BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Erweiterte Suche
Kontakt
BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Benutzerliste

Willkommen bei BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen.
Seite 9 von 13 ErsteErste ... 5678910111213 LetzteLetzte
Ergebnis 81 bis 90 von 127

Öcalan verklagt Griechenland

Erstellt von Popeye, 05.12.2008, 20:00 Uhr · 126 Antworten · 10.051 Aufrufe

  1. #81

    Registriert seit
    03.04.2008
    Beiträge
    347
    @Grizzly

    Es geht aber nun mal nicht darum wer nach Morden und unrecht "führt"...ein großes Unrecht mit einem kleineren Unrecht zu bekämpfen ist doch nicht exakt etwas was zur Lösung des Problems beiträgt.

    Übrigens wollen die meisten Kurden ja ein Teil der Türkei bleiben,allerdings wollen sie ihre eigene Sprache und Kultur ausüben können.
    Also Dinge die z.B. den türkischen Emigranten in ganz Europa zusteht nach den Richtlinien der (aus Sicht unserer beiden türkischen Superpatrioten hier) bösen EU.
    Die muslimischen Einwohner in Westthrakien von Griechenland sind auch frei ihre Sprache zu sprechen und ihre Kultur auszuüben..egal ob sie türkisch sprechen wollen oder pomakisch.

    Der Konflikt im Südosten der Türkei ist unselig und sowas von vollkommen unnötig...die Kurden haben in der Geschichte der modernen Türkei bewiesen das sie zum Land Türkei gehören wollen,sogar unter den letzten Osmanen Herrschern haben die Kurden die "Drecksarbeit" gemacht(siehe Armenier-Genozid) und auch unter Atatürk haben sie gegen uns Griechen gekämpft als "letzte Reserven aus dem Osten" waren sie maßgeblich am "last Minutesieg" beteiligt..

    Sowas wird von den faschistoiden Grauen Wölfen (auch hier im Forum) gerne verschwiegen.
    Tja...Atatürk hatte den Kurden für ihre Unterstützung mehr rechte versprochen...
    Darauf warten sie immer noch.
    Und wenn man die Geburtenrate der Kurden berücksichtigt wäre die moderne Türkei gut beraten wenn sie sehr schnell eine friedliche Lösung für diesen Konflikt anstreben würde,mit Milliarden von YTL für den Südosten des Landes anstatt high tech Waffen und Golfplätze für die korrupten Generäle.

  2. #82

    Registriert seit
    28.09.2008
    Beiträge
    23.630

    Lächeln

    Zitat Zitat von thalassa Beitrag anzeigen
    @Grizzly

    Es geht aber nun mal nicht darum wer nach Morden und unrecht "führt"...ein großes Unrecht mit einem kleineren Unrecht zu bekämpfen ist doch nicht exakt etwas was zur Lösung des Problems beiträgt.

    Übrigens wollen die meisten Kurden ja ein Teil der Türkei bleiben,allerdings wollen sie ihre eigene Sprache und Kultur ausüben können.
    Also Dinge die z.B. den türkischen Emigranten in ganz Europa zusteht nach den Richtlinien der (aus Sicht unserer beiden türkischen Superpatrioten hier) bösen EU.
    Die muslimischen Einwohner in Westthrakien von Griechenland sind auch frei ihre Sprache zu sprechen und ihre Kultur auszuüben..egal ob sie türkisch sprechen wollen oder pomakisch.

    Der Konflikt im Südosten der Türkei ist unselig und sowas von vollkommen unnötig...die Kurden haben in der Geschichte der modernen Türkei bewiesen das sie zum Land Türkei gehören wollen,sogar unter den letzten Osmanen Herrschern haben die Kurden die "Drecksarbeit" gemacht(siehe Armenier-Genozid) und auch unter Atatürk haben sie gegen uns Griechen gekämpft als "letzte Reserven aus dem Osten" waren sie maßgeblich am "last Minutesieg" beteiligt..

