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Im Land des erhöhten Blutdrucks

Erstellt von Emir, 20.03.2009, 23:30 Uhr · 22 Antworten · 971 Aufrufe

  1. #1
    Emir

    Im Land des erhöhten Blutdrucks

    In der Republika Srpska, dem kleineren Landesteil von Bosnien-Herzegowina, wird so getan, als wäre die Serbenrepublik ein unabhängiger Staat


    • Der Präsident der Republika Srpska, Rajko Kuzmanovic, seine Frau Milica und der Premier der RS, Milorad Dodik, beim Seifenblasen.


    Die Republika Srpska ist der kleinere Landesteil von Bosnien-Herzegowina. Hier wird allerdings so getan, als wäre die Serbenrepublik ein unabhängiger Staat, und auch ein bisschen so, als befände man sich in Serbien.


    ***
    "Willkommen in der Republika Srpska" steht auf einer riesigen Tafel am Grenzübergang Gradiska zwischen Kroatien und Bosnien-Herzegowina. Als bosnisches Staatssymbol steht vereinsamt nur eine unscheinbare, zwergenkleine Fahne im hintersten Eck der Grenzstation. "Ist eben Pflicht", sagt ein Zollbeamter lächelnd. "Nicht, dass wir sie hier brauchen."
    Bosnien hat zwar eine einheitliche Grenzpolizei und Armee, die meisten Serben identifizieren sich aber nicht mit dem Zentralstaat, der aus der serbischen Entität "Republika Srpska" (RS) und der bosniakisch-kroatischen Föderation besteht. In Sarajevo protestierte man gegen das Willkommensschild an der Grenze. Die Tafel wurde einige Meter weiter in das Territorium der RS verlegt, dorthin, wo die Zentralregierung nichts zu sagen hat.
    Auf der kroatischen Seite der Grenze steht ein von Granatsplittern beschädigtes Gebäude, Spuren des vor vierzehn Jahren beendeten Bürgerkriegs. Wenn man von Bosnien spricht, ist in der RS stets von "uns und den anderen" die Rede. Nicht anders ist es in der Föderation. Der tiefe Riss durch die Völker, den der Krieg hinterlassen hat, ist überall zu spüren.
    Während man in Sarajevo von der RS als einer "Schöpfung des Völkermords" spricht und ihre im Abkommen von Dayton garantierten Elemente der Eigenstaatlichkeit abschaffen möchte, spricht man in Banja Luka von "den Muslimen, die den Serben und Kroaten ihren islamischen Willen aufdrängen wollen".Versuche, eine gemeinsame Zukunft aufzubauen, enden in der unaufgearbeiteten Kriegsvergangenheit und in Vorwürfen. Medienberichte ähneln den Pamphleten der nationalistischen Politik und tragen zur Spaltung bei.
    Bosnien ist ein Land des chronisch erhöhten Blutdrucks, schreiben lokale Zeitungen. In Banja Luka, der Hauptstadt der RS, tragen die Straßen die Namen von "Helden" aus Serbien, überall kann man Zeitungen aus Serbien kaufen, oft kann man auch mit dem serbischen Dinar bezahlen und nicht nur mit der bosnischen konvertiblen Mark. Wenn die serbische Nationalmannschaft spielt, wird sie in der RS angefeuert, wegen bosnischer Fußballer schaltet niemand den Fernseher ein. Außer dem bosnischen Dialekt weist wenig darauf hin, dass man sich in Bosnien befindet. Als man am 1. März in Sarajevo den Tag der Unabhängigkeit feierte, machte man in der RS Witze darüber.
    Siebzehn Stockwerke
    Die Cafés rund um die Fußgängerzone in Banja Luka sind luxuriös ausgestattet. Das neue administrative Zentrum der RS, das rund 100 Millionen Euro gekostet hat, dominiert das Viertel. Um die modernen Hochhäuser sprudeln Springbrunnen, aus Lautsprechern dringt leise Musik. Die Kapazitäten des Regierungsgebäudes mit seinen siebzehn Stockwerken übertreffen bei weitem die administrativen Notwendigkeiten des Landesteils, sie entsprechen jenen eines unabhängigen Staates. Ebendieser Eindruck soll bei in- und ausländischen Gästen erweckt werden, munkeln die Beamten.
    In Sarajevo hat die Ermittlungsbehörde Sipa gegen den Premier der RS, Milorad Dodik, wegen Veruntreuung beim Bau des Regierungskomplexes ermittelt. "Das ist ein Hirngespinst", sagt Pero Simiæ, der Berater Dodiks, zum Standard. Dodik sei der Föderation ein Dorn im Auge, weil er keinen Millimeter von der Staatlichkeit der RS abweicht. Die Ermittlungen sollten nur dem neuen internationalen Bosnien-Beauftragten als Ausrede dienen, Dodik eventuell abzulösen. Für Valentin Inzko wird es also nicht einfach. Die Bosniaken erwarten, dass er von seinen Vollmachten Gebrauch macht und die RS in die Knie zwingt. Dodik droht aber in diesem Fall, alle Serben aus den gesamtbosnischen Institutionen zurückzuziehen. (Andrej Ivanji aus Banja Luka/DER STANDARD, Printausgabe, 21./22.3.2009)
    derStandard.at

