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Nationalstolz

Erstellt von skorpion, 29.10.2009, 05:18 Uhr · 106 Antworten · 4.478 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von skorpion

    Registriert seit
    25.10.2009
    Beiträge
    3.739

    Nationalstolz

    Ich möchte einmal eine etwas provokante These vor- und hier zur Diskussion stellen. Wir alle kennen Stolz. Man ist stolz auf das eigene Häuschen, in das man jeden Cent und jede freie Minute investiert hat oder auf das neue Auto, das größer, besser ausgestattet, teurer und schneller ist, als das des Nachbarn. Man ist stolz auf die wunderbare Frau an seiner Seite, die so wunderschön und intelligent ist, so zauberhaft kochen kann und die auch sonst über Qualitäten verfügt und noch stolzer ist man auf die daraus entstandenen Kinder, die schlau, wohlerzogen und niedlich sind. Man ist stolz auf die eben bestandene Abitur-, Meister- oder Führerscheinprüfung oder auf den eigenen Betrieb, der aus dem Nichts entstanden ist oder auf die Beförderung zum Abteilungsleiter.

    Es gibt so viele tolle Dinge, auf die wir stolz sind, weil wir nach endlos langer Mühe und großen Anstrengungen ein Ziel erreicht haben. Aber:

    Warum zum Teufel sind Menschen stolz auf ihre Nationalität? Wer irgendwo als Niemand ankam, sich Anerkennung verdient hat und schließlich eingebürgert wurde, daß so jemand stolz auf seine neue Staatsangehörigkeit ist, völlig klar. Aber wir anderen? Wir, die wir unsere Staatsangehörigkeit ohne eigenes Zutun qua Geburt erhalten haben, geschenkt, ja direkt hinterher geschmissen bekommen haben?

    Böse Zungen sagen: "Nationalstolz ist etwas für Leute, die sonst nichts haben, auf das sie stolz sein können." Und beim Blick auf Neonazis fällt es mir manchmal schwer, zu widersprechen.

    Was macht die eigene Nationalität denn so toll und einzigartig? Hätte man sie auch gewählt, wenn man die freie Wahl gehabt hätte? Wo ist die Grenze zwischen Heimatliebe und Nationalismus? Und warum geht Nationalstolz so oft einher mit Mißachtung anderer Nationalitäten?

    Fragen über Fragen, und ich bin gespannt auf Eure Antworten!

  2. #2
    Avatar von Bambi

    Registriert seit
    16.06.2008
    Beiträge
    37.047
    Zitat Zitat von skorpion Beitrag anzeigen
    Ich möchte einmal eine etwas provokante These vor- und hier zur Diskussion stellen. Wir alle kennen Stolz. Man ist stolz auf das eigene Häuschen, in das man jeden Cent und jede freie Minute investiert hat oder auf das neue Auto, das größer, besser ausgestattet, teurer und schneller ist, als das des Nachbarn. Man ist stolz auf die wunderbare Frau an seiner Seite, die so wunderschön und intelligent ist, so zauberhaft kochen kann und die auch sonst über Qualitäten verfügt und noch stolzer ist man auf die daraus entstandenen Kinder, die schlau, wohlerzogen und niedlich sind. Man ist stolz auf die eben bestandene Abitur-, Meister- oder Führerscheinprüfung oder auf den eigenen Betrieb, der aus dem Nichts entstanden ist oder auf die Beförderung zum Abteilungsleiter.

    Es gibt so viele tolle Dinge, auf die wir stolz sind, weil wir nach endlos langer Mühe und großen Anstrengungen ein Ziel erreicht haben. Aber:

    Warum zum Teufel sind Menschen stolz auf ihre Nationalität? Wer irgendwo als Niemand ankam, sich Anerkennung verdient hat und schließlich eingebürgert wurde, daß so jemand stolz auf seine neue Staatsangehörigkeit ist, völlig klar. Aber wir anderen? Wir, die wir unsere Staatsangehörigkeit ohne eigenes Zutun qua Geburt erhalten haben, geschenkt, ja direkt hinterher geschmissen bekommen haben?

    Böse Zungen sagen:
    "Nationalstolz ist etwas für Leute, die sonst nichts haben, auf das sie stolz sein können." Und beim Blick auf Neonazis fällt es mir manchmal schwer, zu widersprechen.

    Was macht die eigene Nationalität denn so toll und einzigartig? Hätte man sie auch gewählt, wenn man die freie Wahl gehabt hätte? Wo ist die Grenze zwischen Heimatliebe und Nationalismus? Und warum geht Nationalstolz so oft einher mit Mißachtung anderer Nationalitäten?

