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Nachrichten aus Griechenland

Erstellt von Dikefalos, 07.02.2012, 21:50 Uhr · 20.872 Antworten · 1.263.741 Aufrufe

  1. #3771
    Yunan
    Ich denke, das Thema ist einen eigenen Thread wert... Ich antworte dir später auf diesen Post, ich bin noch in der Bibliothek.

  2. #3772
    Avatar von Dikefalos

    Registriert seit
    10.10.2010
    Beiträge
    11.006
    Σε ανώτατο επίπεδο, αποκλειστικά μεταξύ των αρχηγών των τριών κομμάτων που συμμετέχουν στην κυβέρνηση, θα ληφθούν οι τελικές αποφάσεις για το πώς θα κινηθεί η χώρα μας στο θέμα της ΑΟΖ. Οι σχετικές διεργασίες, πάντως, φαίνεται ότι κλιμακώνονται, γεγονός που επιβεβαιώνει ότι είναι θέμα χρόνου η οριστικοποίηση των χειρισμών. Λίγες ώρες πριν από την προχθεσινή σύσκεψη των τριών πολιτικών αρχηγών, την πόρτα του Μεγάρου Μαξίμου, για ξεχωριστές συναντήσεις με τον πρωθυπουργό Αντώνη Σαμαρά, πέρασαν οι υπουργοί Εξωτερικών Δημήτρης Αβραμόπουλος και Εθνικής Αμυνας Πάνος Παναγιωτόπουλος.

    Οι δύο υπουργοί, πέραν της αρμοδιότητας επί του θέματος της ΑΟΖ, εκπροσωπούν τις δύο αντίρροπες τάσεις εντός της κυβέρνησης αλλά και της Ν.Δ. σχετικά με το ζήτημα. Ο κ. Αβραμόπουλος τάσσεται υπέρ των προσεκτικών χειρισμών και απορρίπτει κινήσεις αιφνιδιασμού, ενώ ο κ. Παναγιωτόπουλος είναι υπέρμαχος πιο αποφασιστικών ενεργειών.

    Οι κ. Σαμαράς, Βενιζέλος και Κουβέλης εντείνουν τις ζυμώσεις, με ζητούμενα την εύρεση του κατάλληλου χρόνου και την επιλογή του τρόπου με τον οποίο θα κινηθεί η κυβέρνηση. Οι διαφορετικές προσεγγίσεις, ωστόσο, υπάρχουν τόσο μεταξύ των κυβερνητικών εταίρων όσο και στο εσωτερικό των κομμάτων.

    Οι κ. Σαμαράς και Βενιζέλος, σύμφωνα με πληροφορίες και εκτιμήσεις συνεργατών τους, είναι υπέρ μιας περισσότερο προωθημένης θέσης, που θέλει την Ελλάδα να κινείται αποφασιστικά, λαμβάνοντας πρωτοβουλίες που θα της δώσουν προβάδισμα στην ανακήρυξη των θαλασσίων ζωνών, δηλαδή της ΑΟΖ και της υφαλοκρηπίδας. Πέραν των διαφοροποιήσεων στο εσωτερικό της Ν.Δ., και μέσα στο ΠΑΣΟΚ υπάρχουν διαφορετικές φωνές, με στελέχη του κόμματος να διατυπώνουν επικρίσεις για το γεγονός ότι ο κ. Βενιζέλος χειρίζεται το θέμα προσωπικά και χωρίς να τους καθιστά κοινωνούς των απόψεών του. Υποστηρίζουν, δε, ότι το ΠΑΣΟΚ παρασύρεται από τη Ν.Δ. σε βιαστικές κινήσεις, σε μια προσπάθεια να κερδηθούν οι εντυπώσεις. Τα στελέχη του κόμματος που διαφωνούν με τις επιλογές Βενιζέλου υποστηρίζουν ότι η κοινοποίηση στον ΟΗΕ, τον περασμένο Μάιο, των θέσεων της χώρας ως προς το εύρος των θαλασσίων ζωνών, με βάση τον νόμο 4001/11, είναι επαρκής.

