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Natürliches Phänomen

Erstellt von Zurich, 01.05.2007, 14:49 Uhr · 153 Antworten · 5.434 Aufrufe

  1. #31
    Avatar von skenderbegi

    Registriert seit
    27.09.2006
    Beiträge
    11.086

    Idee

    für die die geduld und zeit haben....
    doch es lohnt sich....


    Jugoslawien - sein Zerfall und die Folgen
    In der Nacht vom 23. auf den 24. März 1999 begann die NATO ihre Luftoffensive gegen Jugoslawien, die 78 Tage andauerte. Das Eingreifen der NATO wurde als der erste "im Namen von Prinzipien und Werten" geführte Krieg der Menschheitsgeschichte gefeiert und hat bei Teilen der westlichen Intelligenzija Zustimmung, aber auch harsche Kritik ausgelöst. Ein Jahr nach Kriegsbeginn stellen sich viele Fragen. Zwar hatte die NATO-Intervention erreicht, dass die albanischen Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren konnten. Doch die anschließenden Racheakte albanischer Extremisten an Serben, Roma und Sinti sowie Groani, (serbisch sprechende albanische Minderheit) und den Exodus eines großen Teils der serbischen Bevölkerung vermochten KFOR und UN-Übergangsverwaltung (UNMIK) nicht zu verhindern. Trotz Anwesenheit der KFOR im Kosovo nehmen Terror und Gewalt kein Ende. Die ethnische Trennung ist fast überall vollzogen. Die verbliebenen Serben leben in Enklaven - beschützt von der KFOR. Die jugoslawische Wirtschaft ist vernichtet, das Land zerstört und mehr denn je von Haß beherrscht. Auf beiden Seiten schüren Extremisten die ethnischen Spannungen. Der demokratischen Opposition ist der Boden entzogen. Der UN-Menschenrechtsbeauftragte für das frühere Jugoslawien, Jiri Dienstbier, gibt dem internationalen Einsatz die Note: "Totaler Fehlschlag". Kurz: Die Kosovo-Bilanz fällt bitter aus.

    Karte: Nationalitäten in Jugoslawien (Stand 1981)

    4.5.1980

    Tod Titos. Übernahme der Nachfolge durch kollektive Organe, bestehend aus Vertretern aller Republiken und autonome Gebiete, deren Vorsitz jährlich wechselt (Staatspräsidium).

    März 1981

    Unruhen im Kosovo, in deren Mittelpunkt die Forderung nach Umwandlung des autonomen Gebietes in eine Republik steht. Verhängung des Ausnahmezustandes. Die Bewegung wird blutig niedergeschlagen.



    Oktober 1986

    Veröffentlichung des Entwurfs eines Memorandums der Serbischen Akademie der Wissenschaften.

    8.5.1989

    Milosevic wird durch das Parlament zum Präsidenten der Republik Serbien gewählt und in der ersten Direktwahl am 12. November 1989 mit 86 Prozent der Stimmen bestätigt.

    28.6.1989

    600-Jahr-Feier der Schlacht auf dem Amselfeld mit über einer Million Teilnehmern.

    20.6.1991

    Auf ihrer Tagung in Berlin verabschieden die Außenminister der KSZE-Staaten eine Erklärung, in der sie sich für die Beibehaltung der Einheit Jugoslawiens aussprechen. Ähnlich die EG, die am 24. Juni Jugoslawien einen Kredit in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar gewährt. Die Belgrader Zeitung "Borba" schreibt am 21.6.1991: "Die Armee muss die Einheit retten, um die von der EG zugesagte Wirtschaftshilfe zu erhalten, da diese nur an den Einheitsstaat ausgezahlt wird."

    25.6.1991

    Kroatien und Slowenien erklären ihre Unabhängigkeit. Die von einem Kroaten geleitete Föderationsregierung in Belgrad reagiert umgehend und entsendet Einheiten der Bundesarmee zur Wiederherstellung der jugoslawischen Hoheitsrechte an der Grenze. Beim anschließenden Versuch der jugoslawischen Bundesarmee, die Kontrolle über die nördlichen Staatsgrenzen wiederherzustellen, kommt es zu bewaffneten Auseinandersetzungen mit Einheiten der slowenischen Territorialverteidigung (1. Krieg).

    18.7.1991

    Beschluss über den vollständigen Abzug der Jugoslawischen Volksarmee aus Slowenien.

    Ursachen für den Krieg in Jugoslawien1

    1. Die Völkervielfalt

    Auf dem Balkan werden zehn Nationen gezählt, nicht eingeschlossen die in den verschiedenen Balkanstaaten lebenden Minderheiten wie Ungarn, Zigeuner, Ruthenen, Russen, Ukrainer, Juden u .a.. Schließt man sie alle in die Zählung ein, ebenso wie Armenier, Kutzowlachen und Tataren, so sind es mehr als zwanzig Nationen, nationale Gruppen und Ethnien, die auf dem Balkan ein brisantes Gemisch bilden.

    Kein anderes Land in Europa wies in seiner ethnischen Zusammensetzung eine solche Heterogenität auf, wie die Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien. Von den 1987 in ihr lebenden 23.355.000 Einwohnern waren 8,1 Millionen Serben, 4,4 Millionen Kroaten, 2 Millionen Muslime, 1,7 Millionen Slowenen, 1,7 Millionen Albaner, 1,3 Millionen Makedonier, 0,6 Millionen Montenegriner, 0,4 Millionen Ungarn. Große Gruppen von Slowaken, Bulgaren, Rumänen, Tschechen, Italienern, Ukrainern, Sinti und Roma, Deutschen u.a. ergänzten die einzigartige Vielfalt.

    Hinzu kommt, dass die auf jugoslawischem Boden lebenden Völker über viele Jahrhunderte äußerst verschiedenen Religionen und Kulturkreisen angehörten. Die trennenden Grenzen zwischen Rom und Byzanz, d.h. zwischen römisch-katholischem und orthodoxem Glauben, danach zwischen Österreich und der Türkei, d.h. zwischen
    Christentum und Islam, prägten ihr nationales Wesen.

    Jahrhundertelang wurde Südosteuropa durch die Herrschaft der Osmanen geprägt, welche die Region von der Entwicklung in Europa abgeschnitten hatte. Im türkischen Herrschaftsbereich gab es keine Renaissance, keine Reformation und keine Aufklärung, die die europäische Entwicklung beeinflusst hatten. Eine Bürgergesellschaft mit unabhängigen Institutionen als politisches Gegengewicht zur Staatsmacht hat sich auch in Serbien höchstens in Ansätzen entwickelt.

    Ungeachtet der historisch-kulturellen Trennlinie lebten die Angehörigen der unterschiedlichen Ethnien und Kulturen in vielen Landesteilen nicht in kompakten, in sich abgeschlossenen, sondern in gemischten, eng miteinander verflochtenen Siedlungsgebieten (s. Karte Titelseite). In Bosnien-Herzegowina etwa waren die Ansiedlungen der Muslime, Serben und Kroaten so miteinander verwoben, dass lange Zeit von einem "Leopardenfell" gesprochen wurde.

    Josip Broz Tito hat die komplizierteste Staatsschöpfung des 20. Jahrhunderts so charakterisiert: "Ich regiere ein Land mit zwei Alphabeten, drei Sprachen, vier Religionen und fünf Nationalitäten, die in sechs Republiken leben, von sieben Nachbarn umgeben sind und mit acht Minderheiten auskommen müssen."

    Völkervielfalt muss nicht zwangsweise zum Krieg führen, kann aber das friedliche Zusammenleben der Menschen in einem Staat erheblich erschweren, wenn nicht eine behutsame, umsichtige und gerechte Regierung dies zu verhindern weiß.

    2. Wirtschaftliche und sozioökonomische Situation

    Der Zusammenbruch der jugoslawischen Föderation steht in direktem Zusammenhang mit seiner wirtschaftlichen Entwicklung. Durch den Tod Titos 1980 verschwand die Institution, die das Ausbalancieren der sog. Verwaltungseinheiten des Gesamtstaates untereinander politisch, aber auch wirtschaftlich managte. Dazu kamen diverse interne und externe, für Gesamtjugoslawien ökonomisch negative Entwicklungen. Es verbanden sich interne Fehlplanungen und Misswirtschaft mit dem Ölpreisschock und Rezessionsentwicklungen in Westeuropa, das Hauptziel der jugoslawischen Exporte zur Erlangung von Devisen war. Damit entstanden Probleme bei der Rückzahlung internationaler Kredite. Das Programm der makro-ökonomischen Umstrukturierung, die der Regierung in Belgrad von ihren ausländischen Gläubigern (Internationaler Währungsfonds) aufgezwungen und seit 1980 in mehreren Schritten eingeführt wurde, trug zum Kollaps der nationalen Wirtschaft bei und führte zur Desintegration des industriellen Sektors und zur stückweisen Zerschlagung des Sozialstaates.

    1) Die Verwendung des Wortes "Krieg" in der Einzahl weist darauf hin, dass es sich um den Krieg von Milosevic und seinem Regime als Ganzes handelt, der mehrere Etappen durchlief. Die Ursachen des Krieges sind ein kompliziertes Geflecht von politischen, ökonomischen, sozialpsychologischen, ethnischen und religiösen Faktoren.. Stark verkürzt lassen sie sich wie folgt beschreiben.

    In Kroatien setzen sich die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen kroatischer Nationalgarde und jugoslawischer Bundesarmee fort. Am 1. August beginnt die Offensive der jugoslawischen Panzerverbände gegen die Republik Kroatien (2.Krieg).

    26.-30.9.1991

    Die albanische Bevölkerungsmehrheit im Kosovo bekennt sich in einem geheim durchgeführten Referendum bei einer Wahlbeteiligung von 98% mit 99,7% für die völlige Unabhängigkeit ihrer "Republik Kosovo". Albanien erkennt diese als einziger Staat an. Belgrad erklärt das Referendum für illegal.