    Sowas wird von den faschistoiden Grauen Wölfen (auch hier im Forum) gerne verschwiegen.
    Tja...Atatürk hatte den Kurden für ihre Unterstützung mehr rechte versprochen...
    Darauf warten sie immer noch.
    Und wenn man die Geburtenrate der Kurden berücksichtigt wäre die moderne Türkei gut beraten wenn sie sehr schnell eine friedliche Lösung für diesen Konflikt anstreben würde,mit Milliarden von YTL für den Südosten des Landes anstatt high tech Waffen und Golfplätze für die korrupten Generäle.
    Zu diesem Thema hatte ich vor wenigen Tagen ein Gespräch mit einem kurdischen Journalisten. "Bei einem %-ständig wachsenden Anteil innerhalb der Population der TR dürfte sich das Probel sicher sehr schnell von sich aus gelöst haben", waren seine kurzgefassten Inhalte, die Kurden sollen z. Zt. zumindest die 40%-Marke überschritten haben. Die Kurden haben eine deutlich höhere Geburtenrate als die "Resttürken".

  3. #83
    Popeye
    Zitat Zitat von Grizzly Beitrag anzeigen
    Im Prinzip ja.
    Allerdings gefallen mir die Methoden nicht. Das mit der Schutzgelderpressung etc., was am Anfang des Threads ausgeführt wurde, stimmt leider, soweit ich das aus meinem persönlichen Bereich überblicken kann. Allerdings könnte man die türkische Armee hinsichtlich ihrer Mordtaten und Vergewaltigungen etc., die sie im Kurdengebiet verüben, mit genau so gutem Recht als terroristische Vereinigung verbieten wie die EU das mit der PKK gemacht hat. Hinsichtlich der begangenen Morde "führt" die türkische Seite gegenüber der kurdischen allemal.
    So ein Bullshit...was für Drogen konsumierst du?

  4. #84
    Avatar von hippokrates

    Registriert seit
    30.12.2005
    Beiträge
    13.211
    Zitat Zitat von El Patrón Beitrag anzeigen
    So ein Bullshit...was für Drogen konsumierst du?
    Halt dich mal ein bisschen zurück!



    Hippokrates

  5. #85
    Kimmerian Viking
    Wenn interessiert schon irgendein Öcalan oder die KURDEN??? Ist ihr eigenes Problem und nicht unser.

  6. #86
    Popeye
    Zitat Zitat von herakles Beitrag anzeigen
    Wenn interessiert schon irgendein Öcalan oder die KURDEN??? Ist ihr eigenes Problem und nicht unser.
    Die Türkei ist aber sehr Interessant, jeder Mensch interessiert sich für die Türkei. Über kein Land der Welt diskutiert man soviel. Aber was ist? Uns juckts nicht.

  7. #87
    Popeye
    Landesamt für Verfassungsschutz - Arbeitsfeld Ausländerextremismus

    Kurden

    Sicherheitsgefährdende und extremistische Bestrebungen der kurdischen Arbeiterpartei PKK und ihrer Nachfolgeorganisation

    Sicherheitsgefährdende und extremistische Bestrebungen der kurdischen Arbeiterpartei PKK und ihrer Nachfolgeorganisationen KADEK und Kongra Gel




    Aktivitäten der PKK in Deutschland

    In Deutschland ist die PKK seit Anfang der 80er Jahre aktiv. Die anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen der ARGK und dem türkischen Militär in der Südosttürkei lösten wiederholt bundesweite Protestaktionen hier lebender Anhänger und Sympathisanten der PKK aus. 1993 kam es zu zwei gewaltsamen Aktionswellen in Deutschland: PKK-Anhänger überfielen am 24.06.1993 das türkische Generalkonsulat in München und nahmen 20 Geiseln.

    Gefordert wurde eine öffentliche Erklärung des Bundeskanzlers zugunsten der "kurdischen Sache". Zusätzlich kam es am selben Tag zu annähernd 55 gewaltsamen Aktionen gegen türkische Einrichtungen wie diplomatische Vertretungen, Reisebüros und Banken. Am 04.11.1993 folgte nahezu zeitgleich eine Serie von fast 60 versuchten bzw. vollendeten Übergriffen, zumeist Brandanschlägen, auf türkische Einrichtungen, wobei ein Mensch ums Leben kam. Daraufhin erließ der Bundesminister des Innern am 26.11.1993 ein Betätigungsverbot gegen die PKK und ihren politischen Arms, die "Nationale Befreiungsfront" (ERNK). Zudem wurden verschiedene der PKK zuzurechnende Organisationen in Deutschland verboten.

