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Organisierte Serbien die Gewalt?

Erstellt von skenderbegi, 17.03.2008, 22:00 Uhr · 36 Antworten · 1.931 Aufrufe

  1. #21

    Registriert seit
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    Eine kalkulierte Strategie

    Von Norbert Mappes-Niediek | © ZEIT online 18.3.2008 - 14:31 Uhr

    Die Unruhen im serbischen Teil des Kosovos kann Serbiens Premier Kostunica für den Wahlkampf gut ausnutzen - bis zu einem gewissen Punkt
    Demo in Belgrad für die Serben im Kosovo, 17. März 2008
    © ANDREJ ISAKOVIC, getty images



    Was nach der Unabhängigkeit des Kosovos geschehen würde, war den zuständigen Stäben der europäischen Außenministerien klar. Ein paar Scheiben in Botschaften würden zu Bruch gehen, wilde Veteranen mit Bärten, Ikonen und der Sajkaca auf dem Kopf, der altserbischen Kriegerkappe, würden an den Grenzübergängen aufmarschieren. So ist es gekommen.


    Was jetzt in der geteilten Stadt Mitrovica geschehen ist, gehörte allerdings nicht zum Planspiel. Die Straßenschlacht am 21. Februar in Belgrad, bei der die US-Botschaft angezündet wurde, war noch Protest. Die Unruhen am Montag in Mitrovica dagegen sind schon ein Schachzug in einer gut kalkulierten Strategie. Am 11. Mai wird in Serbien ein neues Parlament gewählt. Bis dahin dürfen sich das Kosovo und seine Schutzmächte noch auf einiges gefasst machen.

    Gleich nach der Proklamation der Unabhängigkeit hatten die beiden stärksten Regierungsparteien in Belgrad, die nationale von Premier Vojislav Kostunica und die EU-freundliche von Präsident Boris Tadic, eine gemeinsame Parole ausgegeben: Jetzt müsse man die serbischen Institutionen im Kosovo stärken. Ein paar Tage später wurde klar, was das heißen sollte. Belgrad rief alle Serben auf, sich aus der Kosovo-Verwaltung, der Justiz und der Polizei zurückzuziehen. Es sollte wieder serbische Polizei, serbische Justiz, serbische Verwaltung geben.


    Zuvor hatten die Serben im Kosovo eine schlaue und nebenbei auch einträgliche Parallelstruktur unterhalten. Die gut zehn Prozent serbischen Beamten der Kosovo-Polizei, ebenso die Verwaltungsangestellten im serbischen Norden und in den Enklaven waren in Personalunion Amtsträger sowohl der UN-Verwaltung als auch der Republik Serbien. Es gab zwar nur eine Polizei-Uniform, in den Ämtern allerdings zweierlei Formulare. Wer ein Nummernschild für das Auto brauchte, konnte sich vom selben Beamten ein serbisches und ein Kosovo-Kennzeichen ausstellen lassen. Für die „zwei Hüte“ bekamen alle zwei Gehälter: eines von der UN in Prishtina, eines von der Regierung in Belgrad.

    Diesen Modus Vivendi, den auch die UN-Verwalter tolerierten, hat Belgrad nach der Unabhängigkeit aufgekündigt. Der Aufruf zum Marsch heraus aus den Institutionen wurde unter Richtern und Staatsanwälten offenbar vollständig und bei der Polizei teilweise befolgt. Die Vereinten Nationen schienen zunächst mitzuspielen und schlossen „aus Sicherheitsgründen“ und „vorübergehend“ ihr Büro im serbischen Norden von Mitrovica. Belgrad setzte nach: Vergangenen Freitag besetzten Aktivisten das von der UN genutzte Gerichtsgebäude der Stadt, um das alte serbische Amtsgericht wieder zu neuem Leben zu erwecken. Die Antwort folgte am Montag in aller Frühe. UN-Polizei drang in das besetzte Gebäude ein und nahm die Besetzer fest. Eine flugs mobilisierte Menschenmenge griff die Polizei an, es kam zu einer Straßenschlacht – kräftig befeuert von immer neuen, gewaltig übertriebenen Schreckensmeldungen aus dem Krankenhaus, dem strategischen Zentrum des serbischen Widerstands in Mitrovica.


    Noch am selben Tag erschien der Regisseur auf der Bühne: Kosovo-Minister Slobodan Samardzic. Er wolle „die Situation beruhigen“, hatte der enge Mitarbeiter von Premier Kostunica noch aus Belgrad angekündigt. Dann aber trat er vor die Demonstranten, führte sie noch einmal in einem Protestmarsch vor das Gerichtsgebäude und sagte: „Was sie euch angetan haben, werden wir ihnen heimzahlen.“




    Mit dem serbischen Widerstand im Kosovo dirigiert der smarte Anwalt mit dem Belgrad-Appeal zugleich den Wahlkampf der Kostunica-Partei. Anders als noch bei der Präsidentenwahl Anfang Februar ist die zunehmend nationale „Demokratische Partei Serbiens“ in argumentativen Nöten: Sie muss den Wählern klarmachen, dass man sowohl energisch das Kosovo verteidigen als auch auf den EU-Beitritt zusteuern kann.


