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Opferzahlen in Bosnien - Das Projekt Republika Srpska

Erstellt von Machiavelli, 11.04.2012, 11:16 Uhr · 295 Antworten · 16.051 Aufrufe

  1. #201

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    2.144
    Zitat Zitat von Ratko Beitrag anzeigen
    Gehen wir mal schrittweise vor.

    Die Badinter Kommission wer ein Organ der EU, das im Jugoslawischen Zerfallsprozess Bedingungen zur Anerkennung für die Nachfolgestaaten aufstellte.
    Diese waren nur bindend in Bezug auf die EU aber nicht rechtlich zwingend für die Völker in Jugoslawien.
    Sie ist nicht bindend. Eine Institution die einem Staat vorschreibt wann er zerfallen ist gibt es nicht. Wichtig ist aber: Die Badinter Kommission hat Feststellunge getroffen die den Realitäten entsprachen und ihre Entscheidungen sollten direkt oder indirekt das Handeln der Führer beeinflussen.

    29.11.1991: Die von der EG eingesetzte Schiedskommission hinsichtlich der Bewertung der Vorgänge in der SFRJ stellt fest, dass sich letztere im Zerfallsprozess befindet (Gutachten Nr.1). Keine Glanzleistung, denn spätestens mit am 3.10.1991 verpaßte Slobodan Milosevic Jugoslawien auch den letzten Todesstoß, in dem er faktisch die Bundeskompetenz an sich inkl. „gewisser Kompetenzen“, wozu er nicht berechtigt war. Die damalige SR Mazedonien und SR BiH protestierten dagegen und sprachen von einem verfassungswidrigen Putsch. Die Signalwirkung war hier enorm: Serbien nimmt das Ruder in die Hand, ob andere das wollen oder nicht.

    3.1.1992: Überspringen wir mal kurz Gutachten Nr. 2 und widmen uns dem Gutachten 3 der Badinter Kommission um in einer zeitlichen Abfolge zu bleiben: Diese stellt folgendes fest:

    Der Zerfalls Jugoslawiens hat mehrere unabhängige Staaten hervorgebracht. Alle Aussengrenzen sind nach dem „uti-possidetis-iuris“ Prinzip zu beachten und können nur vertraglich geändert werden.

    11.1.1992: Die Rechtmäßigkeit der Anrufung des Selbstbestimmungsrechts durch regionale (serbische) Minderheiten in den jeweiligen „Autonomen Republiken“ war in der Folge auch Gegenstand einer gutachtlichen Äußerung der vorerwähnten „Badinter-Schiedskommission“. Der Schiedskommission ging es nämlich um die Frage, ob auch der serbischen Bevölkerung in Kroatien und Bosnien-Herzegowina ein Recht auf (externe) Selbstbestimmung zustehe. Die Schiedskommission ging dabei von der Unterscheidung zwischen bloßen (ethnischen) Minderheiten und Gliedstaaten von Bundesstaaten – im Falle der SFRJ also deren (Teil-)Republiken – aus. Nur letzteren sollte das Recht der (kollektiven) Ausübung des „externen“ Selbstbestimmungsrechts zur Erlangung staatlicher Unabhängigkeit zustehen, wohingegen Minderheiten bloß ein „internes“ Selbstbestimmungsrecht im Sinne einer regionalen Autonomie zu konzedieren sei. Das „Selbstbestimmungsrecht“ der Minderheiten wurde von der Schiedskommission lediglich als Recht auf Schutz des menschenrechtlichen Standards von Volksgruppen angesehen, und zwar unter strikter Beachtung des „uti possidetis iuris“-Prinzips. Sollte der Neusouverän diesen Schutz nicht gewähren, so stünde den Mitgliedern der Minderheit lediglich das (individuelle) Recht auf Lossagung vom neuen Staatsverband – d.h. Auswanderung – nicht aber das (kollektive) Recht auf Sezession - d.h. Neustaatsgründung -. Stellen wir hier also fest: Den Begriff „konstitutives“ Volk wurde nicht jene Bedeutung beigemessen, wie sie von den Serben vergewichtet wurde. Vlt. wäre mal eine andere Diskussion angebracht die sich damit befaßt, welche Bedeutung dieses jugoslawische Modell des „konstitutiven Status“ im Völkerrecht und hinsichtlich der Selbstbestimmung einnimmt.

    Diese Betrachtung der Zerfallsprozesses ist enorm wichtig, da gerne der Eindruck vermittelt wird, das Bosnien Hercegovina im Rahmen einer illegalen Sezession einen funktionierenden Staatenverband verlassen hat. Dies ist mitnichten der Fall.

    Fassen wir den Standpunkt der EU wie folgt zusammen:


    • Jugoslawien befand sich im Zerfallsprozess
    • Die AVNOJ-Republiken wurden als Nachfolgestaaten betrachtet und sollten ihr Verhältnis untereinander regeln.
    • Die Aussengrenzen der AVNOJ-Republiken sind unverletzlich


    Zitat Zitat von Ratko Beitrag anzeigen
    Es fehlte noch das Referendum und die Einigung der 3 konstitutiven Völker über die Zukunft BiHs. Das Referendum wurde durchgeführt und die Einigung sollte über die Lissabonner Verträge, den Cutileiro Plan herbeigeführt werden.
    Halten wir Badinter und Lissabon mal schön auseinander:

    Das Gutachten fordert keine Einigung der 3 Völker im Hinblick auf die innere Verfassung ein, sondern lediglich ein Referendum um den Unabhängigkeitswusch demokratisch zu legitimieren. Das war die einzige Bedingung der Badinter Kommission, wie der portugiesische Außenminister Deus Pinheiro um den 23.1.1991 erklärte.