  2. #2

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    Wie die Kiddies

    Langsam geht mir die Politik aus Bosnien auf die Nerven

  3. #3
    Avatar von Caesarion

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    7.453
    Könnt ihr nicht einfach nur Südslawen sein?

  4. #4
    Pray4Hope
    Zitat Zitat von GrEeKStYlE Beitrag anzeigen
    Könnt ihr nicht einfach nur Südslawen sein?
    Danke, nein, das waren wir schon ein paar mal. (Pssst -> Jugoslawe bedeutet Südslawe)

  5. #5
    Emir
    Ich bin Slave, ob jetzt Süd oder Ost spielt keine Rolle, das Problem ist, das es immer noch zu viele Leute gibt die aber denken, das z.B jemand wie ich ein Türke bin

    Nur die Religion spaltet uns.... dumm bleibt dumm ...

  6. #6

    Registriert seit
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    Zitat Zitat von Emir88 Beitrag anzeigen
    Ich bin Slave, ob jetzt Süd oder Ost spielt keine Rolle, das Problem ist, das es immer noch zu viele Leute gibt die aber denken, das z.B jemand wie ich ein Türke bin

    Nur die Religion spaltet uns.... dumm bleibt dumm ...
    Eben. Und nur Idioten würden die Bosnjaken als Türken beschimpfen aber gleichzeitig beteuern, dass sie dasselbe Volk sind

    Von daher jedan narod jedan smisao

  7. #7
    Avatar von Caesarion

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    Zitat Zitat von Pray4Hope Beitrag anzeigen
    Danke, nein, das waren wir schon ein paar mal. (Pssst -> Jugoslawe bedeutet Südslawe)
    Weiss ich... klugscheisst wohl gerne, huh? Kommt auch mal was sinnvolleres, du Bettler der Hoffnung?

    Yugos als Kommunisten, aber heute wäre es bei den nicht kommunistischen Staatsformen, etwas anderes, denkste nicht?

    (psssst -> Kommunismus herrscht schon lange nicht mehr bei den Ex-Yugo Ländern)

  8. #8

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    Zitat Zitat von Pray4Hope Beitrag anzeigen
    Danke, nein, das waren wir schon ein paar mal. (Pssst -> Jugoslawe bedeutet Südslawe)
    Wer hat dich gefragt, als Deutscher hast du diesbezüglich wenig zu melden

  9. #9

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    Zitat Zitat von GrEeKStYlE Beitrag anzeigen
    Weiss ich... klugscheisst wohl gerne, huh? Kommt auch mal was sinnvolleres, du Bettler der Hoffnung?

    Yugos als Kommunisten, aber heute wäre es bei den nicht kommunistischen Staatsformen, etwas anderes, denkste nicht?

    (psssst -> Kommunismus herrscht schon lange nicht mehr bei den Ex-Yugo Ländern)
    *ironiegenieß*

    Wäre auch meine Idee, ein Mehrparteiensystem, aber keine nationale Parteien

  10. #10
    Avatar von Caesarion

    Registriert seit
    17.08.2008
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    Zitat Zitat von Mastakilla Beitrag anzeigen
    *ironiegenieß*

    Wäre auch meine Idee, ein Mehrparteiensystem, aber keine nationale Parteien
    In wie fern? Für jede Ethnie jeweils eine?

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