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Kurdischunterricht in der Türkei

Erstellt von Adem, 12.06.2012, 20:58 Uhr · 37 Antworten · 2.659 Aufrufe

  1. #31
    Kejo
    Zitat Zitat von Heraclius Beitrag anzeigen
    Jetzt wo im Nordirak ein faktisch unabhängiger Kurdenstaat entstanden ist merkt die türkische Regierung offenbar, dass das sogenannte Kurdenproblem nicht allein mit Repression und Negierung der kurdischen Identität und Sprache zu lösen ist. Wünschenswert, dass die Türken sich dazu durchringen der Pkk den Nährboden zu entziehen, indem sie ihren Minderheiten wirklich "reelle" Autonomierechte gewähren. Wenn ich mir hier einige Beiträge von Türken so durchlese, glaube ich aber kaum daran. Ansonsten wird die Perspektive wohl die eines mittelfristigen Zusammengehens der Kurden in der Osttürkei mit den Kurden des Nordirak sein.

    Heraclius
    Ach, Du irrst, wenn Du glaubst, dass alle Kurden respektive Zazas so uneingeschränkt türkeifeindlich sind. Ich erinnere gerne daran, dass auch ich in rassistischen Kategorien gedacht kein Türke bin. Trotzdem bin ich es, sind es sogar Hunderttausende, weil wir türkisch erzogen worden sind - auch und gerade hier in Deutschland. Fakt ist, in der Türkei leben ca. 15 Mio. Kurden. Ein weiteres Faktum ist, würden diese 15 Millionen auf Teufel komm raus sich von der Resttürkei abspalten wollen, wäre dies schon längst geschehen. Kein Staat kann Jahrzehnte Millionen Bürger in einem bestimmten Teil des Landes unterdrücken, ohne mit schwerwiegenderen Konsequenzen rechnen zu müssen.

    Eins muss man sich klarmachen:

    Die PKK war in der ersten Hälfte der Geschichte der Türkei gar nicht da, erst ab den 80er Jahren taucht dieses Phänomen auf. Wenn von 15 Millionen 5.000 in den Bergen kämpfen, von diesen 5.000 aber die überwältigende Mehrheit nicht einmal Türkei-Kurden sind, dann zeigt mir das, dass die Probleme in der Türkei noch groß sind, aber niemals einen Punkt erreicht haben, der die territoriale Integrität dieses Landes ernsthaft in Frage stellt. Viele dieser Kurdistan-Kurden in Deutschland und Europa sind gerade Flüchtlinge aus dem Nahen Osten, die ja aufgrund ihrer Aktivitäten aus ihren Heimatländern geflohen sind. Das verzerrt das Bild und die Wahrnehmung in Europa etwas.

    Der Islam spielt hier eine sehr wichtige Rolle. Viele Kurden gehen auf Distanz zu der PKK, weil sie offen islamfeindlich ist. Es gibt Videos im Internet aus ihren Camps, wo sie sich über praktizierende Muslime und Muezzine lustig machen, erniedrigen und sie nachäffen. Das kommt bei den frommen Kurden alles andere als gut an. Oder die angeblich pro-kurdischen Imame, die predigen, zu Hause drei Kinder haben, aber am nächsten Tag in Bodrum am Pool mit ihrer Affäre gefilmt werden.

    All das wird in der Türkei lang und breit diskutiert, taucht aber in den europäischen Medien kaum auf. Die Türkei hat weniger Angst vor einem Kurdenstaat im Süden, den sie mittlerweile de facto anerkannt hat. Die Kurden aus dem Norden des Iraks sind auf die Türkei als Tor zum Westen und zu seinen Absatzmärkten angewiesen. Ihr Öl wird über die Türkei verkauft, nicht über das Bürgerkriegsland Syrien oder dem Israelfeind Iran. Auch nicht über den Restirak, der im Falle einer Abspaltung womöglich sogar militärisch gegen den Norden vorgehen könnte. Ihr Wasser kommt aus der Türkei, die modernsten Schulen und Unis im Norden des Iraks wurden von Türken gegründet, ohne die Türkei könnte die Freude um die Unabhängigkeit zu einem Pyrrhussieg verkommen.

    Türkische Unternehmen bauen Flughäfen, Straßen und Gebäudekomplexe, kurz gesagt das Land dort auf. Umgekehrt ist der Irak nach Deutschland zum größten Absatzmarkt für türkische Produkte geworden und wird nach Prognosen sogar bald wichtiger als Deutschland werden. Die gegenseitige Abhängigkeit steigt.

    Ich habe keine Angst vor einem Kurdistan, im Gegenteil. Die Lage sieht so aus, dass die Türkei am Ende sogar einen engen Verbündeten an ihrer Südostgrenze gewinnen könnte. Legt die PKK, die auch im Norden des Iraks durch die kurdische Regierung langsam unter Druck gerät, erst einmal ihre Waffen nieder, wird sich die Türkei immens entfalten. Noch stärker als bisher, das sagen auch westliche Analysten voraus. Dann wird ihr Einfluss vom Balkan bis zur arabischen Halbinsel und vom Maghreb bis nach Pakistan reichen, also in der islamischen Welt.