    Der Lissabon / Cutileiro Plan wird nicht einmal erwähnt, was schlicht daran liegt das diese Gespräche erst am 14.2.1992 begonnen haben und am 23.2 zu einer ersten Prinzipienerklärung führten. Ganz speziell für die Freunde von „Fertiger Friedensplan“: Prinzipienerklärung ist nicht = Friedensplan. Es ist ein Meilenstein hin zu einer finalen Lösung.

    Izetbegovics Distanzierung wenige Tage später bedeutete nicht die totale Aufkündigung. Sie beruhte hauptsächlich als Reaktion auf die anstehende Proklamation einer RS-Verfassung. Am 24.2, also einen Tag bevor er sich mit Zimmernamm treffen sollte, drohte Izetbegovic mit einer Rücknahme seiner Unterstützung für die Prinzipienerklärung, sollte Karadzic die Proklamation einer RS-Verfassung nicht stoppen, die eindeutig gegen die Prinzipienerklärung verstieß. Stimmen auch aus Zagreb: Tudjman forderte dass es hier nicht um Kantonisierung, sondern um Bildung von Staaten in einem Staatenbund gehen sollte. In diesem Zeitabschnitt waren die Serben und Kroaten nämlich mächtig auf Kuschelkurs, weil mit Boban ein Mann bei der HDZ an die Macht kam, der nicht nur Tudjman, sondern auch Karadzic gefiel. Von soviel Freude beseelt, rief Karadzic, entgegen der Vereinbarung, weitere unilaterale Schritte zu unterlassen, gleich mal 2 neue SAO´s (Banja Luka und Romanija) aus. Karadzic schaffte also Tatsachen und suchte mit solchen Schritten seine Verhandlungsposition zu stärken. Dazu Izetbegovic in Richtung Cutileiro / Zimmermann:

    He(Karadzic) claims territories where Serbs are the majority, or where there are some Serbs, or where Serbs used to live, or where they need land to fill out their territories. He’s continuing to flout Bosnia’s laws ad to pursue his goals through intimidation. He promised to suspend the creation of new Serbian autonomous units during the negotiations with the European Community, but he’s just created two more in Sarajevo and Banja Luka

    Es war also weniger der warme Händedruck Zimmermanns der Izetbegovic zur Distanzierung (Nicht Aufgabe) der Prinzipienerklärung trieb, sondern vielmehr war es Karadzic der vor allen Dingen eines brauchte: Zeit. Zeit, um auf dem Terrain Tatsachen zu schaffen um seine Verhandlungsposition so weit zu verbessern, dass eine Anerkennung Bosniens überhaupt nicht mehr zur Disposition stand, oder aber der Westen eine Teilung hinnimmt.



    Stellen wir fest: Lissabon war damit nicht gescheitert, die Gespräche gingen ja weiter. Am 8.3. und 9.3.1992 fanden Gespräche in Brüssel statt, wo Karadzic eine Karte präsentierte die von den Bosniaken abgelehnt wurde, weil sie Gebietsforderungen jenseits von Gut & Böse enthielt.

    In den Tagen nach dem Treffen in Brüssel (Also ab dem 9.3.1992) wurde immer deutlicher, dass das serbische Lager seine Maximalposition mit Blick auf die Zuordnung der Gemeinden am Verhandlungstisch als einzige Alternative zum Krieg erzwingen wollte. Karadzic war also Herr über Leben und Tod, Krieg oder Frieden und wer nicht auf seine Bedingungen eingeht ist selber Schuld – So die „Logik“. Das Karadzic nicht unbedingt erfolgsorientiert in die Verhandlungen ging, läßt sich schnell erkennen:

    Bosnia as an entity no longer exists. Trying to keep it together means war“.

    Heisst also: Bosnien existierte in seinen Augen gar nicht mehr, jetzt war nicht nur die Unabhängigkeit ein Grund für Krieg, sondern auch jeder Versuch Bosnien zusammenhalten.

    Frau Plavsic äußerte sich da nicht weniger konkret:

    Die SDS BH wird sich erst im Falle des Scheiterns der Verfassungsverhandlungen für eine wirkliche Teilung Bosnien einsetzen. In diesem Fall würden Teile Bosniens an Serbien und Kroatien angegliedert und ein kleiner muslimischer Pufferstaat zurückgelassen.

    Tja. Wer also „erfolgreich“ verhandeln will, legt die Forderungen so weit nach oben, dass man von deren Ablehnung ausgehen kann. Tritt dieser Fall ein, hat man das passende Szenarion gleich bei der Hand, obwohl man ja unbedingt eine friedliche Lösung mit einem gemeinsamen Staat BiH haben wollte. Die Scheisse glaubt doch niemand wirklich, oder ?

