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Namensstreit Makedonien

Erstellt von Philippos, 22.02.2006, 13:07 Uhr · 264 Antworten · 11.280 Aufrufe

  1. #141
    Avatar von port80

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    Zitat Zitat von Schiptar
    Zitat Zitat von Philippos
    Noch ein Beispiel, also gut. Du behauptest, das Galicische sei eine "eigene" Sprache. Das ist so nicht richtig. Bei dem sogannten Galicischen, handelt es sich in Wahrheit um einen portugisischen Dialekt. Was die Leute in Galicien sprechen, ist portugisisch, durchmischt mit einigen Begriffen aus dem Spanischen. Was nicht ungewöhnlich ist, da diese Gebiet seit langem zu Spanien gehört. Aber die Siedler dieses Gebietes waren Portugiesen. Die Ähnlichkeit mit dem Portugisischen ist sehr hoch (ein Kumpel von mir der Portugiese ist hat mir das mal erklärt). So wie zwischen Österreichisch und Deutsch. Eine österreichische Sprache gibt es nicht, was die dort sprechen ist Deutsch.
    Tut mir leid, das so sagen zu müssen, aber in diesem Falle scheinst Du keine Ahnung zu haben. Mit den Begrifflichkeiten der Sprachwissenschaft scheinst Du jedenfalls nicht vertraut zu sein.
    Ich habe mich ein ganzes Semester lang eingehend mit dem Galicischen und seiner Geschichte befassen dürfen, und was Du da sagst, hab ich da ganz anders in Erinnerung, ohen jetzt auch noch dieses Beispiel zu Tode diskutieren zu wollen.

    Die galicische Sprache (Galicisch, span. Gallego, galicisch Galego) wird in Galicien (Nordwestspanien) gesprochen und ist seit 1982 in dieser Region - aber nicht in Gesamt-Spanien - Amtssprache neben dem Spanischen. Sie weist eine sehr hohe Ähnlichkeit mit der portugiesischen Sprache auf, abgesehen von der kastilischen Desonorisation und der Entnasalisierung der Nasalvokale. Im Galicischen lassen sich drei Mundartzonen differenzieren: das Westgalicische, das Zentralgalicische und das Ostgalicische.



    das ist doch kein problem festzustellen.....die frage ist nur,"brachte die Portugiesen die sprache nach spanien,oder war es umgegehrt?

  2. #142
    Avatar von Schiptar

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    Zitat Zitat von Philippos
    Der Staat links des Rheines heißt: France / nicht Franken oder Frankenland.
    Soweit ich weiß werden die Franken im Französischen Fracs gennant und Franzosen nennen sich Francoise.
    Was bedeutet France denn auf Französisch? Ich könnte so auch sagen, die einen nennen sich 'Makedonci', die anderen 'Makedonoi'...
    Das frz. Wort für Franken und Franzosen ist Français und wurde demenstsprechend lange in Deutschland als "Franke(n)" übersetzt.

  3. #143
    Avatar von Schiptar

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    Zitat Zitat von port80
    "Die galicische Sprache (Galicisch, span. Gallego, galicisch Galego) wird in Galicien (Nordwestspanien) gesprochen und ist seit 1982 in dieser Region - aber nicht in Gesamt-Spanien - Amtssprache neben dem Spanischen. Sie weist eine sehr hohe Ähnlichkeit mit der portugiesischen Sprache auf, abgesehen von der kastilischen Desonorisation und der Entnasalisierung der Nasalvokale. Im Galicischen lassen sich drei Mundartzonen differenzieren: das Westgalicische, das Zentralgalicische und das Ostgalicische."

    das ist doch kein problem festzustellen.....die frage ist nur,"brachte die Portugiesen die sprache nach spanien,oder war es umgegehrt?
    Es war so:
    a) Die Mauren hatten beinahe die ganze Iberische Halbinsel erobert.
    b) Im Westen gab es ein Königreich (Galicien), das sich immer mehr nach Süden (-> Portugal) ausdehnte.
    c) Dann teilte es sich in einen nördlichen und einen südlichen Teil.
    d) Der Norden heißt heute immer noch Galicien, der Süden dehnte sich noch weiter nach Süden aus und ist heute Portugal.
    e) Mit den beiden Königreichen bildeten sich auch zwei unterschiedliche Kanzleisprachen heraus: Im Norden blieb man beim Galicischen, im Süden entwickelte sich die dortige Varietät zum Portugiesischen weiter.

  4. #144
    Avatar von Schiptar

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    Zitat Zitat von Philippos
    Wise sprichst du hier von verlorenen Gebieten? Das sind keine verlorenen Gebiete. Nur weil da mal Slawen lebten, die jetzt einen eigenen Staat haben wollen, kann man nicht sagen, das Gebiet hätte ihnen früher zugestanden.
    Das war jetzt aber ein ziemlicher geistiger Tiefflug, mein Junge...