    27.11.1991

    Bundeskanzler Kohl erklärt im Bundestag, dass Deutschland Slowenien und Kroatien noch vor Weihnachten anerkennen werde. UN-Generalsekretär Perez de Cuéllar warnt Bonn vor einer überstürzten Anerkennung: "Ich bin tief beunruhigt darüber, dass eine verfrühte, selektive Anerkennung den gegenwärtigen Konflikt ausweiten und eine explosive Situation hervorrufen könnte, besonders in Bosnien-Herzegowina und auch in Makedonien; tatsächlich könnten schwerwiegende Folgen für die ganze Balkanregion daraus entstehen."

    16.12.1991

    Die EG-Außenminister beschließen (unter deutschen Druck) die Anerkennung der Unabhängigkeit der jugoslawischen Republiken zum 15.1.1992, Deutschland erkennt Slowenien und Kroatien völkerrechtlich am 23.12. an.

    21.2.1992

    Der UN-Sicherheitsrat bewilligt die Entsendung der UN-Schutztruppe (UNPROFOR) nach Kroatien. Ihr Mandat wird später auch auf Bosnien ausgeweitet.

    März 1992

    Im Kosovo entsteht ein von den serbischen Institutionen völlig losgelöster kosovo-albanischer "Schattenstaat" mit eigenem Parlament, eigener Regierung und Verfassung und einem im Untergrund arbeitenden Bildungs- und Gesundheitssystem. Finanziert wurde dies von den Einkünften der Arbeitsmigranten und politischen Flüchtlingen im Westen, die monatlich 3% ihres Einkommens an einen dafür eingerichteten Fonds abführten. Im Ausland entstanden eigene Printmedien, Verlagshäuser sowie eine Nachrichtenagentur.

    3.3.1992

    Volksabstimmungen: 94% der Beteiligten in Bosnien-Herzegowina stimmten für die Unabhängigkeit. Beginn der bewaffneten Auseinandersetzungen (3. Krieg).

    6.4.1992

    EU erkennt Bosnien-Herzegowina als selbständigen Staat an.

    Sezessionistische Tendenzen, die aufgrund sozialer und ethnischer Spaltungen erstarkten, gewannen gerade in diesen wirtschaftlich schlechten Zeiten Auftrieb.

    Trotz großer Anstrengungen war es zudem nicht gelungen, die aus der Geschichte überkommenen beträchtlichen Entwicklungsunterschiede zwischen den relativ hochentwickelten Republiken Slowenien und Kroatien sowie der Vojvodina einerseits und den unterentwickelten Republiken Montenegro, Makedonien und Bosnien-Herzegowina sowie Kosovo andererseits zu überwinden. (Das sogenannte engere Serbien nahm eine mittlere Position ein.) Sie vertieften sich von Jahr zu Jahr.

    Der Aufschwung des Nationalismus verlief zeitgleich mit diesem wirtschaftlichen Verfall Jugoslawiens. Die resultierenden Auseinandersetzungen wurden vor allem ab Mitte der 80er Jahre immer häufiger entlang ethnischer Linien artikuliert und später in nationale Kategorien umgedeutet. Nachdem die Teilrepubliken bereits 1974 mit der Verfassungsänderung beträchtlich mehr Rechte bekommen hatten, um die innerjugoslawischen Spannungen abzubauen, setzte spätestens jetzt eine politische und ökonomische Desintegration der Bundesrepublik ein. Es entstanden separate Sub-Ökonomien.

    Obwohl die westlichen Industriestaaten vorgaben, Jugoslawien zu helfen, erschwerten sie seinen Exportgütern, den wichtigsten Devisenbringern, durch protektionistische Maßnahmen den Zugang zu ihren Märkten. Als deshalb Jugoslawien 1989/90, während eines Besuches des Vorsitzenden des jugoslawischen Staatspräsidiums, des Slowenen Drnovsek, beim Europarat, den Wunsch nach einer baldigen Kandidatur für eine Vollmitgliedschaft in der EG vorbrachte, stellte die Generalsekretärin des Europarates, Catherine Lalumiere, fest: "Jugoslawien muss begreifen, dass es nicht gleichzeitig danach streben kann, sich der europäischen Integration anzuschließen, wenn es zur selben Zeit das Hauptbeispiel für ein Land ist, das zum Spielzeug in den Händen separatistischer und zentrifugaler Kräfte wird. Das sind zwei miteinander unvereinbare Tendenzen."

    3. Serbischer Nationalismus und serbisches Selbstverständnis

    Jenseits aller Nostalgie gilt es festzuhalten, dass Ostmitteleuropa unter dem Diktat Moskaus Frieden zwischen zahlreichen Völkern genoß - zum hohen Preis von totalitärer Willkürherrschaft, Indoktrination und Massendeportation.

    Das Sowjetsystem war brutaler, jenes von Tito subtiler. Tito - zur Hälfte Kroate, zur Hälfte Slowene - begriff, dass die Einheit Jugoslawiens nur erhalten werden konnte durch einen Einigungsmythos ("Bruderschaft und Freundschaft"), der auf dem Partisanentum im Zweiten Weltkrieg beruhte. Daran schlossen sich eine Reihe von Ausgleichsmaßnahmen zwischen den verschiedenen Völkerschaften an, die Jugoslawien ausmachten: Neue Verwaltungsgrenzen wurden gezogen, um den Einfluss der Serben zu beschneiden, welche die größte ethnische Gruppe und die vor 1941 führende Macht darstellten.

    Die Montenegriner wurden ermuntert, sich unabhängig vom Serbentum zu definieren; entwickelt und gefördert wurde auch eine makedonische und eine bosnische Identität. Gleichzeitig wurden periodisch nationalistische Verirrungen angeprangert, die serbische "Chauvinisten", kroatische "Separatisten" und kosovo-albanische "Nationalisten" zu verantworten hatten. Dennoch dominierten die Serben die Bundesinstitutionen. Sie fühlten sich als das staatstragende Volk.

    4. Die Rolle der Medien, der Akademie der Wissenschaften und der
    Intellektuellen

    Die antialbanischen Ressentiments bzw. der latente antialbanische Rassismus in Teilen der serbischen Gesellschaft wurde seit Mitte der 80er Jahre von Intellektuellen wiedererweckt, geschürt und seit 1987 von Milosevic politisch instrumentalisiert.

    Nicht dass Milosevic aus religiösen Gründen ein besonderes Interesse an den "heiligen Stätten" der Serben im Kosovo als dem "serbischen Jerusalem" gehabt hätte, sondern es ging allein um Eroberung und Erhalt politischer Macht mittels einer Blut-und-Boden-Ideologie.

    26.5.1992

    Die kosovo-albanischen Bewohner wählen eine Schattenregierung mit dem Schriftsteller Ibrahim Rugova zum Präsidenten der "Republik Kosovo".

    10.7.1992

    NATO und WEU beschließen, das Embargo gegen Jugoslawien mit Kriegsschiffen durchzusetzen. Daraus wird der erste NATO-Einsatz mit UN-Mandat.

    Januar 1993

    Beginn der Kämpfe zwischen bisher verbündeten Kroaten und Muslimen in Bosnien-Herzegowina (4. Krieg).

    8.4.1993

    Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Einsatz deutscher Soldaten in AWACS-Aufklärungsflugzeugen zur Durchsetzung des Flugverbots.

    6.5.1993

    UNO-Sicherheitsrat (Resolution 824) erklärt sechs bosn. Städte zu Schutzzonen: Sarajewo, Srebrenica, Tuzla, Gorazde, Zepa, Bihac.

    25.2.1994

    Waffenstillstand zwischen Kroaten und Muslimen in Bosnien-Herzegowina.

    28.2.1994

    Erster NATO-Kampfeinsatz seit Bestehen des Bündnisses: Abschuss von vier serbischen Flugzeugen wg. Verletzung des Flugverbots.

    1.3.1994

    Auf Druck der USA wird in Washington die Bildung einer muslimisch-kroatischen Föderation vereinbart. Damit beenden Kroaten und Muslime ihre Kämpfe.

    26.4.1994

    Konstituierung der Internationalen Kontaktgruppe für Bosnien-Herzegowina (USA, Russland, Frankreich, GB, Italien, Deutschland).

    5.7.1994

    Kontaktgruppe unterbreitet einen neuen Friedensplan, der die Bildung einer Union zwischen der muslimisch-kroatischen Föderation (51%) und der serbischen Republik (49%) vorsieht.

    5.6.1995

    NATO und EU beschließen gegen den Widerstand Russlands Aufstellung einer 10.000 Mann starken "Schnellen Eingreiftruppe" zum Schutz der Blauhelme. UNO und Izetbegovic sind nicht informiert worden.

    11.7.1995

    Serbische Streitkräfte erobern die UNO-Schutzzonen Srebrenica und Zepa. UNO und NATO drohen mit harten Gegenmaßnahmen.

    Während die Serben je nach Opportunität einmal als Verbündete der Türken, andere Male als deren Gegner Krieg führten, integrierten sich die Albaner, nachdem sie 1463 osmanisch geworden waren, immer mehr in das osmanische Imperium, wenngleich es auch anhaltende Aufstände gegen die Türkenherrschaft gab. Die Albaner wurden aber, ebenso wie die Bosnier, nicht nur zu angesehenen Kämpfern in der türkischen Armee, sie nahmen auch führende Stellen im osmanischen Reich ein. Albaner wurden sogar Wesire und Großwesire, nachdem sie sich zum muslimischen Glauben bekehrt hatten. So waren von den 92 Großwesiren, die vom 15. - 17. Jahrhundert amtierten, 25 albanischer und nur 19 türkischer Abstammung. Sie nahmen an der Unterdrückung der Serben teil und waren bei diesen verhasst. Dieser Hass ist auch in unserem Jahrhundert nie verschwunden und seit Ende der achtziger Jahre vehement aufgeflammt.

    Ihre "akademische Würde" erhielten die antialbanischen Ressentiments durch das sog. "Memorandum" der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste von 1986. Am 24. und 25. September veröffentlichte die Belgrader Zeitung Vecernije Novosti Auszüge des Memorandums, das nichts anderes war als ein Manifest des serbischen Nationalismus. Vergeblich bemühte sich der Vorstand der Akademie zu betonen, dass die Veröffentlichung unautorisiert sei und dass es sich nur um einen Entwurf und kein abgeschlossenes, von den Akademiemitgliedern gebilligtes Dokument, handle.