    Das Verbot wurde von den Anhängern ÖCALANs nicht beachtet. Die streng hierarchisch nach dem Prinzip des "demokratischen Zentralismus" organisierte Partei setzte ihre Arbeit in Deutschland und anderen Staaten Westeuropas unvermindert fort. Die Auslandsorganisation der PKK, die seit dem Jahr 2000 unter der Bezeichnung "Kurdische Demokratische Volksunion" (YDK) in Erscheinung tritt und die Arbeit der Vorgängerorganisation ERNK unmittelbar fortsetzt, verfolgt unterschiedliche Ziele: Wesentlich ist die von der PKK als "Massenorganisierung" bezeichnete Strategie, möglichst viele Exilkurden unter ihrem Dach zu vereinen. Die PKK weckt bei Kurden nationale - auch heimatliche - Gefühle und bietet ihnen nicht nur politisch, sondern auch kulturell und sozial eine Basis im Ausland. Besondere Bedeutung kommt der europäischen Parteistruktur auch hinsichtlich der Parteifinanzierung zu. Der erhebliche Finanzbedarf der PKK wird mit Mitteln u.a. aus Deutschland bestritten, die aus - freiwilligen und gewaltsam erhobenen - Spenden und Mitgliedsbeiträgen, sowie aus Schutzgelderpressungen, aus Verbindungen mit dem organisierten Drogenhandel und dem Betrieb eigener Unternehmen kommen.

    Propagandistisch zielt die PKK in Europa auf eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Kurdenproblem. Darüber hinaus rekrutiert die PKK auch in Deutschland nach wie vor Jugendliche und Jungerwachsene für einen möglichen Kampfeinsatz im Krisengebiet.
    1994 entzündeten sich im Zusammenhang mit Veranstaltungsverboten, Demonstrationen oder Kundgebungen bundesweit immer wieder gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen PKK-Anhängern und eingesetzten Polizeikräften. Nachdem in der Nacht vom 30.06. auf den 01.07.1994 der kurdische Jugendliche Halim DENER bei einer Polizeikontrolle ums Leben kam, verübten PKK-Anhänger in den darauffolgenden Wochen bundesweit eine Serie von Brandanschlägen, vornehmlich gegen Polizeidienststellen. Im Februar 1995 kam es als Reaktion auf die in Hamburg und Berlin stattfindenden Reisemessen mit dem Themenschwerpunkt Türkei zu einer weiteren Reihe von Brandanschlägen, die sich diesmal vor allem gegen türkische Reisebüros richteten. Vermutlich anlässlich des Todestages von Halim DENER kam es im Juli 1995 erneut zur einer Anschlagserie, wobei wieder polizeiliche Einrichtungen das Ziel waren.

    Das erste Quartal 1996 war erneut durch von der PKK provozierte Gewalt geprägt. Auslöser für einen dann folgenden Kurswechsel der PKK in Europa waren die gewaltsamen Autobahnblockaden am 16.03.1996, als PKK-Anhänger aus ganz Europa versuchten, nach Dortmund zu gelangen, um eine zuvor verbotene Demonstration durchzusetzen. Es kam dabei unter den fanatischen PKK-Anhängern zu einzelnen Selbstverbrennungen und erneut zu Brandanschlägen. Polizeibeamte wurden bei den Ausschreitungen zum Teil schwer verletzt. Wenige Tage später rief Abdullah ÖCALAN seine Anhänger dazu auf, die Konflikte im Ausland friedlich zu regeln und die Gesetze der Gastländer zu achten. ÖCALAN setzte diesen Gewaltverzicht im Ausland auch gegen Teile der eigenen Anhängerschaft bis 1999 durch
    Nach Verhandlungen zwischen der türkischen und der syrischen Regierung kam es am 20.10.1998 zu einer Vereinbarung zwischen diesen beiden Staaten. ÖCALAN wurde daraufhin das Aufenthaltsrecht in Syrien entzogen. Er musste das Land verlassen und wurde bei seiner Einreise nach Italien am 12.11.1998 in Rom aufgrund von Haftbefehlen der Türkei aus dem Jahr 1980 und Deutschlands aus dem Jahr 1990 festgenommen. Weil eine Auslieferung an die Türkei wegen der dort bestehenden Todesstrafe nicht möglich war und weil Deutschland keinen Auslieferungsantrag stellte, wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt. Kurz nach seiner Festsetzung pilgerten tausende Kurden nach Italien, um ihrem "Führer" vor Ort beizustehen. ÖCALAN verließ am 16.01.1999 Italien und suchte vergeblich in anderen Staaten West- und Osteuropas Zuflucht. Schließlich wurde er am 15.02.1999 von einem türkischen Spezialkommando in Nairobi/Kenia gefasst und in die Türkei verbracht.

