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Nachrichten aus Bosnien und Herzegowina

Erstellt von DZEKO, 21.05.2013, 16:09 Uhr · 4.470 Antworten · 306.843 Aufrufe

  1. #3901
    Avatar von Jezersko

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    Jetzt wissen wir zwar sehr viel oder auch Nichts - über den Wert der verschiedenen Öle, aber Nachrichten aus BiH sind immer nur Scheiße. Sofern es sie überhaupt gibt. Sucht man verschiedene Wirtschaftsportale nach aktuellen Nachrichten aus BiH, so findet man im Suchzeitraum z.B. 1 Monat NICHTS! Stattdessen tauchen immer nur die üblichen Jammerein über diverse Referenden der RS, der Unterstützung Russlands oder sonstige belanglose "Nachrichten" auf.

    Und weil die bosnischen Politiker alles mit allem verschränken, brauchen Lösungen ewig. EU-Forderungen tragen teils zur Trägheit der Entscheidungsfindung bei. Da man sonst nichts auf die Reihe bekommt, muss wie in solchen Fällen üblich wieder einmal die Religion herhalten und man will Ajvatovica zum "europäischen Mekka" hochstilisieren. Das ist im Grunde so notwendig wie ein Kropf und nur eine weitere Windung in der Abwärtsspirale diese verlorenen Landes mitten in Europa.

    - - - Aktualisiert - - -

    Nur auf den ersten Blick eine gute Nachricht:

    Touristenstrom aus Arabien - Ein bosnisches Sommermärchen

    Bosnien-Herzegowina ist zur beliebten Feriendestination für Muslime aus dem arabischen Raum aufgestiegen. Die Freude darüber wird jedoch getrübt, weil viele von ihnen in Sarajevo Häuser kaufen.

    Wirtschaftliche Erfolgsnachrichten aus Bosnien-Herzegowina sind selten. Die Privatisierung des Staatssektors zieht sich ewig hin, das Investitionsklima wird durch bürokratische Hindernisse und Korruption belastet. Eine Arbeitslosenquote von über 26% treibt die junge Generation ins Ausland. Wie ein Geschenk vom Himmel muss es da erscheinen, dass sich das mit Naturschönheiten gesegnete Land wachsender Beliebtheit bei arabischen Touristen erfreut. 13 000 Besucher aus den Vereinigten Arabischen Emiraten registrierte das Fremdenverkehrsamt von Sarajevo von Januar bis Juli 2016.



    Auch Saudis und Kuwaiter schätzen die reine Luft und die angenehmen Sommertemperaturen. Zudem erholt man sich auf dem Westbalkan vergleichsweise günstig – für die arabische Mittelschicht, die sich etwa Genf nicht leisten kann, durchaus ein Argument. Die Gäste erwarten auf sie zugeschnittene Dienstleistungen: eine mit saudischem Kapital finanzierte Mall ohne Schweinefleisch und Alkohol. Auch Restaurants und Imbissbuden werben mit dem «Halal»-Label für Speisen, die islamischen Religionsvorschriften genügen.

    Natürlich beglückt das bosnische Sommermärchen nicht alle, auch weil die Araber länger bleiben, als manchen lieb ist. Ein Viertel erwirbt laut Schätzungen Immobilieneigentum. In den Hügeln um Sarajevo, wo sich in den neunziger Jahren die serbischen Belagerer während des Bürgerkriegs verschanzt hatten, entstehen „Gated Communities“. Dadurch gerate das fragile, ethnisch-religiöse Gleichgewicht im Vielvölkerstaat in Gefahr, befürchten orthodoxe Serben und katholische Kroaten.

    Eigentlich ist es ausländischen Privatpersonen untersagt, Liegenschaften zu erwerben. Anders sieht es aus, wenn Ausländer eine Firma gründen. Stark zugelegt haben daher nicht bloss die Touristenankünfte aus dem Nahen Osten: Das Firmenregister des Balkanlandes expandiert ebenfalls.