    Die Veröffentlichung schlug wie eine Bombe ein. Das Memorandum war der erste öffentliche Angriff einer serbischen Institution gegen das Jugoslawien Titos. Indem es von einer kroatisch-slowenischen Verschwörung gegen Serbien sprach, entzog es trotz formeller Bekenntnis zu einem föderativen Jugoslawien einer solchen Föderation praktisch die Grundlage, beziehungsweise ließ den serbischen Führungsanspruch erkennen. Noch wichtiger aber war, dass in dem Dokument alle nationalistischen Gefühle und Affekte artikuliert wurden, die sich seit etwa 1983 in der serbischen Öffentlichkeit zunächst noch versteckt, später aber - vor allem in der Kulturszene - auch offen manifestiert hatten.

    5. Fehlende Vergangenheitsbewältigung

    Die von Ustascha1-Anhängern begangenen Greuel an Serben, Muslimen, Juden und Zigeunern, die Untaten der Tschetniks2 an Kroaten und Muslimen, aber auch und vor allem die Generalabrechnung der kommunistischen Partisanen mit ihren politischen Gegnern bei Kriegsende hatten tiefe Spuren im kollektiven Gedächtnis der jugoslawischen Völker hinterlassen. Um den labilen inneren Frieden im Vielvölkerstaat nicht durch kollektive Schuldzuweisungen zu gefährden, blieb eine Auseinandersetzung mit den nationalistischen Ausschreitungen und dem jugoslawischen Bürgerkrieg tabu. In der Nachkriegszeit versuchten die Kommunisten unter Tito daher durch eine subjektive Geschichtsschreibung die Erinnerung an die nationalistischen Ausschreitungen aus dem Gedächtnis der Jugoslawen herauszufiltern.

    1) benannt nach der 1929 gegründeten Terrororganisation "Aufständische Kroatische Revolutionäre"

    2) seit der Jahrhundertwende werden die serbischen Patrioten und Freischärler, die vor und während der Balkankriege gegen die türkische Fremdherrschaft kämpften, so bezeichnet.

    6. Ethnische Vorurteile und Feindbilder

    Obwohl die Kommunisten versucht hatten, die nationalen Gegensätze und Feindschaften mit der Parole "Brüderlichkeit und Einheit" zu verdrängen, lebten nationale Vorurteile und Feindbilder in der Bevölkerung fort. Soziologische Untersuchungen belegten, dass Angehörige anderer Völker nur bedingt als Nachbarn, Freunde oder Heiratspartner akzeptiert wurden. Bei einer Umfrage in Bosnien-Herzegowina gaben 1991 beispielsweise 43 Prozent der Muslime, 39 Prozent der Kroaten und 25 Prozent der Serben an, sich bei der Partnerwahl auch an der Nationalität orientieren zu wollen. Im Durchschnitt wurden nur 12 Prozent aller Ehen zwischen Angehörigen verschiedener Völker geschlossen. Dass wechselseitiges Misstrauen und ein latenter Nationalismus zum jugoslawischen Alltag gehörten, konnte sich später die nationalistische Propaganda zunutze machen. Vor und während des Krieges wurden Stereotype und Feindbilder bewusst eingesetzt, um andere zu dämonisieren und die eigenen politischen Ziele zu rechtfertigen.

    4.8.1995

    NATO-Kampfflugzeuge greifen serbische Stellungen bei Pale an. Beginn der kroatischen Großoffensive "Operation Sturm": Die Krajina wird zurückerobert. Rund 180.000 Serben fliehen aus der Krajina zuerst auf serbisch besetztes Gebiet in Bosnien-Herzegowina und dann nach Serbien. Die UNO bedauert das kroatische Vorgehen.

    24.10.1995

    Die deutsche Regierung beschließt eine Beteiligung der Bundeswehr an einer internationalen Friedenstruppe für Bosnien-Herzegowina.

    1.11.1995

    Auf der US-Luftwaffenbasis bei Dayton im US-Staat Ohio beginnen Friedensgespräche. Die Kosovo-Frage wird aufgrund Milosevics Intervention aus den Verhandlungen ausgeklammert.

    21.11.1995

    Abschluss des Friedensabkommens in Dayton.

    6.12.1995

    Der Deutsche Bundestag beschließt mit 543 zu 107 Stimmen (6 Enthaltungen) die Teilnahme der Bundeswehr am IFOR-Einsatz.

    Februar 1996

    Eine sog. Befreiungsarmee des Kosovo (Ushtria Clirimtare e Kosoves, UCK) tritt mit dem Bekenntnis zu einer Serie von Terroranschlägen (gegen serbische Zivilisten, Kollaborateure und politische Gegner aus eigener Bevölkerung) in mehreren Städten erstmals an die Öffentlichkeit. Ihre Aufgabe: Kampf gegen JVA aus dem Hinterhalt, Hit and Run, ansatzweise Verteidigung von Gelände, Feuerunterstützung durch Mörser.

    Januar 1997

    Nach Unregelmäßigkeiten bei den serbischen Kommunalwahlen versucht die Opposition, Präsident Milosevic zu Fall zu bringen. In zahlreichen serbischen Städten finden Massendemonstrationen gegen Milosevic statt. Es bleibt vom Westen aber großteils unbemerkt, dass die sogenannte Demokratisierung Serbiens durch die Opposition weitgehend ohne die Albaner gedacht ist. Da große Teile der serbischen Opposition in ihrer Haltung gegenüber dem Kosovo noch radikalere Ansichten vertritt als Milosevic, distanziert sich die politische Führung der Kosovo-Albaner von den Demonstrationen in Serbien.

    Frühjahr 1997

    Den Zusammenbruch der staatlichen Ordnung in Albanien nach dem Kollaps krimineller Geldanlageinstitute begleiten Plünderungen von Waffendepots der Armee des ehemals kommunistischen Landes.

    7. Demokratisierung

    Durch den Zusammenbruch des Kommunismus war der Internationalismus diskreditiert worden. Viele Menschen wollten nicht mehr an das Ideal von der weltumspannenden Völkerfreundschaft glauben. Es mag paradox erscheinen, dass sich der Nationalismus gerade deshalb ausbreiten konnte, weil in den achtziger Jahren erstmals Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit dafür sorgten, dass nationalistisches Gedankengut offen artikuliert und verbreitet werden konnte. So wurden die Republiken und ethnischen Gemeinschaften zum Kristallisationskern der nach-jugoslawischen, nationalistischen und politischen Ordnung. Als 1990 erstmals demokratische Wahlen stattfanden, gelangten fast in allen Republiken bürgerliche bzw. nationalistisch orientierte Parteien und Koalitionen an die Regierung. Das Parteienbündnis Demos in Slowenien und die Kroatische Demokratische Gemeinschaft in Kroatien arbeiteten seit ihrem Machtantritt auf die Selbständigkeit ihrer Republiken hin. Die im gleichen Jahr vorgesehenen gesamtjugoslawischen Wahlen fanden jedoch nicht mehr statt, so dass es keine demokratisch legitimierte gesamtjugoslawische Regierung gab.

    8. Ende des Ost-West-Konflikts

    Der Wandel der weltpolitischen Lage hat den Zerfall Jugoslawiens in mehrfacher Hinsicht beschleunigt. Mit dem Ende des Ost-West-Konflikts gingen die zentralen Säulen des von Tito geprägten jugoslawischen Staatsverständnisses zu Bruch. Der Sozialismus, an dessen Zukunft in den achtziger Jahren immer weniger Jugoslawen geglaubt hatten, war durch den Zusammenbruch der sozialistischen Systeme in Ost- und Mitteleuropa nun auch international diskreditiert worden. Und die Politik der Blockfreiheit machte nach dem Verschwinden der Blockkonfrontation keinen Sinn mehr, sie konnte nicht länger als Säule des jugoslawischen Selbstverständnisses dienen. Der Verlust der Sonderstellung zwischen kapitalistischem und sowjetischem System, die Abkehr vom dritten Weg, stürzte viele Jugoslawen in eine tiefe Identitätskrise.

    Gleichzeitig verlor das Land seine herausragende strategische Bedeutung an der Schnittstelle der gegnerischen Blöcke und damit auch das Interesse der westlichen Welt. Die schwerwiegenden wirtschaftlichen Probleme, die den Vielvölkerstaat in Unruhe und Aufruhr versetzten, interessierten im Ausland nur noch wenige. Zudem gab es andere Themen, die die Aufmerksamkeit der Welt auf sich zogen: So die Entwicklung in Moskau, die deutsche Wiedervereinigung oder der Golfkrieg. Jugoslawien lag für den Westen im "blinden Winkel".

    9. Gewaltbereitschaft auf dem Balkan

    Das Experiment Jugoslawien scheiterte im Grunde an der Unfähigkeit der Völker bzw. ihrer politischen Eliten, die Bedingungen für ein dauerhaftes, friedliches Zusammenleben zu schaffen. Auf dem Balkan ist auf der Basis historischer Entwicklungen, nationaler und familiärer Erinnerungen, eines oft ins Mythische überhöhten Kultes um z.T. Jahrhunderte zurückliegende Siege und Niederlagen, tief verwurzelter und systematisch verstärkter Feindbilder, autoritärer politischer Führung und patriarchalisch geprägter Kultur mit dem Fehlen demokratischer Strukturen und mangelnder Erfahrung in nicht-gewaltsamer Konfliktlösung eine erschreckende Bereitschaft zu Hass und Gewalt entstanden, die - oberflächlich und vereinfacht betrachtet - von vielen als Mentalität der Balkanvölker angesehen wird.

