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Nachrichten aus Griechenland

Erstellt von Dikefalos, 07.02.2012, 21:50 Uhr · 20.865 Antworten · 1.262.983 Aufrufe

  1. #14941
    Avatar von babyblue

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    Zitat Zitat von Dinarski-Vuk Beitrag anzeigen
    Falsch, Deutschland hat seine Rolle eben nicht bewusst angestrebt, sie hat sich durch die Konstruktion der Eurozone so ergeben. Eine Mitschuld an der Lage trägt die EZB. Der Euro war dazu gedacht, die ökonomische Dominanz der Deutschen zu brechen, hat aber das Gegenteil bewirkt. Deutschland ist wieder sozusagen ein Paradox: es ist mächtig und schwach zu gleich, wie im 19. Jahrhundert nach der Reichsgründung scheint es mächtig von aussen, fühlt sich aber für viele Deutsche "verletzlich" an.

    Ein echter Hegemon wie die USA, zeichnet sich eben dadurch aus, dass er einerseits Normen setzt, andererseits aber Anreize für jene schafft die er beherrscht, damit sie Teil des Systems bleiben.

    In dieser ökonomisch dominierten Welt geht es halt weniger um "Herrscher" und "Beherrschte", es geht um Gläubiger und Schuldner. Deutschland ist nunmal der grösste Gläubiger in Europa und Gläubiger haben die Macht über die Schuldner.
    Man darf auch nicht vergessen, dass sich gerade die Franzosen den Euro gewünscht haben


    Man sollte sie fragen, ob sie sich ihn immer noch wünschen?

  2. #14942
    Avatar von Dikefalos

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    Zitat Zitat von babyblue Beitrag anzeigen
    Genau daran habe ich auch gedacht. Es ist so ähnlich wie vor dem 1. WK, wo so manche Staaten ein dominierendes 'Deutschland in Europa nicht zulassen wollten. Jetzt haben wir genau diese Situation und es gibt Widerstand.
    Waren es nicht die Engländer und Franzosen vor dem ersten Weltkrieg....die über Deutschland herzogen wie aktuell Deutschland es über Griechenland macht??????????

  3. #14943
    Avatar von Toruko-jin

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    Zitat Zitat von Rafi Beitrag anzeigen
    Genau das ist es was bei jedem anderen Volk als selbstverständlich angesehen wird, die Interessen zu schützen Zu Recht! Auch die Probanden hier sind "das deutsche Volk!, sie vegressen das nur ab und an, denn sie leben im einem liberalen Land. Da hat Deutschland doch irgendetwas richtig gemacht, oder nicht?
    So sehe ich das nämlich auch. Die griechische Position ist gänzlich einfach. Man ist solidarisch, wenn man Geld gibt, andernfalls ist man Nazi. Dass die Forderungen stetig wachsen und das Land zum Fass ohne Boden wird, wird gekonnt ignoriert.

    Den Griechen muss man sagen, dass nur sie selbst die Schieflagen im eigenen Lager gerade biegen können. Wenn es nicht geht, kann das nur bedeuten, dass sie sich nicht selbstverwalten können.

  4. #14944
    Avatar von babyblue

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    Zitat Zitat von Toruko-jin Beitrag anzeigen
    Ich bin ganz Auge.
    Der Euro ist so angelegt, dass auch weitere Staaten in die Bredouille kommen werden. Das war sicher nicht so gewollt, aber reformierbar ist die Eurozone auch nicht.

    Du unterschätzt völlig, wie wichtig es ist, in der EU eine Balance zu halten, sonst wird sie uns um die Ohren fliegen. Und was dann?

    - - - Aktualisiert - - -

    Zitat Zitat von Dikefalos Beitrag anzeigen
    Waren es nicht die Engländer und Franzosen vor dem ersten Weltkrieg....die über Deutschland herzogen wie aktuell Deutschland es über Griechenland macht??????????
    Wenn es nicht mal schafft, so ein Mini-Problem wie Griechenland in den Griff zu bekommen, wie wird es erst dann mit Italien und Frankreich?

  5. #14945
    Avatar von Lorne Malvo

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    Zitat Zitat von Dinarski-Vuk Beitrag anzeigen
    Falsch, Deutschland hat seine Rolle eben nicht bewusst angestrebt, sie hat sich durch die Konstruktion der Eurozone so ergeben. Eine Mitschuld an der Lage trägt die EZB. Der Euro war dazu gedacht, die ökonomische Dominanz der Deutschen zu brechen, hat aber das Gegenteil bewirkt. Deutschland ist wieder sozusagen ein Paradox: es ist mächtig und schwach zu gleich, wie im 19. Jahrhundert nach der Reichsgründung scheint es mächtig von aussen, fühlt sich aber für viele Deutsche "verletzlich" an.

