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Pelopones brannte - Aufforstung?

Erstellt von Amphion, 15.11.2008, 20:36 Uhr · 21 Antworten · 2.192 Aufrufe

  1. #21

    Registriert seit
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    „Darüber hinwegkommen werde ich nie“

    „Darüber hinwegkommen werde ich nie“

    24.02.2008 | 18:11 | Von unserer Korrespondentin CORINNA JESSEN (Die Presse)

    Sechs Monate nach den Waldbränden haben die Betroffenen kaum noch Entschädigungen ausbezahlt bekommen. Die Ölbauern des Peloponnes fürchten, dass ihre Haine Golfplätzen weichen müssen.

    Zacharo. Die schwarzgekleidete junge Frau poliert die Marmorplatte am Straßenrand. „Ioannis Siordinis, 43 Jahre“ steht darauf eingraviert. Und das Datum: 24.August 2007. Ein halbes Jahr ist es her, dass der Familienvater hier, außerhalb des Dorfes Artemida den Tod in den Flammen fand. Für die traditionelle Gedenkfeier nach sechs Monaten möchte die Witwe des Forstarbeiters nun alles sauber haben. „Darüber hinwegkommen werde ich nie“, sagt sie still. „Das hätte niemals passieren dürfen, das hätte man verhindern müssen. So viele Tote!“
    Allein in den Dörfern um die Kleinstadt Zacharo auf dem Westpeloponnes waren es 32, in ganz Griechenland kamen 69 Menschen bei den verheerenden Waldbränden im vergangenen August ums Leben. Die Bilder aus Artemida, das 17 Opfer zu beklagen hatte, gingen um die Welt, und noch immer konzentriert sich das Medien- und damit das Sponsoreninteresse auf das kleine Bergdorf. Ein griechisches Unternehmen baut hier das bis auf die Grundfesten niedergebrannte Kaffeehaus, die Landarztpraxis, das Gemeindebüro und die Kirche wieder auf. „Aber wenn Sie mal über den Berg schauen, da ist auch alles niedergebrannt, und da tut niemand etwas für die Brandopfer,“ sagt Firmenvertreter Nikos Papaspyros durchaus selbstkritisch.

    Millionen auf Spendenkonto

    Kaum jemand weiß, mit welchen Entschädigungen er rechnen kann. Dabei haben sich auf dem Spendenkonto bei der Bank von Griechenland 180 Millionen angesammelt. Der ehemalige Außenminister Petros Moliviatis verwaltet die Finanzhilfen von Firmen und Privatleuten aus dem In- und Ausland – und hat bisher kaum etwas ausgezahlt. Die Anträge lägen noch nicht vor, so die offizielle Begründung. Tatsächlich können viele der Betroffenen die notwendigen Unterlagen nur schwer beibringen: Ihre Grundbucheintragungen, Kaufverträge und Baupläne sind verbrannt. Sie bei den zuständigen Stellen neu ausstellen und beglaubigen zu lassen, geht in die Tausende.

    Und die Olivenbauern müssen ohnehin noch bis März warten. Dann sollen Diplomlandwirte den tatsächlichen Schaden bestimmen, entscheiden, welche Bäume beschnitten und welche gefällt werde müssen. Bis dahin dürfen die Bauern ihre Bäume nicht beschneiden.
    Panajiotis Choremis wartet geduldig auf die Gutachter. „Was bleibt mir denn auch anderes übrig?“ 1250 „Wurzeln“, wie es hier heißt, hat der 61-Jährige gehabt, 250 sind ihm geblieben. Dass er davon nicht leben kann, braucht er nicht groß zu betonen. „Wenn uns Bauern nicht der Staat hilft, sehe ich keine Zukunft mehr.“

    Dass der traditionelle Olivenbaum gar aus der uralten Kulturlandschaft verbannt, von Golfplätzen und Hotelanlagen verdrängt werden soll, argwöhnen lokale Umweltschützer. Panos Kanakaris gehört zum Komitee der Brandgeschädigten und wittert internationale Investitionspläne, als deren Makler sich der Bürgermeister von Zacharo auf Kosten von Naturschutzgebieten profiliere. Tatsächlich ist der Gemeinde kurz nach den Bränden vom Staat ein unversehrter, 15 Kilometer langer Strandstreifen „zur Nutzung“ übertragen worden, der unter dem EU-Schutzprogramm Natura 2000 steht.

    Ausbau der Straße?

    Kurz vor der Katastrophe hatten sich koreanische und saudische Investoren in der Gegend umgesehen. „Die Brände könnten den Politikern sehr zupass kommen“, sagt Kanakaris. Zum Beispiel bei den Plänen zum Ausbau der „Ionischen Straße“ an der Westseite des Peloponnes, entlang derer die störenden Bäume den Flammen zum Opfer gefallen sind. Und bei den verbliebenen grünen Kiefern habe man ein wenig nachgeholfen, wissen Augenzeugen zu berichten.

    „Reine Unfallprophylaxe“ entgegnet Bürgermeister Pantazis Chronopoulos. Der ehemalige Sicherheitsbeamte heißt im Volksmund „der Sheriff“. Er wacht über die Hallen, in denen die Sachspenden für die Bedürftigen gelagert werden. Wer dazu gehört, kontrolliert der Bürgermeister persönlich, er wolle schließlich verhindern, dass durch „unbegrenzte Spenden“ die lokalen Geschäfte ruiniert würden.
    Den Vorwurf vieler Bürger, dass Brandopfer dabei leer ausgehen, potenzielle Neuwähler aber bedacht werden, weist er von sich, belegt es aber nicht. „Was fehlt, ist Transparenz“, beklagt Umweltschützer Kanakaris.

    So sind den abenteuerlichsten Theorien Tor und Tür geöffnet, allen voran denen über Brandstiftungen, die bisher jedoch nicht ernsthaft nachgewiesen werden konnten. Viele der Ursachen für das Ausmaß der Brände kennt man jedenfalls: wegen fehlender Wartung funkensprühende Strommasten, wilde Müllkippen, fehlende Brandschneisen, verwahrloste Wälder.

    Aufforstung an antiker Stätte

    Zumindest im antiken Olympia will man keine Fehler mehr machen. Die Stiftung für Landwirtschaftsforschung hat die Aufforstung des berühmten Kronos Hügels und der Umgebung übernommen. Die Flammen hatten im August den dichten Baumbestand niedergebrannt, fast das antike Heiligtum bedroht.

    30.000 Büsche und Bäume werden gepflanzt. Schließlich soll Olympia am 25. März wieder ansehnlich sein. Dann wird hier das olympische Feuer für die Sommerspiele in Peking entzündet und das weltweite Medieninteresse auf die antike Stätte gerichtet sein.
    -
    ("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.02.2008)
    http://diepresse.com/home/panorama/welt/365226/index.do

  2. #22

    Registriert seit
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    Beiträge
    11
    Es gibt Länder, in denen ist es grundsätzlich untersagt auf Verbranntem Land im ehemaligen Waldgebiet, Bauprojekte einzureichen, eben um solche Brandstiftungen zu unterbinden.

    Doch ich finde die regierung sollte einen Anderen Weg gehen.
    Die ersten 10 die um eine Baubewilligung ansuchen, sollten erschossen werden.
    Denn die haben andere Menschen getötet, gefährdet und ihnen ihr Hab und Gut geraubt. Deshalb hätten sie es verdient.

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