    In seiner kurzen Erzählung "Brief aus dem Jahr 1920" untersucht der bosnische Nobelpreisträger von 1961 Ivo Andric den "bosnischen Hass". In seinen Büchern kann man aufschlußreiche Passagen über die Haltung zu den Fremden und zu den stets als Feind misstrauten Nachbarn, aber auch zum eigenen Volk, zu den durch angeblichen Verrat verlorenen, aber immer durch ausschließlich eigenes Heldentum gewonnenen Kriegen, zur Gewalt als einzigem Mittel der Konfliktlösung, zum Fehlen kritischer Reflexionen und zur Überhöhung der eigenen Rolle in der Geschichte nachlesen:

    "Bosnien ist ein Land der Angst und des Hasses (...) In Bosnien und der Herzegowina gibt es mehr Menschen, die aus verschiedenen Motiven und mit den verschiedensten Ausreden in den Ausbrüchen dieses Hasses bereit sind, zu töten und sich töten zu lassen als in viel größeren Ländern. Der Hass gibt Kraft, und der Zorn ist sein Motor.

    Der Transfer eines Teiles dieser Waffenarsenale über die schwer kontrollierbare Nordgrenze des Kosovo trägt wesentlich zur militärischen Stärkung der UCK bei. Seit 1997 unterhielt die UCK auch militärische Ausbildungslager im gebirgigen und schwer zugänglichen Norden Albaniens.

    23.7.1997

    Milosevic gewinnt Präsidentschaftswahlen in Restjugoslawien (erneute Amtszeit als Präsident Serbiens aus verfassungsmäßigen Gründen nicht möglich).

    Frühjahr 1998

    Die Gewalttätigkeiten im Kosovo nehmen zu. Die UCK unterstreicht mit Anschlägen auf serbische Sicherheitskräfte und kosovo-albanische "Kollaborateure" ihren Willen, die Unabhängigkeit der Provinz mit Gewalt durchzusetzen. Die Serben wiederum agieren/reagieren mit großer Härte, teilweise mit nicht zu rechtfertigender Gewaltanwendung gegen die Zivilbevölkerung.

    23.2.1998

    Gespräch des amerikanischen Sondergesandten für den Balkan, Robert S. Gelbard, mit Milosevic. Gelbard bezeichnet die UCK in diesem Zusammenhang als "terroristische Organisation", während er das Vorgehen der serbischen Sicherheitskräfte als "Polizeigewalt" beschreibt. Einige Tage nach diesem Treffen, am 28. Februar, befiehlt Milosevic den ersten Großeinsatz der serbischen Sonderpolizei gegen Zentren der UCK.

    11.6.1998

    Die NATO beschließt die Errichtung einer Militärpräsenz in Albanien und Makedonien.

    24.6.1998

    US-Sonderbeauftragter Richard Holbrooke trifft mit dem regionalen UCK-Führer Lum Haxhiu zusammen. Dieses Treffen stärkt die Position der Rebellenarmee bedeutend, da sie dadurch erstmals politische Anerkennung erhält.

    13.10.1998

    Holbrooke-Milosevic-Abkommen. Unter dem massiven Druck der NATO (Androhung von NATO-Luftschlägen) stimmt Jugoslawien einem Abzug seiner Sicherheitskräfte aus dem Konfliktgebiet zu.

    23.9.1998

    Resolution 1199 des UN-Sicherheitsrats: Forderung nach sofortigem Waffenstillstand und Einstellung aller Gewalt im Kosovo, dem Rückzug eines Teils der jugoslawischen Streitkräfte, politische Autonomie und Selbstverwaltung für die Kosovo-Albaner sowie Rückkehrmöglichkeiten für alle Vertriebenen.

    Es gibt veraltete und tief eingewurzelte Ungerechtigkeiten und Missbräuche, die nur eine Flut von Hass und Zorn ausrotten und fortschwemmen kann. kann. Wenn die Flut zurückgeht und verschwindet, bleibt Platz für die Freiheit und die Erschaffung eines besseren Lebens. (...) Diesen (...) Hass müsste man studieren und bekämpfen wie eine gefährliche und weitverbreitete Krankheit."

    Wenn man seine Zeilen liest und sich den historisch-politischen Hintergrund vor Augen hält, dann, aber nur dann, erscheint der gegenwärtige Rückfall in die Barbarei nicht mehr so verblüffend. Ob allerdings Hass den Hass überwinden kann, bleibt zu bezweifeln. Dass Gewalt, Mordbereitschaft und gewissenlose Barbarei jedoch nicht allein ein Problem des Balkan sind, zeigt uns ein kritischer Blick in unsere eigene Vergangenheit.

    10. Jugoslawische Bundesarmee

    Die Jugoslawische Volksarmee (JVA), die bis 1951 Jugoslawische Armee hieß, entstand während des Zweiten Weltkriegs 1941-1945 zunächst als bewaffneter Flügel des antifaschistischen Widerstands unter Führung der Kommunistischen Partei. In der Nachkriegszeit entwickelte sie sich zu einer regulären Armee, deren Hauptmerkmal die kommunistische Indoktrination der Führung und ihrer gesamten Struktur war. Noch 1990 waren 96 Prozent der Offiziere und etwa die Hälfte aller zivilen Angestellten Mitglieder des Bundes der Kommunisten Jugoslawiens. Obwohl die während des Krieges nach sowjetischem Vorbild eingeführten Politkommissare 1953 wieder abgeschafft wurden, blieb die politische Arbeit in der JVA außerordentlich intensiv.

    Anfang 1991 zählte die Volksarmee etwa 150.000 - 180.000 Soldaten, darunter rund 70.000 Berufsoffiziere und -unteroffiziere sowie 100.000 wehrpflichtige Rekruten. Die JVA verfügte über zahlenmäßig umfangreiches Kriegsgerät (etwa 2.000 Panzer, ebenso viel schwere Artillerie, mehr als 1.000 gepanzerte Fahrzeuge, rund 450 Flugzeuge sowie rund 200 Hubschrauber) sowie über enorme Munitionsvorräte. Fest steht jedenfalls, dass der überwiegende Teil der Bewaffnung, der Rüstungsbetriebe und der Munitionsvorräte bereits vor Ausbruch der Feindseligkeiten von der Armeeführung kontrolliert wurde.

    Dass es den serbischen Kommunisten gelang, nicht nur die nationale Frage als politische Karte im Spiel um die Macht zu instrumentalisieren, sondern auch das gesamtjugoslawische Symbol, die aus der Partisanenarmee entstandene Jugoslawische Volksarmee, zum Werkzeug zuerst der zentralistischen Bestrebungen und bald danach der großserbischen Hegemonialansprüche zu benützen, hing eben auch mit der nationalen Zusammensetzung des Offiziers- und Unteroffizierskorps zusammen, das weitgehend serbisch dominiert war. Die Zusammensetzung der Armeekontingente entsprach nur auf der Rekrutenebene dem Nationalitätenproporz. Mochte Tito noch so von Arbeiterselbstverwaltung, Sozialismus, Brüderlichkeit und Einheit der Nationen Jugoslawiens sprechen; mochte unter den Kommunisten der serbische Nationalismus auch gelegentlich gebeutelt werden - es blieb die Tatsache, dass Bürokratie, Polizei, Armee und Parteiapparat weitgehend in serbischer Hand waren. Bis zu 80 Prozent der Offiziere der jugoslawischen Volksarmee, über 50 Prozent der Polizei und des Geheimdienstes waren Serben.

    Im Gegensatz zu anderen kommunistischen Staaten hatten in Jugoslawien die Staatspartei und die politische Polizei keine Kontrolle über die Berufsmilitärs ausgeübt. Hinter der Fassade einer persönlichen Kontrolle durch Tito, wurde die Armee zum "Staat im Staate" mit einer autonomen und privilegierten Stellung. Angesichts ihrer institutionellen Privilegien traten die Militärs für die Erneuerung einer "zentralistischen" Föderation ein. Obwohl viele Militärs neben ihren Standesinteressen ursprünglich auch von echter Sorge um das Überleben Jugoslawiens als Bundesstaat motiviert wurden, stimmten ihre Interessen doch weitgehend mit den Prioritäten der serbischen Führung unter Milosevic überein. Man kann somit sagen, dass gerade die Aktivitäten und Drohungen der Berufsmilitärs, die sich für den wichtigsten Integrationsfaktor des Staates hielten, den Zerfall nicht verhinderten, sondern vielfach beschleunigten.

    2.000 OSZE-Beobachter und unbewaffnete NATO-Flugzeuge sollen den Abzug sowie eine Einstellung der bewaffneten Auseinandersetzungen überwachen. Die UCK lehnt dieses Abkommen am 16. Oktober ab.

    27.10.1998

    Belgrad zieht einen Teil seiner Streitkräfte (rund 10.000 serbische Polizisten) in letzter Minute zurück, nachdem die NATO erneut mit Militäreinsatz droht.

    16.1.1999

    Entdeckung von 45 ermordeten Zivilisten in Racak. Der Leiter der OSZE-Beobachter-Mission, der US-Amerikaner Walker, stellt die Toten der internationalen Presse als "zivile Opfer eines serbischen Massakers" dar.

    6.-16.2.1999

    Friedensverhandlungen in Rambouillet.

    17.3.1999

    Bei der Folgekonferenz von Rambouillet unterschreibt die albanische Delegation ein Abkommen, wonach der Kosovo – innerhalb von Serbien – eine umfassende Autonomie erhält, aber unter serbischer Hoheit bleibt, die UCK entwaffnet wird und NATO-Truppen in der Provinz stationiert werden.

    20.3.1999

    Abzug der ca. 1.400 OSZE-Beobachter aus dem Kosovo nach Makedonien, Aussetzung der Mission. Vertreibungen und Flüchtlingsströme setzen ein, nachdem die internationale Organisation den Kosovo verlassen und die Angriffe begonnen haben.

    24.3.1999

    NATO-Generalsekretär Javier Solana gibt den von den NATO-Staaten beschlossenen Befehl zu den ersten Luftschlägen bekannt. Beginn der NATO-Luftangriffe (5. Krieg).

    6.5.1999

    Die G8-Staaten legen einen Friedensplan vor.

    27.5.1999

    Das UNO-Kriegsverbrechertribunal erlässt Haftbefehl gegen Milosevic.

