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Nachrichten aus Serbien

Erstellt von DZEKO, 29.08.2013, 16:43 Uhr · 5.675 Antworten · 222.608 Aufrufe

  1. #1771

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  2. #1772
    Avatar von Dinarski-Vuk

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    Der Text trifft für meinen Geschmack fast den Kern der ganzen Geschichte. Geschichtlicher Revisionismus gab es leider immer schon, auch bei uns. Milan Nedic ist ein spezielles Kapitel serbischer Geschichte. Man kann ihn nicht ausserhalb des Kontexts der berühmten Nazi-Formel betrachten, wo man für einen Deutschen Soldaten hundert serbische Zivilisten erschiessen wird, die mit den tragischen Höhepunkten in Kragujevac und Kraljevo auch demonstriert wurden.

    Milan Nedic hat versucht diese "Praxis" zu unterbinden, so weit es zu diesem Zeitpunkt nur möglich war. Den Spitznamen "serbische Mutter" hat er nicht umsonst erhalten, es gab schon seine Gründe. In einer aussichtslosen Lage, wo Serbien in mehrere Besatzungszonen zerstückelt und unterteilt war, versuchte Nedic die Wirkung der Besatzung zu reduzieren und die Erhaltung des serbischen Volkes so hoch wie möglich zu erhalten.

    Deswegen gab es wahrscheinlich in Serbien nicht besonders viel Widerstand gegen die Besatzungstruppen, denn darum ging es Nazi-Deutschland und der serbischen Quisling-Regierung auch, den Widerstand der einfachen Bevölkerung zu brechen, damit sie sich nicht irgendwelchen Partisanen Guerillas anschliessen, um Sabotage Akte gegen die Wehrmacht zu verüben. Auch die Erinnerungen an die brutale Vorgehensweise der KUK-Armee während des ersten Weltkrieges war noch relativ frisch.

    Eine andere Sache ist aber seine persönliche Haltung gegenüber der deutschen Besatzung. Er war sicherlich nicht Befürworter der Besatzung, aber er hatte eine gewisse Sympathie und Bewunderung für das damalige Nazi-Deutschland als Weltmacht, und auch in gewissem Masstab auch für die NS-Ideologie.

  3. #1773
    Avatar von Jovan

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    Zitat Zitat von Dinarski-Vuk Beitrag anzeigen
    Der Text trifft für meinen Geschmack fast den Kern der ganzen Geschichte. Geschichtlicher Revisionismus gab es leider immer schon, auch bei uns. Milan Nedic ist ein spezielles Kapitel serbischer Geschichte. Man kann ihn nicht ausserhalb des Kontexts der berühmten Nazi-Formel betrachten, wo man für einen Deutschen Soldaten hundert serbische Zivilisten erschiessen wird, die mit den tragischen Höhepunkten in Kragujevac und Kraljevo auch demonstriert wurden.

    Milan Nedic hat versucht diese "Praxis" zu unterbinden, so weit es zu diesem Zeitpunkt nur möglich war. Den Spitznamen "serbische Mutter" hat er nicht umsonst erhalten, es gab schon seine Gründe. In einer aussichtslosen Lage, wo Serbien in mehrere Besatzungszonen zerstückelt und unterteilt war, versuchte Nedic die Wirkung der Besatzung zu reduzieren und die Erhaltung des serbischen Volkes so hoch wie möglich zu erhalten.

    Deswegen gab es wahrscheinlich in Serbien nicht besonders viel Widerstand gegen die Besatzungstruppen, denn darum ging es Nazi-Deutschland und der serbischen Quisling-Regierung auch, den Widerstand der einfachen Bevölkerung zu brechen, damit sie sich nicht irgendwelchen Partisanen Guerillas anschliessen, um Sabotage Akte gegen die Wehrmacht zu verüben. Auch die Erinnerungen an die brutale Vorgehensweise der KUK-Armee während des ersten Weltkrieges war noch relativ frisch.

    Eine andere Sache ist aber seine persönliche Haltung gegenüber der deutschen Besatzung. Er war sicherlich nicht Befürworter der Besatzung, aber er hatte eine gewisse Sympathie und Bewunderung für das damalige Nazi-Deutschland als Weltmacht, und auch in gewissem Masstab auch für die NS-Ideologie.
    Der Mann war einfach germanophil, so wie es einige Politiker teilweise sind. Da rechne ich auch mal Alexander vučić hinzu.