    Weil die Wähler sich zwischen den beiden Zielen nicht entscheiden wollen, können auch die Parteien es nicht. Das nützt den EU-freundlichen Tadic-Demokraten, die beide Themen immer hübsch auseinanderhalten wollten. Das war vor der Unabhängigkeit schwierig. Jetzt aber ist ihre Haltung die stimmigere: Verbal am Kosovo festhalten und das schlechte Gewissen der Europäer wegen der völkerrechtlich fragwürdigen Kosovo-Unabhängigkeit für einen raschen Beitritt nützen.


    Wenn das Kosovo-Thema in den nächsten Wochen am Kochen bleibt, nützt das Kostunica: Immer wenn es ernst wird, versammeln sich alle unter ihren nationalen Fähnchen. Gleichzeitig muss er aber auch Erfolge vorweisen, denn in ein sinnloses Scharmützel, in die Arme Russlands oder in neuerliche Isolation werden die Serben ihrem Premierminister kaum folgen. Das heißt für Kostunica: ein bisschen Eskalation – aber nicht zu viel. Knapp acht Wochen sind es noch bis zur Wahl. Eine erste Umfrage verheißt den Tadic-Demokraten überraschend ein Stimmungshoch. Die EU-Freunde können zurzeit nicht viel falsch machen: Sie dürfen von Europa sprechen und müssen sich gleichzeitig hüten, Kostunica und Samardzic bei ihren Balanceakten um das Kosovo irgendetwas zuzurufen.
    „Heute sind nicht die Politiker wichtig“, rief Samardzic den Demonstranten in Mitrovica zu, „sondern die Serben im Kosovo“ – getreu dem alten Trick, im Brustton der Überzeugung das exakte Gegenteil der Wahrheit zu verkünden. Mit den Interessen der Kosovo-Serben hat das Belgrader Machtspiel nichts zu tun. Das Völkerrecht, das Belgrad verteidigt, bietet den Bewohnern der Enklaven ihnen keinen Schutz, und eine „eigene“ Polizei mit serbischen Uniformen würde sie bloß wieder zum Angriffsziel einer feindseligen albanischen Umgebung machen. Am Ende steht dann der große Exodus – wahrscheinlich geschickt platziert vor der übernächsten Parlamentswahl.




    Unruhen im Kosovo: Die kalkulierte Strategie von Kostunica | ZEIT online

  2. #22

    Registriert seit
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    58
    Ich meine Cvrcak
    habt Ihr keine eigene Fahne ?Kosovaren!

    Dann malt sie euch mit dem Paintbrush

  3. #23

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    28.01.2008
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    4.024
    Zitat Zitat von Blackhand Beitrag anzeigen
    Ich meine Cvrcak
    habt Ihr keine eigene Fahne ?Kosovaren!

    Dann malt sie euch mit dem Paintbrush

    ja,haben wir.

  4. #24
    Cvrcak
    Zitat Zitat von Blackhand Beitrag anzeigen
    Ich bin eigentlich aus Kroatien

    Und möchte das du aufhörst unsere Kroatische Fahne mit eurem
    Scheiss Rot zu beflecken.

    Ich stehe zu Serbien und bin Nachbar egal was mein Nick dazu sagt.
    Also hör endlich auf so ein Pic da rein zu setzen.

    Niemand gibt dir das Recht unsere Fahne zu missbrauchen

    Sonst gibts Meldung
    Zitat Zitat von Blackhand Beitrag anzeigen
    Ich meine Cvrcak
    habt Ihr keine eigene Fahne ?Kosovaren!

    Dann malt sie euch mit dem Paintbrush
    Nein bitte nicht melden!!! Bitte Bitte :rightfighter5:

  5. #25
    Avatar von brigada 172

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    Zitat Zitat von Cvrcak Beitrag anzeigen
    Nein bitte nicht melden!!! Bitte Bitte :rightfighter5:
    Heute hört man nichts imn mitrovica

  6. #26
    Cvrcak
    Zitat Zitat von brigada 172 Beitrag anzeigen
    Heute hört man nichts imn mitrovica
    Merkwuerdig! Haben in diesem Gericht nur Serben gearbeitet und waren nur Serben dort als Richter taetig, ist ja unglaublich!!!