    3.6.1999

    Der EU-Vermittler, der finnische Präsident Martti Ahtisaari, und Viktor Tschernomyrdin erreichen von Milosevic und vom serbischen Parlament die Annahme eines Zwölfpunkteplans, der auf den G-8-Prinzipien basiert.

    9.6.1999

    Vertreter der Republik Serbien unterzeichnen ein Abkommen mit der NATO, das den Abzug der serbischen Kräfte sowie die Präsenz einer KFOR-Friedenstruppe vorsieht.

    20.6.1999

    NATO beendet Bombenangriffe.

    30.7.1999

    Verabschiedung des Solidaritätspaktes in Sarajewo.

    Deutschland und der Krieg

    Zum ersten Male in ihrer Geschichte hat sich die Bundesrepublik Deutschland militärisch an einer kriegerischen Auseinandersetzung beteiligt, obwohl das wiedervereinigte Deutschland vertragliche Verpflichtungen eingegangen ist, die den deutschen Waffeneinsatz untersagen. Die rechtliche Grundlage für diesen Schritt bleibt strittig. Der 2+4 - Vertrag (zwischen der BRD und der DDR) "Über die abschließende Regelung in bezug auf Deutschland" vom 12. September 1990 enthält in Artikel 2 die Klausel, "dass das vereinte Deutschland keine seiner Waffen jemals einsetzen wird, es sei denn in Übereinstimmung mit seiner Verfassung und der Charta der Vereinten Nationen." Das Grundgesetz sieht eine solche Militäroperation nicht vor, und der Sicherheitsrat der UNO hat kein Mandat erteilt. Gerade vor der deutschen Geschichte wäre auf Rechtsklarheit zu bestehen gewesen.

    Die neue Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag zu Beginn des außenpolitischen Teils die "Beachtung des Völkerrechts" zur "Grundlage" der künftigen deutschen Außenpolitik erklärt, sie betont "Gewaltverzicht" und hält weiter fest: "Die Beteiligung deutscher Streitkräfte an Maßnahmen zur Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit ist an die Beachtung des Völkerrechts und des deutschen Verfassungsrechts gebunden. Die neue Bundesregierung wird sich aktiv dafür einsetzen, das Gewaltmonopol der Vereinten Nationen zu wahren." Die Koalition hat damit ihren eigenen Grundlagenvertrag gebrochen.

    Mit gebührendem Abstand wundert man sich, was die mediale Heimatfront sich damals alles hat erzählen lassen. Mit moralisierenden Völkermord-Parolen und Auschwitz-Vergleichen haben Außenminister Fischer und Verteidigungsminister Scharping in Deutschland Stimmung für den Krieg und dessen sittliche Notwendigkeit gemacht. So sprach Scharping - wie wir heute wissen zu Unrecht - von serbischen Konzentrationslagern, er präsentierte falsch datierte Fotos und sogar falsche Zahlen. Wie glaubwürdig war also die Politik der Bundesregierung in diesem Krieg? Nach wie vor gilt die Bismarcksche Lebenserkenntnis, wonach Menschen niemals mehr lügen als nach einer Jagd, während eines Krieges oder vor einer Wahl. Der Angriff der NATO auf die Serben war begleitet von propagandistischen Operationen, wie sie den Kriegsherren notwendig zu sein schienen. Wenn die Informationspolitik von Scharping ein Indiz für die Qualität der bundesrepublikanischen Demokratie war, steht es schlecht um sie: Unterlagen von Leichenbeschauern, die mutmaßliche Massaker-Opfer untersucht haben, sind unter Verschluß. Die Tagesberichte der OSZE-Beobachter aus dem Kosovo sind nicht einsehbar. Die politische Klasse hat sich als beratungsresistent erwiesen, hat Verfassung und Völkerrecht gebrochen.

    Der Kosovo-Krieg, der im Westen ein Krieg der Bilder und der Wörter war, hat zu einer grotesken Verzerrung der Begriffe geführt: Erst bestritt die NATO, einen Krieg zu führen. Da es aber nun einmal einer war, wurde er zum gerechten Krieg erklärt, und gerecht war er, weil er notwendig war, und notwendig war er wegen der "humanitären Katastrophe". Die Kosovo-Albaner, die ihre Heimat verließen, wurden als "Vertriebene" bezeichnet. Aber jene Serben, die seit Kriegsende aus dem Kosovo vertrieben wurden, gelten nun wieder als "Flüchtlinge". Heute redet niemand mehr vom Genozid.

    Was bleibt? Eine eher zögerliche Diskussion in der Öffentlichkeit über den Kosovo-Krieg und die deutsche Beteiligung daran, aber keine Aufarbeitung. Das Thema wurde offensichtlich so vernachlässigt, weil es ein deutliches Unbehagen über die Folgen dieses ersten tatsächlichen Kriegseinsatzes der Bundeswehr gibt. Die westliche Balkanpolitik krankt bis heute daran, dass ihre Betreiber unterschiedliche Ziele verfolgen; gemeinsam ist ihnen ein intellektuelles und politisches Desinteresse an als rückständig betrachteten Völkern, die sich vermutlich unbehelligt von Kamerateams und entrüsteten Politikern abschlachten dürften, wenn sie es nur unauffälliger täten.

    Der Stabilitätspakt, der auf der diffusen Hoffnung gründet, Wohlstand schaffe Demokratie und Demokratie schaffe Frieden, stellt nur das Minimum der Verantwortung dar, die der Westen mit seinen Eingriffen auf dem Balkan übernommen hat. Allerdings nimmt er auf den beunruhigenden Entwicklungsstand der Region viel zu wenig Rücksicht. Vom Willen, eine umfassende Friedensordnung für diese Region zu entwerfen und durchzusetzen, ist nicht viel zu spüren. Bismarck, der auf dem Berliner Kongress 1878 neue Grenzen über den Balkan zog, war dieser Landstrich "nicht die Knochen eines einzigen pommerschen Grenadiers wert". Es hat sich nicht viel geändert.


    Erfahrungen, Lehren und Forderungen für die Zukunft

    Mit dem Kosovo ist der Krieg wieder zum Mittel der Politik geworden. Gegen alle Visionen ziviler Konfliktlösungen in Europa entschloss sich der Westen zu einer militärischen Operation ("Humanitären Operation"). Die Strategie der NATO hat allerdings nur zu geringem Erfolg geführt. Ein friedliches Zusammenleben der unterschiedlichen Volksgruppen im Kosovo ist ohne internationale Schutztruppen auf lange Sicht undenkbar. Das Festhalten des Westens an der "Bundesrepublik Jugoslawien" erscheint als Politik ohne praktische Basis. Die künftige politische Ordnung des Krisenherdes Balkan (Bosnien, Kosovo, Montenegro) ist völlig unklar. Wir sehen, wohin die Verdrängung krisenhafter Prozesse in Europa führt. Parallel zur Aufnahme neuer Mitglieder aus Mittel und Osteuropa muss die Europäische Union deshalb ein System von Konfliktprävention und Aufbauhilfe dauerhaft durchsetzen. Wie die Gebiete Ex-Jugoslawiens werden auch Balkananrainer wie Rumänien und Bulgarien die Kriterien für einen EU-Beitritt auf längere Sicht nicht erfüllen können. Im Interesse der Stabilität Europas müssen sie aber doch ihre Interessen in der EU vertreten, Entscheidungen beeinflussen und so das Gefühl der Zugehörigkeit entwickeln können.

    Gewaltfreiheit als Modus zur Austragung territorialer und interethnischer Konflikte darf seitens der internationalen Gemeinschaft nicht durch Passivität gleichsam bestraft werden, sondern ist im Gegenteil durch verstärkte Konfliktprävention und Krisenmanagement, im Falle systematischer Menschenrechtsverletzungen auch durch präventive, notfalls evtl. sogar militärische Intervention der UN zu unterstützen. Konfliktbearbeitung muss aber rechtzeitig beginnen, damit nicht als letztes Mittel die Gewalt bleibt. Gewalt ist in jeder Hinsicht teurer als alle Präventivmaßnahmen. Dazu gilt es, eine der UN unterstellte Interventionsarmee im Sinne einer internationalen Polizei ("Fremdenlegion für den Frieden") statt nationaler Armeen zu schaffen.

    Anders als noch im Golfkrieg hat der Westen im Kosovo ohne Mandat des UN-Sicherheitsrates gehandelt und damit die Autorität der Vereinten Nationen nachhaltig geschwächt. Das geht einher mit einem fundamentalen Wechsel der Paradigmen für politisches und militärisches Handeln - von der strikten Orientierung auf das Völkerrecht zu einer neuen menschenrechtsorientierten Politik, hinter der allerdings oft Machtfragen und Interessen der Rüstungsindustrie stehen. Das führt zu Verunsicherung in den internationalen Beziehungen und stellt die Glaubwürdigkeit westlichen Handelns in Frage. Was unterscheidet beispielsweise Tschetschenien vom Kosovo? Wann gelten die Menschenrechte als Rechtfertigung für politisches oder militärisches Eingreifen und wann nicht? Als Forderung folgt: Stärkung der UN statt der NATO und Erarbeitung eines international verbindlichen Eingreifkodex, der auf den Menschenrechten und einem evtl. neu zu definierenden Völkerrecht beruht.

    Der russische Sonderbeauftragte für Jugoslawien und ehemalige Ministerpräsident, Tschernomyrdin, ist davon überzeugt, dass die NATO im Kosovo kaum interveniert hätte, wäre Jugoslawien ein Atomwaffenstaat gewesen. Es könnte sich daher herausstellen, dass sich die "indische Sicherheitsdoktrin" noch stärker verbreiten und durchsetzen wird, die lautet: Eine Einmischung in die staatliche Souveränität kann man sich am besten mit Hilfe eigener Massenvernichtungswaffen ersparen. Politisches Ziel muss es deshalb sein, Atom- und Massenvernichtungswaffen international zu ächten und zu vernichten.