    NZZ 26.08.2016


  2. #3902
    Avatar von Izdajnik

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  3. #3903
    Avatar von BlackJack

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    Wenn sie wenigstens richtige profitable Firmen gründen würden, aber da es offenbar hauptsächlich Scheinfirmen sind sollte man die Kriterien verschärfen: no investment, no property

  4. #3904
    Avatar von Jezersko

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    Zitat Zitat von Izdajnik Beitrag anzeigen
    Hans wieder hart am ubertreiben
    Womit?

  5. #3905
    Avatar von Izdajnik

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    In Bosnien lässt sich gutes Geld verdienenDie politische Zerrissenheit lässt die Wirtschaft kalt / Niedrige Löhne, hohe Nebenkostenitz.

    WIEN, 24. August. Im Ausland ist Bosnien-Hercegovina vor allem als ehemaliger Kriegsschauplatz bekannt, für das Massaker von Srebrenica 1995 oder für die Scharfschützenattacken in Sarajevo. Später galt das Land als gescheiterter Staat, den das Friedensabkommen von Dayton in zwei verfeindete Verwaltungseinheiten getrennt habe: in die mehrheitlich von christlich-orthodoxen Serben bewohnte Republika Srpska sowie in die Föderation Bosnien und Hercegovina, wo vor allem muslimische Bosniaken und katholische Kroaten leben.

    Seit Teile des Riesenkonzerns Volkswagen von zwei Zulieferunternehmen der bosnischen ASA-Prevent-Gruppe lahmgelegt wurden, rückt dieser Teil des ehemaligen Jugoslawiens plötzlich ins Interesse. Dabei stellt sich heraus, dass das kleine Land mit der Bevölkerungszahl Berlins - 3,5 Millionen - tatsächlich viele politische Probleme hat. Im Juli sorgte eine Volkszählung für Ärger, wonach der muslimische Bevölkerungsanteil seit 1991 von 43 auf mehr als 50 Prozent gestiegen sei. Hoch her geht es auch in den Parlamenten, zwischenzeitlich konnten sich die bosniakisch-kroatischen Abgeordneten nicht einmal auf eine Tagesordnung einigen. Der Gesamtstaat bleibt fragil, immer wieder wird seine Souveränität in Frage gestellt.

    Die Wirtschaft jedoch ist gesünder, als es die Zerrissenheit erwarten lässt. "Die ökonomischen Daten werden immer besser, und die Lage der Schulden und öffentlichen Haushalte ist die stabilste in der Region", sagt Ivona Zametica, Volkswirtin bei Raiffeisen Research in Sarajevo. Dass es unterschiedliche Verwaltungseinheiten und Volksgruppen gebe, bedeute für die Unternehmen keinerlei Schwierigkeiten: "Bosnien-Hercegovina ist ein einheitlicher Wirtschaftsraum mit freiem Personen-, Kapital- und Güterverkehr, der gut funktioniert." Die Daten stimmen zuversichtlich. Das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche WIIW erwartet bis 2018 eine jährliche reale Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um rund drei Prozent. In der EU sind es weniger als zwei Prozent, in den Nachbarländern Serbien und Kroatien im besten Falle 2,5 Prozent. Bei Verschuldung und Haushaltsdefizit würde Bosnien sogar die Maastricht-Kriterien erfüllen. Zu verdanken ist das nicht zuletzt den Geldgebern wie dem Weltwährungsfonds IWF, die auf fiskalische Disziplin achten.

    Auch der Wunsch, der EU beizutreten, diszipliniert das Land. Im Februar stellte die Regierung formal einen Antrag auf Aufnahme in die Gemeinschaft. Seine Währung hat Bosnien bereits fest an den Euro gekoppelt. Zahlungsmittel ist die konvertible Bosnische Mark (BAM), die früher an die D-Mark gebunden war; bis heute entspricht ein Euro 1,96 BAM.