  4. #1774
    Avatar von NovaKula

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  5. #1775
    Avatar von Dissention

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    Zitat Zitat von Dinarski-Vuk Beitrag anzeigen
    Der Text trifft für meinen Geschmack fast den Kern der ganzen Geschichte. Geschichtlicher Revisionismus gab es leider immer schon, auch bei uns. Milan Nedic ist ein spezielles Kapitel serbischer Geschichte. Man kann ihn nicht ausserhalb des Kontexts der berühmten Nazi-Formel betrachten, wo man für einen Deutschen Soldaten hundert serbische Zivilisten erschiessen wird, die mit den tragischen Höhepunkten in Kragujevac und Kraljevo auch demonstriert wurden.

    Milan Nedic hat versucht diese "Praxis" zu unterbinden, so weit es zu diesem Zeitpunkt nur möglich war. Den Spitznamen "serbische Mutter" hat er nicht umsonst erhalten, es gab schon seine Gründe. In einer aussichtslosen Lage, wo Serbien in mehrere Besatzungszonen zerstückelt und unterteilt war, versuchte Nedic die Wirkung der Besatzung zu reduzieren und die Erhaltung des serbischen Volkes so hoch wie möglich zu erhalten.

    Deswegen gab es wahrscheinlich in Serbien nicht besonders viel Widerstand gegen die Besatzungstruppen, denn darum ging es Nazi-Deutschland und der serbischen Quisling-Regierung auch, den Widerstand der einfachen Bevölkerung zu brechen, damit sie sich nicht irgendwelchen Partisanen Guerillas anschliessen, um Sabotage Akte gegen die Wehrmacht zu verüben. Auch die Erinnerungen an die brutale Vorgehensweise der KUK-Armee während des ersten Weltkrieges war noch relativ frisch.

    Eine andere Sache ist aber seine persönliche Haltung gegenüber der deutschen Besatzung. Er war sicherlich nicht Befürworter der Besatzung, aber er hatte eine gewisse Sympathie und Bewunderung für das damalige Nazi-Deutschland als Weltmacht, und auch in gewissem Masstab auch für die NS-Ideologie.
    Ich denke in Nedics Fall überwiegt das wenige Gute nicht das Schlechte. Ja, jemand musste die Marionettenregierung übernehmen und ja, die Möglichkeiten Leben zu schützen waren vermutlich extrem niedrig. Aber sich dann so sehr für die Sache einzusetzen und so sehr die Gegner zu bekämpfen war zu viel des Guten.

  6. #1776
    Avatar von Methica

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    4.260
    Dinarski-vuk, woher stammt die Info, in Serbien hätte es kaum Widerstand gegeben?

    Das wäre mir neu, zumal Tausende in Belgrad bereits gegen den Dreimächtepakt direkt gegen diesen auf die Straßen gingen und demonstrierten: "Bolje rat nego pakt" oder "Bolje Grob nego rob.". Nedic wurde doch sofort entlassen.

    Auf den Zug dieses serbischen Widerstands sind ja auch die Kommunisten aufgesprungen.
    Denn nur im Krieg können alte Eliten gestürzt werden und können neue Bewegungen nach oben kommen.

    Außerdem. Wie sollte sich Widerstand denn äußern angesichts der technischen Übermacht einer hoch und gut ausgerüsteten Wehrmacht anders ausdrücken außer in gelegentlichen Gefechten? Im Vergleich standen die Serben den Deutschen wie ein Speerträger gegen einen mit Kalschnikov in der Hand.

    Zusätzlich kommt die Erschwernis, dass der Staatsapparat komplett zerschlagen war und die Leute ja schwerlich mit nackten Händen gegen eine solche Wehrmacht antreten konnten.

  7. #1777
    Avatar von Grdelin

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    Zitat Zitat von Methling Beitrag anzeigen
    Dinarski-vuk, woher stammt die Info, in Serbien hätte es kaum Widerstand gegeben?

    Das wäre mir neu, zumal Tausende in Belgrad bereits gegen den Dreimächtepakt direkt gegen diesen auf die Straßen gingen und demonstrierten: "Bolje rat nego pakt" oder "Bolje Grob nego rob.". Nedic wurde doch sofort entlassen.

    Auf den Zug dieses serbischen Widerstands sind ja auch die Kommunisten aufgesprungen.
    Denn nur im Krieg können alte Eliten gestürzt werden und können neue Bewegungen nach oben kommen.

    Außerdem. Wie sollte sich Widerstand denn äußern angesichts der technischen Übermacht einer hoch und gut ausgerüsteten Wehrmacht anders ausdrücken außer in gelegentlichen Gefechten? Im Vergleich standen die Serben den Deutschen wie ein Speerträger gegen einen mit Kalschnikov in der Hand.

    Zusätzlich kommt die Erschwernis, dass der Staatsapparat komplett zerschlagen war und die Leute ja schwerlich mit nackten Händen gegen eine solche Wehrmacht antreten konnten.

