiten der JNA ergeben, um daraufhin auf kroatisch kontrolliertes Territorium evakuiert zu werden. Entgegen dieser Vereinbarung inhaftierten die Einheiten der JNA die Zivilbevölkerung als Kriegsgefangene und schafften sie in Bussen und Lastwagen begleitet vom Militär nach Serbien. Dort hatte die JNA bereits Ende September 1991 Lager für Gefangene aus Kroatien eingerichtet.

    Laut Angaben des FHP waren von Ende September 1991 bis August 1992 in diesen Lagern mehr als 5000 Zivilisten aus dem kroatischen Donaugebiet interniert und mussten psychische und physische Folter erdulden. Olivera Franicevic: "Zeugenaussagen zufolge waren die Haftbedingungen ausgesprochen schlecht. Nicht zu vergessen, dass es November, Dezember war – winterliches Klima. Ferner waren sie in Begejci in Ställen untergebracht. Ohne auf nähere Einzelheiten einzugehen, reicht es schon aus, dass sie als Ustascha beschimpft, erniedrigt wurden und zum Singen von Tschetnik-Liedern gezwungen wurden". Erschwerend sei ferner, dass sie unmittelbar nach dem Fall von Vukovar inhaftiert worden seien und viele von ihnen keine Angaben über den Verbleib ihrer Angehörigen gehabt hätten. "Einige von ihnen haben vielleicht sogar an dem Tag noch einen nahen Verwandten beerdigt und sind dann ins Lager abgeführt worden", so die Anwältin der 19 Opfer, die zwischen 16 und 34 Tagen im Lager verbrachten. Danach wurden sie unter Vermittlung des Internationalen Roten Kreuzes ausgetauscht.

    Der FHP erinnerte zudem daran, dass die Inhaftierung von kroatischen Zivilisten in die Lager Begejci und Stajicevo sowie in Sremska Mitrovica im Herbst 1991 auch als ein Punkt der Anklage des UN-Kriegsverbrechertribunals gegen den verstorbenen serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic aufgeführt war und als Kriegsverbrechen bezeichnet wurde.



    http://www.balkanforum.at/modules.ph...e=newtopic&f=1

  2. #2
    Avatar von Schiptar

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    Quelle bitte. Ich finde das interessant, aber ich brauche eine offizielle Quelle, damit ich damit etwas anfangen kann.

  3. #3
    Avatar von TigerS

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    Zitat Zitat von Schiptar
    Quelle bitte. Ich finde das interessant, aber ich brauche eine offizielle Quelle, damit ich damit etwas anfangen kann.
    kommt gleich habs erst jetzt gesehen ^^

  4. #4
    Avatar von TigerS

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  5. #5
    Avatar von Schiptar

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    Hvala ti, stari! 8)

  6. #6
    Avatar von BestSerbia

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    Finde ich gut.

    Wenn im Gegenzug die serbischen und bosniakischen KZ-Insassaen Entschädigung bekommen, dann ist's ok.

    02. März 2006

    Kroatien: Acht Verurteilungen wegen Kriegsverbrechen

    Militärpolizisten wegen Misshandlung von inhaftierten serbischen Zivilisten für schuldig gesprochen

    Zagreb - Acht kroatische Militärpolizisten sind am Donnerstag wegen Kriegsverbrechen zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt worden. Sie seien für grausame Misshandlungen von inhaftierten serbischen Zivilisten im Marinestützpunkt Lora in Split 1992 verantwortlich, heißt es im Urteil des Kreisgerichts in dieser Adriastadt. Zwei der Inhaftierten waren an den Folgen der zugefügten Verletzungen gestorben. Die Strafen betragen zwischen acht und sechs Jahren Haft. Vier der in Abwesenheit Verurteilten sind seit Jahren auf der Flucht. (APA/dpa)

    http://derstandard.at/?url=/?id=2364405



    Der HVO benutzte zwischen September 1992 und April 1994 das Lager Heliodrom, südlich von Mostar, als Gefangenenlager zur Inhaftierung von bosnischen Muslimen aus Mostar. Die Anzahl Lagerinsassen betrug im Durchschnitt mehrere Tausend Personen, wobei geschätzt wird, dass bis maximal 6000 Gefangene gleichzeitig festgehalten wurden. Die Haftbedingungen im Konzentrationslager Heliodrom waren unmenschlich. Auch dieLager Fojno und Ljubuski, nördlich von Mostar, wurden für die Inhaftierung von bosnischen Muslimen verwendet. Die Gefangenen wurden oft besonders schweren Misshandlungen unterworfen und, bis zu ihrer Deportation zwischen April 1993 und März 1994, für Zwangsarbeit eingesetzt.