    Der Krieg hat die Abhängigkeit Europas von den USA endgültig klargemacht. Mängel in der politischen Abstimmung sowie in der Handlungsfähigkeit der Europäer sind deutlich zutage getreten. Noch deutlicher als der Golfkrieg hat der Kosovo-Konflikt gezeigt, dass die USA die einzige verbleibende Weltmacht sind, nicht mehr nur eine Supermacht, sondern eine globale Hypermacht. Um dieser "Asymmetrie" (Strobe Talbot) zu begegnen, muss Europa nicht im militärischen Bereich nachziehen, sondern so schnell wie möglich Kapazitäten zu Konfliktprävention, Krisenmanagement und ziviler Konfliktlösung - mit den dazu notwendigen Fachleuten und Einrichtungen - entwickeln. Das gesamte System der Konfliktprävention muss neu überdacht werden. Frühwarnung ohne umgehendes Handeln ist wirkungslos, führt doch ein Intervall von 10 Jahren zwischen Alarm und Aktion, wie im Falle des Kosovo, bei den Konfliktparteien in der Regel zu irreversiblen Frontverhärtungen. Künftig muss Prävention nicht nur anders, sondern auch früher, massiver, energischer, koordinierter und mit wesentlich größerem finanziellen Aufwand erfolgen. Konfliktprävention "im Stillen" erfüllt ab einer bestimmten Eskalationsstufe ihren Zweck nicht mehr. Vielmehr muss "aktive" Konfliktprävention als innovatives Instrument internationaler Politik neuerlich gestärkt sowie ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit gerückt werden.

    Die Aufarbeitung der Vergangenheit wird ein zentraler Punkt für eine Befriedung der Region sein. Voraussetzung dafür ist Wissen, eine zuverlässige, überprüfte und systematische Bestandsaufnahme der Tatsachen. Bekanntlich verlief der Prozess der Aufarbeitung der Vergangenheit im Nachkriegsdeutschland nicht so reibungslos, wie man heute annehmen könnte. Die deutsche Auseinandersetzung mit dem Holocaust begann erst, nachdem die Tatsachen über die Verbrechen der nationalsozialistischen Epoche Gegenstand institutionalisierter öffentlicher Reden und öffentlicher Verurteilung wurden. Und jede Generation muss sich erneut dieser Vergangenheit stellen. Dies kann nur geschehen, wenn es gelingt, in der gesamten Region von den Tageszeitungen über das Fernsehen bis zu den Schulbüchern eine offene und demokratische Medienlandschaft, aufzubauen.

    Alle, die sich mit dem Thema "Jugoslawien" gründlicher auseinandersetzen möchten, verweisen wir auf die Studie von Herrn Dr. Peter Barth "Der Zerfall Jugoslawiens und die Folgen für Europa", die bei der Studiengesellschaft zum Preis von DM 25,80 + Porto bestellt werden kann.

  2. #32
    Avatar von skenderbegi

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  3. #33
    Avatar von skenderbegi

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    Zitat Zitat von Zurich Beitrag anzeigen
    Natürliches Phänomen: Aktion und Reaktion

    Man motzt über Serbien, weil ca. 1/3 der Wähler die Radikalen gewählt haben. OK, gut. Aber kaum einer fragt sich wieso.
    Man will den Serben ohne Kompromiss-Lösungen ihr heiligstes Land wegnehmen. Obwohl die Serben vor kurzem schon Montenegro verloren haben. Und seit neustem stellen einige westliche Politiker (auch Botschafter) die Vojvodina in Frage.
    Auf der anderen Seite möchte man die serbische Autonomie in Bosnien abschaffen.
    - Und dann wundert man sich, warum 1/3 der Serben die Radikalen wählen!!!

    Der Westen hat alle Macht. Wenn er möchte, könnte er Serbien helfen, ihnen eine gute Perspektive bieten und mit der "Zerstückelung" (ja genau, ich meine das Nokia-Phänomen) aufhören. Aber vielleicht liegt es nicht in deren Interesse. Ich weiss es nicht.

    Klar, die Serben haben eine schwere politische Zeit hinter sich (Milosevic-Diktatur,...etc..) und befinden sich weiterhin in der Scheisse. Man soll dem Land helfen und nicht endlos weiter bestrafen, so dass das Volk leiden muss. Und dann wundert man sich, wieso viele die Radikalen wählen.

    Würde der Westen Serbien wie Slowenien behandeln dann hätten die Radikalen nicht einmal 1% Zustimmung!!!!!!!!!! Und davon bin ich vollstens überzeugt. Alles und wirklich alles basiert auf Aktion und Reaktion!!!



    Selbst der internationale islamistische Terroristmus ist auf Mist Amerikas gewachsen!!! Doch viele westliche Politiker sind einfach zu dumm um das zu kapieren. Es ist nun mal alles ein natürlicher Vorgang:
    Aktion und Reaktion!!!
    NZZ Folio 06/99 - Thema: Krieg um Kosovo   Inhaltsverzeichnis
    Die Ohnmacht der Oppositionellen

    Mit dem Kosovo-Krieg verstummte der innerserbische Widerstand.