    Neben den Investitionen, die jedes Jahr um vier bis fünf Prozent zulegen, gilt die Ausfuhr als wichtigster BIP-Treiber. Zwei Drittel des Exports gehen in die EU, Hauptpartner ist Deutschland. Geliefert werden Metalle, Maschinen, Holz und Möbel. Als Zulieferer für deutsche Maschinen- und Autobauer spielt Bosnien eine gewisse Rolle. Die Gesamtindustrie wächst verlässlich, im ersten Halbjahr um vier Prozent. Trotz der Exporterfolge leidet das Land unter einem enormen Handelsdefizit, die Unterdeckung in der Leistungsbilanz schwankt zwischen sechs und acht Prozent des BIP. Das hängt mit der Abhängigkeit von Öl- und Gaseinfuhren zusammen.

    Es gibt viele weitere Hemmschuhe. So ist es zwar vorteilhaft, dass Hunderttausende Bosnier im Ausland arbeiten und Geld nach Hause schicken. Andererseits fehlen dem Land qualifizierte Arbeitskräfte. Seit 1991 sollen 850 000 Einwohner das Land verlassen haben, ein gewaltiger Aderlass. Viele der Verbliebenen sind nicht ausreichend qualifiziert, um eine Stelle zu finden. Die Arbeitslosenquote sinkt zwar: Das WIIW erwartet einen Rückgang zwischen 2015 und 2018 um 2,7 Prozentpunkte. Aber selbst dann wäre sie mit 25 Prozent noch astronomisch hoch. Nur das Kosovo steht in Europa schlechter da. Äußerst gering ist das Pro-Kopf-Einkommen. Das BIP je Einwohner beträgt in Bosnien kaufkraftbereinigt weniger als 8000 Euro im Jahr. Der monatliche Bruttolohn erreicht 690 Euro.

    "Wir machen gute Geschäfte, für Investoren ist Bosnien ein vielversprechender Standort", sagt Snjezana Köpruner, die Geschäftsführerin des Maschinenzulieferers GS Tvornica Masina in Travnik, 100 Kilometer nördlich von Sarajevo. Das 1952 gegründete Staatsunternehmen gehört seit der Privatisierung 2004 zur Regensburger Gruppe Global Sourcing. Statt damals 52 Mitarbeiter im Durchschnittsalter von 50 Jahren arbeiten in Travnik heute 250 Personen, die zumeist keine 35 Jahre alt sind. Der Umsatz stieg von 0,4 auf rund 10 Millionen Euro. Die Gewinnmarge beträgt fünf Prozent, der Exportanteil 90 Prozent. Kunden sind Thyssen, Bombardier, Liebherr oder Knorr Bremse.

    Köpruner bestätigt, dass die politischen Konflikte für die Wirtschaft kaum eine Rolle spielten, sie beziehe Material und Beschäftigte aus allen Landesteilen. Die Schul- und Berufsausbildung allerdings bezeichnet sie als katastrophal. Trotz der hohen Arbeitslosigkeit finde man keine Mitarbeiter zur Bedienung von CNC-Maschinen. Die Lohnnebenkosten betrügen "erschreckend hohe" 70 Prozent vom Nettolohn. An der Politik lässt die Chefin kein gutes Haar: "Bosnien ist kein Rechtsstaat, die Politiker bereichern sich, viele sind korrupt." Über den VW-Zulieferer Prevent hat Köpruner indes nur Gutes zu berichten. Bis vor kurzem gehörten 11 Prozent von GS Tvornica Masina einer Prevent-Beteiligungsgesellschaft. "Die waren im Aufsichtsrat vorbildlich und äußerst produktiv", lobt Köpruner. (Die neue Macht der Autozulieferer, Seite 22)

    Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.08.2016, Nr. 198, S. 17

  6. #3906
    Avatar von Jezersko

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    Zitat Zitat von BlackJack Beitrag anzeigen
    Wenn sie wenigstens richtige profitable Firmen gründen würden, aber da es offenbar hauptsächlich Scheinfirmen sind sollte man die Kriterien verschärfen: no investment, no property
    Geht nur darum Grund und Immobilien zu kaufen.