    Am Morgen des 16.02.1999 begann in Westeuropa, besonders in Deutschland, eine Welle von Protest- und Gewaltaktionen von ÖCALAN-Anhängern. Betroffen waren zwölf diplomatische Vertretungen, darunter die von Griechenland, Israel und Kenia - diesen Ländern wurde eine direkte oder indirekte Mitbeteiligung an der Gefangennahme vorgeworfen -, sowie türkische Geschäfte und Vereinsräume. Spektakulärste Aktion war die Besetzung des israelischen Generalkonsulats am 17.02.1999 in Berlin, bei der israelische Sicherheitskräfte vier Personen durch Schüsse töteten und mehrere schwer verletzten. In Hamburg wurde an diesem Tag die SPD-Landesgeschäftsstelle von Jugendlichen aus der PKK-Jugendorganisation YCK besetzt, ein Kreisgeschäftsführer wurde vorübergehend als Geisel genommen.

    Auf das erstinstanzliche Todesurteil des türkischen Staatssicherheitsgericht gegen Abdullah ÖCALAN am 29.06.1999 reagierte die PKK erneut mit bundesweiten Protestaktionen. Nach anfänglich friedlichem Beginn kam es in der Nacht zum 30.06. und in der darauffolgenden Nacht zu zahlreichen Brandanschlägen gegen türkische Einrichtungen. Insgesamt wurden 44 Anschläge gezählt. Danach wurden von der PKK in Westeuropa keine weiteren Gewalttaten mehr verübt. Auch nach der Bestätigung des Todesurteils durch das türkische Kassationsgericht am 25.11.1999 verhielten sich die PKK-Anhänger weitgehend ruhig. Nach der grundsätzlichen Abschaffung der Todesstrafe in der Türkei durch eine am 04.10.2001 in Kraft getretene Verfassungsänderung wurde das Todesurteil gegen ÖCALAN ein Jahr später, am 03.10.2002, in einen lebenslange Freiheitsstrafe umgewandelt.
    http://fhh.hamburg.de/stadt/Aktuell/...n-artikel.html

  8. #88
    Popeye
    Kurden in Deutschland

    „Steuern“ für die PKK
    Von Reinhard Müller, Karlsruhe

    Demonstration von Kurden in Deutschland 15. April 2005
    Es ist still geworden um die PKK. Vorbei sind die Zeiten, da die kurdische Arbeiterpartei unter ihrem Führer Öcalan Gewalt auf deutsche Straßen trug. Vor zehn Jahren hielten PKK-Anhänger mit Selbstverbrennungen und Autobahnblockaden Bürger und Polizei in Atem. Die nach Unabhängigkeit für die Kurden strebende Organisation hatte seit 1983 einen Guerrillakrieg gegen die türkische Armee geführt, in dem etwa 30.000 Menschen starben.
    Auch in europäischen Ländern fiel die PKK immer wieder durch Gewalttaten auf. Mittlerweile ist Öcalan, der die PKK 1978 gegründet hatte, in der Türkei inhaftiert. Terrorakte hat die in Deutschland seit 1993 verbotene „Partei“ hierzulande seit langem nicht mehr verübt - wenngleich Öcalan offenbar vom Gefängnis aus weiterhin großen Einfluß auf die PKK nimmt.


    Kriminelle Führungsclique
    Wie aktiv die Organisation hierzulande noch ist, zeigen wiederkehrende Meldungen der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, welche die Verhaftung von PKK-Funktionären anzeigen. Innerhalb der PKK existiert nach Ansicht der Karlsruher Behörde und deutscher Gerichte weiterhin eine kriminelle Vereinigung. Seit 1996 ist sie allerdings nicht mehr auf die Verübung von Mord und Brandanschlägen gerichtet, wird also nicht mehr als terroristische Vereinigung eingestuft. Sie hat sich angepaßt - und ist doch verantwortlich für eine Art Parallelgesellschaft in Deutschland.
    Das „Heimatbüro“ der PKK hat die Aufgabe, die Kämpfer in Kurdistan zu unterstützen, ihnen Ausrüstung und personellen Nachschub zukommen zu lassen, verletzte Aktivisten nach Europa zu schleusen und einen Kurierdienst zu pflegen. Kader werden für ihre Reisen durch Europa mit falschen Ausweisen versorgt. Die PKK besetzt zwar zur Zeit keine türkischen Konsulate mehr. Ihre kriminelle Führungsclique maßt sich aber weiterhin eine Art Strafgewalt über die in Deutschland lebenden Kurden an, die sie durch Bedrohung, Freiheitsberaubung, Erpressung und Körperverletzung zur Entrichtung von Abgaben zwingt.

