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Was meint ihr, dieser Einsturz da in Köln...

Erstellt von Noodles, 08.03.2009, 15:58 Uhr · 29 Antworten · 1.579 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Noodles

    Registriert seit
    16.01.2009
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    684

    Was meint ihr, dieser Einsturz da in Köln...

    dieser Einsturz da in Köln...
    ist das ein Signal dafür, dass sich das Abendland endgültig verabschiedet?


    Eine Metapher, dass alles in den wohlhabenden Ländern zusammenstürzt?

    Man leistete sich eigentlich alles: Vom herbei gewunkenen Arbeits-Immigranten(Sklaven), den man heute nicht mehr los wird, über eine ausgebeutete, in schlechter Bildung und schlechter Laune belassenen Unterschicht bis hin zu großen Abzockern auf allen Ebenen. Noch immer macht man sich über Sozialismus und Kommunismus lustig, fühlt sich unendlich überlegen, dabei hatte der Sozialismus vor allem ein Freiheits-, ein Demokratiedefizit (man sollte nicht vergessen, dass er vom Westen wirtschaftlich heftig bekämpft wurde) - und am Ende nur einen BRUCHteil der Schulden, die westeuropäische Länder heute verbuchen müssen.

    Schlimm ist nur, dass diese „Metapher“ jetzt auch noch Menschenleben gefordert hat.

    In Leipzig baut man auch einen Tunnel. Unter eine eher kleine City, um eine unbedeutende, wenig benutzte S-Bahn zwei Haltestellen unter die Erde zu verlegen; da gab es viel Protest, weil das wenig sinnvolle Vorhaben eine Milliarde DM zu verschlingen drohte. Mittlerweile sind es wohl weit über eine Milliarde EURO... und man hat Braunkohle gefunden, was jedem Einheimischen vorher klar war, weil rings um alles auf Kohle steht... und durch Braunkohle kann man keinen Tunnel bauen, also man kommt auch nicht voran...
    Und irgendwann kann leicht etwas ähnliches passieren wie in Köln.

    In einem meiner Lieblingsfilme, „Tienschan oder Blaue Berge“, einer georgischen Komödie aus dem Jahr 1983 stürzt am Ende ein Verlagshaus ein, in dem alles gemacht wurde (jede Menge Versammlungen, die nicht zu Ende geführt werden, Sprachunterricht, Schach gespielt, sinnlose Bauarbeiten, es wird Wein gekeltert, Unterhaltungskünstler treten auf, es wird Gift gelagert) - nur keine Bücher herausgegeben.
    Der Film war eine Weile verboten, weil er das Ende der Sowjetunion einläutete.

    In Deutschland wusste man lange nicht wohin mit dem Geld. Klar, abgeben wollte man auch nicht zu viel davon. In andere Länder oder so. Als Nokia nach Rumänien gegangen ist - was für das System einer kapitalistischen Marktwirtschaft völlig logisch ist, und dieses System hat man sich ja gewählt - hat man geschrien wie lange nicht mehr.
    Jetzt hat man wohl entschieden, das Geld zu verbrennen.

    Was also denkt ihr wird passieren?
    (Ich habe keine Angst, habe auch nicht viel zu verlieren, aber es könnte natürlich trotzdem passieren, dass mir mein Grinsen im Gesicht stecken bleibt, weil ich doch betroffen sein werde...)

  2. #2

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    20.935
    Was für ein Blödsinn
    Geht die USA den Bach runter, nur weil die beiden Türme eingestürzt sind, oder China, nachdem ein Hochhaus ausgebrannt ist?

  3. #3
    Avatar von Noodles

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    Zitat Zitat von Mastakilla Beitrag anzeigen
    Was für ein Blödsinn
    Geht die USA den Bach runter, nur weil die beiden Türme eingestürzt sind, oder China, nachdem ein Hochhaus ausgebrannt ist?
    Das eingestürzte Haus war als Bild gemeint. Es geht gerade einiges den Bach hinunter. Und man tut so, als hätte man es in Griff. Die Deutschen sind keine Krisen mehr gewöhnt.
    Amerika immerhin war nach dem Einsturz der Türme anders als zuvor.