    Tja, und wenn der auf serbischer Seite ja so unerhoffte Fall eines Scheiterns eintreten sollte, dann wird ja alles nicht soooo schlimm, wie wir vom damaligen serbischen Informationsminister erfahren können:

    It was an absolute lie to suggest that it would be difficult to carve up Bosnia’s ethnic patchwork along national lines

    Klar. Bosnien ist ganz einfach zu teilen. Wer die Waffen hat, sich darauf aktiv vorbereitet, für den ist das kein Problem.

    Wie man diese Verhandlungen „erfolgreich gestaltet“, wußte die serbische Seite zu gut:

    Die SDS BH forcierte die Klärung der Gebietsaufteilung schließlich damit, dass sie ihre „Karte“ Journalisten überreichte. Am 14. März 1992 veröffentlichte die unabhängige bosnische Zeitung Oslobodjenje die Karte der SDS BH. Die Karte zeigte, dass die SDS BH eine ganze Reihe großer mehrheitlich muslimisch besiedelter Städte und Gebiete als „Korridore“ beanspruchte, die sich zusammen genommen auf nicht weniger als zwanzig Opstinas (Gemeinden), in denen es keine serbische Mehrheit gab und 60-70 des Gesamtterritoriums belief. Diese Forderung war identisch mit derjenigen, die sie Ende Dezember 1991 bei den Dreiparteiengesprächen präsentiert hatte.

    Serbische „Kompromißbereitschaft“….ne ? Wird das auch in der BN Doku erwähnt, oder hat diese schmierige Propagandastation aus Bijeljina da zufällig was übersehen ?

    Zitat Zitat von Ratko Beitrag anzeigen
    Da sich die Mehrheit der Bevölkerung im Referendum für eine Unabhängigkeit ausgesprochen hatte, gaben die EU Beauftragten den bosnischen Serben ein klares Zeichen, das sie von den maximal Forderungen, dem Verbleib im jugoslawischen Staatenbund, für den Frieden in BiH abrücken mussten. Izetbegovic machten sie deutlich das es ohne eine Einigung keine Anerkennung seitens der EU geben würde. Izetbegovic machten sie deutlich das es ohne eine Einigung keine Anerkennung seitens der EU geben würde
    Izetbegovic hatte nicht einmal die Zusicherung, das mit einem erfolgreichem Referendum die Unabhängigkeit automatisch folgt. Nur zur Erinnerung: Das Referendum war am 1.3, womit alle Bedingungen für die Anerkennung der Unabhängigkeit -vorgegeben durch die EG- erfüllt waren.

    Die Serben pokerten mit der JNA im Rücken und fuhren eine 2-gleisige Strategie: Vornehmlich Anerkennung der Prinzipien, während man parallel dazu versucht militärische Fakten zu schaffen. Das ist der Zeitgewinn von dem Aleksa Buha („Außenminister“ der RS) später zu erzählen wußte und auch hat es Dir unser gemeinsamer Freund „The Fly“ vor Jahren schon einmal erklärt, ohne das Du es bis heute verstanden hättest.

    Bedingung war hier nur das Referendum, nicht die Einigung über die innere Verfassung. Diese Bedingung war am 1.3 praktisch erfüllt und der Westen hoffte das sich die Kriegsparteien einigen. Aufgrund der serbischen Forderungen ist dies aber nicht gelungen und es wurde immer offensichtlicher das die serbische Seite hier mit militärischen Mitteln eine Teilung und später Überführung nach Serbien anstrebte. Das war der Grund warum man BiH anerkannte, in der Hoffnung das auf dieser Grundlage, durch kaum revidierbare Tatsachen, die Serben zu realen Verhandlungen gezwungen werden, in dem man Träume von Velika Srbija beerdigt.

    Zitat Zitat von Ratko Beitrag anzeigen
    Carrington und Cutileiro, die EU Beauftragen,
    George Kenny, ranghoher Mitarbeiter des State Departments und Leiter des "Yugoslav Desk", der am 25. August 1992 aus Protest sein Amt niederlegte,
    und James Bisset, der kanadische Konsul in Jugoslawien, äußern sich über das scheitern der Lissabonner Verträge eindeutig.

    Alija Izetbegovic wendete sich von den Lissabonner Verträge ab, weil die US Diplomaten, die Anerkennung BiHs auch ohne Unterzeichnung der Verträge versprachen.

    Das sind 3 Parteien die das Selbe aussagen. Einmal die EU Beauftragten, ein westlicher Diplomat nicht aus der EU und ein Leitender Mitarbeiter des State Departments.
    Und zwei davon waren direkt involviert.
    Oho ? Lautete es bei Dir nicht mal ganz anders ? Nämlich das Zimmermann Izetbegovic gleich eine Intervention versprach, aus der letztlich nicht mehr geworden ist als ein lauer Händedruck ? Jetzt „nur“ noch die Anerkennung ? Und was sagen die 3 dazu, dass es nach dem ominösen Gespräch noch locker mehr als 1 Monat dauern sollte bis die USA und die EG Bosnien anerkennen sollten ?



    Egal….