    Strafbares Vertrauen
    Zehn Millionen Euro werden Jahr für Jahr hierzulande eingetrieben. Davon fließt ein Teil in die hiesigen Strukturen, das meiste wird in die Türkei geschickt. Die PKK sieht jeden Kurden - in Deutschland leben etwa 500.000 - als verpflichtet an, diese Art von „Steuer“ zu zahlen. Nicht wenige kommen dem nach, viele Familien haben schließlich Angehörige im Kampf gegen türkische Sicherheitskräfte verloren.
    Wer sich sträubt, wird unter Druck gesetzt. Wird die „Steuer“ (so wird sie von Betroffenen tatsächlich genannt) nicht gezahlt, so ist das in den Augen der PKK-Führer eine Straftat. Strafbar in diesem Sinne macht sich auch, wer sich der Polizei anvertraut.

    Kein Privatleben, keine Heirat
    Dem kommen die staatlichen Strafverfolger nur schwer bei. Zwar rechnen es sich die Ermittler als Erfolg an, daß es hierzulande in letzter Zeit keine gemeingefährlichen Straftaten mehr gegeben hat und Deutschland in den Augen der PKK offenbar als schwieriges Pflaster gilt. Doch heißt es zugleich: „Die passen ihr Handeln unserem Erkenntnisstand an.“
    Die Führungsstrukturen sind beweglich. Die PKK hat Deutschland für ihre Zwecke in drei Sektoren eingeteilt. Darunter gibt es zwanzig Gebiete mit jeweils fünf Räumen. Den Kadern wird verboten, ein Privatleben zu führen und zu heiraten. Es kommt vor, daß jemand eingesperrt wird mit der Vorgabe, eine „Selbstkritik“ zu verfassen. Mehr als 30 führende Funktionäre des Führungszirkels sind in Deutschland im Visier der Bundesanwaltschaft.

    „Friedenskurs“ als taktisches Mittel?
    Sobald einer der Angehörigen dieser kriminellen Vereinigung identifiziert ist, was einige Schwierigkeiten bereitet, wird er verhaftet. 53 Anklagen gab es in den vergangenen zehn Jahren, und fast alle endeten mit Verurteilungen zu Haftstrafen. Doch hat das offenbar kaum abschreckende Wirkung: „Die kommen raus und machen weiter“, heißt es in der Bundesanwaltschaft.Zudem konnte die Verfolgung von PKK-Mitgliedern in der Türkei in der Vergangenheit durchaus einen Asylgrund darstellen.
    Ist der von der PKK verkündete „Friedenskurs“ nur ein taktisches Mittel, wie die Strafverfolger vermuten? Der Bundesgerichtshof hatte erst im vergangenen Oktober im Verfahren gegen einen „Gebietsverantwortlichen“ darüber zu entscheiden, ob die Organisation noch bis März 2002 auf die Begehung demonstrativer Gewalttaten gerichtet gewesen sei. Das Oberlandesgericht Celle hatte das so gesehen. Es hatte, wie es in seinem Urteil ausführte, nicht klären können, ob die Führungsebene der PKK in Deutschland die Kursänderung im Jahr 2000 in ernst gemeinter Absicht verfolgt habe, ihre Ziele künftig friedlich zu verfolgen.
    „Kurdisches Kampfgebiet“
    Nach Ansicht des Bundesgerichtshofs mußte - im Zweifel für den Angeklagten - davon ausgegangen werden, daß die Absage an demonstrative Gewalttaten ernst gemeint sei. Die Karlsruher Richter stellten aber nicht in Abrede, daß sich die kurdische Organisation vorbehalten habe, zu Gewalttaten zurückzukehren.
    Doch selbst wenn die PKK im „kurdischen Kampfgebiet“ zur Gewaltanwendung zurückkehren sollte, so der Bundesgerichtshof, sei das noch nicht gleichbedeutend mit der Wiederaufnahme von Gewalttaten in Deutschland. Deshalb muß sich das Oberlandesgericht in diesen Tagen noch einmal mit dem Strafmaß befassen. An dem Schuldspruch gegen den PKK-Führer änderte das freilich nichts. Denn eine kriminelle Vereinigung innerhalb der PKK-Führung gebe es schon wegen des „Strafsystems“.

