http://www.tirana.diplo.de/de/06/Bil...eziehunge.html

Bilaterale Kulturbeziehungen
Grundlage der bilateralen Kulturbeziehungen ist das 1995 unterzeichnete Kulturabkommen, das noch nicht in Kraft gesetzt wurde, aber dennoch vorläufig anwendbar ist.

Seit 1992 ist in Tirana der DAAD durch einen Lektor vertreten, der an der Deutsch-Abteilung der Universität Tirana Germanistik unterrichtet und Studien- und Stipendienberatung anbietet. Im Jahr 1999 wurde in Trägerschaft des Instituts für Internationale Zusammenarbeit des Deutschen Volkshochschulverbandes das „Projekt Erwachsenen-bildung in Albanien“ (PARSh) etabliert, das neben berufsbildenden Kursen auch Sprachkurse anbietet. Ein Fachberater der Zentralstelle für das Auslands-schulwesen und zwei Programmlehrer unterrichten außerdem an den Fremdsprachen-mittelschulen in Tirana, Shkodra, Elbasan und Korça, aus denen sich die Studierenden der Universitäten Elbasan, Shkodra und Tirana rekrutieren.

Im April 2001 wurde in Tirana aus Mitteln des Stabilitätspaktes das Deutschzentrum eröffnet, das von einem Vertreter des Goethe-Instituts geleitet und bislang in Trägerschaft von PARSh betrieben wurde. Das Deutschzentrum bietet Sprachkurse an und führt Fortbildungen für Deutschlehrer durch. Im Laufe des Jahres 2005 soll das Deutschzentrum in die Träger-schaft der am 3. November 2004 gegründeten Deutsch-albanischen Kulturgesellschaft „Robert Schwartz“ überführt werden.

Mit der Etablierung der Kulturgesellschaft wurden die deutsch-albanischen Kulturbeziehungen auf eine neue Grundlage gestellt. Hauptaufgabe des gemeinnützigen Vereins ist die Förderung dieser Beziehungen durch die Organisation eigener kultureller Veranstaltungen, die Förderung des kulturellen Austauschs zwischen Albanien und Deutschland, aber auch die Bündelung der Aktivitäten der verschiedenen deutschen Kulturmittlerorganisationen. Angestrebt ist der Abschluss von Kooperationsabkommen, insbesondere mit dem Goethe-Institut. Der Namensgeber der Gesellschaft ist der verstorbene deutsch-albanische Dichter und Übersetzer Robert Schwartz. Zu den Gründungsmitgliedern zählen unter anderem Bildungsminister Luan Memushi, Kulturminister Blendi Klosi, der Bürgermeister von Tirana, Edi Rama, sowie Botschafter Hans-Peter Annen.

In den vergangenen Jahren hat sich Deutschland auch für den Erhalt und die Pflege albanischer Kulturgüter engagiert. So fanden zum Beispiel das National-museum für mittelalterliche Kunst in Korca, das eine bedeutende Ikonensammlung beherbergt, und das weltberühmte Marubi-Fotoarchiv Unterstützung in Form von Geräten zur Holzwurmbekämpfung bzw. Unterweisung in moderne Restaurationstechniken. Im südalbanischen Voskopoja wirkt eine deutsche Wissenschaftlerin an einem Projekt zur Restaurierung der Fresken in den dortigen orthodoxen Klöstern mit, das federführend von der französischen Organisation „Patrimoine sans frontières“ durchgeführt wird.

Auch der wissenschaftliche Austausch zwischen Deutschland und Albanien hat sich in den letzten Jahren intensiviert. Die drei Universitäten in Tirana halten zu den Universitäten in Bamberg, Bonn, Jena, Potsdam und Siegen regelmäßige Kontakte, in deren Rahmen es zum gegenseitigen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern sowie Gast-vorlesungen kommt. Im September 2004 nahm erstmals ein deutscher Student ein einjähriges Auslandsstudium an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Tirana auf. Albanische Studierende und Wissenschaftler nehmen regelmäßig an Austauschprogrammen des DAAD und der Alexander-von-Humboldt-Stiftung teil; von beiden Organisationen haben sich in Albanien Alumnivereine gegründet, die im Februar 2005 eine gemeinsame wissenschaftliche Konferenz in Tirana durchgeführt haben. Zudem haben pro Jahr drei Absolventen albanischer Universitäten die Möglichkeit, am Deutschen Bundestag ein „Internationales Parlamentspraktikum“ zu absolvieren.