    Von Misha Glenny


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    Seit er an der Macht ist, hat Slobodan Milosevic beinahe alles verloren, wofür er gekämpft hat. Sein Versuch, die Jugoslawische Föderation zusammenzuhalten, war halbherzig; der Krieg gegen Kroatien scheiterte, als 200 000 Serben vor der anrückenden kroatischen Armee fliehen mussten; auch in Bosnien erlitt der serbische Nationalismus eine Teilniederlage, als die bosnischen Serben gezwungen wurden, die verfassungsmässige Anbindung an Serbien aufzugeben. Und heute muss Milosevic damit rechnen, auch Kosovo einer internationalen Streitkraft überlassen zu müssen. Eine Schlacht aber hat er noch nicht verloren. Die Schlacht, die mehr von seinen politischen Ressourcen absorbiert als alle anderen: die Demoralisierung und Vernichtung der Opposition in Serbien und Jugoslawien, die Milosevic entschlossen vorantreibt. Solange er sich in dieser Schlacht behaupten kann, wird er sich auch gegen die internationale Gemeinschaft behaupten können.
    Oft hört man verzweifelte Klagen liberaler Serben und westlicher Diplomaten über die scheinbare Unfähigkeit der serbischen Opposition. Zweifellos ist es wahr, dass die schlimmsten Feinde der Milosevic-Gegner im eigenen Lager sitzen. Viel zuviel Energie wird in diesen Kreisen für öffentlich ausgetragene Hahnenkämpfe verschleudert; und dafür, einander gegenseitig die politischen Ambitionen zu vereiteln. Einige der führenden Köpfe der Opposition, wie zum Beispiel der wirre Nationalist Vuk Draskovic und der Neofaschist Vojislav Seselj, lassen sich überdies immer wieder einmal auf ein Bündnis mit Milosevic ein. Teile und herrsche - dies war bis jetzt eine seiner effektivsten Strategien im Kampf gegen die Opposition.
    Man kann die serbische Opposition also leicht kritisieren; aber man sollte dabei nicht vergessen, dass sie sich unter sehr ungünstigen Umständen formieren musste. Wie so vieles in Serbien geht auch das Versagen der Opposition massgeblich auf das Konto von Milosevic. Als zwischen 1987 und 1989 das Räderwerk des jugoslawischen Staates ins Stocken geriet, trat er als der Verteidiger der serbischen Interessen innerhalb Jugoslawiens auf. Er verteufelte die Bundesregierung, die angeblich von einer verräterischen Koalition slowenischer, kroatischer und albanischer Nationalisten mit der festen Absicht kontrolliert wurde, Kosovo dem serbischen Mutterland zu entreissen.
    Seine nationalistischen Parolen übernahm Milosevic aus dem berüchtigten Memorandum, das 1986 von dissidenten serbischen Intellektuellen formuliert worden war. Mit dieser geschickten Taktik brachte er sich in eine einzigartige Position. Er führte den serbischen Widerstand gegen die Strukturen des Bundesstaates an und setzte gleichzeitig seinen Machtanspruch innerhalb Serbiens durch; somit war er zugleich der Kopf der jugoslawischen Opposition und das mächtigste Individuum des Landes. Von Milosevics Konversion zum Nationalismus verführt, stellten sich viele serbische Intellektuelle, zum Beispiel die Schriftsteller Dobrica Cosic und Milorad Pavic, hinter den neuen starken Mann. Die erste gewichtige politische Handlung der organisierten serbischen Opposition war somit ein Eigentor.
    Milosevic lud die Serben dazu ein, sich als Opfer zu fühlen. Hinter diesem emotionalen Appell verbarg er seine wahre Absicht: Er suchte die Konfrontation mit den Führern Kosovos, der Vojvodina und Montenegros, um daraus politisches Kapital zu schlagen und seine Machtposition in Serbien auszubauen. Es gelang ihm auch, die kommunistische Partei Serbiens mit der Sozialistischen Front (der Dachorganisation der Gewerkschaften sowie der Frauen- und Jugendbewegungen aus den Zeiten des Kommunismus) zu verschmelzen. Dieses Amalgam wurde als modernisierte Partei angepriesen, und daraus ging dann die Sozialistische Partei Serbiens hervor.
    Die Öffentlichkeit sollte die Sozialisten als eine moderne linke Partei nach dem Vorbild der reformierten Kommunisten Ungarns oder Polens wahrnehmen. In Wirklichkeit ging es Milosevic aber um die riesigen bürokratischen und finanziellen Ressourcen dieser Organisationen, die er zur Verbreitung seiner nationalistischen Botschaft und zur Mobilisierung der Massen für sein Programm ausgezeichnet gebrauchen konnte.
    Die meisten der heutigen Oppositionsführer gehörten damals der Demokratischen Partei an, die in der Frage des serbischen Nationalismus gespalten war. 1990 setzte deshalb ein Zersplitterungsprozess ein, der bis heute im Gang ist. Trotz dieser chronischen inhärenten Schwäche ist es der demokratischen Opposition zweimal beinahe gelungen, Milosevics Machtbasis zu sprengen. Im Dezember 1992 erzielte der reformistische Premierminister Milan Panic, ein amerikanischer Serbe, im Wahlduell gegen Milosevic um das Amt des Präsidenten beinahe 40 Prozent der Stimmen.
    Drei Hauptgründe trugen zu Panics Niederlage bei. Erstens verwehrte Milosevic ihm während des Wahlkampfs den Zugang zu den Massenmedien und fälschte nach dem Urnengang zum Teil die Ergebnisse. Zweitens konnte Panic die Kosovo-Albaner nicht dazu bewegen, ihren Boykott aller Staatswahlen aufzugeben. Wenn über eine Million Albaner von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht hätten, wäre Panic viel näher an die 50-Prozent-Marke gekommen. Drittens verweigerte die internationale Gemeinschaft ihm die Unterstützung und unterliess es, eine Lockerung der Uno-Sanktionen für den Fall in Aussicht zu stellen, dass Panic die Wahlen gewinnen sollte. Und kurz vor dem Wahltag nannte Lawrence Eagleburger, der scheidende Staatssekretär der Bush-Administration, Milosevic auch noch erstmals einen Kriegsverbrecher. Bei dem damals in Serbien herrschenden Klima des Fremdenhasses war dieser Angriff auf Milosevic zweifellos unfreiwillige Wahlhilfe.
    Trotz all dieser Hindernisse zeigte das Wahlergebnis Panics, dass Milosevics Regime in Serbien weitherum auf Unzufriedenheit stiess. Und obwohl der Serbenführer den Widerstand gegen seine Herrschaft mit Erfolg neutralisierte, gelang es ihm nie, ihn vollständig zu zerschlagen. So loderte er im Winter 1996/97 wieder auf. Damals ging die Opposition in Belgrad und in dreizehn weiteren grossen Städten als deutliche Siegerin aus den Lokalwahlen hervor, und Milosevic löste eine Welle massiver, friedlicher Demonstrationen aus, als er diese Wahlergebnisse annullieren wollte.
    Während dreier Monate gingen damals in Belgrad, Nis, Kragujevac und anderen serbischen Städten erst Zehntausende, dann Hunderttausende auf die Strasse, oft bei bitterster Kälte, um die Opposition zu unterstützen. Die riesige Protestwelle führte zu ernsthaften Rissen im Regime Milosevics: Die Armee verweigerte dem Diktator die bedingungslose Loyalität; die Kirche stellte sich nach anfänglichem Zögern hinter die Proteste; führende Mitglieder der Oligarchie distanzierten sich von Milosevics Herrschaft und rückten näher zur Opposition.
    Im Februar 1997 gab Milosevic endlich nach, und die oppositionelle Koalition Zajedno (Zusammen) übernahm in den grösseren Städten Serbiens das Ruder. Im Inland wie im Ausland glaubte man, dass Vuk Draskovic, Zoran Djindjic (der Führer der Demokratischen Partei) und die Führerin der Bürgerrechtsbewegung, Vesna Pesic, gemeinsam in Richtung Sieg unterwegs waren - Milosevics Zeit schien abgelaufen.
    Da rettete ihn einmal mehr die fatale Tendenz der Opposition zu Zersplitterung und Selbstzerstörung. Zwischen Draskovic und Djindjic entbrannte ein öffentlicher Disput wegen der vorgeschlagenen Kandidatur des ersteren in den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen. Die Koalition Zajedno brach schmählich auseinander, und das in den Massendemonstrationen gewonnene enorme politische Kapital wurde innerhalb von wenigen Tagen verspielt.
    Aber der Widerstand gegen den serbischen Führer war noch nicht ganz gebrochen. Im Oktober schlug sein Feind Milo Djukanovic in den montenegrinischen Präsidentschaftswahlen den von Milosevic favorisierten Kandidaten. Seither hat Djukanovic aus der kleinen Schwesterrepublik eine Hochburg der Opposition gegen das Regime in Belgrad gemacht. Er hat nicht nur Milosevics Autoritarismus öffentlich kritisiert, sondern auch den Einfluss Montenegros innerhalb der Bundesstrukturen genutzt, um Milosevics politischen Spielraum einzuengen.
    Djukanovics Selbstvertrauen wuchs, und vom Ausland wurde er als Präsident Montenegros unterstützt. Mehr als alle anderen innenpolitischen Ereignisse war es diese Entwicklung, die Milosevic veranlasste, den schwelenden Konflikt in Kosovo anzuheizen. Denn Kosovo ist die wahre Achillesferse der Opposition in Serbien. Keiner ihrer Führer hat es je gewagt, den nötigen politischen Wandel in Kosovo zu fordern, der den albanischen Aspirationen Rechnung tragen würde. Auch sie betonen lediglich, dass Kosovo ein Teil Jugoslawiens bleiben müsse, koste es, was es wolle.
    Im März 1998 befahl Milosevic den Sicherheitskräften, Stützpunkte der UCK in Kosovo anzugreifen. Er war sich sehr wohl im klaren, dass dies die UCK stärken und ihr einen Zustrom unzufriedener junger Männer eintragen würde. Er trieb die Radikalisierung der UCK absichtlich voran, und er suchte die Konfrontation mit dem Westen. Damit brachte er die Opposition Serbiens einmal mehr in eine unmögliche Lage, und er erhöhte den Druck auf die Regierung Djukanovics in Montenegro. Falls Milosevic zurzeit überhaupt irgendwelche Kriegsziele verfolgt, dann diese.
    Wenn in Kosovo Frieden einkehrt, werden die Nato und die Uno mit grösster Wahrscheinlichkeit mit Milosevic verhandeln müssen. Es wird sich wiederholen, was schon in Bosnien mit dem Abkommen von Dayton geschah: Einmal mehr wird Milosevic als einer der Friedensgaranten der Region dastehen. Und einmal mehr wird Serbiens einzige Hoffnung, seine demokratische Opposition, am Boden zerstört sein.
    Misha Glenny lebt in London und berichtet unter anderem für die BBC über Mittel- und Südosteuropa. Im Herbst dieses Jahres erscheint sein Buch «The Balkans, 1804-1999- Nationalism, War and the Great Powers» bei Granta Books, London.

  4. #34
    Avatar von skenderbegi

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    Zitat Zitat von Zurich Beitrag anzeigen
    Natürliches Phänomen: Aktion und Reaktion

    Man motzt über Serbien, weil ca. 1/3 der Wähler die Radikalen gewählt haben. OK, gut. Aber kaum einer fragt sich wieso.
    Man will den Serben ohne Kompromiss-Lösungen ihr heiligstes Land wegnehmen. Obwohl die Serben vor kurzem schon Montenegro verloren haben. Und seit neustem stellen einige westliche Politiker (auch Botschafter) die Vojvodina in Frage.
    Auf der anderen Seite möchte man die serbische Autonomie in Bosnien abschaffen.
    - Und dann wundert man sich, warum 1/3 der Serben die Radikalen wählen!!!

    Der Westen hat alle Macht. Wenn er möchte, könnte er Serbien helfen, ihnen eine gute Perspektive bieten und mit der "Zerstückelung" (ja genau, ich meine das Nokia-Phänomen) aufhören. Aber vielleicht liegt es nicht in deren Interesse. Ich weiss es nicht.

    Klar, die Serben haben eine schwere politische Zeit hinter sich (Milosevic-Diktatur,...etc..) und befinden sich weiterhin in der Scheisse. Man soll dem Land helfen und nicht endlos weiter bestrafen, so dass das Volk leiden muss. Und dann wundert man sich, wieso viele die Radikalen wählen.

    Würde der Westen Serbien wie Slowenien behandeln dann hätten die Radikalen nicht einmal 1% Zustimmung!!!!!!!!!! Und davon bin ich vollstens überzeugt. Alles und wirklich alles basiert auf Aktion und Reaktion!!!



    Selbst der internationale islamistische Terroristmus ist auf Mist Amerikas gewachsen!!! Doch viele westliche Politiker sind einfach zu dumm um das zu kapieren. Es ist nun mal alles ein natürlicher Vorgang:
    Aktion und Reaktion!!!
    Slobodan Milosevic war weder ein großserbischer Nationalist noch ein Diktator, auch wenn das oft über ihn behauptet worden ist. Ein Diktator wäre er sicher gern gewesen, doch das ließ weder die Zeit zu noch das Volk, zu dessen Führer er sich, mit dessen mehrheitlicher Unterstützung, aufgeschwungen hatte. Doch die Begeisterung schwand, wirklich demokratische Wahlen hätte Milosevic schon wenige Jahre nach seinem Aufstieg nicht mehr gewonnen.

    Also griff er in die Trickkiste. Als Präsident von Serbien beziehungsweise seines selbstgebauten Klein-Jugoslawien (bestehend nur noch aus Serbien und Montenegro) stützte er sich auf Geheimdienstler, einen willkürlichen Justiz- und Polizeiapparat und die staatlichen Medien. Einige Merkmale klassischer Diktaturen aber fehlten seinem Regime: Es gab in Serbien stets auch Oppositionelle mit eigenen Medien, es waren Gegenstimmen vernehmbar, jedenfalls in Belgrad und den größeren Städten. Freilich, Milosevic versuchte seine Gegner nach allen Regeln der Kunst einzuschüchtern, zur Not in einigen Fällen wohl auch gewaltsam zu beseitigen wie seinen einstigen Förderer Ivan Stambolic. Doch nie war seine Herrschaft so umfassend und totalitär wie die Diktaturen Ceausescus oder Schiwkows in der Nachbarschaft.

    Im Windschatten des serbischen Nationalismus

    Daß er sich überhaupt so lange an der Macht halten konnte, verdankte er seinem geschickt inszenierten Aufstieg im Windschatten des serbischen Nationalismus. Das ist die zweite Unwahrheit über ihn: Denn Milosevic spielte mit dem Instrument des Nationalismus, er war ein skrupelloser Organisator der Kriege im Namen Großserbiens, der bedenkenlos über Leichen ging - aber ein großserbischer Nationalist war er nicht. Ende der achtziger Jahre erkannte der ehrgeizige kommunistische Funktionär aus dem serbischen Provinzstädtchen Pozarevac, daß der Kommunismus ausgedient hatte als Instrument zur Herrschaftsausübung. Es schienen sich zwei Auswege anzubieten zur Rettung Jugoslawiens: demokratische und wirtschaftliche Reformen sowie eine echte Förderalisierung. Das hätte den Funktionär Milosevic aber die Karriere gekostet, und so setzte er auf eine andere Karte: nationalistische Mobilisierung der Serben gegen die anderen Völker Jugoslawiens.