    Βασικό επιχείρημά τους είναι ότι στην περίπτωση κατάθεσης στον ΟΗΕ συγκεκριμένων συντεταγμένων των θαλασσίων ζωνών, η Τουρκία θα αντιδράσει, όπως έχει ήδη δημόσια κάνει γνωστό, καταθέτοντας τις δικές της συντεταγμένες. Ετσι, οι τουρκικές θέσεις και διεκδικήσεις στο Αιγαίο, η αμφισβήτηση κυριαρχικών δικαιωμάτων της χώρας μας, θα αποτυπωθούν σε έγγραφο κατατεθειμένο στον διεθνή οργανισμό, όχι μόνο για την ΑΟΖ, όπως επισημαίνουν, αλλά, κυρίως, για την υφαλοκρηπίδα.

    Οσον αφορά τη ΔΗΜΑΡ, συνεργάτες του κ. Κουβέλη αναφέρουν ότι το ζήτημα της ΑΟΖ χειρίζεται αποκλειστικά ο ίδιος. Η θέση του κόμματος είναι ότι η ανακήρυξη ΑΟΖ θα πρέπει να προχωρήσει, αλλά μόνον εφ’ όσον έχει προηγηθεί η απαραίτητη προετοιμασία και έχει διασφαλισθεί ότι δεν θα προκληθούν κίνδυνοι ή προβλήματα.

  3. #3773
    Avatar von Macedonian

    Registriert seit
    24.05.2005
    Beiträge
    5.733
    Krass: Fast 200 000 Albaner haben bereits Griechenland verlassen.

    Quelle:
    ekathimerini.com | Some 180,000 Albanians left Greece for home in five years, report says







    Macedonian

  4. #3774
    Yunan
    Zitat Zitat von Afroasiatis Beitrag anzeigen
    Ich bin nicht sicher ob diese Diskussion zu diesem Thread gehört, oder ob wir ein anderes Thread dazu aufmachen sollten.

    Also, dass Bachalakides gar nichts bewegen werden, das kann ich zustimmen. Dasselbe gilt für diese kleinen Gruppen des "bewaffneten Kampfes", wie Pyrines tis Fotias (Kerne des Feuers) etc. Eine Bewegung muss von der Masse der Bevölkerung getragen werden, damit sie erfolgreich wird, das schafft man nicht durch kleine individuellen Taten. Ich bin nicht ganz sicher, ob die letzten Anschlägen von ihnen organisiert wurden, schließlich dienen sie eher der Regierung. Muss man aber sagen, dass viele von diesen Leuten dumm genüg sind, um sich von der Regierung provozieren zu lassen, so es ist schon gut möglich, dass sie das gemacht haben.

    Das über Tsipras habe ich nicht ganz verstanden. Ich mag ihn auch nicht besonders, er ist so unspezifisch und demagogisch wie alle griechischen Politiker auch, warum meinst du aber dass er weniger patriotisch ist oder alles Griechisches verabscheut? Und was hat er denn mit Anarchisten oder Bachalakides zu tun, außer dass er vielleicht auf ein Paar Stimmen von ihnen hofft? So weit ich weiß, ursprünglich kommt er aus KKE, wie die allermeisten in SYRIZA.
    Ich teile ebenfalls die Meinung, dass diese Idee (oder man könnte fast schon Ideologie sagen), mit kleinen individuellen Taten etwas zu verändern nicht nur illusorisch ist sondern vorallem der Politik und der Oberschicht nutzt und daher kontraproduktiv für einen Wandel ist. Etwas besseres könnte den Oberschichtlern nicht passieren, denn sie werden sich so nie einer einheitlich organisierten Bewegung gegenüber sehen, die eine Gefahr für sie darstellen könnte weil eben jeder einzelne denkt, er müsse nur Gutes im kleinen Stil vollbringen anstatt etwas großes zu stützen. Es ist auch insbesondere diese Idee, die durch die von der Oberschicht kontrollierten Medien verbreitet wird um so jeden Elan aus einer Bewegung zu nehmen.

