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Mutig gegen den Strom

Erstellt von skenderbegi, 21.09.2007, 13:07 Uhr · 6 Antworten · 945 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von skenderbegi

    Registriert seit
    27.09.2006
    Beiträge
    11.086

    Idee Mutig gegen den Strom

    Ausland


    [h1]Mutig gegen den Strom[/h1]

    [h2]Intellektuelle aus Südosteuropa gegen das ethnische Konzept[/h2]
    Einführung in die komplexen Probleme des Balkans, vertiefte Einblicke in Geschichte, Gegenwart und Zukunft dieser krisengeschüttelten Region, Porträts von Menschen, die sich teils unter grossen Risiken gegen den Ethnisierungswahn in ihrer Heimat gestellt haben: Dies alles bietet das Buch «Dieses Schicksal unterschreibe ich nicht – Gespräche im Balkan» von René Holenstein. Der Autor ist Historiker und hat vier Jahre lang die schweizerische Entwicklungszusammenarbeit in Bosnien-Herzegowina geleitet.
    Gegen ethnische Homogenität
    Holenstein hat mit 19 Intellektuellen (Journalisten, Ärztinnen, Rechtsanwälten, Philosophen, Theologen, Soziologinnen, Dichterinnen) aus Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Serbien und Kroatien ausführliche Gespräche geführt und sie erzählen lassen, was sie über den Krieg, über den Zerfall des jugoslawischen Vielvölkerstaates, über die Zukunft und mögliche Alternativen denken. Die Themenpalette ist umfassend: Es geht um Menschenrechte und Demokratie, Aufarbeitung der Geschichte, Lage der Frauen, Kultur, Religion, nationale Identität – und immer wieder die Rolle der internationalen Organisationen (siehe Haupttext).
    Auffallend ist dabei, dass sich praktisch alle Gesprächspartner sehr kritisch mit jenen tonangebenden Eliten auseinander setzen, die in ethnisch homogenen Kleinstaaten die Lösung der Probleme sehen. Nicht der plötzliche Ausbruch von Hass auf andere Ethnien habe zum Zerfall Jugoslawiens geführt, sondern eine wohldurchdachte Strategie machthungriger Staatsführungen. Gefördert wurden die Konflikte durch das Fehlen einer demokratischen Tradition.
    Eindrückliche Dokumentation
    Interessante Nuancen finden sich in der Beurteilung des Tito-Staates: Während die einen bereits im kommunistischen Staat die Wurzel der unseligen späteren Entwicklung sehen, schildern andere Jugoslawien als gut funktionierenden multiethnischen Staat. Wieder andere machen darauf aufmerksam, dass der Balkan über die Jahrhunderte hinweg immer von teils rasch wechselnden fremden Mächten beherrscht wurde und nie die Chance hatte, selbst über seine Zukunft zu bestimmen.
    Das Buch bietet aber nicht nur ausgezeichnete Kurzanalysen, sondern ist auch eine eindrückliche Dokumentation über Menschen mit einer aussergewöhnlichen Portion Zivilcourage. Es zeigt, wie sich Menschen auf allen Seiten trotz Einschüchterungsversuchen und Todesdrohungen unter grosser Gefahr für Verfolgte der jeweils anderen Volksgruppe einsetzten. Und es korrigiert die weit verbreitete Sicht, dass es im Balkan nur Hass, Gewalt und Rachegefühle gebe.
    Jürg Müller
    [i] Das Buch: René Holenstein. Dieses Schicksal unterschreibe ich nicht – Gespräche im Balkan. Chronos-Verlag, Zürich 2007, 200 Seiten, Fr. 32.–.Buchvernissage: Montag, 24. September, 20 Uhr, Buchhandlung Stauffacher, Ryffligässchen 8, Bern. Gespräch mit Prof. Georg Kreis, Leiter des Europainstituts der Universität Basel.








