Neues aus und zu Kosova
Albin Kurti: „Zum Selbstbestimmungsrecht gibt es keine Alternative“ +++ Serbischer Politiker hat die Türkei als Vorbild

Albin Kurti in Therande

In aller Munde ist gegenwärtig die Organisation „Bewegung für Selbstbestimmung“. Die aktivistische Bewegung wird von dem ehemaligen Studentenführer Albin Kurti geleitet. Deutlich wird in den Publikationen der „Bewegung“ die UNMIK Herrschaft über Kosova gegeißelt. Der UNMIK wird „koloniale Arroganz“ unterstellt und das Regime der UNMIK oftmals mit den Kolonialmethoden des Milosevic Regimes verglichen. Momentan gibt es in Kosova so gut wie keine Ecke an der nicht Parolen gegen die UNMIK stehen. Dies macht die UNMIK-Bürokratie nervös, zunehmend verhaftet die Polizei Mitglieder der „Bewegung Selbstbestimmung“ wegen ihrer Meinung und dem Sprühen von Parolen. Dabei werden die Aktivisten der „Bewegung“ meist brutal mißhandelt. Erst am 2. August malträtierte die Polizei mehrere Mitglieder der „Bewegung Selbstbestimmung“ (Siehe-Kosova Aktuell).

Am 3. August veranstaltete Albin Kurti in Therande eine öffentliche Veranstaltung. Die Versammlung war brechend voll, zu ihr riefen auch andere gesellschaftliche Gruppen auf. Albin Kurti erklärte: „Die Basis unserer Bewegung bildet der Wunsch des Volkes nach Souveränität und Unabhängigkeit. Mit der Selbstbestimmung wollen wir zwei Ziele erreichen, wir wollen uns frei entscheiden welches System wir haben wollen und welche staatliche Form dieses System haben soll“. Dagegen steht laut Kurti die UNMIK und „die alte Politik des serbischen Chauvinismus“. Zum Abschluß seiner Rede meinte Kurti: „ Wir lassen uns von keiner Kraft unterdrücken oder einschüchtern“. Nach der Versammlung wurden Parolen an verschiedene Objekte der Stadt gesprüht. Dabei griff neuerlich die Polizei ein, nach dem brutalem Angriff der Polizei, der allerdings abgewehrt werden konnte, benötigten mehrere Aktivisten medizinische Hilfe. Verhaftet wurden Gezim Kabashi, Ibrahim Ibraj, Arben Fetaj und Zymer Hoxha.


„Wir werden handeln wie die Türkei“

Am Mittwoch den 3. August gab Dushan Prorokovic der in Novi Sad erscheinenden Zeitung „Dnevnik“ ein Interview. Prorokovic ist leitender Mitarbeiter im „Kosovo-Ausschuß“ der serbischen Regierung. Zudem ist Prorokovic führender Funktionär der Regierungspartei DSS. In dem Gespräch sagte Prorokovic: „Kein Mensch in der internationalen Politik unterstützt die kurdische Bewegung. Wenn es auf unserem Staatsgebiet (darunter versteht er auch Kosova) sezessionistische Bewegungen gibt behalten wir uns vor, genauso zu handeln wie die Türkei, gegen den kurdischen Irredentismus“. Weiter sagte Prorokovic: „Wir geben Kosovo mehr als Autonomie, aber weniger als Unabhängigkeit“ Die Haltung von Prorokovic war in dem Gespräch von der Hoffnung geprägt, „dass die Staatengemeinschaft uns so unterstützt wie sie die Türkei unterstützt“.


Agron Sadiku
Prishtina


kosova-aktuell.de

(Auch wenn's euch nicht passt!) Puto's...