    In den Gemeinden Stolac und Capljina wurden im Jahr 1993 die meisten männlichen bosnischen Muslime verhaftet und unter grausamen Bedingungen festgehalten, teilweise auch getötet. Der HVO vertrieb systematisch bosnisch-muslimische Frauen, Kinder und ältere Personen aus ihrer Heimat und zerstörte ihre Häuser.

    Von April bis September 1993 benutzte der HVO das Militärgefängnis des Distrikts Dretelj zur Inhaftierung von serbischen Gefangenen und ungefähr 2700 bosnischen Muslimen. Die Gefangenen wurden geschlagen und waren grausamer Behandlung ausgesetzt, was zu schweren Verletzungen und Todesfällen führte. Im Zeitraum vom 8. Juni 1993 bis April 1994 wurde auch das Militärgefängnis des Distrikts Gabela in derselben Weise genutzt. Dort wurden jeweils bis zu 1200 männlicheMuslime – Zivilisten und Armeeangehörige, teilweise jünger als 16 oder älter als 60 Jahre alt – festgehalten. Auch hier waren Schläge und grausame Behandlung an der Tagesordnung, was ebenfalls zu schweren Verletzungen und Todesfällen führte. Ein grosser Teil der im Gefängnis von Gabela inhaftierten bosnischenMuslime wurden durch den HVO in andere Länder deportiert. In der Gemeinde Vares wurden zwei Schulen als Haftanstalten eingesetzt, wo bosnischeMuslime unter ähnlichen Bedingungen festgehalten wurden.



    http://www.trial-ch.org/de/trial-wat...prlic_493.html
    Trial Watch : Jadranko Prlic

  7. #7

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    In den Gemeinden Stolac und Capljina wurden im Jahr 1993 die meisten männlichen bosnischen Muslime verhaftet und unter grausamen Bedingungen festgehalten, teilweise auch getötet. Der HVO vertrieb systematisch bosnisch-muslimische Frauen, Kinder und ältere Personen aus ihrer Heimat und zerstörte ihre Häuser.
    boah diese schweine

  8. #8
    Avatar von BestSerbia

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    Erstmals hat das Uno-Kriegsverbrecher- tribunal in Den Haag auch Muslime wegen Verbrechen an bosnischen Serben verurteilt.

    Von Mark Schenker, Den Haag

    Gegen Serben hatte das Haager Tribunal schon mehrmals strenge Strafen verhängt. Jetzt hat es auch zwei Muslime zu zwanzig beziehungsweise 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Der 34jährige Hazim Delic wurde des Mordes, der Folter und der Vergewaltigung in 13 Fällen für schuldig befunden. Dem 25jährigen Esad Landzo legten die Richter Morde und Folterungen zur Last.

    Beide Verurteilte waren Wachleute im mittelbosnischen Konzentrationslager Celebici. Laut Zeugenaussagen sollen dort mehrere inhaftierte Serben mit Baseball-Schlägern und Brettern zu Tode geprügelt worden sein. Andere Gefangene wurden angezündet, vergewaltigt oder zu sexuellem Verkehr mit den eigenen Familienangehörigen gezwungen. Das KZ Celebici war 1992 errichtet worden, als kroatische und muslimische Truppen hauptsächlich von Serben bewohnte Dörfer in Mittelbosnien besetzt hatten.

    Verbrechen nicht verhindert
    Bloss teilweise schuldig gesprochen wurde der Lagerleiter von Celebici, der 43jährige Kroate Zdravko Mucic. Dieser habe sich zwar nicht selber an den Verbrechen gegen die serbischen Lagerinsassen beteiligt, hielt das Gericht fest, er habe aber auch nichts getan, um die Verbrechen seiner Untergebenen zu verhindern. Mucic habe seine Pflichten "stark vernachlässigt" und praktisch zugesehen, wie die "abscheulichen Verbrechen" geschehen seien, erklärte der Vorsitzende des Tribunals, Richter Adolphus Karibi-Whyte. Der kroatische Lagerkommandant erhielt deshalb 7 Jahre Gefängnis, wobei auch ihm die bisherige Untersuchungshaft von über zweieinhalb Jahren angerechnet wird.