    Ich glaube aber auch, dass es so etwas wie eine einheitliche Volksbewegung noch nie gegeben hat, leider. Keine Revolution inklusive der französischen war eine Revolution, die vom Volk ausging. Initiiert wurden diese Bewegungen immer von kleine Gruppen mit finanziellen Mitteln. Ich denke, dass es erst so etwas wie einer Initialzündung bedarf, um eine Revolution in Gang zu setzen und danach ein Selbstläufer zu werden. So ist es auch in Griechenland. Organisiert sich nur ein kleiner Teil, eine kleine Gruppe von Aktivisten und gibt eine Struktur vor, die der eines späteren Staates würdig ist, kann eine Revolution auch in Griechenland geschehen. Επαναστατικός Αγώνας oder 17. Νοεμβρίου waren aber Organisationen, die falsche Ziele hatten und die gegnerische Infrastruktur an den falschen Stellen angriffen. Ich glaube aber auch nicht, dass sie mehr erreichen wollten, falls sie überhaupt unabhängig waren.

    Mit Tsipras meine ich, dass er patriotismusfern ist und sich auch nicht als griechischer oder balkanischer Politiker sieht sondern erst als Europäer. Was er sagt, wie er es sagt, hat klar offengelegt, dass er ein Eurokommunist im Stil der europäischen Linken ist und kein griechischer Linker, der sich auch einen eigenen Stil mit eigenen Entscheidungen vorbehält. Er fühlt sich in erster Linie nicht dem Volk sondern der Europäischen Internationalen verpflichtet. Auch klammert er ebenso wie alle anderen Parteien am Verbleib in der EU anstatt auch über Alternativen nachzudenken.
    Dieser Eurokommunismus von Tsipras ist vollkommen antipatriotisch und hat auch nichts mit Sozialismus zu tun sondern ist ein Auswuchs der Mitteleuropäer und ihren Dogmen. Aus diesem Grund hat SYRIZA auch viele Gesetzesänderungen vorgeschlagen, die die Institutionen der griechischen Gesellschaft tief angreifen würden, betreffend die Rolle der Kirche bzw. des Glaubens in Griechenland, das Militär etc.
    Auch die Vorschläge von SYRIZA zum Dialog mit der Türkei haben ihn in meinen Augen enttarnt. Nicht weil er den Dialog will, mitnichten. Ich bin ebenfalls für einen Dialog mit der Türkei unter der Voraussetzung dass die Türkei sich offen zur Selbstkritik zeigt. Aber Tsipras will keinen Dialog mit den Türken führen um beide Nationen einander anzunähern und über die geschichtlichen Ereignisse zu diskutieren und Freundschaft zu stiften. Er will Dialog mit den Türken weil er europäische humanistische Werte vertritt und der Auffassung ist, dass es irgendeine Moral nach europäischen Maßstäben ist, die uns den Dialog mit den Türken und mit allen Völkern der Welt vorschreiben würde. Er ist meiner Meinung nach alleine schon deswegen ein Idiot und ich persönlich möchte nicht, dass Griechenland von so einem Gutmenschen regiert wird. Mit tatsächlichem Dialog und Aufarbeitung hat das nämlich wenig zu tun sondern mit dem Versuch, den Türken nach europäischen Maßstäben zu begegnen und nicht nach griechischen. Das ist für mich Inakzeptabel weil die Europäer so überhaupt nichts vorzuweisen haben, dass ihre Dominanz im Thema der Moral und Kultur rechtfertigen könnte. Das ist ideologischer und kultureller Imperialismus.