    Könntest Du mir bitte eine Quelle liefern aus der klar hervorgeht, dass die Aussage:“ Alija Izetbegovic wendete sich von den Lissabonner Verträge ab, weil die US Diplomaten, die Anerkennung BiHs auch ohne Unterzeichnung der Verträge versprachen.“ Auch exakt von allen dreien unabhängig voneinander so getätigt wurde und auf wen sie sich berufen? Die Mehrheit der Autoren, die in ihren Publikationen den Ausbruch des Bosnienkrieges erwähnen, nutzen einzig David Binders New York Times Artikel von 29.8.1993 als Beleg für diese Behauptung. Bei genauen Nachforschungen stellt sich aber heraus, dass es nicht eine einzige nachprüfbare Quelle gibt, die den Verdacht Binders bestätigt. Nun erwähnst Du gleich drei hochkarätige Personen die genau das bestätigen, was niemandem vorher gelungen ist.

    Nebenbei: Der Chef des State Departments läßt in der NYT eine Gegendarstellung drucken (1 Monat später) und widerspricht David Binders „Geheimquelle“ auf dem State Department. Zimmermann betont ausdrücklich, dass er Izetbegovic *nicht* zur Rücknahme der Unterschrift gedrängt hat, sondern das Gegenteil der Fall war. Fragen wir uns mal folgendes: Woher weiß Cutileiro, welche Zusagen Zimmermann gegenüber Izetbegovic gemacht hat? Gleiches gilt für Carrington oder Kenny. Genau aus diesen Gründe möchte ich mir deren Aussagen zu diesem Vorgang genauer ansehen und wissen, wie sie ihre Aussagen begründen.

    Da hier Wort gegen Wort steht ist es wichtig die Vorgänge von damals zu betrachten um nachzuprüfen, welche der Aussagen am plausibelsten erscheint. Dazu muss man die amerikanische Außenpolitik in diesem Zeitabschnitt bis zum 1.3.1992 betrachten:

    Und da spricht eine Menge gegen die Aussage: „Alija zog seine Unterschrift zurück weil Zimmermann….“

    5. Februar 1992: James Baker
    But let me say that our objective in Yugoslavia (…) is basically the same as that of the EC. That is to see
    the fighting end and to bring about a peaceful settlement that’s based on the principles – on Helsinki
    principles. We’ve made it very clear from the very outset that we will accept any outcome which is arrived
    at peacefully, democratically and through negotiations” (Federal News Service 5.2.1992).

    19.Februar 1991:„Eagleburger had told him that the US would back a negotiated outcome under EC auspices” (Zimmermann 1999:188-9). Izetbegovic erhielt keine Garantie dafür, dass er die Unabhängigkeit auch bekommt, selbst wenn das Referendum positiv ausgeht. Lustigerweise war es genau jener Cutileiro der Izetbegovic ermunterte (22.2.1992) mit der Aussage, das aus seiner Sicht ein Quorum von 50% schon ausreichend für die Anerkennung des Referendums wären. Also wer gab hier nun wem Aufwind ?

    Aber weiter geht’s:

    25.Februar: Das Treffen Izetbegovic / Zimmermann:Drawing on my instructions to support whatever could be worked out between the European Community and the three Bosnian parties, I encouraged Izetbegovic to stick by what he’d agreed to. It wasn’t a final agreement, I said, and there would be future opportunities for him to argue his views” (Zimmermann 1999: 190).

    Alles in allem: Die bis dato einzige systematische Studie zum Bosnienkonflikt, die auch die Verfassungsverhandlungen analysiert, unterstützt Zimmermanns Position: „Although the ambassador’s explanation hardly sounded like a ringing endorsement for the Cutileiro plan, the United States was officially supportive of the EC efforts to find a constitutional solution to the Bosnian crisis” (Burg/Shoup 1999: 116).

    Die Position der USA ist -bis dahin- da eindeutig und sogar eher im Sinne der Serben. Denn auch für den Fall eines erfolgreichen Referendums konnte Izetbegovic nicht damit rechnen, das BiH am 1.3.1992 auch automatisch anerkannt wird. Das hat er so am 19.2.1991 mit auf den Weg bekommen. Warum also nicht die Proklamation der Unabhängigkeit schon ab dem dem 1.3 ? Wo lag das Problem, wenn er doch am 25.2 seine Unterschrift zurückzog, weil er wußte das nicht einmal 1 Woche später die Unabhängigkeit winkte ?







    Zitat Zitat von Ratko Beitrag anzeigen
    Genscher bestätigt im folgenden Video auch das die US Amerikaner auf eine Anerkennung drängten.
    Gemscher spricht von „Anfang 1992“ und zudem scheint da nicht die volle Aussage wiedergegeben worden zu sein. Ich sage dazu nur: RTVBN….. und bediente mich keiner solcher Quellen.

    Das die Amerikaner Anfang März die Initiative ergriffen und ihre Position änderten ist richtig. Dies ist zum einen darauf zurückzuführen, dass die amerikanische Regierung sich entschlossen hatte, alle vier nach Anerkennung strebenden Republiken in einem Zug anzuerkennen. Zum anderen sollte mit Blick auf Bosnien die Anerkennung des Landes als präventive und abschreckende Maßnahme gegen die territorialen Ambitionen des serbischen und kroatischen Lagers eingesetzt werden. Da die Serben immer stärker mit den Säbeln rasselten (Gerade während des Referendums, Angriffe auf das Regierungsviertel), erhoffte man sich dadurch einen Schlußpunkt. Das ist gar nicht so abwegig. Die Serben sprachen ja bereits bei den Brüssel Gesprächen offen von einer Teilung und der Schaffung ethnischer Grenzen. Die Amerikaner nahmen an, dass sich dies konfliktentspannend auswirken wird, zudem gab es ein demokratisch legitimiertes Ergebnis des Referendums.