    Kommandant freigesprochen
    Mangels eindeutiger Beweise freigesprochen wurde hingegen der bosnische Militärkommandant Zejnil Delalic, ranghöchster der vier Angeklagten. Das Lager Celebici war Delalic formell unterstellt gewesen. Einzelne Augenzeugen bestätigten, dass Delalic sich zumindest in einzelnen Fällen menschlich verhalten habe und beispielsweise zusätzliche Nahrungsmittel und Kleider habe verteilen lassen. Der Ankläger Grant Niemann bestand indessen darauf, dass Delalic die Übergriffe in Celebici selber angeordnet oder zumindest geduldet habe. Niemann will gegen den Freispruch Berufung einlegen.

    Mit seinen jüngsten Urteilen hat das Uno-Kriegsverbrechertribunal von Den Haag erneut gezeigt, dass es nicht einseitig gegen die Serben gerichtet ist, wie serbische Nationalisten immer wieder behaupten. Allerdings ist es bisher nicht gelungen, die eigentlichen Drahtzieher der bosnischen Tragödie - insbesondere Karadzic und Mladic oder gar den jugoslawischen Präsidenten Milosevic - in Den Haag zur Rechenschaft zu ziehen.

    Tages-Anzeiger, "Harte Strafen für muslimische KZ-Wächter", 17.11.1998

  9. #9
    Avatar von BestSerbia

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    30. November 2005
    UNO-Tribunal sprach Urteil gegen Kosovo-Albaner

    Belgrad/Den Haag (APA) - Vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag ist am Mittwoch ein erstes Urteil gegen angeklagte Kosovo- Albaner ausgesprochen worden. Es gab zwei Freisprüche und ein Haftstrafe von 13 Jahren. Drei Ex-Angehörigen der albanischen "Kosovo -Befreiungsarmee" (UCK), Fatmir Llimaj, Isak Musliu und Haradin Bala, waren Morde, Misshandlungen, Folter und unmenschliches Verhalten vorgeworfen worden.

    Das Tribunal sprach Llimaj und Musliu frei, verurteilte Bala aber zu 13 Jahren Haft. Der Tribunalssenat vertrat die Ansicht, dass es der Anklage nicht gelungen sei, die Verantwortung von Llimaj und Musliu für die angelasteten Kriegsverbrechen zu beweisen, weshalb er sie freigesprach. Der Senat ordnete ihre sofortige Freilassung an. Die Anklage hatte 20 Jahre Haft für Llimaj, 15 für Musliu und 18 für Bala verlangt.

    Der dritte Angeklagte, ein früherer Wächter in einem UCK- Gefangenenlager, Bala, wurde zu dreizehn Jahren Haft verurteilt. Einer der früherer UCK-Befehlshaber, später Fraktionschef der Demokratischen Partei im Kosovo-Parlament (Hashim Thaci), Fatmir Llimaj (34), sowie die UCK-Angehörigen Isak Musliu (35) und Haradin Bala (48) wurden der Ermordung von 24 Kriegsgefangenen im UCK- Gefangenenlager Lapushnik in Glogovac, Zentralkosovo, im Sommer 1998 angeklagt.

    Nachdem die Region um Lapushnik Ende Juli 1998 unter erneute Kontrolle der serbischen Streitkräfte gekommen war, wurde das UCK- Gefangenenlager aufgegeben. Beim Abzug wurden mehrere Gefangene erschossen.

    Llimaj wurde im Februar 2002 in Slowenien festgenommen und an das UNO-Tribunal überstellt. Musliu und Bala wurden gleichzeitig von den internationalen Schutztruppen (KFOR) im Kosovo verhaftet. Der Prozess gegen die drei UCK-Angehörige hatte im November 2004 begonnen.

    http://www.vienna.at/engine.aspx/pag...ws-nachrichten

  10. #10
    Avatar von Ravnokotarski-Vuk

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    Zitat Zitat von KingMilo
    In den Gemeinden Stolac und Capljina wurden im Jahr 1993 die meisten männlichen bosnischen Muslime verhaftet und unter grausamen Bedingungen festgehalten, teilweise auch getötet. Der HVO vertrieb systematisch bosnisch-muslimische Frauen, Kinder und ältere Personen aus ihrer Heimat und zerstörte ihre Häuser.
    boah diese schweine
    Hrvatsko Cvijeće :wink:

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