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Meldungen aus Kosova und Albanien

Erstellt von Feuerengel, 01.11.2005, 22:23 Uhr · 1 Antwort · 1.013 Aufrufe

  1. #1
    Feuerengel

    Meldungen aus Kosova und Albanien

    Meldungen aus Kosova und Albanien

    Streikende in Kosova +++
    US-Vertreter für Kompromiß bei Statusverhandlungen
    +++ Serbische Polizisten verhaftet +++
    Albanien: Berisha gegen antifaschistischen Nationalfeiertag



    Streikende in Kosova

    Nach vier Wochen endete der Streik der Gewerkschaft ( SBASHK) am Montag den 31. Oktober. Die Beschäftigten im Erziehungswesen und die öffentlich tätigen Wissenschaftler erhalten eine Gehaltserhöhung von 7 Euro im Schnitt. Der Streik wurde mit harten Bandagen geführt. Bereits am 6. Oktober erklärte der stellvertretende Ministerpräsident Adem Salihaj, den Streik für beendet. Salihaj bezog sich auf ein Abkommen mit dem gewerkschaftlichen Dachverband BSPK. Allerdings wurde die Vereinbahrung zwischen der Spitze des BSPK und der Regierung durch die zuständige Fachgewerkschaft nicht anerkannt. In Prishtina sprechen mit dem Ende des Streiks regierungsnahe Kräfte von einem Sieg der Regierung. Dieser Einschätzung muß so widersprochen werden, denn die Kollegen hielten den Streik vier lange Wochen durch, obwohl sie von ihrem eigenen Dachverband gleich zu Beginn der Auseinandersetzung verraten wurden. Die Streikfront stand, obwohl in vielen Kommunen die LDK Bürgermeister den Streikenden mit Entlassung drohten. Insgesamt betrachtet haben die Beschäftigten ihre Freunde und Feinde kennengelernt, sowie ihre Kraft gespürt. Die Lohnerhöhung ist bescheiden, dennoch hätte es, wenn es nach der Regierung und dem IWF gegangen wäre, überhaupt nichts gegeben. Zusätzlich werden einige ausstehende Gehälter bezahlt und elementare Rechte der Arbeiter wie „ Kündigungsschutz“ und „Arbeitszeiten“ festgeschrieben.


    Statusverhandlungen-Philipp Goldberg fordert „ Kompromiß“

    Der Leiter des Büros der USA in Prishtina Philipp Goldberg, gab am 29. Oktober der Zeitschrift Lajm ein Interview. In dem Gespräch sagte der Vertreter der USA: „ Die Lösung der Statusfrage wird für Kosova ein Kompromiß sein. Sie werden nicht das erhalten was sie wünschen.“ Damit positionierte sich Goldberg klar gegen das Selbstbestimmungsrecht Kosovas. In den im November beginnenden „Verhandlungen“ über Kosovas Zukunft, wird das Recht der Bevölkerung über ihr Schicksal selbst zu entscheiden, brutal negiert. Der Fragesteller der Zeitung Lajm hat leider vergessen den US-Politiker Goldberg, auf die 14 Punkte von US-Präsident Wilson, aus dem Jahr 1918 anzusprechen. In diesen Punkten spricht sich der damalige US-Präsident für das elementare Recht der Völker aus: „Ihr Schicksal selbst zu gestalten“. Aber bereits damals war das nur verschleuderte Tinte auf einem schönen Blatt Papier. Goldberg meinte in dem Gespräch noch den Menschen in Kosova den Rat geben zu müssen, „ kein Staat auf der Welt ist vollständig souverän“. Damit soll den Menschen in Kosova der Übergang von einem UNMIK-Protektorat in ein EU-Protektorat mit „beschränkter Souveränität“ schmackhaft gemacht werden. In der Tat, bestimmte Politiker aus imperialen Staaten lassen sich einiges einfallen um kleine Völker an der Reißleine zu halten. Wohin die Politik der imperialen Staaten am Balkan führt, zeigt die Realität in Bosnien, aber auch die gespannte Lage in Kosova. In beiden Fällen sorgt die internationale Präsenz und das Machtgerangel mächtiger Staaten für soziale Not und die politische Entmündigung der Gesellschaft.


    Serbische Polizisten wegen Massaker unter Anklage

    Am 26. Oktober gaben serbische Zeitungen die Verhaftung von 9 Personen bekannt, die im März 1999 an einem Massaker in Suhareke in Kosova beteiligt waren. Von den Verhafteten befanden sich noch 6. Personen im aktiven Polizeidienst. Nach den Morden transportierte serbische Spezialpolizei 1999 die Leichen nach Serbien und verscharrte sie dort in mehreren Massengräbern. In einem der Massengräber in der Nähe von Belgrad wurden im Jahr 2001 rund 800 albanische Leichen entdeckt. Bis dato wurden 200 Leichen in Batajinice identifiziert. Darunter 48 ermordete aus Suhareke. Die Vorsitzende des serbischen Vereins „ Für humanitäre Fragen“ Natasha Kandiq erklärte: „ Die Verhaftungen sind etwas neues, sie müssen weitergehen und andere Verbrechen in Kosova miteinbeziehen.“ Die Familie Berisha fordert in der albanischen Presse allerdings: „ Die Kriminellen an den Ort ihrer Taten zu überstellen“. Ein Sprecher der Familie erklärte: „ Wir haben kein Vertrauen in die serbische Justiz“. Bei dem Massaker kamen hauptsächlich Angehörige der Familie Berisha ums Leben. Shyrete Berisha schilderte am 31. Oktober in der Zeitschrift „Zeri“ wie die serbische Soldateska vor ihren Augen im März 1999 ihre vier Kinder tötete. Das jüngste war drei Jahre alt und hieß Ismet.


    Albanien - Ilir Meta: „Der 29. November muß Nationalfeiertag bleiben“

    Der neue albanische Ministerpräsident Sali Berisha plant den Nationalfeiertag am 29. November abzuschaffen. Der Tag gilt als Tag der Befreiung Albaniens vom Faschismus im Jahr 1944. Der ehemalige Ministerpräsident und Außenminister Albaniens Ilir Meta (heute im Parlament und Vorsitzender der LSI, einer Abspaltung der Sozialistischen Partei) attackierte deshalb Sali Berisha am 31. Oktober scharf. Meta sagte: „ Niemand hat das Recht unseren antifaschistischen Befreiungskampf zu ignorieren oder abzuschaffen. Herr Berisha wird mit seinem Plan scheitern“. Sali Berisha ist Vorsitzender der „ Demokratischen Partei Albaniens“ und eng mit der CDU/CSU in Deutschland verbunden.


    Kastriot Zeka

    Quellen: Lajm 29.10.05, Zeri 31.10.05, http://www.Kosovapress.com, http://www.Kosova-Aktuell.de







  2. #2
    Avatar von lupo-de-mare

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    14.07.2004
    Beiträge
    11.988

    Re: Meldungen aus Kosova und Albanien

    Zitat Zitat von Gjergj
    Statusverhandlungen-Philipp Goldberg fordert „ Kompromiß“

    Der Leiter des Büros der USA in Prishtina Philipp Goldberg, gab am 29. Oktober der Zeitschrift Lajm ein Interview. In dem Gespräch sagte der Vertreter der USA: „ Die Lösung der Statusfrage wird für Kosova ein Kompromiß sein. Sie werden nicht das erhalten was sie wünschen.“ Damit positionierte sich Goldberg klar gegen das Selbstbestimmungsrecht Kosovas.
    Das ist seit langem klar! Hatte ich schon vorab 2003 gebracht.

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