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Neues Dodik Interview

Erstellt von BosnaHR, 04.07.2010, 21:27 Uhr · 86 Antworten · 4.090 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von BosnaHR

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    Neues Dodik Interview

    Der bosnisch-serbische Premier Milorad Dodik attackiert den Österreicher Valentin Inzko, warnt die EU vor Druck auf die Serbische Republik und spricht - "nur hypothetisch" - über Bosniens Auflösung.

    „Die Presse“: Die EU hat klargemacht, dass Bosnien mit seinen jetzigen komplizierten Staatsstrukturen ihr nicht beitreten kann. Vor die Wahl gestellt: EU-Beitritt oder Erhalt der Serbischen Republik – wie würden Sie sich entscheiden?


    Milorad Dodik: Die Serbische Republik kann nicht aufgelöst werden. Wenn die EU diese Forderung stellen würde, wäre ein Beitritt nicht denkbar. Aber wenn wir schon bei hypothetischen Fragen sind: Es wäre das Beste, Bosnien aufzulösen. Dann hätten wir zwei stabile Elemente. Und die Serbische Republik wäre allein besser in der Lage, die Anforderungen für den EU-Beitritt zu erfüllen. Es ist ein realistischeres Szenario, dass ganz Bosnien verschwindet, als dass die beiden Landesteile – die Entitäten – verschwinden.

    Westliche Diplomaten haben Sie als den Unruhestifter identifiziert, der eine Einigung in Bosnien blockiert.
    Dodik: Die Ausländer sind selbst dafür verantwortlich. Sie haben aus dem Land ein Protektorat gemacht und verhalten sich überheblich. Damit haben sie den Grundstein für die Auflösung Bosniens gelegt. Mein Verhalten ist legitim. Ich bin Premier der Serbischen Republik und handle in Einklang mit dem Dayton-Friedensabkommen. Wir Serben sind nicht in Bosnien, weil wir es lieben, sondern weil wir Dayton unterzeichnet haben.

    Sie haben aber mehrmals angekündigt, in der Serbischen Republik ein Referendum über die Abspaltung von Bosnien abhalten zu wollen.
    Dodik: Wir haben das Recht auf ein Referendum gemäß unserer Gesetze, die den europäischen Standards entsprechen. Aber wir sind keine Abenteurer. Wir unterstützen Dayton. Aber wenn weiterhin Druck auf die Republika Srpska ausgeübt wird, werden wir unser Recht auf ein Referendum nützen. Wir werden auf den richtigen Moment warten. Wenn die internationale Gemeinschaft und die EU weiterhin die Auflösung der Serbischen Republik oder eine Zentralisierung Bosniens fordern sollten, würden wir ein Referendum abhalten und unseren unabhängigen Status etablieren – aber das ist freilich alles nur hypothetisch.

    Der Hohe Repräsentant der Internationalen Gemeinschaft, Valentin Inzko, wäre aber wohl nicht sehr glücklich über ein Referendum.
    Dodik: Herr Inzko wird schon bald nach Hause zurückkehren, in Ihre Stadt Wien. Es gibt keinen Zweifel daran, dass er eine gute Person ist, aber ich denke nicht, dass er ein guter Hoher Repräsentant ist.


    Warum? Was wäre denn für Sie ein guter Hoher Repräsentant?
    Dodik: Er müsste die Essenz des Dayton-Abkommens respektieren und nicht Gesetze beschließen, wie es Inzko zuletzt getan hat.

    Aber er nutzt nur seine Vollmachten, die sogenannten Bonn Powers.
    Dodik: Diese waren noch nicht in Dayton verankert, sie wurden später installiert. Wir brauchen keinen Hohen Repräsentanten mehr. Dieses Amt ist mittlerweile Teil des Problems, ein Störfaktor. Je länger er bleibt, desto mehr trägt er zur Auflösung Bosniens bei.

    Wie kann man in Bosnien zur Versöhnung beitragen?
    Dodik: Man muss die Geschichte auslöschen.