  5. #3775

    Registriert seit
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    2.402
    Zitat Zitat von Yunan Beitrag anzeigen
    Ich teile ebenfalls die Meinung, dass diese Idee (oder man könnte fast schon Ideologie sagen), mit kleinen individuellen Taten etwas zu verändern nicht nur illusorisch ist sondern vorallem der Politik und der Oberschicht nutzt und daher kontraproduktiv für einen Wandel ist. Etwas besseres könnte den Oberschichtlern nicht passieren, denn sie werden sich so nie einer einheitlich organisierten Bewegung gegenüber sehen, die eine Gefahr für sie darstellen könnte weil eben jeder einzelne denkt, er müsse nur Gutes im kleinen Stil vollbringen anstatt etwas großes zu stützen. Es ist auch insbesondere diese Idee, die durch die von der Oberschicht kontrollierten Medien verbreitet wird um so jeden Elan aus einer Bewegung zu nehmen.

    Ich glaube aber auch, dass es so etwas wie eine einheitliche Volksbewegung noch nie gegeben hat, leider. Keine Revolution inklusive der französischen war eine Revolution, die vom Volk ausging. Initiiert wurden diese Bewegungen immer von kleine Gruppen mit finanziellen Mitteln. Ich denke, dass es erst so etwas wie einer Initialzündung bedarf, um eine Revolution in Gang zu setzen und danach ein Selbstläufer zu werden. So ist es auch in Griechenland. Organisiert sich nur ein kleiner Teil, eine kleine Gruppe von Aktivisten und gibt eine Struktur vor, die der eines späteren Staates würdig ist, kann eine Revolution auch in Griechenland geschehen. Επαναστατικός Αγώνας oder 17. Νοεμβρίου waren aber Organisationen, die falsche Ziele hatten und die gegnerische Infrastruktur an den falschen Stellen angriffen. Ich glaube aber auch nicht, dass sie mehr erreichen wollten, falls sie überhaupt unabhängig waren.

    Mit Tsipras meine ich, dass er patriotismusfern ist und sich auch nicht als griechischer oder balkanischer Politiker sieht sondern erst als Europäer. Was er sagt, wie er es sagt, hat klar offengelegt, dass er ein Eurokommunist im Stil der europäischen Linken ist und kein griechischer Linker, der sich auch einen eigenen Stil mit eigenen Entscheidungen vorbehält. Er fühlt sich in erster Linie nicht dem Volk sondern der Europäischen Internationalen verpflichtet. Auch klammert er ebenso wie alle anderen Parteien am Verbleib in der EU anstatt auch über Alternativen nachzudenken.
    Dieser Eurokommunismus von Tsipras ist vollkommen antipatriotisch und hat auch nichts mit Sozialismus zu tun sondern ist ein Auswuchs der Mitteleuropäer und ihren Dogmen. Aus diesem Grund hat SYRIZA auch viele Gesetzesänderungen vorgeschlagen, die die Institutionen der griechischen Gesellschaft tief angreifen würden, betreffend die Rolle der Kirche bzw. des Glaubens in Griechenland, das Militär etc.
    Auch die Vorschläge von SYRIZA zum Dialog mit der Türkei haben ihn in meinen Augen enttarnt. Nicht weil er den Dialog will, mitnichten. Ich bin ebenfalls für einen Dialog mit der Türkei unter der Voraussetzung dass die Türkei sich offen zur Selbstkritik zeigt. Aber Tsipras will keinen Dialog mit den Türken führen um beide Nationen einander anzunähern und über die geschichtlichen Ereignisse zu diskutieren und Freundschaft zu stiften. Er will Dialog mit den Türken weil er europäische humanistische Werte vertritt und der Auffassung ist, dass es irgendeine Moral nach europäischen Maßstäben ist, die uns den Dialog mit den Türken und mit allen Völkern der Welt vorschreiben würde. Er ist meiner Meinung nach alleine schon deswegen ein Idiot und ich persönlich möchte nicht, dass Griechenland von so einem Gutmenschen regiert wird. Mit tatsächlichem Dialog und Aufarbeitung hat das nämlich wenig zu tun sondern mit dem Versuch, den Türken nach europäischen Maßstäben zu begegnen und nicht nach griechischen. Das ist für mich Inakzeptabel weil die Europäer so überhaupt nichts vorzuweisen haben, dass ihre Dominanz im Thema der Moral und Kultur rechtfertigen könnte. Das ist ideologischer und kultureller Imperialismus.
    Bei den ersten zwei Absätzen sind wir einer Meinung. Nur, damit eine Revolution erfolgreich ist, muss dieser Initialzündung durch eine Minderheit natürlich eine Massenbewegung folgen.