    Der Bund [21.09.07

    uebrigens fuer die die wenig lesen moegen die koennen es auch hoeren...

  2. #2
    Avatar von skenderbegi

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    Daumen hoch

    Ausland


    Kosovo: Kritik an der UNO


    Die Rolle der internationalen Gemeinschaft in Kosovo und Bosnien-Herzegowina – kritisch betrachtet


    Es steht schlecht um die Zukunft der südserbischen Krisenprovinz Kosovo, eine Einigung ist nicht in Sicht. Immer heikler wird dabei die Rolle der internationalen Gemeinschaft in Südosteuropa: Kritische Stimmen über das Verhalten von EU und Uno mehren sich.



    »Meinungen zum Thema





    [h4]Mehr zum Thema:[/h4]



    Schadet die Präsenz der internationalen Gemeinschaft in Bosnien-Herzegowina und Kosovo mehr, als sie nützt? Die Rolle der internationalen Organisationen bei der Konfliktlösung in Südosteuropa wird immer häufiger sehr kritisch beurteilt – nicht allein in der derzeit wieder hochaktuellen Kosovo-Frage, sondern auch im Fall von Bosnien-Herzegowina.
    Die Entwicklung in beiden Gebieten zeigt, «dass die Oberaufsicht durch internationale Organisationen keine stabilen und demokratischen Verhältnisse hervorgebracht hat», schreibt der Schweizer Historiker und Entwicklungsexperte René Holenstein in seinem Buch «Dieses Schicksal unterschreibe ich nicht – Gespräche im Balkan», in welchem er zahlreiche Gespräche mit Intellektuellen aus Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Serbien und Kroatien wiedergibt.
    Unmögliche Mission
    Das Buch erhält zusätzliche Aktualität, weil der Konflikt um die südserbische Provinz Kosovo derzeit erneut in eine akute Phase eintritt. Ursprünglich lag die ganze Hoffnung auf dem ehemaligen finnischen Staatspräsidenten Martti Ahtisaari. Er sollte im Auftrag der Uno den gordischen Knoten durchhauen, doch seine Vermittlungsaktion zwischen der serbischen Regierung und den Kosovo-Albanern ist auf Grund gelaufen: Der Plan des Uno-Vermittlers, Kosovo in eine international beaufsichtigte Eigenstaatlichkeit zu entlassen, ist am Widerstand Russlands gescheitert. Die entsprechende Resolution im Uno-Sicherheitsrat konnte wegen der Veto-Drohung Moskaus nicht verabschiedet werden.
    Nun solls die Troika aus Vertretern der EU, der USA und Russlands richten. Bis zum Dezember hat das Gremium Zeit, eine einvernehmliche Lösung zu finden – eine schier unmögliche Aufgabe. Denn Belgrad will das – übrigens auch in der Uno-Resolution 1244 garantierte – Prinzip der territorialen Integrität Serbiens nicht antasten lassen; und die Kosovo-Albaner beharren auf ihrer Forderung nach Eigenstaatlichkeit. Was den Konflikt zusätzlich auflädt, ist die ausschliesslich ethnische Komponente bei allen Lösungsansätzen.