    Nur: Außer einer mit der EPZ koordinierten Anerkennungspolitik wurde jedoch de facto kein weiteres diplomatisches Instrument eingesetzt um diese Politik zu bekräftigen. Es fand also keine Annerkennungsoffensive der USA statt, was sich auch unschwer erkennen läßt. Der Schwenk der US-Politik hin zur Initiative und zur Anerkennung erfolgte Anfang März, die echte Anerkennung verschoben sie jedoch in Abstimmung mit den Europäern auf Anfang April, dort im Rahmen einer gemeinsamen Entscheidung mit der EU. Tja…wie konnte das unserem investigativen World-News-Sender BNTV entgehen….

    Im Rahmen der Verhandlungen war die Drohung Anerkennung somit das einzige Mittel um die Serben an den Tisch zu bekommen bzw. das einzige Druckmittel überhaupt. Und das die (zumindest politischen) Serben immer wieder Druck brauchten um sich ernsthaften Verhandlungen hinzugeben, sollten sie ja im weiteren Verlauf mehrfach unter Beweis stellen. Die Amerikaner änderten zwar Anfang März ihre Richtung, jedoch war dies keine Offensive. Nach wie vor lehnten sie sich eher an die EG an, wie folgender Vorgang beweist: Die Amerikaner schlugen eine Anerkennung in der 2. März Woche an, die EG widersprach und die Amerikaner fügten sind. Carrington schlug Baker einen gemeinsamen Anerkennungstermin Anfang April 1992 vor, den Baker akzeptierte. Laut Bakers Memoiren hatte Lord Carrington bereits eindeutige Informationen darüber, dass die Außenminister der EPZ bereit waren, Bosnien am 6. April 1992 während ihres regulären Treffens anzuerkennen. Die Amerikaner gingen darauf ein. Somit bleibt von der Theorie der amerikanischen Anerkennungsoffensive nicht mehr viel übrig.

    Zitat Zitat von Ratko Beitrag anzeigen
    Du brauchst demnach überhaupt nicht mit der Badinter Komission argumentieren. Die hat weder entscheiden können ob für die Serben Jugoslawien Zerfallen war, noch hat sich Izetbegovic an den Organen der EU orientiert, denn dann hätte er den Weg der Lissabonner Verträge gehen müssen. Izetbegovics Entscheidung dagegen ist das eine, aber sein plötzliche Kurswechsel in dieser angespannten Situation, mit Ausrufung der Unabhängigkeit, hat das letzte politische Vertrauen zunichte gemacht und den Krieg in BiH herbeigeführt. Izetbegovic hat sich mit diesem Handeln ganz klar für den Krieg entschieden.
    Klar. Die dummen Verfassungsrichter hätten besser die Tatsache ignoriert, dass 2 Staaten Jugoslawien praktisch verlassen haben und zwei weitere in den Startlöchern standen, nur um den serbischen Realitäten Rechnung zu tragen. Kurzum: Serbien war mit der letzten Verfassungseskapade von Milosevic endgültig tot, die Bundesorgane funktionierten ohnehin schon nicht mehr. Das was Milosevic 1987 begonnen hat, vollendete sich im Zerfall Jugoslawiens. All das erfolgte vor der Unabhängigkeit BiH´s und der Anerkennung von 4 Staaten die aus diesem Staatenbund weg wollten.

    Aber welche Bedeutung hatte Badinter nun wirklich ? Die EU und die USA, so ist sicher, stimmten ihre Anerkennungspolitik eben auf dieser Grundlage ab. Dies bedeutete für Serbien, das westlich der Drina nichts mehr ging und stellte für Milosevic eine unannehmbare Tatsache dar. Die Regulierung des Verhältnisses untereinander bedeutete demnach auch, dass es eine demokratische Legitimierung auch für einen neuen Staatenbund hätte geben müssen. Wie aber hätte man 66% der Einwohner Bosniens und mehr als 80% der Einwohner Kroatiens übergehen können, die in diesem Fall im demokratischsten aller Prozesse ihre Zustimmung für ein de fakto Groß Serbien verweigern ?

    Die Amerikaner signalisierten keine territorialen Eroberungen akzeptieren zu wollen, machten aber keine Anstalten dies mit ernsthaften militärischen Drohgebärden auch untermauern. Dennoch stand in jener Zeit ein mögliches Eingreifen zur Disposition. Die Europäer waren völlig uneins und widersprachen sich teilweise, was die Krise nur noch verschärfen sollte. Milosevic erkannte das uns setzte auf eine durchaus gute Taktik. Er wußte, dass die Europäer -speziell England- immer auf die Stärksten in der Region setzen würden, das liegt denen im Blut. Jene also, die sich die beste Verhandlungsposition verschafften, konnten sich also das beste Stück vom Kuchen sichern. Eine all zu offene Intervention hätte aber schnell zu einer einheitlichen Position der westl- Länder gegen Serbien geführt. Gewaltsame Gebietsgewinne würden nicht anerkannt (siehe Badinter), eine jahrelange Lähmung wäre da womöglich der Fall gewesen und in Kroatien waren die Serben ja schon die Buhmänner mit dem Beschuß von Vukovar oder kroatischen Ferienstränden.