    Bei Tsipras sehe ich das etwas anders. Ich glaube, dass er keine feste Politik hat, er orientiert sich eher an die Umfragen und die allgemeine Stimmung. Weil in diesen die Mehrheit der Griechen noch für die EU-Mitgliedschaft und den Euro ist, muss er auch zeigen, dass er das garantiert. Wenn das sich irgendwann anders ist (und die ersten Zeichen dafür gibt es schon), kann er auch seine Meinung verändern. Es gibt schon heute wichtige Leute in seiner Partei die gegen den Euro sind (z. B. Lafasanis).

    Dass er mit der europäischen Linken enge Beziehungen pflegt, ist schon gut, finde ich. Wenn GR den großen Schritt macht, und einen alternativen Weg folgt, wird jede Unterstützung brauchen, die es kriegen kann. Und in Europa ist die Linke die einzige Macht von dem man das erwarten kann. Natürlich muss man auch in allen anderen Richtungen nach potentiellen Allierten suchen. Da hast du Recht, SYRIZA scheint noch zu viel auf Europa konzentriert zu sein, die balkanische Zusammenarbeit kommt zu kurz, und da musste man schon auch andere Möglichkeiten untersuchen (Russland, Naher Osten als Beispiel). Aber wie gesagt, er ist kein Visionär, das Volk muss ihn dazu drücken. Aber eine Regierung von Tsipras-Kamenos-KKE wäre im Prinzip schon mehr dazu fähig als die heutige.

    Für den Dialog mit der Türkei, ich denke, er sagt mehr oder weniger was auch die große Parteien sagen. Also keine Vision, nur Wirtschaftsinteressen, aber schlimmer als die heutigen kann nicht sein. Meinst du mit den Eingriffen in Institutionen die Trennung von Staat und Kirche und die Reduzierung der Militärausgaben? Ich bin auch dafür, ich denke die Trennung wurde auch der Kirche helfen, ihre wirkliche Rolle zu finden.

  6. #3776
    Kejo
    Zitat Zitat von Afroasiatis Beitrag anzeigen
    Weil in diesen die Mehrheit der Griechen noch für die EU-Mitgliedschaft und den Euro ist, muss er auch zeigen, dass er das garantiert. Wenn das sich irgendwann anders ist (und die ersten Zeichen dafür gibt es schon), kann er auch seine Meinung verändern.
    Welche Zeichen denn?

  7. #3777

    Registriert seit
    23.11.2009
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    2.402
    Zitat Zitat von Kejo Beitrag anzeigen
    Welche Zeichen denn?
    Es gab eine Umfrage in der letzten Zeit, nach der das Vertrauen an EU massiv gefallen ist. Ich erinnere mich nicht so gut daran jetzt, aber auch andere Elemente da zeigten den Anfang eines Umdenkens. Wenn ich diese Umfrage finde, poste ich sie hier.

  8. #3778
    Yunan
    Zitat Zitat von Afroasiatis Beitrag anzeigen
    Bei den ersten zwei Absätzen sind wir einer Meinung. Nur, damit eine Revolution erfolgreich ist, muss dieser Initialzündung durch eine Minderheit natürlich eine Massenbewegung folgen.

    Bei Tsipras sehe ich das etwas anders. Ich glaube, dass er keine feste Politik hat, er orientiert sich eher an die Umfragen und die allgemeine Stimmung. Weil in diesen die Mehrheit der Griechen noch für die EU-Mitgliedschaft und den Euro ist, muss er auch zeigen, dass er das garantiert. Wenn das sich irgendwann anders ist (und die ersten Zeichen dafür gibt es schon), kann er auch seine Meinung verändern. Es gibt schon heute wichtige Leute in seiner Partei die gegen den Euro sind (z. B. Lafasanis).