    Kurden in Deutschland: „Steuern“ für die PKK - Ausland - Politik - FAZ.NET

  9. #89
    Avatar von hippokrates

    Registriert seit
    30.12.2005
    Beiträge
    13.211
    Zitat Zitat von El Patrón Beitrag anzeigen
    Die Türkei ist aber sehr Interessant, jeder Mensch interessiert sich für die Türkei. Über kein Land der Welt diskutiert man soviel. Aber was ist? Uns juckts nicht.
    Die Türkei ist so interessant, so dass die Türken hordenweise ihr Heimatland verlassen wollen.



    Hippokrates

  10. #90
    Popeye
    Kurdische Schüler aus Deutschland entführt - Kanonenfutter für die PKK ?





    Die Verhaftung von Kurdenführer Öcalan und das Tauziehen um seine Auslieferung heizt die Diskussion um seine Straftaten und um die illegale kurdische PKK in Deutschland an. Neueste Erkenntnisse: Die PKK rekrutiert minderjährige kurdische Schüler aus Deutschland für den bewaffneten Kampf in der Türkei.

    In Deutschland verschwinden Kinder, scheinbar spurlos. Kommen sie nicht mehr zur Schule, und werden ihre Eltern gefragt, gibt es zur Antwort: "Wir wissen nicht, wo die Kinder sind, aber wir wissen: es geht ihnen sehr gut!" Damit gibt sich der deutsche Amtmann zufrieden, vielleicht verschickt er noch ein Bußgeld wegen Unterrichtsboykott, aber danach geht er zur Tagesordnung über.
    Bei diesen Kindern und Eltern handelt es sich um Kurden, von denen etwa 400.000 in Deutschland leben. Drangsaliert, bis hin zum Kindesraub, werden sie von der PKK, der kurdischen Arbeiterpartei mit Abdullah Öcalan an der Spitze.
    Den Kontraste-Autoren René Althammer, Anja Dehne und Florian Mees-mann ist es gelungen, nach langwierigen Recherchen Einblick in die Praktiken der PKK zu bekommen.


    Samstag nachmittag in einem Hinterhof in Berlin-Kreuzberg. Kurden feiern 20 Jahre PKK. Hier verehren alle Abdullah Öcalan, ihren Führer. An den Wänden, Fotos von Angehörigen, die im Kampf der PKK umgekommen sind. Sie werden als Märtyrer gefeiert.
    Viele hier sind erst vor kurzem aus Rom zurückgekehrt. Dort haben sie für die Freilassung Öcalans demonstriert.
    In Deutschland soll ihm auf keinen Fall der Prozeß gemacht werden.

    Kurde
    "Ob die Kurden gewalttätig würden, das glaube ich schon, denn Öcalan ist unsere Sonne und wir lassen uns unsere Sonne nicht löschen , er ist unsere einzige Chance unsere Zukunft zu gestalten."

    Eine Schweigeminute für die im Kampf der PKK Gefallenen. Dieser Kulturverein gilt als Tarnorganisation der PKK, der seit 1993 in Deutschland verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans. Straff und stalinistisch organisiert. Eine Kaderpartei mit Adullah Öcalan an der Spitze. In Deutschland soll Öcalan mehrfach die Liquidierung von Kritikern befohlen haben. Das wirft ihm die Bundesanwaltschaft in einem Haftbefehl vor.

    Einer, der es gewagt hat, in einem Buch die PKK und Öcalan zu kritisieren, muß in Deutschland im Untergrund leben: Selim Cürükkaya. Auch gegen ihn existiert ein Todesbefehl.

    Selim Cürükkaya
    "Meine Kritik richtet sich hauptsächlich dagegen, daß es absolut keine demokratischen Strukturen gibt. Es wird 100prozentig antidemokratisch verfahren. Alles hängt ausschließlich von einer einzelnen Person, von Öcallan, ab und alle anderen Mitglieder der PKK hängen wie Jünger von diesem Führer ab. Die Organisation arbeitet so hierarchisch, daß auf Fingerzeig Öcallans jede erdenkliche Art von Verbrechen begangen werden kann. Seit er Mitte der 80iger Jahre die alleinige Führung übernommen hat, ist die Organisation für mich höchstens mit einer Sekte oder auch mit einer Art Mafia zu vergleichen."

    Mit welch skrupellosen Methoden die PKK arbeitet, zeigt sich auch hier:
    Celle, 70.000 Einwohner, eine Stadt in Niedersachsen. Hier leben 2.500 Kurden. Celle gilt als Hochburg der PKK in Deutschland. Seit mehr als drei Monaten werden drei kurdische Mädchen vermißt. Zwei von ihnen an der Neustadtschule.
    Die Klasse 8a: Nach den Sommerferien kommt Gülseren - eine der beiden - nicht zur Schule, das Mädchen fehlt unentschuldigt.