    Somit vermieden die Serben die schnelle und offene Intervention in den beanspruchten Gebieten. Auch wenn man Badinter ablehnte, war man sich auf serbischer Seite durchaus bewußt wie Anerkennungsprozesse verlaufen werden. Die Gutachten waren überhaupt nicht im Sinne der Serben und das war der Grund für den Krieg. Hier kommen wir nun wieder auf das Milosevic-Zitat mit Izetbegovic zurück: „Soll er seinen Staat bekommen, er wird nur so viel von ihm haben wie er von dem Predsjednistvo-Keller überblicken kann (In etwa das Zitat)“. Im übertragenen Sinne: Milosevic läßt die bosnischen Serben aufrüsten und punktuell auf jene Städte los, die von ihnen territorial beansprucht werden (vgl. Brüssel-Verhandlungen). Parallel dazu verhandelt Karadzic im Rahmen des Lissabon-Plans mit Extremforderungen, die von der anderen Seite nur abgelehnt werden können. Das klare Konzept hier ist das Scheitern der Gespräche um dann sein eigenes Handeln begründen zu können. Karadzic hatte dazu die Waffen, knapp 50% befanden sich unter serbischer Kontrolle und nun ging es im Grunde genommen nur noch darum Bedingungen zu schaffen, die kein Staat existieren lassen können.

    Hier wären wir wieder bei der Knarre am Kopf: Karadzic hielt Izetbegovic die Waffe nach dem Prinzip „Friss oder Stirb“ an den Kopf. Die Tatsache das Izetbegovic sich nicht erpressen ließ legt die serbische Kriegspropaganda seit je her als die in Kaufnahme von Kriegsopfern aus, ganz so als ob die Ermordung und Vertreibung von Nichtserben die unweigerliche Konsequenz ist. Heute wird dies perverserweise noch dadurch ergänzt, als das man eine unterstellte Inkaufnahme von Kriegsopfern als Teil einer islamistischen Ritualschlachtung darstellen möchte. Das ist einfach nur furchtbar krank.

    Kurzum: Izetbegovic hat eine Entscheidung getroffen die keinen einzigen Serben physisch bedroht hat: Nämlich die sich nicht erpressen zu lassen. Krieg, Massenmord und ethnische Vertreibung sind die Entscheidung von Karadzic gewesen, um serbische Ziele in Bosnien zu erreichen. Dafür kann er Izetbegovic nicht verantwortlich machen, nur sich selbst.

    Oder mal anders gefragt: Wenn euer Nachbar mal zu Laut Musik macht und ihr ihm mit Erschießung droht. Ist letztere automatisch dadurch legitimiert das er am Folgetag übertrieben hat ? Wohl kaum. Aber genau das ist die Kriegslogik der RTS, von der sich die meisten Serben verabschiedet haben. Ausgenommen Ratko, der sich mit großen Schritten da hin bewegt. Bemerkenswert….

    Es ist ansonsten schon erstaunlich: Die Kroaten wollten Krieg, hatten sich dazu extra nur mäßig ausgerüstet. Die Bosniaken wollten -klar doch- auch Krieg und gingen einen Schritt weiter und rüsteten sich überhaupt nicht auf. Die Serben, denen der Krieg natürlich aufgezwungen wurde und sie ihn ja nie nie niemals wollten, waren militärisch am besten ausgerüstet und gingen so völlig unvorbereitet in den Krieg in dem sie bedroht wurden. Diese Bedrohung läßt sich anhand der zivilen Opfer schnell erkennen. Denn dort stellen die Serben ca. 11% aller zivilen Opfer, während es bei den Bosniaken gerade mal etwas über 80% sind.



  2. #202

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    Also deine ganzen Rückschlüsse untermauerst du mit keiner einzigen Quelle. Von mir möchtest du aber welche sehen. In der Dokumentation, die von BN TV ausgestrahlt und dessen Mittschnitt auf Youtube hochgeladen wurde, sagt Carrington ganz deutlich, das die Lissabonner Verträge an den US Amerikanern gescheitert sind, weil sie diese als unannehmbar bezeichneten.
    Nur kurz zur Erinnerung: deine selektive Quellenauswertung haben wir ja bereits beim "Filipovic Fiasko" kennenlernen dürfen, die du zusätzlich noch mit einer bunt zusammengewürfelten Chronologie der Ereignisse garniert hattest. Also das was du schreibst ist für mich immer mit Vorsicht zu geniessen da ist BNTV deutlich seriöser.

