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Namensstreit Makedonien

Erstellt von Philippos, 22.02.2006, 13:07 Uhr · 264 Antworten · 11.285 Aufrufe

  1. #111
    Avatar von Philippos

    Registriert seit
    14.02.2006
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    387
    Zitat Zitat von Schiptar
    Ich sehe darin nur, daß die Makedonen in militärischer Hinsicht die Verbreitung der griechischen Kultur ermöglichten. Die Sprache, die sie verbreiteten, war aber eine vereinfachte Version des attischen Dialekts (koiné).
    Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war auch in sehr vielen Ländern Latein die offizielle prache, da es das meiste kulturelle Prestige hatte, genau wie das Attische in der griechischen Welt und - bedingt durch Alexanders Eroberungen - im ganzen vorderen Orient.
    Sie verbreiteten eine griechische Sprache. Warum sollten sie eine Sprache nur aus prestigegründen verbreiten, wenn es nicht auch ihre Sprache war (der attische Dialekt war der schwierigste der griechischen, um die Verbreitung international zu vereinfachen, wurde eine einfachere Form gewählt). Und das mit dem Mittelalter und der lateinischen Sprache, ist im Mittelalter nicht eine Frage der Verbreitung des Lateinischen, sondern der Beibehaltung der von den Römern verbreiteten Sprache. Die insbesondere in Zusammenhang mit der Sprache der katholischen Kirche zu sehen ist, die lateinisch war. Das sind entscheidende Unterschiede.

  2. #112
    Crane
    Zitat Zitat von Schiptar
    Siehste, ich finde, nur weil sich ein Land und Staat nach der historischen Region benennen, in der sie leben, heißt das noch nicht, daß sie dadurch den Griechen etwas "wegnehmen" wollen.
    Fakt ist, es gibt weder die antiken Makedonen noch die alten Griechen mehr, das ist alles Geschichte und nichts Konkretes...
    Ich sehe das überhaupt nicht so...

    Es ist nicht nur die alte geschichte, sondern hat auch konsequenzen auf die heutige Politik. Mit der nachkommenschaft, kann es passieren, dass die "Mazedonen" plötzlich auch anderes Staatsgebiet für sich beanspruchen usw. Vielleicht sogar alte makedonische Reliquien aus den Museen der ganzen Welt verlangen usw.

    Man sollte dieses "Rumgeklaue" und die Anspruchname geschichtlicher Namen gleich in ihren Anfängen stoppen, bevor die Sache ausartet.

    Was würde denn passieren, wenn sich die Polen plötzlich als Deutsche bezeichnen würden. Und dann deutsches Land und Geschichte für sich beanspruchen würden, so wie es manche"Mazedonen" ja tun...

  3. #113
    Avatar von Schiptar

    Registriert seit
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    Beiträge
    14.116
    Zitat Zitat von Philippos
    Man kann nicht so naiv sein und glauben, man könne einen Staat einfach nach einer historischen Region bennen. Darauf kommt es der Regierung in Skopje ja überhaupt nicht an. Den sie beabsichtigen ihren slawischen Bewohnern eine neue nationale Orientierung zu verleihen und gleichzeitig ihre politische Vorrangstellung gegenüber den Albanern vermeintlich historisch zu begründen.
    Da bin ich ausnahmsweise mal fast 100% deiner Meinung.

    Zitat Zitat von Philippos
    Außerdem umfaßt das Staatsgebiet dieser Republik nur zu einem kleinen Teil im Süden, Gebiete des historischen Gebietes des antiken Makedonien. Der übrige Teil hieß in der Antike Päonien und nördlich davon Dardanien. Dort lebten Päonier und Dardaner. Diese Gebiete wurden von Philipp und Alexander später nur erobert und einverleibt.
    Na ja, aber du wirst ja wohl zugeben, daß Grenzen nichts Statisches sind. Wer kann schon sagen: "Das historische Makedonien ist das Makedonien in den Grenzen von 400 v.Chr., alles was danach kam, gilt nichts mehr!"
    Außerdem bildete die heutige Rep. Makedonien noch im 20. Jh. mit dem griech. Makedonia, wo sich der geograph. Schwerpunkt des antiken Makedoniens befindet, eine Einheit.