    Ich bin kein Pessimist. Jede Veränderung bringt auch Chancen mit sich und diese wird die Türkei ergreifen. Und mit solchen Schritten, wie ein Kurdologiestudium an türkischen Unis, Kurdischunterricht in den Schulen, kurdische Radio- und Fernsehsender, geht sie in die richtige Richtung. Bald will die staatliche Anadolu Nachrichtenagentur sogar auf Kurdisch News ausgeben. Zu viel hat sich die Türkei aufgebaut in den letzten 10 Jahren, um es durch Ignoranz vor den eigenen Problemen wieder zu verlieren.

    Sie wird schon den richtigen Weg finden. Komme, was wolle.

  2. #32

    Registriert seit
    28.03.2012
    Beiträge
    654
    Wer möchte Kurdischuntericht ?

    In der größten Stadt im Südosten der Türkei Diyarbakir anscheinend nicht viele.

    Von den derzeit knapp 36.000 5. Klässlern denen mit unter anderem Kurdischunterricht angeboten wird entschieden sich

    Schüler

    12.955 die Lehren des Koran,
    10.975 das Leben des propheten Muhammed (sav.),
    10.878 angewandte Mathematik,
    6.835 Fremdsprachen,
    5.570 Ethik,
    4.454 Sport,
    4.321 Lyrik,
    3.705 Kurdisch,
    usw. ...

    Diyarbak

  3. #33
    Avatar von TuAF

    Registriert seit
    10.02.2009
    Beiträge
    9.224
    Zitat Zitat von Destan Beitrag anzeigen
    Wer möchte Kurdischuntericht ?

    In der größten Stadt im Südosten der Türkei Diyarbakir anscheinend nicht viele.

    Von den derzeit knapp 36.000 5. Klässlern denen mit unter anderem Kurdischunterricht angeboten wird entschieden sich

    Schüler

    12.955 die Lehren des Koran,
    10.975 das Leben des propheten Muhammed (sav.),
    10.878 angewandte Mathematik,
    6.835 Fremdsprachen,
    5.570 Ethik,
    4.454 Sport,
    4.321 Lyrik,
    3.705 Kurdisch,
    usw. ...

    Diyarbak

    nur mit guten türkisch kenntnissen findet man einen job in der türkei von daher ist das normal,das nur wenige diese iranische sprachzweig lernen möchte.

    unsere kurdischstämmigen türken sind sehr gläubige muslime wie man sieht

  4. #34
    Bendzavid
    Zitat Zitat von TuAF Beitrag anzeigen
    nur mit guten türkisch kenntnissen findet man einen job in der türkei von daher ist das normal,das nur wenige diese iranische sprachzweig lernen möchte.

    unsere kurdischstämmigen türken sind sehr gläubige muslime wie man sieht
    Was hat das erlernen der Muttersprache mit dem Islam zu tun? Die jüngeren haben anscheinend einfach kein Interesse, was ich nicht verstehen kann denn jede Sprache die man erlernt und kann ist eine Bereicherung- JEDE.

  5. #35
    Shan De Lin
    Zitat Zitat von FloKrass Beitrag anzeigen
    Die Kurden müssen eine politische und kulture Autonomie in der Türkei genießen, alles darunter wird nur Probleme für die Türkei mit sich bringen und das Land in seinem Fortschrit verhindern. Mit einem lächerlichen Sprachunterricht ist das Kurdenproblem in der Türkei nicht zu lösen.
    es ist schonmal zumindest ein anfang

  6. #36
    Avatar von Vasile

    Registriert seit
    14.07.2005
    Beiträge
    4.031
    Wenn ich ein Türke wäre, dann würde ich die Abspaltung Kurdistans befürworten. Der Kurdistan ist wirtschaftlich sowieso nur eine Last für die Türkei. Außerdem wollen die Menschen dort sowieso nicht der Türkei gehören. Das Gebiet ist auch ein Krisenherd und es grenzt auch an ziemlich problematischen Staaten. Ein freier Kurdistan könne als Pufferzone für die Türkei besser dienen.

  7. #37
    Avatar von Shisha

    Registriert seit
    08.06.2011
    Beiträge
    85
    ich denke auch das es nicht viel bringen wird kurdishunterricht
    konflikt zwischen Türken und Kurden wird es leider immer geben

  8. #38
    Bendzavid
    Zitat Zitat von Shisha Beitrag anzeigen
    ich denke auch das es nicht viel bringen wird kurdishunterricht
    konflikt zwischen Türken und Kurden wird es leider immer geben
    Man muss unterscheiden. Die PKK hat längst nicht die Unterstützung beim kurdischen Volk die sie mal hatte und selbst die Kurdepartei müsste doch überragende Ergebnisse erzielen bei Wahlen. Die Mehrheit der Kurden wählt anscheinend lieber Erdogan und die AKP. Wenn ein Volk von 15-20.000.000 sich geschlossen abspalten will dann glaube mal wäre das schon längst geschehen.

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