  3. #203
    Avatar von Vjecna Vatra

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    Zitat Zitat von Bambi Beitrag anzeigen
    Wenn ich hier so die letzten Seiten lese, sehe ich wieder einige gutgemeinte Vorschläge in Richtung Zentralstaat. Gut gemeint ist aber das Gegenteil von gut. Ich fände selbst nen Zentralstaat bzw ne Kantonisierung, zb nach Schweizer Modell, ne super Sache, aber das ist reinster Idealismus, der mit der gegenwärtigen Lage nix zu tun hat. Wieso wollen hier einige nich verstehen, dass die Leute unten einfach Angst haben vor Entmündigung, dass sie instrumentalisiert werden, dass es aus Sicht eines RS-Serben nahezu selbstverständlich ist, an der RS festzuhalten, um noch irgendwie gehört zu werden? Dass Leute aus der FBiH gegen die RS und für nen Zentralstaat sind sind, ist nun wirklich keine Kunst bzw Leistung.
    Ich kenne nicht eine Person aus der FBiH, und ich kenne auch einige konservative Menschen und Familien, die einen Zentralstaat will.
    Nichtmal die SDA oder die SBIH, als die wohl stärksten konservativ-bosniakischen Kräfte setzen sich für einen Zentralstaat ein, sondern für eine dezentrales BiH, mit Bundesländern oder Kantonen.

    Ich kann dieses nachlabern der serbischen Propagandamaschine nicht hören, welche bosniakische politische Partei oder Persönlichkeit setzt sich denn für einen Zentralstaat ein?!

    Von denen die sich als Bosnier und Hercegoviner deklarieren, denen ich angehöre, ganz zu schweigen.

    Es ist ein Unterschied von einer Übetragung von Rechten auf Staatsebene zu sprechen als von einem Zentralstaat

    Klar wollen die Serben ihre RS und solange sie die wollen wird sie auch bestehen, aber man muss schon die richtigen Begriffe verwenden, zu mindest bei diesen wichtigen Diskussionen.

  4. #204
    Avatar von Vjecna Vatra

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    @LordVader:
    Erstmal respekt dass du dir soviel Zeit für das Schreiben hier nimmst..

    aber, was Izetbegovic angeht, du stellst ihn viel zu gut dar: Er hat verdammt viele Fehler gemacht und war naiv bis zum geht nicht mehr, er hat einen großen Anteil an den großen Verlusten auf der eigenen Seite und an der Radikalisierung eines Teils der Muslime. Besonders eine Aussage von dir hat mich gestört, und zwar dass es gut von ihm war sich trotz des grausamen Kriegs in Kroatien nicht zu rüsten für einen Krieg in BiH.
    Dass die großserbischen Gelüste nicht nur in Kroatien gewaltig waren, war schon lange vor Kriegsbeginn klar. Mit seinem naiv-lächerlichen "nece biti rata" während sich ein paar 100 km weiter brutal die Menschen in HR abschlachteten, hat er am meisten der pro-Bosnien Seite geschadet. Hätte er rechtzeitig seine Kontakte geknüpft zum Westen, wie Tudjman es tat, hätten vor allem die ersten Kriegsjahre (monate) nicht so verlustreich werden müssen - gleichzeitig hätten wir uns die Gottesfanatiker gespart, die einen Großteil der grausamsten Verbrechen der ArBiH verübten und kaum militärisch weiterhalfen, und die einige der heimischen Muslime radikalisierten und die zu einem Teil leider bis heute noch in BiH leben - mit unserer Staatsbürgerschaft, und ihren Hass weiter schüren, sowohl auf politischer als auch auf religiöser Ebene.

    Sicher war Alija kein Monster wie Karadzic oder Slobo, aber sicher war er zu schwach um ein Land erfolgreich durch den Krieg zu führen, oder gar um den Krieg herum, und war politisch zu blöd sich Kontakte zu knüpfen, was wir heute auf vielerleiweise schmerzhaft spüren müssen.

  5. #205

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    Zitat Zitat von Vjecna Vatra Beitrag anzeigen
    @LordVader:
    Erstmal respekt dass du dir soviel Zeit für das Schreiben hier nimmst..

    aber, was Izetbegovic angeht, du stellst ihn viel zu gut dar: Er hat verdammt viele Fehler gemacht und war naiv bis zum geht nicht mehr, er hat einen großen Anteil an den großen Verlusten auf der eigenen Seite und an der Radikalisierung eines Teils der Muslime. Besonders eine Aussage von dir hat mich gestört, und zwar dass es gut von ihm war sich trotz des grausamen Kriegs in Kroatien nicht zu rüsten für einen Krieg in BiH.
    Dass die großserbischen Gelüste nicht nur in Kroatien gewaltig waren, war schon lange vor Kriegsbeginn klar. Mit seinem naiv-lächerlichen "nece biti rata" während sich ein paar 100 km weiter brutal die Menschen in HR abschlachteten, hat er am meisten der pro-Bosnien Seite geschadet. Hätte er rechtzeitig seine Kontakte geknüpft zum Westen, wie Tudjman es tat, hätten vor allem die ersten Kriegsjahre (monate) nicht so verlustreich werden müssen - gleichzeitig hätten wir uns die Gottesfanatiker gespart, die einen Großteil der grausamsten Verbrechen der ArBiH verübten und kaum militärisch weiterhalfen, und die einige der heimischen Muslime radikalisierten und die zu einem Teil leider bis heute noch in BiH leben - mit unserer Staatsbürgerschaft, und ihren Hass weiter schüren, sowohl auf politischer als auch auf religiöser Ebene.