    Zitat Zitat von Philippos
    Bitte Leute, seit doch mal vernünfig und ehrlich. Und daß die Politiker in Skopje jetzt ruhig sind, ist doch klar. Wenn die erst mal in der EU wären, würden die ganz andere Töne von sich geben.
    Wenn's einen Vertrag gäbe, der das regelt, dann gäbe es auch keine Ansprüche mehr.
    Griechenland ist jetzt noch in der optimalen Situation, Skopje im Gegenzug für solch einen verbindlichen Vertrag die Aufgabe dieser "FYROM"-Schikane anzubieten.

  5. #145
    Avatar von Philippos

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    Zitat Zitat von Schiptar
    Zitat Zitat von port80
    "Die galicische Sprache (Galicisch, span. Gallego, galicisch Galego) wird in Galicien (Nordwestspanien) gesprochen und ist seit 1982 in dieser Region - aber nicht in Gesamt-Spanien - Amtssprache neben dem Spanischen. Sie weist eine sehr hohe Ähnlichkeit mit der portugiesischen Sprache auf, abgesehen von der kastilischen Desonorisation und der Entnasalisierung der Nasalvokale. Im Galicischen lassen sich drei Mundartzonen differenzieren: das Westgalicische, das Zentralgalicische und das Ostgalicische."

    das ist doch kein problem festzustellen.....die frage ist nur,"brachte die Portugiesen die sprache nach spanien,oder war es umgegehrt?
    Es war so:
    a) Die Mauren hatten beinahe die ganze Iberische Halbinsel erobert.
    b) Im Westen gab es ein Königreich (Galicien), das sich immer mehr nach Süden (-> Portugal) ausdehnte.
    c) Dann teilte es sich in einen nördlichen und einen südlichen Teil.
    d) Der Norden heißt heute immer noch Galicien, der Süden dehnte sich noch weiter nach Süden aus und ist heute Portugal.
    e) Mit den beiden Königreichen bildeten sich auch zwei unterschiedliche Kanzleisprachen heraus: Im Norden blieb man beim Galicischen, im Süden entwickelte sich die dortige Varietät zum Portugiesischen weiter.
    Fakt ist, dass die Galicier praktisch auch Portugiesen sind. Was meinst du, warum die Spanier sie manchmal auch als die Portugiesen Spaniens bezeichnen.

  6. #146
    Avatar von Philippos

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    Zitat Zitat von Schiptar
    Zitat Zitat von Philippos
    Wise sprichst du hier von verlorenen Gebieten? Das sind keine verlorenen Gebiete. Nur weil da mal Slawen lebten, die jetzt einen eigenen Staat haben wollen, kann man nicht sagen, das Gebiet hätte ihnen früher zugestanden.
    Das war jetzt aber ein ziemlicher geistiger Tiefflug, mein Junge...
    Geistiger Tiefflug ist das bestimmt nicht. Soweit kommt es noch, dass wir ihnen zugestehen, sie hätten einen Anspruch auf unsere Gebiete. Sie haben ähnlich einen Anspruch darauf, wie die Türken einen Anspruch auf deutsche Gebiete haben.

  7. #147
    Avatar von Philippos

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    Zitat Zitat von Schiptar
    Zitat Zitat von Philippos
    Bitte Leute, seit doch mal vernünfig und ehrlich. Und daß die Politiker in Skopje jetzt ruhig sind, ist doch klar. Wenn die erst mal in der EU wären, würden die ganz andere Töne von sich geben.
    Wenn's einen Vertrag gäbe, der das regelt, dann gäbe es auch keine Ansprüche mehr.
    Griechenland ist jetzt noch in der optimalen Situation, Skopje im Gegenzug für solch einen verbindlichen Vertrag die Aufgabe dieser "FYROM"-Schikane anzubieten.
    Schikane ist die Bezeichnung FYROM bestimmt nicht. Wir verteidigen nur unsere Rechte und unsere Identität. Einen Vertrag mit der Regierung in Skopje abschließen und im Gegenzug ihnen den Namen überlassen? Also das wäre ein schlechter Vertrag für uns.

  8. #148
    Avatar von Schiptar

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    Zitat Zitat von Philippos
    Fakt ist, dass die Galicier praktisch auch Portugiesen sind. Was meinst du, warum die Spanier sie manchmal auch als die Portugiesen Spaniens bezeichnen.
    Zitat Zitat von Philippos
    Geistiger Tiefflug ist das bestimmt nicht. Soweit kommt es noch, dass wir ihnen zugestehen, sie hätten einen Anspruch auf unsere Gebiete. Sie haben ähnlich einen Anspruch darauf, wie die Türken einen Anspruch auf deutsche Gebiete haben.
    Zitat Zitat von Philippos
    Schikane ist die Bezeichnung FYROM bestimmt nicht. Wir verteidigen nur unsere Rechte und unsere Identität. Einen Vertrag mit der Regierung in Skopje abschließen und im Gegenzug ihnen den Namen überlassen? Also das wäre ein schlechter Vertrag für uns.
    Komm schon, Pferdefreund, das kannst du doch besser... Denn auf diesem Niveau kann keine konstruktive Diskussion stattfinden.