  7. #27
    Avatar von brigada 172

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    Zitat Zitat von Cvrcak Beitrag anzeigen
    Merkwuerdig! Haben in diesem Gericht nur Serben gearbeitet und waren nur Serben dort als Richter taetig, ist ja unglaublich!!!
    die wahre da nur 3 tage lang die serben jetz kommen wieder die albaner rein

  8. #28

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    6.421
    Kein Albaner arbeitet im Norden Kosovos noch wird da jemals einer arbeiten.

  9. #29
    Avatar von tweety

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    784
    Zitat Zitat von Srpsko_Kosovo Beitrag anzeigen
    Kein Albaner arbeitet im Norden Kosovos noch wird da jemals einer arbeiten.
    ist ja schon gut rege dich bitte nicht auf ist schlecht fürs herz,nerven

  10. #30

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    4.024

    Politik - International
    UN-Mission: Zusammenstöße im Kosovo waren im voraus geplant


    21:35 | 18/ 03/ 2008
    BELGRAD, 18. März (RIA Novosti). Die Zusammenstöße in Kosovska Mitrovica vom vergangenen Montag, als ein UN-Polizist ums Leben kam, sind im voraus geplant gewesen.


    Darauf wurde am Dienstag auf einer Pressekonferenz verwiesen, die Vertreter der UN-Mission im Kosovo (UNMIK), der internationalen Friedenskräfte (KFOR) und der UN-Polizei in Pristina gaben. Am Montag hatten die Polizei und Angehörige der KFOR-Truppen das Gerichtsgebäude in Kosovska Mitrovica gestürmt, das serbische ehemalige Mitarbeiter des Gerichtes seit dem vergangenen Freitag besetzt hielten, die ihre Wiedereinstellung forderten. Daraufhin kam es in der Stadt zu Massenunruhen. Bei Zusammenstößen wurden mehr als 100 Polizisten und Angehörige der Sicherheitskräfte sowie etwa 100 Serben verletzt. Einer von ihnen musste mit schweren Verletzungen nach Belgrad geflogen werden. Ein ukrainischer UN-Polizist kam ums Leben.


    "Es liegt klar auf der Hand, dass die Gewaltanwendung, die Besetzung des Gerichtsgebäudes sowie Brandstiftungen vom vergangenen Monat und bei gestrigen Angriffen auf Militärs und Polizei geplant waren. Wir wissen, wer dahinter steckt und wer zur Verantwortung gezogen werden wird. Vorerst möchte ich keine Namen nennen, weil die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen sind", sagte der stellvertretende UNMIK-Leiter Larry Rossin.
    Rossin und der Befehlshaber der KFOR-Truppen, General Xavier Bout de Marnhac, hätten Informationen über Pläne der Serben, am Montag in Kosovska Mitrovica auch mehrere UNMIK-Objekte zu besetzen. "Die Reaktion der UN-Polizei und der KFOR-Angehörigen auf die Gewalt war gerechtfertigt und entsprach der entstandenen Situation." De Marnhac wies Anschuldigungen zurück, nach denen die Militärs zu hart durchgegriffen hatten. Die KFOR habe am Montag angemessen, in Übereinstimmung mit den Regeln reagiert.


    Rossin rief die Seiten ein weiteres Mal zur Besinnung auf. Die Situation von gestern dürfe sich nicht wiederholen, weil sie kriminell und deshalb unannehmbar gewesen sei, sagte er. UNMIK-Kommissar Larry Wilson teilte mit, dass im Zusammenhang mit dem Tod eines ukrainischen UN-Polizisten sowie mit anderen Ereignissen in Mitrovica ein Strafverfahren eingeleitet wurde. "Wir ermitteln gegen die Mörder und gegen jene, die versucht hatten, andere Polizisten in Kosovska Mitrovica zu ermorden... Der 25-jährige Ukrainer Igor Kanau verblutete vor den Augen seiner Kollegen, die wegen eines starken Feuers der Serben nichts unternehmen konnten. Bei den Zusammenstößen wurden 42 Polizisten verletzt, einige von ihnen schwer", sagte Wilson.


    Am Montag hatte Larry Rossin mit dem Minister für die Angelegenheiten des Kosovo in der serbischen Regierung, Slobodan Samardzic, verhandelt und ihn gebeten, seinen Einfluss im Interesse der Stabilisierung der Lage in Mitrovica zu nutzen. Verhandlungen werden auch mit serbischen Repräsentanten in Kosovska Mitrovica selbst geführt.


    Nach Schätzung von UN-Vertretern bleibt die Lage in der Stadt angespannt. Am Montag beschloss das Kommando der UN-Polizei beschloss, ihre Aufgebote aus Kosovska Mitrovica abzuziehen, weil sich die Situation in der Stadt drastisch verschlechtert hatte. Für die Ordnung in Mitrovica sorgen jetzt Angehörige der UN-Truppen.

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