    Sicher war Alija kein Monster wie Karadzic oder Slobo, aber sicher war er zu schwach um ein Land erfolgreich durch den Krieg zu führen, oder gar um den Krieg herum, und war politisch zu blöd sich Kontakte zu knüpfen, was wir heute auf vielerleiweise schmerzhaft spüren müssen.
    Ich denke das izetbegovic in dem Zeitraum kaum eine alternative hatte anders zu reagieren,meiner meinung setzte er alles auf die anerkennung und die Westliche Welt,deren Politik in BIH ein Fiasko erlitt,erinnert man sich an den owen-stoltenberg plan der nichts anderes war als eine anstachlung zum Gebietsgewinn und zur verschärfung des Krieges.
    zum anderen wie sollte er die Bevölkerung bewaffnen ohne konflikt mit der SDS?

  6. #206
    Avatar von Vjecna Vatra

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    Zitat Zitat von mosnik Beitrag anzeigen
    Ich denke das izetbegovic in dem Zeitraum kaum eine alternative hatte anders zu reagieren,meiner meinung setzte er alles auf die anerkennung und die Westliche Welt,deren Politik in BIH ein Fiasko erlitt,erinnert man sich an den owen-stoltenberg plan der nichts anderes war als eine anstachlung zum Gebietsgewinn und zur verschärfung des Krieges.
    zum anderen wie sollte er die Bevölkerung bewaffnen ohne konflikt mit der SDS?
    Nein er hat eben nicht alles gesetzt auf die Anerkennung der westlichen Welt, er ist viel zu lange inaktiv geblieben. Natürlich war die Internationale Gemeinschaft zu passiv und natürlich hat sie auch eine gewisse Schuld zu tragen, aber man kann nicht immer sagen dass die anderen Schuld sind, typisch balkanisch ist das. Izetbegovic hätte locker sich ähnlich bewaffnen können wie Tudjman wäre er politisch genauso klug vorgegangen, der Konflikt mit der SDS war doch schon längst im Gange.

  7. #207

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    Zitat Zitat von Vjecna Vatra Beitrag anzeigen
    Nein er hat eben nicht alles gesetzt auf die Anerkennung der westlichen Welt, er ist viel zu lange inaktiv geblieben. Natürlich war die Internationale Gemeinschaft zu passiv und natürlich hat sie auch eine gewisse Schuld zu tragen, aber man kann nicht immer sagen dass die anderen Schuld sind, typisch balkanisch ist das. Izetbegovic hätte locker sich ähnlich bewaffnen können wie Tudjman wäre er politisch genauso klug vorgegangen, der Konflikt mit der SDS war doch schon längst im Gange.
    BIH war zu der zeit ein Pulverfass,jede aufrüstung wäre für die SDS ein gefundenes fressen gewessen,und ganz ehrlich vereinzelt gab es ja auch initiative von bestimmten gruppen aber die mehrheit der bosniaken dachte kod nas rat ma nikad,es fehlte die grundbasis,egal wie man es wendet alija hatte die Arschkarteie westlichen staaten hatten mit der SDS die hauptschuld für das inferno,keine klare linie,man gab für das referendum grünes licht,erkannte BIH an und dann ????waffenembargo mit der begründung das die situation nicht eskaliert(das die eine seite bis auf die zähne bewaffnet waren zählte nicht).Oder der Vance-Stoltenberg der nichts anderes war als the winner take it all,auf vollendete tatsachen basierend.

  8. #208
    Avatar von Vjecna Vatra

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    Zitat Zitat von mosnik Beitrag anzeigen
    BIH war zu der zeit ein Pulverfass,jede aufrüstung wäre für die SDS ein gefundenes fressen gewessen,und ganz ehrlich vereinzelt gab es ja auch initiative von bestimmten gruppen aber die mehrheit der bosniaken dachte kod nas rat ma nikad,es fehlte die grundbasis,egal wie man es wendet alija hatte die Arschkarteie westlichen staaten hatten mit der SDS die hauptschuld für das inferno,keine klare linie,man gab für das referendum grünes licht,erkannte BIH an und dann ????waffenembargo mit der begründung das die situation nicht eskaliert(das die eine seite bis auf die zähne bewaffnet waren zählte nicht).Oder der Vance-Stoltenberg der nichts anderes war als the winner take it all,auf vollendete tatsachen basierend.
    Ja BiH war ein Pulverfass, und dann nicht aufrüsten? Total unlogisch und wie gesagt, am meisten haben die pro-Bosnier dafür bezahlt. So ist es ganz einfach, hätte Alija früh genug aufgerüstet hätte es niemals diese hohen Opferzahlen zu beklagen gegeben.

  9. #209

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    Wie? Hätte er so aufgerüstet wär der krieg früher ausgebrochen mit dem gleichen ergebnis,und die Pro-Bosnische seite wäre auch als kriegshetzer angesehen,siehe kroatien die vielmehr möglichkeiten hatten sich waffen zu besorgen und trotzdem 1/3 an die SRAO verlor,wie manns wendet alija und die Pro-Bosnische seite wurde im stich gelassen,vom Westen.

  10. #210

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    Zu der Scheiße namens B I H wage ich nichts mehr zu sagen.

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