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News aus Belgrad

Erstellt von Carinius, 24.07.2009, 09:37 Uhr · 46 Antworten · 2.497 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
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    News aus Belgrad

    Eine unvollständige Geschichte

    Von Michael Martens, Belgrad
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    Unterstüztung für ihren Helden: Belgrad am 29. Juli 2008

    21. Juli 2009 Als er noch in Freiheit lebte, gingen abenteuerliche Geschichten über seine geheimen Verstecke um. Mehr als 13 Jahre lang gelang es Radovan Karadzic, dem 1995 vom UN-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien wegen Kriegsverbrechen angeklagten ehemaligen bosnischen Serbenführer, sich seinen Richtern zu entziehen.
    Erst vor einem Jahr wurde der Ingenieur der „ethnischen Säuberungen“ des Krieges in und gegen Bosnien (1992-1995) in Belgrad verhaftet. Unter den Namen „Dr. Dabic“, mit wucherndem Vollbart und langer weißer Haarpracht, war er als Heilpraktiker und Fachmann für alternative Medizin aufgetreten, hatte Artikel für Gesundheitsjournale geschrieben und gelegentlich sogar Vorträge gehalten - während sich Journalisten, Politiker oder Fahnder des Tribunals immer wieder vergeblich die Frage stellten, wo er wohl sei.
    Die Legenden ranken weiter
    Auf die Idee, dass der Gesuchte mitten in der serbischen Hauptstadt lebe, im Plattenbauviertel Neu-Belgrad, kam niemand. Nach seiner Verhaftung stellte sich bald aber immer dringlicher eine andere Frage, die bis heute unbeantwortet geblieben ist - wo war Karadzic?
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    Die Antwort ist keinesfalls nur für Historiker interessant, denn sie kann viel darüber verraten, wer an welchen Strippen zieht und zog in Serbien. Zumindest indirekt kann sie damit auch bei der Suche nach dem einstigen General Ratko Mladic hilfreich sein, dem letzten noch flüchtigen „großen“ Kriegsverbrecher des Balkans.
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    Einstweilen sind jedoch die meisten Fragen zu den Details von Karadzics jahrelanger Dauerflucht noch unbeantwortet, nur die Legenden ranken weiter.
    Die Ruhe hat sich ausgezahlt
    Das beginnt schon bei dem Zeitpunkt der Festnahme, als deren offizielles Datum der 21. Juli 2008 gilt. Zumindest gab die serbische Regierung am späten Abend dieses Tages die Verhaftung bekannt, was dann von den großen Nachrichtensendern in aller Welt umgehend als Sensation verbreitet wurde.
    Tatsächlich wurde Karadzic allerdings schon einige Tage zuvor verhaftet. Die Regierung wartete jedoch mit der Bekanntgabe dieser Nachricht, bis sich das serbische Parlament in die Sommerpause verabschiedet hatte, da der nationalistischen Opposition die Möglichkeit genommen werden sollte, die Volksvertretung als Bühne für chauvinistisches Krakeele zu missbrauchen und so womöglich gar das Volk zu Protesten auf die Straßen zu bringen.
    Die Vorsicht hat sich ausgezahlt: In Serbien blieb es nach dem Zugriff ruhig. Über andere Einzelheiten der Verhaftung Karadzics, und vor allem seines jahrelangen Untergrunddaseins (sofern es eines war), drang hingegen kaum etwas an die Öffentlichkeit.
    Was wusste die orthodoxe Kirche
    So bleiben viele Fragen offen: Wusste die serbische orthodoxe Kirche etwas von seinen Aufenthaltsorten? Wenn ja, welche Bischöfe waren informiert? Hat Karadzic zwischenzeitlich, wie oft behauptet, gar in orthodoxen Klöstern Unterschlupf gefunden? Was wusste Milosevics Nachfolger im Amt des Präsidenten Jugoslawiens, der spätere serbische Regierungschef Vojislav Kostunica , von den Aufenthaltsorten Karadzics?
    Immerhin kam es nur kurze Zeit nach Kostunicas Abwahl und Machtverlust in Belgrad zu der Verhaftung des einstigen bosnischen Oberserben. Hätte die Festnahme demnach schon vorher stattfinden können, wurde aber von Kostunica aus politischen Gründen verhindert? Wie lange war Karadzic schon Dr. Dabic, als er verhaftet wurde?
