Die Lügenmaschine der NATO-Medien
„Völkermord im Kosovo?“
von Edward S. Herman und Edward S. Herman
ZNet 01.05.2000

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Das „humanitäre“ Unternehmen der NATO im Kosovo ist auf einer Struktur von Lügen errichtet worden, von denen viele direkt aus dem NATO-Hauptquartier und von Offiziellen der NATO-Mächte stammen und die von den Mainstream-Medien der NATO-Staaten unkritisch übernommen worden sind. Eine der großen Ironien der Operation „Vereinigte Streitkräfte“, dem Blitzkrieg der NATO gegen Serbien im Jahre 1999, war, dass Jugoslawiens Übertragungsanlagen bombardiert wurden aufgrund der Behauptung, dass sie „Lügenmaschinen“ seien , die dem jugoslawischen Kriegsapparat nützten. Dies wurde den NATO-Medien gegenübergestellt, die nach Ansicht der NATO-Offiziellen und dementsprechend auch nach Meinung des Medienpersonals „objektiv“ berichteten und, wie es Richard Holbrooke beschrieb, „exemplarische“ Berichterstattungen geliefert haben. Den führenden MedienproduzentInnen und JournalistInnen kam nie der Gedanke, dass sie Holbrookes Lob in Verlegenheit bringen sollte – obschon wir vermuten, sollte Slobodan Milosevic die serbische Medienperformance als „exemplarisch“ loben, dass ihre Gegenspieler im NATO-Block dies als Beweis für die Anschuldigung der „Lügenmaschine“ gedeutet hätten. Diese Doppelmoral ist tiefgehend.

Ein bedeutender Grund für die Deckungsgleichheit der Medienmeinung und der Holbrooks war die Selbstgerechtigkeit, die die Operation „Vereinigte Streitkräfte“ begleitete. Der Glaube, dass die NATO einen „gerechten Krieg“ gegen einen teuflischen Feind führe, ist über die vorherige Dekade (10 Jahre) so gut aufgebaut worden, dass die Medien „den Sprung ins Team“ und demzufolge die Werbung für die kriegerischen Anstrengungen als perfekte Konsequenz ihrer „objektiven“ Berichterstattung verstanden. Diese Perspektive (Sichtweise, Betrachtungsweise), die von den meisten Regierungen und Medien außerhalb der NATO oder von energischen, aber marginalisierten (an den Rand abgedrängten) Medien innerhalb der NATO-Staaten nicht geteilt wurde, war vom Standpunkt der NATO-Kriegsmanager aus gesehen ideal, da sie ihre Mainstream-Medien de facto in eine Propagandaarme der NATO verwandelte. Letztendlich gab das der NATO und ihren führenden Mitgliedern die Freiheit die internationale Meinung und internationale Gesetze zu ignorieren – und zu zerstören und zu töten –, was allerdings wesentlich mühseliger zu erreichen gewesen wäre, wenn die Leistung der Medien weniger „exemplarisch“ ausgefallen wäre.

Politisierter Völkermord

Es ist einer der vielen Erfolge der Lügenmaschine der NATO-Medien gewesen, den Serben für ihre Operationen im Kosovo das Etikett „Völkermord“ anzustecken.

http://www.zmag.de/artikel.php?id=348