    Dass er mit der europäischen Linken enge Beziehungen pflegt, ist schon gut, finde ich. Wenn GR den großen Schritt macht, und einen alternativen Weg folgt, wird jede Unterstützung brauchen, die es kriegen kann. Und in Europa ist die Linke die einzige Macht von dem man das erwarten kann. Natürlich muss man auch in allen anderen Richtungen nach potentiellen Allierten suchen. Da hast du Recht, SYRIZA scheint noch zu viel auf Europa konzentriert zu sein, die balkanische Zusammenarbeit kommt zu kurz, und da musste man schon auch andere Möglichkeiten untersuchen (Russland, Naher Osten als Beispiel). Aber wie gesagt, er ist kein Visionär, das Volk muss ihn dazu drücken. Aber eine Regierung von Tsipras-Kamenos-KKE wäre im Prinzip schon mehr dazu fähig als die heutige.

    Für den Dialog mit der Türkei, ich denke, er sagt mehr oder weniger was auch die große Parteien sagen. Also keine Vision, nur Wirtschaftsinteressen, aber schlimmer als die heutigen kann nicht sein. Meinst du mit den Eingriffen in Institutionen die Trennung von Staat und Kirche und die Reduzierung der Militärausgaben? Ich bin auch dafür, ich denke die Trennung wurde auch der Kirche helfen, ihre wirkliche Rolle zu finden.
    Natürlich, aber dafür gibt es denke ich eine ausreichende Basis. Das einzige was fehlt ist eben diese Minderheit mit tatsächlich guten Ideen.

    Was die Umfragen zum Euro und der EU angeht, haben sich die Meinungen deutlich gegen die EU gewendet(und du weißt ja selbst, dass wir generell immer sehr kritisch ggü. der EU waren bis es den Leuten einfach zu gut durch dieses System ging). Außerdem ist die Propaganda durch Politik und Medien unglaublich groß was das Thema EU angeht und nur aus diesem Grund sehen viele Griechen keine Alternativen. Wenn jeden Tag Horrorszenarios heraufbeschwört werden über die Folgen eines Austritts, bekommen die Leute es natürlich mit der Angst zu tun. Die Leute sollten sich aber fragen, wieso die Politik sie in ein Auto namens EU mit defekten Bremsen geschickt haben und Griechenland auf Gedeih und Verderb in der EU haben wollten.
    Ich bin überzeugt davon, dass ein EU-Austritt für mindestens zwei bis drei Jahre extrem harte Zeiten für Griechenland mit sich bringen würde, vermutlich noch längere Zeit. Aber ich denke, dass das die Radikalkur ist, die Griechenland braucht und nicht irgendwelche schleichenden Einschnitte die das Land Schritt für Schritt näher an den Abgrund bringen würden. Die Bevölkerung wird damit umgehen können wenn die Politik sich glaubwürdig verhält und mit dem Volk leidet anstatt sich Vorteile durch ihre politische Stellung zu verschaffen.
    Ich gehe an diesem Punkt eben so weit zu sagen, dass ich nicht nur gegen den Euro bin(aus rein symbolischen Gründen) sondern gegen das gesamte Konstrukt, auf das die EU ausgebaut ist. Die Europäer haben für sich ein gutes System geschaffen dass auch den Forderungen nach Frieden innerhalb Europas und die wirtschaftliche Stabilität gewährleisten kann. Es ist aber ein System, dass nur für Länder mit gleichen Wertvorstellungen und Mentalitäten funktioniert, weil es in seinen Ansprüchen an Länder anderer Kulturkreise totalitär und autoritär ist, vielleicht ohne sich dessen bewusst zu sein oder ohne diese Seite der Medaille betrachten zu wollen. Griechenland gehört definitiv nicht zum Kultur- und Wertekreis Europas und alleine die dreiste Einflussnahme der Politik und die Manipulation der Griechen mit Aussagen zu der Zukunft Griechenlands in Europa, sind für mich Verrat an unserer Geschichte, Sprache, Kultur und Religion und erfordern Widerstand.