    Und schließlich: Was stimmte und was nicht an den vielen, oft auf „Geheimdienstkreise“ oder „gut informierte Diplomaten“ gestützten Vermutungen zu Karadzics Aufenthaltsorten, die über ein Jahrzehnt hindurch von serbischen und ausländischen Medien verbreitet wurden? Einige Beispiele: Im April 1998 berichtete „Le Monde“, Karadzic sei in ein osteuropäisches Land geflüchtet, womöglich nach Weißrussland.
    Viele Vermutungen ohne belastbare Basis
    Die höchst streitbare, aber kenntnisreiche ehemalige Sprecherin des Jugoslawien-Tribunals, Florence Hartmann, bestätigte in ihrem 2007 in Frankreich veröffentlichten Buch, Karadzic habe sich zeitweise mit russischer Unterstützung in Weißrussland aufgehalten, sei von dort aber bald zurückgekehrt. Im August 2004 war der bosnischen Tageszeitung „Dnevni Avaz“, die seit Jahren das Sommerloch mit Sensationsberichten über die vermeintlichen Aufenthaltsorte von (serbischen) Kriegsverbrechern plombiert, die Nachricht zu entnehmen, Karadzic habe einen schweren Gehirnschlag erlitten.
    Für die Behandlung, so das Blatt, halte er sich nun häufig in Serbien auf, wobei Bosnien weiterhin sein Rückzugsort sei. Wenige Tage später berichteten amerikanische Zeitungen, ein französischer Offizier der internationalen Truppe in Bosnien habe eine Festnahme Karadzics vereitelt, indem er den Gesuchten rechtzeitig warnte.
    Geschichten von französischen Offizieren, die Karadzic und Mladic im Geiste der serbisch-französischen „Waffenbrüderschaft“ aus den Weltkriegen vor den Nachstellungen seiner Häscher warnten, sollte es später noch viele geben. Die frühere Chefanklägerin des Haager Tribunals, Carla Del Ponte, ließ diesen Vermutungen nachgehen, fand jedoch keine Bestätigung dafür.
    Meistens in Belgrad
    Was also weiß man heute? Der für die Zusammenarbeit mit dem Haager Tribunal zuständige Minister in Belgrad, Rasim Ljajic, sagt bündig: „Karadzic war meist in Serbien, und dort war er meist in Belgrad“. Auf die Frage, wie lange Karadzic vor seiner Verhaftung schon „Dr. Dabic“ war, antwortet Ljajic, ein Muslim aus der serbischen Grenzprovinz Sandzak, noch kürzer: „Lange“. Bereitwilliger beantwortet er die Frage, wie man ihm auf die Spur gekommen sei: „Jemand aus seiner Umgebung, einer der Fluchthelfer, hat einen Fehler begangen, und das haben wir ausgenutzt. Es war das erste Mal, dass in der Umgebung Karadzics ein Fehler begangen wurde, aber dieser Fehler reichte aus, um ihn ausfindig zu machen“.
    Zuvor habe Karadzic sein Abtauchen durchaus professionell organisiert. Bei den Ausweispapieren des „Dr. Dabic“ handelt es sich nach offizieller Lesart nicht etwa um Dokumente, die von korrupten Behörden ausgegeben wurden, sondern um sehr geschickt hergestellte Fälschungen. So sei man auf Belege dafür gestoßen, dass Karadzic und seine Leute das Erstellen eines Personalausweises lange geübt hätten, bis ihnen schließlich ein ausgezeichnetes Falsifikat gelungen sei.
    Dann sei es aber so gekommen wie bei vielen anderen verhafteten Angeklagten des Tribunals: „Entweder sie selbst oder ihre Fluchthelfer haben früher oder später einen Fehler begangen“. Auf einen solchen Fehler hoffe man auch im Fall Mladic, wobei keineswegs fest stehe, dass er in Serbien sei. Die Hintergründe der Flucht Karadzics liegen also noch immer im Halbdunkel. Vielleicht wird man erst in Jahrzehnten mehr darüber erfahren, wenn die Geheimhaltungsfrist für wichtige Akten erlischt oder Suchende und Gesuchte als sehr alte Männer ihre Memoiren veröffentlichen. Rasim Ljajic denkt nach eigener Aussage schon darüber nach, eines Tages seine Lebenserinnerungen niederzuschreiben.
    Text: F.A.Z.
    Bildmaterial: AFP, AP, dpa, dpa/dpaweb, REUTERS