  4. #4
    ökörtilos
    Das mit dem "Untergang des Abendlandes" ist vieleicht ein wenig dick aufgetragen,aber im Prinzip kann ich dir nur Recht geben.
    Tatsächlich steht der sogenannte "Westen" vor enormen wirtschaftlichen und geopolitischen Veränderungen.Deutschland,aber auch viele andere Industrieländer sind hoch verschuldet und stehen vor gewaltigen Problemen.Das angesichts dieser Tatsachen immer gigantomanischere und unsinnigere Bauprojekte vorangetrieben werden,zeugt von der Aufgeblasenheit der Führung und des Systems an sich.
    Du sprachst davon wie sich die Potagonisten des Systems über den Sozialismus lustig machen.Dabei stehen ebendiese vor der gewatigen Misere die sie sich mit dem Neoliberalismus und der Deregulierung der Märkte selber geschaffen haben.Die Schwächen des Kapitalismus zeigen sich in diesen Tagen nur allzu offen.
    Was also denkt ihr wird passieren?
    (Ich habe keine Angst, habe auch nicht viel zu verlieren, aber es könnte natürlich trotzdem passieren, dass mir mein Grinsen im Gesicht stecken bleibt, weil ich doch betroffen sein werde...)
    Es scheiden sich die Geister darüber was die Zukunft bringen wird,und auf welche Art und weise jeder einzelne davon berührt sein wird.
    Fest steht das die globalisierte Weltwirtschaft in ein (selbstgegrabenes) Loch gefallen ist,aus dem sie so schnell nicht wieder emporklettern wird.Ich bin schon jetzt gespannt,wie sie den Schuldenberg der nun durch etliche"Konjunkturpakete aufgetürmt wird,abzahlen wollen.Man kann sich mit Sicherheit auf härtere Zeiten gefasst machen.

  5. #5
    Avatar von Noodles

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    684
    Zitat Zitat von ökörtilos Beitrag anzeigen
    Die Schwächen des Kapitalismus zeigen sich in diesen Tagen nur allzu offen.
    Ja, und ich weiß eben nicht, ob ich Lachen oder Weinen soll. Eigentlich wünsche ich diesen Besserwissern, den "Siegern der Geschichte", dass sie gewaltig auf die Fresse fliegen; aber sie selbst werden es eben nicht ausbaden.
    Und sie denken nur an dieses Kotz Wachstum. Abwrackprämie, Atomenergie. Über Innehalten, über Sparen, über Nachhaltigkeit denkt niemand nach.
    Ich weiß natürlich, dass das 'ne sehr deutsche Diskussion ist. In Ungarn ist das ja alles viel schlimmer. Staat fast pleite, fast jeder mit zwei Arbeitsverhältnissen, marschierende Nazis. Du kannst dir vorstellen, wie die Deutschen jammern würden, wenn es Ihnen so gehen würde...

  6. #6
    Avatar von Noodles

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    684
    Zitat Zitat von ökörtilos Beitrag anzeigen
    Die Schwächen des Kapitalismus zeigen sich in diesen Tagen nur allzu offen.
    Ja, und ich weiß eben nicht, ob ich Lachen oder Weinen soll. Eigentlich wünsche ich diesen Besserwissern, den "Siegern der Geschichte", dass sie gewaltig auf die Fresse fliegen; aber sie selbst werden es eben nicht ausbaden.
    Und sie denken nur an dieses Kotz Wachstum. Abwrackprämie, Atomenergie. Über Innehalten, über Sparen, über Nachhaltigkeit denkt niemand nach.
    Ich weiß natürlich, dass das 'ne sehr deutsche Diskussion ist. In Ungarn ist das ja alles viel schlimmer. Staat fast pleite, fast jeder mit zwei Arbeitsverhältnissen, marschierende Nazis. Du kannst dir vorstellen, wie die Deutschen jammern würden, wenn es Ihnen so gehen würde...

