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Mazedonien, Montenegro und Albanien wollen Beziehungen ausbauen


Zum 4. Mal trafen sich in Ohrid Vertreter von Mazedonien, Montenegro und Albanien. Der Aufbau stabiler Beziehungen, dauerhafte Sicherheit und Kooperation in der Region und Europa sind das Ziel der Trilaterale.

Am 10. Mai haben sich der mazedonische Ministerpräsident Vlado Buckovski, der montenegrinische Ministerpräsident Milo Djukanovic und der stellvertretende albanische Ministerpräsident Namik Dokle im mazedonischen Ohrid getroffen. Nach dem Treffen erklärten sie auf einer Pressekonferenz einhellig, sie verfolgten das gleiche Ziel: ihre Sicht auf die Zukunft stimme überein und die Vergangenheit müsse in Vergessenheit geraten.



Fortschritte bei der EU-Annäherung



Die an dieser Trilaterale teilnehmenden Länder sowie die übrigen Länder aus der Region wären bis 2015 Teil des vereinten Europa, sagte Vlado Buckovski voller Zuversicht. Milo Djukanovic betonte, einige Länder hätten bereits Fortschritte auf dem Weg in die EU erzielt oder befinden sich auf dem besten Weg dazu. Er äußerte gegenüber seinen Kollegen in Ohrid seine Zufriedenheit darüber, dass sich die Lage in der ganzen Region zum Besseren wende.



Kosovo-Status von regionalem Interesse



Buckovski sagte, ein großes Problem für die Beziehungen zwischen Serbien und Montenegro stelle die Forderung nach Unabhängigkeit dar. Doch diese Frage hänge sehr von den Bürgern Montenegros ab, die bei einem Referendum darüber entscheiden würden. Mazedonien sei seinerseits auch sehr an dem Ergebnis der bevorstehenden Verhandlungen zwischen Belgrad und Pristina unter Vermittlung der internationalen Gemeinschaft interessiert. Mazedonien, Albanien und Montenegro seien Nachbarn, auf die sich ein Erfolg oder Misserfolg der Verhandlungen über den endgültigen Status dieser Provinz auswirke.



Freihandelszone vorgeschlagen



Albaniens stellvertretender Ministerpräsident Namik Dokle erklärte, die politischen Beziehungen würden auf einem soliden Fundament ruhen. Die Wirtschaftsbeziehungen könnten indes verbessert werden. Ferner sei eine Kooperation in den Bereichen Transport, Infrastruktur. Es sollten zudem regionale Investitionsfonds gegründet und gemeinsame Anstrengungen unternommen werden, um ein Freihandelsabkommen abzuschließen.



Abschließend unterzeichnete die Troika in Ohrid eine Initiative für den Bau einer adriatisch-ionischen Straßenverbindung, des Korridors 8 und 10 sowie für die Bildung einer südosteuropäischen Energiegemeinschaft. Das kommende trilaterale Treffen findet in Tirana statt.



Milce Jovanovski, Ohrid

DW-RADIO/Mazedonisch, 10.5.2005, Fokus Ost-Südost