    Ein echter Hegemon wie die USA, zeichnet sich eben dadurch aus, dass er einerseits Normen setzt, andererseits aber Anreize für jene schafft die er beherrscht, damit sie Teil des Systems bleiben.

    In dieser ökonomisch dominierten Welt geht es halt weniger um "Herrscher" und "Beherrschte", es geht um Gläubiger und Schuldner. Deutschland ist nunmal der grösste Gläubiger in Europa und Gläubiger haben die Macht über die Schuldner.
    Es geht hier nicht um Geopolitik. Es geht darum, ob die EU als Union langfristig funktionieren wird oder nicht. Die Eurozone ist in eine Krise geraten, weil sich niemand an Regeln gehalten hat und Griechenland war hier eindeutig der schlimmste, weil griechische Politiker sogar Zahlen verfälscht haben. Ein Europa in dem sich niemand an Regeln hält kann nun mal nicht funktionieren. Ein Europa in dem jedes Land nur den maximalen ökonomischen Profit rausschlagen möchte, möchte zudem niemand. Europa muss eine Wertegemeinschaft sein, sonst wird es keinen Bestand haben. Und an dieser Stelle in der Geschichte muss die EU zeigen, dass ihr Werte wichtiger sind als Ökonomie. Die griechischen Politiker verarschen ihr Volk seit Jahrzehnten und mogeln sich immer wieder durch. Sie müssen jetzt endlich auf die Schnauze fallen, sonst wird sich an diesem Zustand nichts ändern. Griechenland braucht nicht noch mehr Geld, sondern die Griechen brauchen eine gute Portion Wertebesinnung. In was für einer Gesellschaft leben sie, und in was für einer möchten sie leben. Solche Diskussionen finden in der griechischen Öffentlichkeit aber kaum statt, stattdessen schiebt man die ganze Schuld nach außen.

  6. #14946
    Avatar von babyblue

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    Zitat Zitat von Rafi Beitrag anzeigen
    Genau das ist es was bei jedem anderen Volk als selbstverständlich angesehen wird, die Interessen zu schützen Zu Recht! Auch die Probanden hier sind "das deutsche Volk!, sie vegressen das nur ab und an, denn sie leben im einem liberalen Land. Da hat Deutschland doch irgendetwas richtig gemacht, oder nicht?

    Das wird uns erst die Geschichte sagen.

  7. #14947
    Avatar von Toruko-jin

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    Zitat Zitat von babyblue Beitrag anzeigen
    Der Euro ist so angelegt, dass auch weitere Staaten in die Bredouille kommen werden. Das war sicher nicht so gewollt, aber reformierbar ist die Eurozone auch nicht.

    Du unterschätzt völlig, wie wichtig es ist, in der EU eine Balance zu halten, sonst wird sie uns um die Ohren fliegen. Und was dann?
    Hmm, die Strukturschwächen sind mir bekannt aber die sind auch nicht so gravierend und unausgleichbar und auch nicht unausweichlich wie du sie hier darstellen versuchst.

    Wenn der Euro versagt... ja dann wird die Eurogruppe aufgelöst und dann wird das alte Spiel fortgesetzt. Der Euro war doch nur ein Mittel, um Europa weiter zusammenwachsen zu lassen. Ich bin mir aber sicher, dass es ohne Griechenland erfolgreich weitergehen wird.

    Natürlich muss man zweierlei Dinge tun. Griechenland bei der Flüchtlingsfrage unterstützen und finanzielle Unterstützung. Mit solchen Politikern sehe ich aber Schwarz

  8. #14948
    Avatar von Dikefalos

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    Zitat Zitat von babyblue Beitrag anzeigen
    Der Euro ist so angelegt, dass auch weitere Staaten in die Bredouille kommen werden. Das war sicher nicht so gewollt, aber reformierbar ist die Eurozone auch nicht.

    Du unterschätzt völlig, wie wichtig es ist, in der EU eine Balance zu halten, sonst wird sie uns um die Ohren fliegen. Und was dann?