    Funktioniert übrigens auch in Kroatien. Dort kann man als Ausländer auch keinen Grund kaufen. Aber wenn man eine d.o.o., oder noch billiger eine j.d.o.o. (kostet nicht einmal 1.000 €) gründet, ist man eine juristische Person und kann als solche uneingeschränkt Grundstücke kaufen, selbst wenn diese Firma nach ein paar Wochen wieder gelöscht wird...

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    Zitat Zitat von Izdajnik Beitrag anzeigen
    In Bosnien lässt sich gutes Geld verdienen...

    Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.08.2016, Nr. 198, S. 17
    Tut aber niemand!

  7. #3907
    Avatar von BlackJack

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    Zitat Zitat von Jezersko Beitrag anzeigen
    Geht nur darum Grund und Immobilien zu kaufen.

    Funktioniert übrigens auch in Kroatien. Dort kann man als Ausländer auch keinen Grund kaufen. Aber wenn man eine d.o.o., oder noch billiger eine j.d.o.o. (kostet nicht einmal 1.000 €) gründet, ist man eine juristische Person und kann als solche uneingeschränkt Grundstücke kaufen, selbst wenn diese Firma nach ein paar Wochen wieder gelöscht wird...
    Also das sind ja komische Gesetze ...

  8. #3908
    Avatar von Izdajnik

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    Zitat Zitat von Jezersko Beitrag anzeigen
    Geht nur darum Grund und Immobilien zu kaufen.

    Funktioniert übrigens auch in Kroatien. Dort kann man als Ausländer auch keinen Grund kaufen. Aber wenn man eine d.o.o., oder noch billiger eine j.d.o.o. (kostet nicht einmal 1.000 €) gründet, ist man eine juristische Person und kann als solche uneingeschränkt Grundstücke kaufen, selbst wenn diese Firma nach ein paar Wochen wieder gelöscht wird...

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    Tut aber niemand!
    Ok, mein Balkanexperte, ich ruf dann mal fix meine Cousins und Onkel an, die von Dalmatien in die Herzegowina fahren, weil sie dort mehr verdienen als bei uns. Muss sie irgendwie warnen und ihnen sagen, dass das alles Betrug ist

  9. #3909
    Avatar von Josip Frank

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    Zitat Zitat von Izdajnik Beitrag anzeigen
    Ok, mein Balkanexperte, ich ruf dann mal fix meine Cousins und Onkel an, die von Dalmatien in die Herzegowina fahren, weil sie dort mehr verdienen als bei uns. Muss sie irgendwie warnen und ihnen sagen, dass das alles Betrug ist

    Was ? Mehr verdienen....Dir kann man auch alles auftischen

  10. #3910
    Avatar von Izdajnik

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    Zitat Zitat von Josip Frank Beitrag anzeigen
    Was ? Mehr verdienen....Dir kann man auch alles auftischen
    Wenn du dein Köpchen etwas anstrengst, kommst du drauf, womit das zusammenhängt

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    Zitat Zitat von Jezersko Beitrag anzeigen
    Geht nur darum Grund und Immobilien zu kaufen.

    Funktioniert übrigens auch in Kroatien. Dort kann man als Ausländer auch keinen Grund kaufen. Aber wenn man eine d.o.o., oder noch billiger eine j.d.o.o. (kostet nicht einmal 1.000 €) gründet, ist man eine juristische Person und kann als solche uneingeschränkt Grundstücke kaufen, selbst wenn diese Firma nach ein paar Wochen wieder gelöscht wird...

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    Tut aber niemand!
    Was für ein Blödsinn. Natürlich kann man als Ausländer Grund und Immobilien kaufen. Mit kleinen Tricks bekommst du auch ganz leicht eine OIB

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