    Das ist nicht möglich. Sind nicht die unterschiedlichen Meinungen darüber, was in der Geschichte passiert ist, ein Problem? Etwa über Srebrenica, wo vor fast genau 15Jahren serbische Kräfte tausende Muslime töteten?
    Dodik: Ich wünschte, Srebrenica wäre nie passiert. Es war ein grausames Verbrechen. Alle, die daran beteiligt waren, müssen vor Gericht. Aber es war die Kulmination dessen, was in diesem Gebiet in den Jahren davor geschehen ist: Der muslimische Kommandant von Srebrenica, Naser Orić, hat mit seinen Männern serbische Dörfer überfallen und 3500Serben umgebracht. In Kravica töteten sie in der Nacht zum orthodoxen Weihnachtsfest 78Zivilisten. Deshalb gab es Rachegefühle.

    Der Vorfall in Kravica war 1993, das Massaker in Srebrenica erst 1995.
    Dodik: Nach 1993 gab es weitere Überfälle, und das, obwohl Srebrenica offiziell eine demilitarisierte UN-Schutzzone war. Aber wie gesagt: Ich will nicht beschönigen, was dann 1995 passiert ist. Es war ein Verbrechen, aber kein Genozid, denn Frauen und Kinder wurden nicht umgebracht. Es ist eine große Last, aber es kann keine Kollektivschuld für die Serben geben.

    Das Haager Tribunal betrachtet es aber als Genozid. Und Orić wurde vom Tribunal freigesprochen.
    Dodik: Ja: Der Muslim Naser Orić war militärischer Kommandant, aber er wird freigesprochen, ohne dass seine Kommandoverantwortung schlagend wird. Und die Serbin Biljana Plavšić, die keinen einzigen Schuss abgefeuert hat, wurde wegen Kommandoverantwortung verurteilt.



    Bosnien: "Der Hohe Repräsentant ist ein Störfaktor" DiePresse.com

  2. #2
    Avatar von Hercegovac

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    hmm eig. hat er alle Fragen gut beantwortet bis auf die Passage mit Srebrenica gefällt mir nicht so...

  3. #3
    Avatar von BosnaHR

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    Zitat Zitat von HercegSrbadzija Beitrag anzeigen
    hmm eig. hat er alle Fragen gut beantwortet bis auf die Passage mit Srebrenica gefällt mir nicht so...
    sowas von einem dodik zu hören^^

    Ich wünschte, Srebrenica wäre nie passiert. Es war ein grausames Verbrechen. Alle, die daran beteiligt waren, müssen vor Gericht

  4. #4
    Avatar von Azrak

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    9.275
    Ist es nicht eine Straftat einen Genozid zu leugnen, oder gilt das nur für den Holocaust?

  5. #5
    Avatar von Pajpina

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    Zitat Zitat von BosnaHR Beitrag anzeigen
    sowas von einem dodik zu hören^^

    Ich wünschte, Srebrenica wäre nie passiert. Es war ein grausames Verbrechen. Alle, die daran beteiligt waren, müssen vor Gericht
    zeigt doch das er auch nur ein mensch ist !
    und nicht so ein teufel ist wie ihn hier alle hinstellen wollen.

  6. #6
    Avatar von Hercegovac

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    Zitat Zitat von BosnaHR Beitrag anzeigen
    sowas von einem dodik zu hören^^

    Ich wünschte, Srebrenica wäre nie passiert. Es war ein grausames Verbrechen. Alle, die daran beteiligt waren, müssen vor Gericht

    Da hat er ja Recht, nur ich mein das, wo er sagt Srebrenica ist kein Genozid. Sonst hat er gut geantwortet.

  7. #7
    Zvornicanin
    mhhh.. wer würde den schon die Rs anerkennen?

  8. #8
    Mala
    Es war also kein Genozid ha? So eine Schweinebacke, in der Hölle soll er schmoren.

  9. #9
    Avatar von DZEKO

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    Zitat Zitat von Pajpina Beitrag anzeigen
    zeigt doch das er auch nur ein mensch ist !
    und nicht so ein teufel ist wie ihn hier alle hinstellen wollen.
    Das zeigt doch nur das bald Wahlen sind.

  10. #10
    Ado

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    8.973
    Jetzt wo ich weiss, dass dieser Spasst auch gerne "hypothetisch" sagt, werde ich es mir wohl abgewöhnen müssen

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