    Zu Tsipras: Die Europäische Linke ist eine nicht ernstzunehmende Kraft ohne Ideen und Charisma. In der deutschen Politik sind die einzig glaubwürdigen Charaktere Gysi und Wagenknecht, der Rest ist Alt-'68-Establishment mit einer Vorstellung von der Welt als Sandkasten für Freigeister. Das hat für mich nichts mehr mit Volkspolitik zu tun sondern ist die Übertheoretisierung der praktischen Politik. Der Europäischen Linken fehlt aber nicht nur jede Art von Pragmatismus sondern sie ist in ihrem Wesen und Anspruch auf alleinige Richtigkeit nicht weniger imperial gegenüber vom europäischen Kommunismus abweichenden Theorien und Umsetzungen in die Praxis als die (kultur-)kolonisatorische Besetzung fremder Länder durch die konservativen Kräfte Europas. Auch aus diesem Grund, lehne ich jede Zusammenarbeit mit den Linken Europas ab, zumindest solange sie an ihren Dogmen festhalten und nicht respektieren, dass sich Griechenland vorbehält, einen abweichenden Weg zu beschreiten.
    Griechenland muss seine eigenen Konzepte entwickeln und auf bewehrte Mechanismen zurückgreifen können ohne dabei von fremden Kräften, ob Links oder Rechts, beeinflusst zu werden. Nur so kann man in seiner Weltansicht gefestigt sein und somit auch ideologisch unabhängig. Ich stimme dir auch zu was die regionale Bindung Griechenlands angeht. Die Prioritäten der griechischen Politik sollten auf den Balkan, Russland und dem Nahen Osten liegen.

    Ich glaube, dass die Militärausgaben definitiv gekürzt werden und die Überschüsse in die Bildung fließen sollten. Wenn Griechenland gemeinsam mit den genannten Ländern starke Bündnisse eingeht oder sogar eine Union in Angriff nimmt bzw. initiieren kann, wird über kurz oder lang sowieso alles auf eine gemeinsame Verteidigungspolitik hinauslaufen. Klar, dass ist sehr stark vereinfacht und in die Zukunft geblickt, aber ich glaube, dass eine Union nur Sinn hat, wenn sie sich im Bezug auf das Militär so organisiert. Es ist vollkommen sinnlos, ein Heer von 180.000 Mann aufrecht zu erhalten. Natürlich gefällt das den Europäern und den Amerikanern, aber das kann uns ja relativ egal sein. Trotzdem muss die allgemeine Wehrpflicht aufrecht erhalten und von jedem wehrfähigen Mann durchlaufen werden.
    Was die Kirche betrifft, denke ich, dass sie weiterhin in der Innen- wie Außenpolitik nicht eingreifen darf. Ich bin aber der Meinung, dass man sie wieder stärker in die Bildungs- und Kulturpolitik einbinden sollte, denn dort wird sie seit 30 Jahren gezielt herausgedrängt und gleichzeitig in Skandale verwickelt. Das geschieht nicht ohne Grund, denn eine Bevölkerung mit einer starken Moral(durch die orthodoxe Ethik) ist weder leicht manipulierbar noch so anfällig für Niedertracht und Heimtücke wie eine humanistische oder gottlose Gesellschaft. Die Zusammenhänge sind ganz klar. So denke ich, dass sich auch ein gewisser Konsens über Recht und Gerechtigkeit herausbilden wird, der dem Konsens der Vergangenheit nahe kommt oder ihm ganz gleicht. Und so wird es auch zu einer Politik kommen, die sich moralisch korrekt verhalten muss wenn sie sich nicht gefährden will durch unmoralisches Handeln.

  9. #3779
    Avatar von papodidi

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    Cool

    Zitat Zitat von Yunan Beitrag anzeigen
    Ich bin überzeugt davon, dass ein EU-Austritt für mindestens zwei bis drei Jahre extrem harte Zeiten für Griechenland mit sich bringen würde, vermutlich noch längere Zeit. Aber ich denke, dass das die Radikalkur ist, die Griechenland braucht und nicht irgendwelche schleichenden Einschnitte die das Land Schritt für Schritt näher an den Abgrund bringen würden...