    Der entscheidende Moment für seinen Aufstieg war seine unheilvolle Rede vom 24. April 1987 in Kosovo Polje, dem Ort der verlorenen serbischen Schlacht gegen die Osmanen 1389 auf dem Amselfeld in Serbiens Südprovinz Kosovo. Damals wandte sich Milosevic an eine Masse demonstrierender Serben in der überwiegend albanisch besiedelten Provinz. Die Serben waren in eine Rangelei mit Polizisten geraten; Milosevic trat vor sie und sprach die Worte, die manche heute als den Epilog auf das alte Jugoslawien werten: "Niemand soll es wagen, euch zu schlagen. Dies ist euer Land, dies sind eure Häuser, eure Felder und Gärten, eure Erinnerungen. Ihr werdet nicht euer Land aufgeben, weil das Leben zu schwierig geworden ist, weil Ungerechtigkeit und Erniedrigungen euch treffen." In Kosovo Polje habe Milosevic das Pferd bestiegen, das ihm die serbische Intelligenz zuvor gesattelt hatte, urteilte später Belgrads heutiger Außenminister Vuk Draskovic, der als demagogischer Oppositionsführer selbst einer der Sattlermeister gewesen war.


    http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76...~Scontent.html

  5. #35
    Avatar von Dinarski-Vuk

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    Zitat Zitat von Samoti Beitrag anzeigen
    Die Serben sind schuld für das ganze Leid unten. Man hättet das Referendum in Kroatien und Bosnien einfach akzeptieren sollen. Ein Leben für euch wäre auch weiterhin problemlos möglich gewesen. RS und die mehrheitlich serbisch besiedelten Teile Kroatiens waren nie bzw jahrhundertelang keine Teile Serbiens.
    Durch ethnische Säuberungen ist die RS enstanden. Und die dafür verantwortlich sind, nämlich Karadzic uns seine Konsorten, werden von euch weiterhin beschützt. Das ist sehr primitiv und dafür sollst du dich stellvertretend für den Volk schämen, ok!

    Für mich bist du ein Depp Zurich.
    Ein Pickelgesicht mit gerade 15 Jahren will uns sagen das das ganze serbische Volk dort unten schuld war ?

    Du hässliches Subjekt kennst den Krieg nur aus Wikipedia und youtube ...
    Nicht nur du, sondern 95-98 % dieses Forums !!!!!

    Was weisst du über die Geschehnisse in der ehemaligen SFRJ ...
    Srebrenica 95, Milosevic, "Serbien Agressor " und das wars !!!!!

    Ich muss immer wieder lachen, wenn mir Dijaspora-Kinder über die Konflikte etwas erzählen möchten ....

  6. #36
    Avatar von Dinarski-Vuk

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    Zitat Zitat von Balkan-Boy Beitrag anzeigen
    ja genau, sie massakrieren leute und dann beklagen sie sich weil man ihnen nicht hilft.
    Müsst gerade Ihr sagen, bei euch sind ja Massenmörder und Schlächter Politiker, bestes Beispiel AGIM CEKU !!!!!

  7. #37
    Avatar von Dinarski-Vuk

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    Zitat Zitat von bosmix Beitrag anzeigen
    samoti guter letzter beitrag , besser könnte ich das auch nicht schreiben.
    aber ich habe bei zürich ein klitze kleines gefühl das er die wahrheit nicht sehen will, wie samoti schon geschrieben hat.

    Kroatien: referendum zur unabhängigkeit; was machen dioe serben....
    serben verlieren in kroatien.

    scheiss daruf denkt milo, mladi, kari machen wir weiter.

    Bosnien und Hercegowina:referendum zur unabhängigkeit; was machen dioe serben....

    serben versuchen nach slowenien, kroatien jetzt bosnien zu erobern.
    das ende kennen wir ja schon.

    das witzige ist immer auch wenn man so die alten reportagen sieht, das karadzic und mladic die bosnische armee wo auch christen mitgekämpft haben, immer gesagt haben das die moslems.....
    sie bezeichneten die bosnier immer nur als moslems ( schon klar und das land heißt auch nicht bosnien sondern moslemien)barbarez ist ja auch kein moslem sondern bosnier oder?

    izetbegovic war auch nichtr von feinsten , denn er bezeichnete die bosnier auch immer als moslems, aber als er präsident war und bosnien unabhängig worde, durch eine demokratische wahl sprach er immer und ich schreibe IMMER von einen Multiehtnischen BiH, aber wie wir ja alle wissen außer die radikalen serben, wollten die ganzen möchte gern "bosnischen serben" ein großserbien, und die geschichte nahm ihr bitteres ende.

    nochmal zu zurich: sieh mal serbien hat 3 länder angegriffen, und wollte ein großserbien unter den schutznamen yugoslawien, serbien beschützt kriegsverbrecher und belügt die EU. deswegen habt ihr serben auch beim okern keine asse mehr , verstehst du?

    und wenn serbien nichts mit den bosnien krieg zu tun hatte, warum war dann milosevic in dayton und nicht karadzic???

    -------------------------------------------------------------------
    Wie ist AIDS auf serbisch?
    УЗЗУ (Умрем да го заврем,
    заврем го че умрем!)
    Hier haben wir noch so ein Exemplar eines typischen Dijaspora-Opfers !!!!

    1. Hab ich hier schon einmal gesagt, das Serbien mit dem Konflikt in Slowenien aber rein gar nichts zu tun hatte
    Nur bei diesem Satz als du sagtest, Serbien hat Slowenien angegriffen hast du dir ein Eigentor geschossen ...

    2. In Kroatien fand ein Bürgerkrieg statt, diese Märchen von "domovinski rat" kannst du deiner Katze verkaufen !!!
    Wenn es tatsächlich ein "Verteidigungskrieg " war, was suchten reguläre kroatische Truppen unter dem Kommando von Zagreb in Kupres ? Grahovo? Livno ? Mrkonjic Grad ? Odzak ? Orasje ? Bosanski Brod ?
    Drvar ?

    3. In Bosnien fand ebenfalls ein Bürgerkrieg statt, kein Agressionskrieg, dort bekämpften sich die Kroaten gegen die Bosnier, die Serben gegen die Kroaten, die Serben gegen die Bosnier oder anderst gesagt,
    die HVO, VRS & ABiH untereinander !!!!
    Die ersten Opfer des Krieges in BiH waren Serben
    (werde irgendwann einmal dieses Thema in einem speziellen Thread genauer erläutern) !!
    Wurden in Sarajevo etwa keine Serben getötet und vertrieben ?
    Früher war Sarajevo die 2.grösste Stadt nach Belgrad, wo Serben gelebt haben und heute ist sie ethnisch gesäubert !!!

    4. Und wo ist eigentlich noch das 3. angegriffene Land ? Kosovo ?
    Hahaha das wird ja immer lustiger hier , Serbien greift sich selber an ?!

    5. Eine sehr dumme Behauptung von dir, weil er in Dayton war heisst es für deine eingeschränkte Sichtweise, dass Serbien in Bosnien ein Agressionskrieg geführt hat ?
    ES WAR EIN BÜRGERKRIEG KEIN AGRESSIONSKRIEG !!!

  8. #38
    Avatar von Lepoto

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    Zitat Zitat von Samoti Beitrag anzeigen
    Warum habt ihr das Referendum in Kroatien nicht anerkannt?
    lies die jugoslawische verfassung und vergleiche dann die aussagen und vorgehen von tudjman und izetbegovic.

    ps: wenn eine partei mit einem referendum nicht einverstanden ist, dann wird grundsätzlich erst nach einer politischer/diplomatischer lösung gesucht. wieso aben weder tudjman noch izetbegovic sich gewehrt eine politische lösung zu finden?

  9. #39
    Avatar von Zurich

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    @ Skenderbegi

    Eine kleine Bitte: Kannst du deine Texte (wenn es irgendwie geht) etwas kürzen und sie leserlicher gestallten. Schon einige User haben sich beschwert, dass du ganze "Romane" schreibst. Und dann wunderst du dich, dass man nicht darauf eingeht bzw. antwortet.
    - Ist wirklich gut gemeint und es wäre auch für uns einfacher.

    Ich bin grad an der Hochschule und hab nicht so viel Zeit alles durchzulesen. Hab auch anderes zu tun.

  10. #40
    Avatar von skenderbegi

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    Zitat Zitat von Zurich Beitrag anzeigen
    @ Skenderbegi

    Eine kleine Bitte: Kannst du deine Texte (wenn es irgendwie geht) etwas kürzen und sie leserlicher gestallten. Schon einige User haben sich beschwert, dass du ganze "Romane" schreibst. Und dann wunderst du dich, dass man nicht darauf eingeht bzw. antwortet.
    - Ist wirklich gut gemeint und es wäre auch für uns einfacher.

    Ich bin grad an der Hochschule und hab nicht so viel Zeit alles durchzulesen. Hab auch anderes zu tun.
    das ist mir eigentlich egal,weil die sache ansich sehr komplixiert ist und nicht so wie du sie gerne darstellst.
    von daher bedarf es viel zu lesen und verschiedene quellen zu haben um sich ein besseres bild zu machen.
    denen es wert ist sollen sich die zeit nehmen ansonsten soll man die fresse halten ....
    was du machst ist völlig unwichtig weil dies nicht das thema ist was aber einmal mehr zeigst wie wichtig du dich gerne machst.....
    und das andere ist ,dass du im namen von anderen user sprichst?

    wenn einem was interessiert so wird man sich auch die zeit dafür finden das zu lesen.

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