    Wachsende Abhängigkeit

    Das Grundproblem: Der ethnische Proporz hat Vorrang vor individuellen Rechten, vor der Bildung eines staatsbürgerlichen Bewusstseins. Das wiederum führt zu einer Selbstblockade der staatlichen Macht. Da die internationalen Organisationen die lokalen Strukturen ersetzen, «sind sie inzwischen selbst zum Problem geworden», schreibt Holenstein. Der Parallelismus zwischen internationalen und nationalen Strukturen habe zu einem «wachsenden Abhängigkeitssyndrom» geführt. So könne Verantwortung, statt sie selbst wahrzunehmen, auf die internationalen Behörden abgeschoben werden. Dies wiederum stärkt die nationalistischen Politiker, weil sich die internationalen Behörden als ideale Zeilscheibe anböten, um von ihren eigenen Fehlern abzulenken.
    Holenstein bezeichnet Kosovo und Bosnien-Herzegowina als «Quasi-Protektorate». Und diese erreichten «genau das Gegenteil dessen, was sie zu erreichen versuchten: Schwache Staaten und fragmentierte Regionen führen zu einer Verfestigung der ethnischen Mentalitäten anstatt zu nationaler Integration und staatlichem Zusammenwachsen.»
    Tito und der Hohe Repräsentant
    In der Tat: In Kosovo hat sich die Uno-Verwaltung eingenistet, die später von einer EU-Mission abgelöst werden soll; in Bosnien-Herzegowina sitzt ein Hoher Repräsentant der internationalen Staatengemeinschaft, der über reichlich dotierte Exekutivvollmachten verfügt und häufig ins politische Tagesgeschäft eingreift; nur so lässt sich der zerbrechliche Staat offensichtlich zusammenhalten.
    Zarko Puhovski, Professor für politische Philosophie an der Universität Zagreb, vergleicht diesen Hohen Repräsentanten gar mit dem früheren jugoslawischen Staatschef Tito: «Passen der Obrigkeit die Entscheide der lokalen Behörde nicht in den Kram, interveniert die Partei bzw. der Hohe Repräsentant.» (Alle Zitate aus dem erwähnten Buch.) Das führe zu einer Atmosphäre, «die einer Demokratisierung abträglich sei, besonders in einem Umfeld, das keine demokratische Tradition kennt».
    Die Vorwürfe der Enkelin Titos
    Schwere Vorwürfe erhebt auch Titos Enkelin Svetlana Broz: Sie bezeichnet die gegenwärtige Lage in Bosnien und Kosovo als «Demokratisierungsfarce unter internationaler Aufsicht». Die Ärztin sammelte Lebensgeschichten von Personen, die sich auch unter den extremen Bedingungen des Krieges weigerten, ihr Menschsein auf ihre ethnische Zugehörigkeit zu reduzieren. Deshalb fragt sie verbittert, weshalb Europa in Bosnien eine segregationistische Verfassung toleriere. Das Dayton-Abkommen habe zwar den Krieg beendet, aber die ethnische Teilung des Landes zementiert.
    Zarko Puhovski macht zudem auf eine besonders heimtückische Art der Abhängigkeit aufmerksam: Die starke Präsenz internationaler Organisationen führe zu Passivität und Gleichgültigkeit grosser Teile der Bevölkerung und damit auch zu einer Lähmung der wirtschaftlichen Aktivität: «In Sarajevo kenne ich praktisch niemanden, dessen oder deren Gehalt nicht von der Regierung, einer Nichtregierungsorganisation oder einer Botschaft bezahlt wird. Es gibt keine Industriearbeiter und keine Wirtschaft mehr – alles Geld kommt aus einer der drei Quellen.» Das sei eine «pervertierte Form der internationalen Hilfe» und helfe mit, eine nationalistische Abwehrhaltung zu erzeugen.
    EU und Menschenrechte
    Bittere Worte finden auch serbische Menschenrechtlerinnen. Der Westen habe einen Fehler gemacht, als er Serbien nach dem Sturz Milosevics «zu einem demokratischen Land erklärte», sagt die Belgrader Rechtsanwältin Biljana Kovacevic-Vuco.
    «Ein geschwächtes Serbien, das nicht mehr in der Lage ist, Kriege zu führen, scheint dem Westen schon auszureichen; um die Menschenrechte sollen sich doch andere Sorgen machen.»
    Und Natasa Kandic, Soziologin und Direktorin des Fonds für humanitäres Recht in Belgrad, meint: «Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit müsste für die westlichen Regierungen eine Priorität sein. Aber die EU hat aufgehört, Menschenrechtsorganisationen in Serbien zu unterstützen.» Statt das durch sie aufgebaute Dokumentationszentrum und die Opferberatung zu fördern, seien die Mittel gekürzt worden.