    Blöädsinn. Hätte es nicht Tito und seine Partizanen gegeben, Serbien wäre heute noch besetzt unbd Radio Belgrad würde immer noch jeden Abend Lili Marleen spielen.

  8. #1778
    Avatar von Izdajnik

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    Zitat Zitat von Grdelin Beitrag anzeigen
    Blöädsinn. Hätte es nicht Tito und seine Partizanen gegeben, Serbien wäre heute noch besetzt unbd Radio Belgrad würde immer noch jeden Abend Lili Marleen spielen.
    Es gab ja serbischen Widerstand. Gegen die Partisanen.

    zu Nedic. Natürlich taugte der nichts. Überlegt man aber, was passiert wäre, hätte Macak damals den Bückling für die Nazis gemacht und nicht Pavelic.. Aber das ist Spekulation. Macak bleibt ein Hund, schließlich hat er zum Mitmachen aufgerufen, während Parteikollegen in den Widerstand gingen.

  9. #1779
    Avatar von Dinarski-Vuk

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    Zitat Zitat von Methling Beitrag anzeigen
    Dinarski-vuk, woher stammt die Info, in Serbien hätte es kaum Widerstand gegeben?
    Das wäre mir neu, zumal Tausende in Belgrad bereits gegen den Dreimächtepakt direkt gegen diesen auf die Straßen gingen und demonstrierten: "Bolje rat nego pakt" oder "Bolje Grob nego rob.". Nedic wurde doch sofort entlassen.
    Auf den Zug dieses serbischen Widerstands sind ja auch die Kommunisten aufgesprungen.
    Denn nur im Krieg können alte Eliten gestürzt werden und können neue Bewegungen nach oben kommen.
    Außerdem. Wie sollte sich Widerstand denn äußern angesichts der technischen Übermacht einer hoch und gut ausgerüsteten Wehrmacht anders ausdrücken außer in gelegentlichen Gefechten? Im Vergleich standen die Serben den Deutschen wie ein Speerträger gegen einen mit Kalschnikov in der Hand.
    Zusätzlich kommt die Erschwernis, dass der Staatsapparat komplett zerschlagen war und die Leute ja schwerlich mit nackten Händen gegen eine solche Wehrmacht antreten konnten.
    Welchen Profit und Interesse hatte das serbische Volk von diesen Demonstrationen? Die Engländer als Meister der Täuschungs-Diplomatie haben uns als Schachfiguren ausgenutzt und für ihre Zwecke geopfert und die führenden jugoslawischen Generäle waren zudem noch englische Spione. Somit gewannen die perfiden Albions an wertvolle Zeit um den Krieg gegen Hitler fortzusetzen und um ihre Armee zu modernisieren.

    Das damalige Interesse für das serbische Volk wäre gewesen, sich aus dem Krieg rauszuhalten und neutral zu bleiben, wie beispielsweise Portugal oder Schweden und nicht für irgendwelche imperialistischen englischen und sowjetisch-kommunistischen Interessen die Bevölkerung aufs Spiel zu setzen, die später noch in einem innenserbischen Bürgerkrieg in Serbien zwischen den Partisanen und Chetniks gemündet hat.

    Hätten die Nazis die SSSR zerschlagen und Moskau vollständig eingenommen (Alternativgeschichte, ich weiss), wären die Kommunisten mit ein paar Tausend Aktivisten in Jugoslawien als unbedeutende Gruppierung in Erinnerung geblieben, die aktiv am Boykott und Sabotagen der Verteidigung des Königreichs beteiligt waren. Gäbe es die SSSR nicht, und hätten die Angelsächsischen Mächte direkt zu Beginn gegen die Wehrmacht gekämpft, dann wäre die "Balkan Front" wohl die heisseste und meist umkämpfte Front gewesen, um die Wehrmacht vom erneuten Angriff auf Grossbritannien abzuhalten. Winston Churchill hat dies unter anderem in seinen Memoiren detailliert beschrieben.

  10. #1780
    Avatar von Methica

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    DIe Partisanen waren superwichtig, da hat Grdelin sicher recht.
    Das war auch nicht die Intention meines posts, den ANteil am SIeg gegen Hitlerdeutschland zu schmälern. So wollte ich das nicht verstanden wissen.

    Zumal sich den Partisanen Massen an Serben angeschlossen haben, angesichts der Führungslosigkeit und Demoralisierung des Generalstabs.

    ABer eben drum: Es gab serbischen WIderstand, entweder auf der einen oder eben auf der Seite der Cetniks.







    "

    - - - Aktualisiert - - -

    Aber letztendlich:

    Wer Sympathie für die menschenverachtende NS- Ideologie zeigt oder hat, darf nicht rehabilitiert werden. Finde ich.

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