    Zitat Zitat von Philippos
    Und wenn man einen Staat in irgendeiner Form bennent, dann benennt man damit automatisch auch seine Bewohner.
    Logisch. Sehr viele Ethnonyme sind im Grunde aus Toponymen entstanden.
    Trotzdem verlangt keiner von den arabischen Ägyptern, von den italienischen Toskanesen u.a. sich wieder umzubennen.

  4. #114
    Crane
    Ich gebe gerne zu, daß ich kein Spezialist für alte griechische Geschichte bin, aber als ich Grundstudium alte griech. Geschichte machen mußte, hat's trotzdem für 'ne 1 in meiner Hausarbeit über die makedonische Illyrer- und Thrakerpolitik gereicht, für 'ne 1,7 in der Klausur (bei einem griechischen Professor, übrigens), usw. ...[/quote]

    Respekt... ehrlich...

    Zitat Zitat von Hellenic
    Du solltest dich mal zügeln und solche Ausdrücke wie, griechische Nationatlität "zurechtgezimmert", lieber meiden. Es zeugt nicht von einer neutralen Betrachtungsweise der Dinge.
    Ich sagte "Nationalideologie", nicht "Nationalität". Läuft aber tatsächlich im Falle der Neugriechen leider Gottes allzu oft aufs Gleiche raus...[/quote]

    Ja hab den original Beitrag nicht mehr gefunden... aber es geht auch um "zurechtgezimmert".. und das ist einfach unter aller Sau..

  5. #115
    jugo-jebe-dugo
    :?:

    Zitat Zitat von Deki
    Zitat Zitat von Schiptar
    Zitat Zitat von Deki
    Was stimmt den an meiner Aussage nicht :?ann erkläre du mir wie dieses Volk entstanden ist :?:

    Als die Slawen einwanderten gab es da nur 4 Völker.

    -Serben
    -Kroaten
    -Slowenen
    -Bulgaren
    Falsch. Um das Jahr 500 n.Chr. herum gab es unter Garantie keine "Serben, Kroaten, Slowenen, Bulgaren" im heutigen Sinne.

    Zitat Zitat von Deki
    Montenegriner,Bosniaken und slaw. Mazedonier sind im laufe der Geschichte entstanden. Montenegriner während der Osmanenzeit,Bosniaken ebenfalls durch die Osmanen,Mazedonier durch die Serben und Bulgaren da dieses Gebiet seit der slawischen Ansiedlung bis zur Osmanenzeit von Bulgaren und Serben regiert wurde.
    Und wie sind denn diese Völker bitteschön "entstanden"? Hat die der liebe Gott nachträglich aus Lehm geformt?

    Kapier's endlich: Nationen finden in den Köpfen der Menschen statt.
    1. Doch es gab sie nur nicht unter den Namen aber es waren die Vorfahren der heutigen Serben,Bulgaren,Kroaten und Slowenen. Unsere Serben wurden zB Razier genannt,die Kroaten hatten ihre Vorfahren usw.

    2. -Bosnaiekn sind dadurch entstanden das viele Serben/Kroaten den Islam angenommen haben während der 500 Jahre osmanischen Herrschaft und dadurch eine neue slawische Volksgruppe entstand.
    -Montenegriner ebenfalls durch die Osmanen,den als Serben total erobert wurde konnte Montenegro vorerst nicht eingenommen werden und so begann ie Geschichte die durch Tito vollendet wurde als er Montenegro 1945 von Serbien trennte.
    -Mazedonier sind durch Bulgaren und Serben entstanden da die das heutige FYROM Jahrhunderte vor den Osmanen beherschten.So entwickelte sich eine neue Sprache und ein neues Volk.


    Jetzt noch mal meine Frage,siehst du das nicht so und wenn nicht dann sag mir wie die Mazedonier entstanden sind :?:

  6. #116
    Avatar von Schiptar

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    Zitat Zitat von Deki
    Jetzt noch mal meine Frage,siehst du das nicht so und wenn nicht dann sag mir wie die Mazedonier entstanden sind :?:
    Eine südslawische Volksgruppe, die sich in einer Landschaft herausgebildet hat, die - mit Unterbrechungen - seit der Antike Makedonien heißt.