    Beate Scholz, Lehrerin
    "Dann habe ich bei den Eltern angerufen und sie haben eben gesagt, daß Gülseren nicht da ist. Am nächsten Tag haben wir uns in der Schule verabredet und da hab ich dann erfahren, daß sie von zu Hause weggegangen ist."

    Für die Lehrerin unverständlich. Auch die Mitschüler können sich nicht erklären, warum ihre Klassenkameraden nicht mehr da ist.

    Mitschülerin
    "Sie hat eigentlich immer gut von ihrer Familie gesprochen und sie mochte ihre Familie sehr , hat sie mir auch erzählt und sie wollte von zu Hause eigentlich nie weg."
    Mitschülerin
    "Das hätte ich auch von ihr nie erwartet, daß sie abhaut, sie hat die Schule gemocht, glaube ich."

    Die Altstadtschule in Celle: Auch hier fehlt seit den Sommerferien ein Mädchen. Sewin Uca, 15 Jahre alt. Auch hier wissen die Lehrer nicht, warum das Mädchen fehlt. Von den kurdischen Eltern haben sie nichts erfahren.

    Norbert Wabnitz, Schuldirektor
    "Die Eltern halten sich im Allgemeinen sehr bedeckt und wollen nicht zuviel preisgeben, weil sie wohl auch den Druck der Gemeinschaft fürchten."

    Die kurdische Gemeinschaft schweigt: Nur einer von ihnen hat das Tabu gebrochen. Kontraste liegt eine schriftliche Aussage vor: Sie belegt, die Jugendlichen sind in einem Lager der PKK verschwunden.
    Zitat
    "Derjenige der die Kinder weggebracht hatte, sagte den Eltern: "Eure Kinder wollen Euch nicht mehr sehen" und "Stellt Euch nicht so an, ihr opfert doch nur ein Kind für die PKK, für ein freies Kurdistan."

    Die PKK rekrutiert Minderjährige für den Befreiungskampf. Kein Einzelfall. Das bestätigt auch der Verfassungsschutz.

    Rüdiger Hesse, Verfassungsschutz Niedersachsen
    "Die Parteiführung erteilt Vorgaben für die einzelnen Regionen, für die einzelnen Bezirke der PKK. Wir hier in Niedersachsen gehören zu der Region Nord. Die PKK - Führung hatte die Vorgabe gegeben, 100 Kinder, Jugendliche zu finden und in die Ausbildungslager zu schicken."

    Frage
    "Und diese Zahl ist erfüllt worden?"

    Antwort
    "Da haben wir keine Einzelheiten wie hoch die Erfolgsquote war, aber es ist auf jeden Fall sehr viel höher als die Zahlen, die jetzt zur Zeit öffentlich diskutiert werden."

    Bundesweit sollen es einige hundert minderjährige Jugendliche sein, die Jahr für Jahr im Ausland verschwinden.

    Für die Celler Mädchen beginnt die Reise hier am deutsch-kurdischen Freundschaftsverein. Die Fahrt geht in ein Sommerferienlager der PKK in den Niederlanden - für zwei Wochen, wie es heißt. Doch die Mädchen kehren nicht zurück. Statt dessen ein Telefonanruf bei den Eltern. Nach Hause wollen sie nicht, wo sie sind, das dürfen sie nicht sagen.

    Rüdiger Hesse, Verfassungsschutz Niedersachsen
    "In diesen Lagern die konspirativ entweder auf abgelegenen Campingplätzen oder in Kellergeschossen oder in Bauerngehöften stattfinden, werden die Jugendlichen auf den Kampf ideologisch - theoretisch vorbereitet, die tatsächliche Kampfausbildung erfolgt dann in Kurdistan."

    Mit Propagandavideos wie diesem vermittelt die PKK den Jugendlichen ein romantisches Bild von einem blutigen Krieg. Zusammengehörigkeit im Kampf um die kurdische Heimat. Propaganda, die wirkt. Eine diffuse Mischung aus ideologischer Verklärung und Unterdrückung - die Strategie der PKK, die auch bei Kurden in Deutschland ankommt.