  7. #7
    Avatar von Noodles

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    684
    Peinlich, 2 x.
    Ging nicht raus; und dann doch...

  8. #8
    ökörtilos
    Zitat Zitat von Noodles Beitrag anzeigen
    Ja, und ich weiß eben nicht, ob ich Lachen oder Weinen soll. Eigentlich wünsche ich diesen Besserwissern, den "Siegern der Geschichte", dass sie gewaltig auf die Fresse fliegen; aber sie selbst werden es eben nicht ausbaden.
    Und sie denken nur an dieses Kotz Wachstum. Abwrackprämie, Atomenergie. Über Innehalten, über Sparen, über Nachhaltigkeit denkt niemand nach.
    Ich weiß natürlich, dass das 'ne sehr deutsche Diskussion ist. In Ungarn ist das ja alles viel schlimmer. Staat fast pleite, fast jeder mit zwei Arbeitsverhältnissen, marschierende Nazis. Du kannst dir vorstellen, wie die Deutschen jammern würden, wenn es Ihnen so gehen würde...
    Ich sehe du bist sehr gut informiert,was die Situation in Ungarn angeht.
    Wie du schon sagtest haben die Technokraten in Budapest den Karren ordentlich in den Dreck gefahren.Doch ein entscheidender Unterschied trennt den verwöhnten Westeuropäer vom Ost und Balkaneuropäer:er ist um einiges robuster und zäher.Zum Beispiel versorgt sich die Landbevölkerung in Ungarn noch zum größten Teil selbst mit Nahrungsmitteln.Ein Wesenszug,den die z.B. deutschen Landbewohner (angesichts billiger Supermärkte) schon vor Jahrzehnten abgelegt haben.
    Natürlich haben der Konsumwahn mit Tesco und Konsorten auch in Osteuropa Einzug erhalten,doch ich denke das die Lebensweise die dadurch mit ins Land gekommen ist,diese unnatürliche und verschwenderische Lebensweise auf Dauer nicht haltbar sein wird.
    Das bedeutet,das die Bevölkerung sich (gezwungenermaßen) weiterhin selbst versorgen muß,was meiner Meinung nach auch völlig richtig und gesund ist.
    Denn wenn du recht überlegst kann derjenige,der über eine gesicherte Grundnahrungsmittelversorgung verfügt,nur über die Unfähigkeit und Verfehltheit der neuen globalisierten Wirtschaftspolitik lachen.

  9. #9
    Avatar von Noodles

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    Zitat Zitat von ökörtilos Beitrag anzeigen
    Doch ein entscheidender Unterschied trennt den verwöhnten Westeuropäer vom Ost und Balkaneuropäer:er ist um einiges robuster und zäher.
    (...)
    Denn wenn du recht überlegst kann derjenige,der über eine gesicherte Grundnahrungsmittelversorgung verfügt,nur über die Unfähigkeit und Verfehltheit der neuen globalisierten Wirtschaftspolitik lachen.
    Ja, ganz sicher.

    Aber zurück zur Selbstversorgung wird auch nicht überall funktionieren.
    Schlimmerweise muss gerade die süd-ost-europäische Landbevölkerung mit ihrer Selbstversorgung all das ja schon seit Jahren kompensieren. Und die Verwandtschaft in den Städten, die Kinder teilweise auch noch mit durchschleppen.
    Mein Schwager ist Ungar aus Mediasch/Medgyes, ich kenn das dadurch gleich aus zwei Ländern...

  10. #10

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    Wir alle sind den Wandlungen unterworfen , wir sollten sie aufrechten Ganges begegnen.

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