  9. #149
    Crane
    Warte mal Schiptar...

    Sag mal im Ernst.. Bist du nicht in der Lage nachzuvollziehen, weshalb die Griechen so große Probleme damit haben, dass sich diese Skopje Leute Makedonen nennen wollen?

    Es ist doch kein geheimnis, dass sie Gebietsansprüche gegen Griechenland hegen und diese mit ihrer angeblichen Herkunft rechtfertigen und somit der Name ein Bestandteil des Gebietskonflikt darstellt. Würde die Internationale Gemeinschaft diesen Namen anerkennen, dann würde sie wohl auch indirekt die nachkommenschaft der Makedonen den "Mazedonen" zusprechen und mit diesem Recht im Rücken währen, die Nationalisten in "Mazedonien" gestärkt und würden weiter auf ihre Ansprüche beharren. Dies versucht Griechenland so früh wie möglich zu unterbinden.

  10. #150
    Avatar von Schiptar

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    Zitat Zitat von Hellenic
    Sag mal im Ernst.. Bist du nicht in der Lage nachzuvollziehen, weshalb die Griechen so große Probleme damit haben, dass sich diese Skopje Leute Makedonen nennen wollen?
    Ich kann mir sehr gut vorstellen, warum die Griechen damit ein so großes Problem haben, ja.
    Das heißt aber nicht, daß diese Gründe mich davon überzeugen würden, die griechische Position in diesem Streit gutzuheißen.
    Unterm Strich denke ich nämlich, daß das Recht der Mazedonier (oder für euch "FYROMer" usw.) auf einen frei gewählten Staatsnamen mehr wiegt als die Sensibilitäten der Griechen.
    Anders gesagt: Wenn alle anderen Völker auf der Welt sich auch ihre seltsamen Nationalmythen auf die Fahnen schreiben können (siehe etwa euch Griechen), dann sollen die Mazedonier das halt in Gottes Namen auch machen dürfen, auch wenn sie dabei noch so alberne Verrenkungen vornehmen...

    Zitat Zitat von Hellenic
    Es ist doch kein geheimnis, dass sie Gebietsansprüche gegen Griechenland hegen und diese mit ihrer angeblichen Herkunft rechtfertigen und somit der Name ein Bestandteil des Gebietskonflikt darstellt. Würde die Internationale Gemeinschaft diesen Namen anerkennen, dann würde sie wohl auch indirekt die nachkommenschaft der Makedonen den "Mazedonen" zusprechen und mit diesem Recht im Rücken währen, die Nationalisten in "Mazedonien" gestärkt und würden weiter auf ihre Ansprüche beharren. Dies versucht Griechenland so früh wie möglich zu unterbinden.
    Das ist nicht wirklich der wahre Kern der Sache, Hellenic.
    Skopje ist nie und nimmer dazu in der Lage, dem griechischen Staat dieses Gebiet abzujagen, das 1878-1912 mit Vardar-Makedonien und Pirin-Makedonien die Landschaft Makedonien bildete. Ich glaube auch nicht, daß dort irgendjemand - außer ein paar Chauvie-Spinnern am extremen Rand des politischen Spektrums, die eh nichts zu sagen haben - ernsthaft glaubt, daß Thessaloniki in den nächsten 100 Jahren irgendwann im gleichen Staat liegen wird wie Ohrid, Bitola und Skopje.
    Die wahren Probleme/Prioritäten dieses Staates liegen doch wohl ganz woanders: der albanische Sezessionismus, die Schikanen auf internationaler Ebene durch Athen, Korruption & wirtschaftliche Probleme, und wie sich das alles auf den angestrebten EU-Beitritt auswirkt. Wenn sie noch nicht mal mit den Albanern im eigenen Land politisch geschweige denn militärisch fertig werden, warum sollten sie sich dann auch noch mit den Griechen anlegen?
    Glaub mir, ihr habt ihnen jetzt die letzten 15 Jahre über genug Angst gemacht, die wollen jetzt nur noch in Ruhe gelassen werden und friedlich mit euch Handel treiben.
    Deutschland hat ja wohl auch die Grenzveränderungen nach '45 verbindlich anerkannt; ich bin mir daher sicher, wenn Athen die Rep. Mazedonien diplomatisch anerkennen würde, würde Skopje sofort alles unterschreiben, was die Griechen als Versicherung wollen könnten, daß die Mazedonier im Norden keinerlei Gebietsansprüche stellen. (Die Frage nach der Anerkennung der slawisch-mazedonischen Minderheit in Griechenland bzw. deren Vertreibung im 20. Jh. steht antürlich auf einem andern Blatt...)

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