    Aus dem Bewußtsein, "anders" zu sein als die südslawischen Nachbarvölker der Serben und Bulgaren, entstand der Gedanke einer eigenen Nationalität, die natürlich nach der von ihnen bewohnten Landschaft benannt wird.

  7. #117
    Avatar von Philippos

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    Zitat Zitat von Schiptar
    Das Erste, was ich griechische Makedonier fragen würde, ist wie lange sie schon in dieser Region leben, denn von der makedonischen Teilung 1912/13 bsi in die Zeit des griechsichen Bürgerkriegs hinein lebten noch sehr viel mehr slawischsprachige Mazedonier dort. Und um die gleiche Zeit herum wurden sehr viele Griechen aus Kleinasien vertrieben...
    Ja es lebten auch Slawen im griechischen Makedonien. Genauer gesagt waren das Bulgaren. Und es ist natürlich auch richtig, daß nach dem Krieg in Kleinasien mit den Türken, viele Griechen vertrieben wurden. Aber die kamen natürlich nicht alle in das griechische Makedonien. Ein teil ließ sich auf den Inseln vor der kleinasiatischen Küste nieder, das war auch am nahsten und der erste Zufluchtsort. Andere wurde nach Kreta gebracht. Die meisten aber nach Athen. Ein ebenfalls großer Teil nach Thrakien, um dadurch den Anteil der Moslems zu veringern. Der Rest wurde über ganz Griechenland verteilt. Auch nach Makedonien kamen natürlich welche. Von diesen Flüchtlingen die sich in ganz Griechenland niederließen, wanderten später viele nach Amerika und Australien. Insgesamt ist der Anteil der Kleinasien-Griechen in Makedonien gering gewesen. Der größte Teil der griechischen Makedonen leben dort schon immer. Auch wenn das einige nicht glauben wollen.

  8. #118
    Avatar von Schiptar

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    Zitat Zitat von Hellenic
    Ja hab den original Beitrag nicht mehr gefunden... aber es geht auch um "zurechtgezimmert".. und das ist einfach unter aller Sau..
    Na ja, Ideologein zimmert man sich doch zurecht, doer etwa nicht?

    Ich sage ja nicht, daß die Neugriechen das Griechentum für sich vollkommen künstlich wiederbelebt haben, aber die Leute im 19. Jh. waren auch nicht wirklich besonders reflektiert, was olche Vorstellungen wie "Nationalität" anging...

  9. #119
    jugo-jebe-dugo
    Zitat Zitat von Schiptar
    Zitat Zitat von Deki
    Jetzt noch mal meine Frage,siehst du das nicht so und wenn nicht dann sag mir wie die Mazedonier entstanden sind :?:
    Eine südslawische Volksgruppe, die sich in einer Landschaft herausgebildet hat, die - mit Unterbrechungen - seit der Antike Makedonien heißt.

    Aus dem Bewußtsein, "anders" zu sein als die südslawischen Nachbarvölker der Serben und Bulgaren, entstand der Gedanke einer eigenen Nationalität, die natürlich nach der von ihnen bewohnten Landschaft benannt wird.
    Das heisst sie sind doch aus Bulgaren und Serben entstanden :?:

  10. #120
    Avatar von Philippos

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    Zitat Zitat von Schiptar
    Na ja, aber du wirst ja wohl zugeben, daß Grenzen nichts Statisches sind. Wer kann schon sagen: "Das historische Makedonien ist das Makedonien in den Grenzen von 400 v.Chr., alles was danach kam, gilt nichts mehr!"
    Ja, natürlich, Grenzen verändern sich. Was ich damit sagen wollte war, dass in diesem Gebiet in der Antike andere Volksgruppen lebten, das Land eine andere Bezeichnung hatte. Warum wählt man somit nicht z. B. den Namen Päonien für das Land, wenn es doch ursprünglich in der Geschichte so genannt wurde. Das wollte ich sagen.

    Zitat Zitat von Schiptar
    Logisch. Sehr viele Ethnonyme sind im Grunde aus Toponymen entstanden.
    Trotzdem verlangt keiner von den arabischen Ägyptern, von den italienischen Toskanesen u.a. sich wieder umzubennen.
    Das verlangt keiner, weil da auch keiner ist, der davon betroffen ist. Im Fall des Namens Makedonien, ist es aber anders.

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