    Quelle:Radovan Karadzic: Eine unvollständige Geschichte - Ausland - Politik - FAZ.NET

  2. #2

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    In diesem Artikel steht klar und deutlich dass sich Karapick im Pashalyk Belgrad befand und von der Kriche Unterschlupf erhalten haben soll.

    Wie kommt es eigentlich dazu dass eine Kirche Verbrechern Unterschlupf gibt?
    Ich finde wir sollten uns mehr mit der ortodoxen Kirche der Serben auseindersetzen , jedenfalls werde ich das tun.

  3. #3
    Avatar von Ilan

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    Zitat Zitat von Carinius Beitrag anzeigen
    In diesem Artikel steht klar und deutlich dass sich Karapick im Pashalyk Belgrad befand und von der Kriche Unterschlupf erhalten haben soll.

    Wie kommt es eigentlich dazu dass eine Kirche Verbrechern Unterschlupf gibt?
    Ich finde wir sollten uns mehr mit der ortodoxen Kirche der Serben auseindersetzen , jedenfalls werde ich das tun.

  4. #4

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    Zitat Zitat von Gjebraili Beitrag anzeigen
    Und das soll jetzt ein "Beweis" sein für?

  5. #5

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    Zitat Zitat von Gjebraili Beitrag anzeigen

    Sind das nicht die Kriegsverbrecher aus Srebrenica?
    Schlimm das eine Kirche so etwas macht, sie segnet Verbrechen an unschuldigen Menschen.
    Wie geistig krank muss man sein um das zu tun?
    Welches Ziel verfolgt eigentlich die serbische Kriche?

  6. #6
    Avatar von Ilan

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    Zitat Zitat von Baklava Beitrag anzeigen
    Und das soll jetzt ein "Beweis" sein für?
    Dass diese religiösen Institutionen im Balkan den Krieg gewünscht haben.

  7. #7

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    Ich würde gerne von den Serben wissen wie sie dieses kriminelle Verhalten serbisch-ortodoxer Priester beurteilen.

  8. #8

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    Zitat Zitat von Gjebraili Beitrag anzeigen
    Dass diese religiösen Institutionen im Balkan den Krieg gewünscht haben.


    Ohne Religionen gäbe es auf dem Balkan und weltweit viel weniger Probleme

  9. #9

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    Zitat Zitat von Carinius Beitrag anzeigen
    Ich würde gerne von den Serben wissen wie sie dieses kriminelle Verhalten serbisch-ortodoxer Priester beurteilen.
    Sie haben Soldaten gesegnet, das ist längst nicht kriminell...aber es sollte nicht die Aufgabe der Kirche sein, sich in die Politik einzumischen. Gewisse Werte sollten eingehalten werden, amsonsten halte ich nicht viel von der Institution Kirche. Ich kann Glaubensfanatiker nicht abhaben...

  10. #10

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    Zitat Zitat von Baklava Beitrag anzeigen
    Ohne Religionen gäbe es auf dem Balkan und weltweit viel weniger Probleme
    Bedeutet das du die Verbrechen der setrbisch-ortodoxen Kirche anerkannt hast?

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