    Fragen über Fragen, und ich bin gespannt auf Eure Antworten!
    Du bist mir jetzt schon unglaublich sympathisch, weil du hier zu 100% aussprichst, was ich denke und mir bis auf Lopov evtl eigentlich keiner hier einfällt, der meine Meinung diesbezüglich teilt.
    Was die eigene Nationalität so toll macht? Nix.
    Ob man sie gewählt hätte, wenn man die Wahl gehabt hätte? In vielen Fällen: Nein.
    Wenn ich sehe, wie Leute schreiben/sagen "Ich bin stolz, Deutscher/Türke/Albaner/etc" zu sein, rollen sich mir die Fußnägel auf. Es erschließt sich mir nicht, wie man stolz sein kann, zufällig in ein künstlich geschaffenes Gefüge hineingeboren worden zu sein, denn Nationen sind ja nun weiß Gott keine Erfindung der Natur. Staaten beruhen auf Vertreibungen/Kriegen/Völkerwanderungen etc und mit all diesen hatte man selber nichts zu tun, also wieso sich jetzt darauf einen runterholen?
    Genauso suspekt sind mir Leute, die sich so dermaßen über ihre Herkunft definieren, dass in ihrem Leben nichts mehr bliebe, wenn man ihnen das wegnähme. So Leute, die nur mit Leuten aus ihrem eigenen Land verkehren, nur die heimischen Speisen essen, nur die heimische Musik hören, nur in die heimischen Clubs gehen etc pp...hab schon so einige solcher Jugos hier getroffen und AUSNAHMSLOS KEINER von denen war mir sympathisch.
    Zum Abschluss ein Zitat von Schopenhauer:
    Jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein.

  3. #3
    Shan De Lin
    Zitat Zitat von skorpion Beitrag anzeigen
    Was macht die eigene Nationalität denn so toll und einzigartig? Hätte man sie auch gewählt, wenn man die freie Wahl gehabt hätte? Wo ist die Grenze zwischen Heimatliebe und Nationalismus? Und warum geht Nationalstolz so oft einher mit Mißachtung anderer Nationalitäten?

    Fragen über Fragen, und ich bin gespannt auf Eure Antworten!
    Wenn man mich vor die Wahl gestellt hätte was ich in meinem Leben werden will, dann hätte ich mich für Reichtum und die Weltherrschaft entschieden. Bei der Nationalität hätte ich einfach gewürfelt

  4. #4
    Avatar von skorpion

    Registriert seit
    25.10.2009
    Beiträge
    3.739
    Zitat Zitat von Bambi Beitrag anzeigen
    Du bist mir jetzt schon unglaublich sympathisch, weil du hier zu 100% aussprichst, was ich denke und mir bis auf Lopov evtl eigentlich keiner hier einfällt, der meine Meinung diesbezüglich teilt.
    Was die eigene Nationalität so toll macht? Nix.
    Ob man sie gewählt hätte, wenn man die Wahl gehabt hätte? In vielen Fällen: Nein.
    Wenn ich sehe, wie Leute schreiben/sagen "Ich bin stolz, Deutscher/Türke/Albaner/etc" zu sein, rollen sich mir die Fußnägel auf. Es erschließt sich mir nicht, wie man stolz sein kann, zufällig in ein künstlich geschaffenes Gefüge hineingeboren worden zu sein, denn Nationen sind ja nun weiß Gott keine Erfindung der Natur. Staaten beruhen auf Vertreibungen/Kriegen/Völkerwanderungen etc und mit all diesen hatte man selber nichts zu tun, also wieso sich jetzt darauf einen runterholen?
    Genauso suspekt sind mir Leute, die sich so dermaßen über ihre Herkunft definieren, dass in ihrem Leben nichts mehr bliebe, wenn man ihnen das wegnähme. So Leute, die nur mit Leuten aus ihrem eigenen Land verkehren, nur die heimischen Speisen essen, nur die heimische Musik hören, nur in die heimischen Clubs gehen etc pp...hab schon so einige solcher Jugos hier getroffen und AUSNAHMSLOS KEINER von denen war mir sympathisch.
    Zum Abschluss ein Zitat von Schopenhauer:
    Ist schon komisch, Schopenhauer, ohne Frage eine der bösesten Zungen überhaupt, geisterte mir auch so durch den Hinterkopf... Und der war ja eigentlich kein Doofer...

  5. #5
    Shan De Lin
    Da fällt mir was intressantes ein :
    Ich war mit meinen Freundinnen weg, aufeinmal kommt son Türke daher und labert uns voll, und irgendwie labert meine besoffene Freundin dann mit dem Türken ne Ewigkeit und es endet damit dass sie zu ihm sagt "du bist kein wirklicher mann" ^^. Der so fängt an seine hose aufzumachen und sagt: "natürlich bin ich ein mann, ich bin gut ausgestattet willst du sehen" ^^ zum glück brachten wir ihn dazu dann seine hose zuzulassen. Der beste satz war aber am ende: "ja dann soll sie nicht so labern, ich bin türke, das ist eine der schlimmsten beleidigung für mich wenn man mich nicht mann nennt"

    Man kann doch seine Heimat lieb haben ohne ins niveaulose abzudriften Außerdem wenn einer auf sein Land stolz ist, und er dort lebt, dann kann er doch drauf stolz sein was er und seine landsleute aus dem land gemacht haben, oder nicht.