    ---------------------------------------


    ein interessanter artikel ....


    und noch interessanter finde ich die aussagen der frauen aus serbien....


    betreffend vergangenheit bearbeitung haben auch einige user hier eingies nachzuholen...



  3. #3
    bosmix
    Die Vorwürfe der Enkelin Titos
    Schwere Vorwürfe erhebt auch Titos Enkelin Svetlana Broz: Sie bezeichnet die gegenwärtige Lage in Bosnien und Kosovo als «Demokratisierungsfarce unter internationaler Aufsicht». Die Ärztin sammelte Lebensgeschichten von Personen, die sich auch unter den extremen Bedingungen des Krieges weigerten, ihr Menschsein auf ihre ethnische Zugehörigkeit zu reduzieren. Deshalb fragt sie verbittert, weshalb Europa in Bosnien eine segregationistische Verfassung toleriere. Das Dayton-Abkommen habe zwar den Krieg beendet, aber die ethnische Teilung des Landes zementiert.


    svetlana broz



    dieser text bestätigt doch was ich ganze zeit denke, selbst titos enkelin versteht nicht warum es keine bosnische ethnie in der verfassung gibt.


  4. #4
    Avatar von Yutaka

    Registriert seit
    13.01.2006
    Beiträge
    4.998
    Na gut:

    Bosnien ist gescheitert
    Kosovo ist gescheitert
    alles ist gescheitert....

    Meine Güte was soll man den noch machen?



    Warum funktioniert es den in Slowenien und Kroatien????

  5. #5
    bosmix
    Zitat Zitat von T1TT0L4R0CC4 Beitrag anzeigen
    Na gut:

    Bosnien ist gescheitert
    Kosovo ist gescheitert
    alles ist gescheitert....

    Meine Güte was soll man den noch machen?



    Warum funktioniert es den in Slowenien und Kroatien????

    in slowenien und kroatien funktioniert es , weil sie einer der ersten mächtigen slawischen mächte auf den balkan waren, und durch ihre katholische relligion, hatten sie nicht viele feinde,eigentlich nur die serben waren die größten feinde, wenn es um land ging.

    BiH, kosovo, sind realtiv jung, zu vergleich zu kroatien und serbien, und da BIH genau in sandwich position lag zwischen kroatien und serbien, war BIH die perfekte zielscheibe um die serbische oder kroatische macht zu zeigen.

  6. #6
    Avatar von illyrian_eagle

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    Warum funktioniert es den in Slowenien und Kroatien????
    Weil sich da keine Serben einmischen..........

  7. #7

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    11.391
    kroatien hat die herzegovci und pasovina für ost-slawonien und Lika "getauscht".
    deswegen haben die Kroaten aus bih eine föderation mit den moslems eingehen müssen.
    ich denke eher, sie wollten eine herzeg republik wie die serben...

    diese idee der trennung und weiteren teilung vom kleinen bih wird leider weiterhin am leben gehalten.
    die eu hat alles gemacht, um die trennung der volksgruppen zu verstärken.
    anstatt die rs aufzulösen, die grenze zu serbien wirklich zu kontrollieren,
    eine einheitliche polizei auzubauen....

    in ks ist es ein bisschen anders.
    es gibt kleinere enklaven, sozusagen dörfer, die von belgrad gelenkt werden.
    bei einem abzug der uno werden sich diese gemeinden automatisch eingliedern.
    die uno hat den serben alles gegeben, damit man sich wie in serbien fühlt.

    slowenien konnte sich wirtschaftlich so gut entwickeln, aufgrund traditionell guter beziehungen zu Österreich.
    Kroatien hatte seit dem kriegsende keine "Probleme mit serbien"!
    Kosovo hat seit 1999 waffenstillstand und der status ist völkerrechtlich nicht geklärt worden.

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