    Zu Tsipras: Die Europäische Linke ist eine nicht ernstzunehmende Kraft ohne Ideen und Charisma. In der deutschen Politik sind die einzig glaubwürdigen Charaktere Gysi und Wagenknecht, der Rest ist Alt-'68-Establishment mit einer Vorstellung von der Welt als Sandkasten für Freigeister. Das hat für mich nichts mehr mit Volkspolitik zu tun sondern ist die Übertheoretisierung der praktischen Politik. Der Europäischen Linken fehlt aber nicht nur jede Art von Pragmatismus sondern sie ist in ihrem Wesen und Anspruch auf alleinige Richtigkeit nicht weniger imperial gegenüber vom europäischen Kommunismus abweichenden Theorien und Umsetzungen in die Praxis als die (kultur-)kolonisatorische Besetzung fremder Länder durch die konservativen Kräfte Europas...

    ... denn eine Bevölkerung mit einer starken Moral(durch die orthodoxe Ethik) ist weder leicht manipulierbar noch so anfällig für Niedertracht und Heimtücke wie eine humanistische oder gottlose Gesellschaft.
    Ich bin sicher kein Freund der EU in ihrer jetzigen Form, aber über einen EU-Austritt in der aktuellen Situation nachzudenken ist abenteuerlich. Meinst Du, der IWF hätte heute weitere 3,24 Mrd. € frei gegeben, wenn GR nicht in der EU wäre???

    Die europäische Linke, zusammen mit Teilen der Sozialdemokratie, hat von Anfang an darauf bestanden, dass Länder in der Schuldenkrise nicht auf Kosten der Bevölkerung saniert und "totgespart" werden dürfen. Insofern ist Deine Ablehnung einer Zusammenarbeit nicht nur unverständlich, sondern äusserst kontraproduktiv.

    Für die Widerstandskraft durch eine "orthodoxe Ethik" hätte ich gerne Beispiele. Waren nicht alle Politiker und Generäle in GR orthodox? Die Kirche hatte wohl keinen sooo grossen Anteil am Widerstand gegen die Putschisten, oder???

  10. #3780

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    Zitat Zitat von opadidi Beitrag anzeigen
    Für die Widerstandskraft durch eine "orthodoxe Ethik" hätte ich gerne Beispiele. Waren nicht alle Politiker und Generäle in GR orthodox? Die Kirche hatte wohl keinen sooo grossen Anteil am Widerstand gegen die Putschisten, oder???
    Der einstige oberste Ausbilder der Flotte, Admiral xyz, hatte zur seiner Zeit den Priestern / Popen den Zugang zu seinen Schiffen und U-Booten verboten; zudem trat er dafür ein, daß "das kirchliche Gift nicht mehr die Gehirne der Schulkinder erreichen solle ...", damit sie frei und unbeschwert heranwachsen und sich den frei der kirchlichen Manipulation dem Alltag stellen sollen.

    Ein Mensch mit einer außerordentlichen Karriere. "Ich könnte jedesmal kotzen, wenn ich die Hand des Popen küssen mußte, aber ich mußte mich fügen, denn sie hätten mich ansonsten sofort abgesägt".

    Am Tage seines Rentenbeginns outete sich der Star-Admiral als Nicht-Orthodoxer, sondern als Humanist. Die orthodoxen Politiker wollten ihm dann seine kilometerlangen Auszeichnungen aberkennen, was sie nicht geschafft haben.



    Wenn man solche Leistungsträger "absägt", dann darf man sich nicht wundern, daß ein Land dort ankommt, wo sich heute manches EU-Land befinde.

    Mir sind Rechtsanwälte bekannt, die durften keine Kanzlei in GR eröffnen, weil sie NICHT auf dieses christliche Buch den Eid ablegen wollten. Nach einer passenden Klage außerhalb Griechenlands dürfen sie nun.

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