  6. #6
    Avatar von skorpion

    Registriert seit
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    3.739

    Blinzeln

    Zitat Zitat von Shan De Lin Beitrag anzeigen
    Wenn man mich vor die Wahl gestellt hätte was ich in meinem Leben werden will, dann hätte ich mich für Reichtum und die Weltherrschaft entschieden. Bei der Nationalität hätte ich einfach gewürfelt
    Und was ist mit Liebe? Würde ich persönlich der Weltherrschaft vorziehen, macht auch viel mehr Spaß. Weltherrschaft stelle ich mir seeehr frustrierend vor. Irgendwo hab ich neulich gelesen:

    "Enttäuscht vom Affen, schuf Gott den Menschen- danach verzichtete er auf weitere Versuche."

  7. #7
    Shan De Lin
    Zitat Zitat von skorpion Beitrag anzeigen
    Und was ist mit Liebe? Würde ich persönlich der Weltherrschaft vorziehen, macht auch viel mehr Spaß. Weltherrschaft stelle ich mir seeehr frustrierend vor. Irgendwo hab ich neulich gelesen:

    "Enttäuscht vom Affen, schuf Gott den Menschen- danach verzichtete er auf weitere Versuche."
    Was für Liebe, die kommt und geht, aber Geld und Macht damit kann man was anfangen. Wenn man die wahl hat ob geld oder liebe, dann nehmt das geld weil damit kann man liebe kaufen, aber andersrum funktioniert es nicht :

  8. #8
    Avatar von skorpion

    Registriert seit
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    Zitat Zitat von Shan De Lin Beitrag anzeigen
    Da fällt mir was intressantes ein :
    Ich war mit meinen Freundinnen weg, aufeinmal kommt son Türke daher und labert uns voll, und irgendwie labert meine besoffene Freundin dann mit dem Türken ne Ewigkeit und es endet damit dass sie zu ihm sagt "du bist kein wirklicher mann" ^^. Der so fängt an seine hose aufzumachen und sagt: "natürlich bin ich ein mann, ich bin gut ausgestattet willst du sehen" ^^ zum glück brachten wir ihn dazu dann seine hose zuzulassen. Der beste satz war aber am ende: "ja dann soll sie nicht so labern, ich bin türke, das ist eine der schlimmsten beleidigung für mich wenn man mich nicht mann nennt"

    Man kann doch seine Heimat lieb haben ohne ins niveaulose abzudriften Außerdem wenn einer auf sein Land stolz ist, und er dort lebt, dann kann er doch drauf stolz sein was er und seine landsleute aus dem land gemacht haben, oder nicht.
    Das kann er, sofern Anlaß dazu besteht. Bei den meisten Ländern, die ich kenne ist es aber eher so, daß es noch sehr, sehr viel zu tun gäbe...

    Bei mir ist es so, ich bin relativ glücklich, daß ich da leben kann, wo ich lebe. Ich mag mein Land und auch die meisten Leute hier. Ich verdanke diesem Land einiges und bei meiner Multi-Kulti-Herkunft könnte ich ja mit 4 Ländern gleich 4x so stolz sein, aber Stolz ist einfach nicht das Gefühl, das ich empfinde, wenn ich an das Land denke. Aber ich will es niemandem verbieten, ich würde es nur gerne verstehen.:happy6:

  9. #9
    Avatar von skorpion

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    Zitat Zitat von Shan De Lin Beitrag anzeigen
    Was für Liebe, die kommt und geht, aber Geld und Macht damit kann man was anfangen. Wenn man die wahl hat ob geld oder liebe, dann nehmt das geld weil damit kann man liebe kaufen, aber andersrum funktioniert es nicht :
    Was Du meinst, ist Sex, Liebe ist nicht käuflich. Aber ehrlich gesagt, wenn hier irgendwo ein Sponsor sein sollte, der Geld übrig hat:

    "Schick mir eine eMail und ich verrate Dir meine Kontonummer!

  10. #10
    Shan De Lin
    Zitat Zitat von skorpion Beitrag anzeigen
    Das kann er, sofern Anlaß dazu besteht. Bei den meisten Ländern, die ich kenne ist es aber eher so, daß es noch sehr, sehr viel zu tun gäbe...

    Bei mir ist es so, ich bin relativ glücklich, daß ich da leben kann, wo ich lebe. Ich mag mein Land und auch die meisten Leute hier. Ich verdanke diesem Land einiges und bei meiner Multi-Kulti-Herkunft könnte ich ja mit 4 Ländern gleich 4x so stolz sein, aber Stolz ist einfach nicht das Gefühl, das ich empfinde, wenn ich an das Land denke. Aber ich will es niemandem verbieten, ich würde es nur gerne verstehen.:happy6:
    Dann musst du auf die kleinen Diasporakinder warten die hier tagsüber posten Ich kann dir da keine Antwort geben.

    Wie gesagt fühle ich schon eine gewisse Verbundenheit zu meiner Heimat, aber ich würde jetzt nicht sagen dass ich eine Nationalistin bin, dementsprechend kann ich nicht auf deine Frage antworten

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