    - - - Aktualisiert - - -



    Wenn es nicht mal schafft, so ein Mini-Problem wie Griechenland in den Griff zu bekommen, wie wird es erst dann mit Italien und Frankreich?
    Vielleicht wäre auch das beste....wenn es zu einen bruch kommt.Verlierer des Euros waren die Mittelmeerländer......und um ehrlich zu sein wird es keine baldige Erholung geben.

  9. #14949
    Avatar von babyblue

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    Zitat Zitat von Toruko-jin Beitrag anzeigen
    Hmm, die Strukturschwächen sind mir bekannt aber die sind auch nicht so gravierend und unausgleichbar und auch nicht unausweichlich wie du sie hier darstellen versuchst.

    Wenn der Euro versagt... ja dann wird die Eurogruppe aufgelöst und dann wird das alte Spiel fortgesetzt. Der Euro war doch nur ein Mittel, um Europa weiter zusammenwachsen zu lassen. Ich bin mir aber sicher, dass es ohne Griechenland erfolgreich weitergehen wird.

    Natürlich muss man zweierlei Dinge tun. Griechenland bei der Flüchtlingsfrage unterstützen und finanzielle Unterstützung. Mit solchen Politikern sehe ich aber Schwarz

    Nach Griechenland ist das nächste Land dran.

  10. #14950
    Avatar von Dinarski-Vuk

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    Zitat Zitat von HAL9000 Beitrag anzeigen
    Es geht hier nicht um Geopolitik. Es geht darum, ob die EU als Union langfristig funktionieren wird oder nicht. Die Eurozone ist in eine Krise geraten, weil sich niemand an Regeln gehalten hat und Griechenland war hier eindeutig der schlimmste, weil griechische Politiker sogar Zahlen verfälscht haben. Ein Europa in dem sich niemand an Regeln hält kann nun mal nicht funktionieren. Ein Europa in dem jedes Land nur den maximalen ökonomischen Profit rausschlagen möchte, möchte zudem niemand. Europa muss eine Wertegemeinschaft sein, sonst wird es keinen Bestand haben. Und an dieser Stelle in der Geschichte muss die EU zeigen, dass ihr Werte wichtiger sind als Ökonomie. Die griechischen Politiker verarschen ihr Volk seit Jahrzehnten und mogeln sich immer wieder durch. Sie müssen jetzt endlich auf die Schnauze fallen, sonst wird sich an diesem Zustand nichts ändern. Griechenland braucht nicht noch mehr Geld, sondern die Griechen brauchen eine gute Portion Wertebesinnung. In was für einer Gesellschaft leben sie, und in was für einer möchten sie leben. Solche Diskussionen finden in der griechischen Öffentlichkeit aber kaum statt, stattdessen schiebt man die ganze Schuld nach außen.
    Es ist aber miteinander verknüpft, stimme aber deinem Beitrag zu. Mein Standpunkt ist der, dass Deutschland nicht im herkömmlichen Sinne führen will und widersetzt sich etwa einer Schulden-Vergemeinschaftung, doch zugleich will es Europa nach seinem Vorbild formen, um es "wettbewerbsfähiger" zu machen. "Führen" bedeutet eigentlich in diesem Zusammenhang häufig zahlen. So hat es eigentlich auch Varoufakis gesehen, der sich von Merkel gewünscht hat, eine Art "Marshallplan" aufzusetzen, wie einst die Amis damit das kriegszerstörte Europa "aufpäpelten".

    Europa wird dauerhaft wenn es so weiter geht geteilt werden und könnte Länder mit Überschüssen und Länder mit Defiziten ein sog. deutsches Imperium in der Mitte Europas mit der Peripherie als Hinterland errichten. Ein Gläubiger will die Kontrolle haben über seine Schuldner, denn er hat auch Angst, Angst um sein Geld. Die Deutschen könnten eigentlich für die griechischen Schulden einstehen, nicht aber auch für die von Italien oder Spanien. Deutschland ist zwar gross genug, um Europa seine Regeln aufzuerlegen, aber zu klein, um ein echter Hegemon zu sein.

    Eigentlich kann man hier die Parallelen ziehen, wie vor dem ersten Weltkrieg fürchtet sich Deutschland wieder davor, von kleineren Ländern eingekreist zu werden, bzw. dazu gehöre insbesondere die Angst, dass die EZB von den lateinischen Ländern übernommen werden könnte und die Macht auf die Schuldnernationen übergehen könnte. Geopolitik ist immer mit wirtschaftlichen Fragen verknüpft.

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