    Gestern in Hannover: Eine inszenierte Pressekonferenz mit den Eltern der vermißten Kinder. Sie rechtfertigen öffentlich das Verschwinden Ihrer Kinder in den Lagern der PKK:

    Vater
    "Meine Tochter ist 17 Jahre alt, sie ist freiwillig gegangen. Bei uns herrscht Krieg da gibt es keine Normalität weder hier noch in Kurdistan. Es geht um unsere Freiheit, um die Freiheit des kurdischen Volkes. Unter den Bedingungen des Krieges ist es normal, daß auch unsere Kinder kämpfen müssen."

    Mehr dazu sagen möchte niemand. Die Eltern vermissen ihre Kinder. Doch keiner wagt es, seine wahren Gefühle öffentlich zu zeigen.

    Selim Cürükkaya
    "Die Kurden wissen, daß die kleinste Kritik an der Person Öcalans und seinen Strategien dazu führen kann, daß man bis zur Bewußtlosigkeit verprügelt wird oder sogar umgebracht wird, dafür gibt es genügend Zeugen aus der Vergangenheit. Deshalb ziehen es die Leute natürlich vor zu schweigen anstatt sich in Gefahr zu bringen.Niemand will das Risiko eingehen, getötet zu werden."

    So sichert Öcalan seine Macht. Er steht unangefochten an der Spitze seiner Arbeiterpartei. Was Öcalan befiehlt, das wird ausgeführt. Auch in Deutschland. Liquidierungen, Brandanschläge, Rekrutierung von Minderjährigen - die Straftaten der PKK in der Bundesrepublik.

    Vergangene Woche in Bonn:
    Bundeskanzler Schröder und sein italienischer Amtskollege D'Alema entscheiden trotz deutschen Haftbefehls: Öcalan kommt nicht in die Bundesrepublik. Jetzt soll er vor ein internationales Gericht. Ob er dort verurteilt werden kann, ist rechtlich fraglich:

    Prof. Dr. Felix Herzog, Strafrechtsexperte Humboldt-Universität zu Berlin
    "Aus rechtlicher Sicht ist die Entscheidung der Bundesregierung deswegen problematisch, weil nicht zu erkennen ist, wer dieses Tribunal errichten soll, weil nicht zu erkennen ist, nach welchem Verfahrensrecht verhandelt werden soll, weil nicht zu erkennen ist, auf Grundlage welcher Rechtsordnung die Taten von Herrn Öcalan beurteilt werden sollen und weil letztendlich auch nicht zu erkennen ist, wo eine möglicherweise auszusprechende Strafe gegen Herrn Öcalan vollzogen werden könnte oder sollte."

    Eine Strafe für Öcalan - für die PKK-Anhänger unter den Kurden in Deutschland undenkbar.
    Trotz Terror und Unterdrückung: Für sie bleibt er der große Retter des kurdischen Volkes.


    Die Bundesregierung will Öcalan den Italienern nicht abnehmen - trotz Haftbefehls der Bundesanwaltschaft. Bonn fürchtet, ein Prozeß gegen den "Führer" könnte eine Verlängerung des Schlachtfeldes zwischen Türken und Kurden in der Türkei hin nach Deutschland zur Folge haben. Ein solcher Verzicht auf Strafverfolgung ist möglich, wenn die Gefahr eines schweren Nachteils für die Bundesrepublik droht. Wiegt dieser mögliche schwere Nachteil schwerer als die Rechtsordnung?

    Sollte Öcalan weiterhin die PKK befehlen, dann werden auch weiterhin Kinder verschwinden, darunter auch Kinder, die zusammen mit ihren Eltern zwar kurdischer Abstammung, die aber deutsche Staatsbürger sind. Aus Opportunität kann auch Opportunismus werden.
    Beitrag von Rene Althammer, Anja Dehne & Florian Meesmann

Ähnliche Themen

  1. Erdogan: Öcalan wird auf Imrali sterben
    Von EnverPasha im Forum Aussenpolitik
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 11.06.2011, 22:27
  2. Erdogan: Öcalan wird auf Imrali sterben
    Von EnverPasha im Forum Politik
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 09.06.2011, 22:11
  3. 17-Jähriger aus Protest gegen Öcalan-Haft selbst angezündet
    Von TurkishRevenger im Forum Kriminalität und Militär
    Antworten: 16
    Letzter Beitrag: 17.02.2011, 19:24
  4. Mazedonien verklagt Griechenland
    Von cro_Kralj_Zvonimir im Forum Politik
    Antworten: 672
    Letzter Beitrag: 31.10.2009, 04:41